Die ersten Heimatvertriebenen waren Tschechen,

sagte Otto Schily auf der Jahrestagung der Sudetendeutschen.

Liebe Experten,

daß die Suddetendeutschen vergleichbare Vertreibungen verübt hätten, wie sie ihnen nach dem Krieg widerfahren sind, das war mir neu. In keinem Buch und nirgendwo im Internet fand ich näheres über z.B. eine Austreibung der Tschechen aus dem Gau Sudetenland.

Ich bitte um Aufklärung über diese Wissenslücke.

Gruß,

Wolfgang Berger

sagte Otto Schily auf der Jahrestagung der Sudetendeutschen.

Lieber Wolfgang,

daß die Suddetendeutschen vergleichbare Vertreibungen verübt
hätten, wie sie ihnen nach dem Krieg widerfahren sind, das war
mir neu. In keinem Buch und nirgendwo im Internet fand ich
näheres über z.B. eine Austreibung der Tschechen aus dem Gau
Sudetenland.

Ich bitte um Aufklärung über diese Wissenslücke.

Ich denke er meint diese:

Die österreichischen Habsburger folgten auf den Böhmischen Thron, nachdem die jagiellonische Linie ausgestorben war. Die Habsburger Herrschaft brachte die Rekatholisierung, die Zentralisierung der Herrschaft und den Aufbau eines multinationalen Reichs mit sich. Das Haus Habsburg gliederte die Böhmischen Länder in ihre Herrschaft ein und sie blieben bis zum Jahre 1918 Teil des Habsburger Imperiums.

Schlacht am Weißen Berg 1620

Als Rudolf II. (1576-1611) während seiner Herrschaft seinen Sitz von Wien nach Prag verlegte, wurde Böhmens Hauptstadt zu einem wichtigen Zentrum europäischer Kultur. Die Böhmischen Stände zwangen Rudolf II. einen „Majestätsbrief“ herauszugeben, in dem Religionsfreiheit verkündet wurde. Die Kaiser Matthias und Ferdinand versuchten, diese Freiheit einzuschränken. Ihre Anstrengungen lösten einen Bürgerkrieg zwischen den Ständen und dem katholischen Herrscher aus, der später in den Dreißigjährigen Krieg mündete. Die Böhmen wählten einen unabhängigen König, die Stände wurden 1620 in der Schlacht am Weißen Berg besiegt und das böhmische Königreich verlor seine Unabhängigkeit für nahezu 300 Jahre. Der Dreißigjährige Krieg brachte politische Unordnung und eine wirtschaftliche Zerstörung Böhmens, was weitreichenden Konsequenzen für die spätere Entwicklung des Landes bedeutete. Die Bewohner Böhmens mussten den katholischen Glauben annehmen oder emigrieren. Die Böhmische Krone war unter den Habsburgern erblich und die wichtigsten Verwaltungsstrukturen wurden ständig in Wien angesiedelt. In der Periode nach dem Dreißigjährigen Krieg war die barocke Kunst tief verwurzelt in Böhmen. Das Böhmische Barock beeinflußte das Erscheinungsbild tschechischer Städte und Dörfer für die nächsten Jahrhunderte.

Aus dem Fach-Link hier:

http://www.europa-wird-bunter.de/cgi-bin/frameset.pl…

MfG
zapriano

Hi!

daß die Suddetendeutschen vergleichbare Vertreibungen verübt
hätten, wie sie ihnen nach dem Krieg widerfahren sind, das war
mir neu. In keinem Buch und nirgendwo im Internet fand ich
näheres über z.B. eine Austreibung der Tschechen aus dem Gau
Sudetenland.

Ich bitte um Aufklärung über diese Wissenslücke.

Vermutlich beziehen sich diese Aussagen auf die Tage und Wochen nach dem Anschluß des Sudetenlandes 1938.

1919 lebten im Sudetenland ca. 200.000 Tschechen. Bis 1938 stieg diese Zahl auf mindestens 700.000 an (das Sudetenland war völkerrechtlich Bestandteil des neuen Staates Tschechoslowakei; das immer wieder ins Feld geführte Argument einer Siedlungspolitik zur „Vertschechung des Sudetenlandes“ ist daher obsolet). Direkt nach Abschluß des Münchner Abkommens von 1938 und dem Anschluß des Sudetenlandes an das Deutsche Reich haben etwa 200.000 Tschechen das Sudetenland in kürzester Frist verlassen.

Ob und inwieweit Gewalt dabei angewendet wurde, kann ich nicht sagen, ebensowenig liegen mir Informationen über Entschädigungen der Tschechen vor. Interessant ist auf jeden Fall, daß es über diese Vorgänge so gut wie keine Informationen gibt - als wenn etwas totgeschwiegen werden müßte.

M.E. sollten die Politiker von D und CZ sich zusammensetzen und eine Regelung vereinbaren: CZ nimmt die Benesch-Dekrete zurück und D garantiert, daß keinerlei Entschädigungsansprüche von vertriebenen Sudetendeutschen an CZ gestellt werden (denn das dürfte die angsttreibende Kraft in CZ sein, die Zeman zu seinen Äußerungen treibt - bekanntlich gilt in der EU die Freizügigkeit bei der Wahl seines Wohnsitzes; will CZ in die EU, müssen sie den möglichen Umzug von Deutschen in das Staatsgebiet von CZ ohnehin dulden).

Grüße
Heinrich

Hallo Heinrich,

vielen Dank für Deine erhellenden Informationen!

1919 lebten im Sudetenland ca. 200.000 Tschechen. Bis 1938
stieg diese Zahl auf mindestens 700.000 an (das Sudetenland
war völkerrechtlich Bestandteil des neuen Staates
Tschechoslowakei; das immer wieder ins Feld geführte Argument
einer Siedlungspolitik zur „Vertschechung des Sudetenlandes“
ist daher obsolet).

Aha! Doch um die Validität dieses Arguments beurteilen zu können, müßte ich mehr über die Beteiligung der Sudetendeutschen bei der Gründung der Tschechoslowakei 1919 wissen.

Direkt nach Abschluß des Münchner

Abkommens von 1938 und dem Anschluß des Sudetenlandes an das
Deutsche Reich haben etwa 200.000 Tschechen das Sudetenland in
kürzester Frist verlassen.

Interessant! Das wußte ich nicht.

Entschädigungen der Tschechen vor. Interessant ist auf jeden
Fall, daß es über diese Vorgänge so gut wie keine
Informationen gibt - als wenn etwas totgeschwiegen werden
müßte.

Totgeschwiegen werden muß ja nun alles, was die Deutschen des 3. Reichs in ein besseres Licht rücken könnte.

M.E. sollten die Politiker von D und CZ sich zusammensetzen
und eine Regelung vereinbaren: CZ nimmt die Benesch-Dekrete
zurück und D garantiert, daß keinerlei Entschädigungsansprüche

Womöglich wird es dazu kommen. Das hätte Konsequenzen, die auf ein bald mögliches Ende von BRD und EU weisen.

Gruß,

Wolfgang Berger

_______________________________

Lieber Wolfgang,

seit wann ist Ihnen Schily eine Selbstverge-
wisserungsinstanz…??
„Wissenslücke“ ist gut.
Aufschlußreicher ist aber „Aufklärung“. Hat
auch im Osten stattgefunden…

x-nada

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Da schlotz ich doch ein Viertele schwäbischen…
…Trollinger.

Der lauft nei wie Gottes Wort in die Studende.

Prost,

Wolfgang Berger

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zerstörerischer Nationalismus
Einfach so in den Tag gedacht:

Das Grundübel der ganzen Diskussion ist, dass „die Böhmen“ aus drei Volksgruppen bestanden: Tschechen, Deutsche und Juden. Aus diesem Mix erklärt sich die hohe böhmische Kultur. Kaiser Karl IV. bestimmte sogar, dass jeder römisch-deutsche Kaiser tschechisch können muss.

Leider ließ der entstehende Nationalismus im 19.Jh keine böhmische Nation zu. (Die Juden wurden übrigens in der der k.u.k.-Zeit zu den Deutschen gezählt.) Und auch wir heutigen denken immer noch national. Wer nennt die „Sudentendeutschen“ denn noch Böhmen?

Interssant ist aber, dass der tschechische Hass sich immer gegen die Österreicher = Habsburger richtete. Die Grundlagen liegen sicher in der Vernichtung des tschechischen Adels und der Zwangskatholisierung im 17.Jh, wie unten dargestellt. Der tschechische Kirchenhass ist ja auch heute ein Politikum.

Erst die Ereignisse 1938-1945 haben das deutsch-tschechische Verhältnis zerrüttet. Und nun zwei populär-psychologische Anmerkungen meinerseits, von denen eine sicher ketzerisch ist, um die Diskussion in Gang zu bringen.

Einmal sind die Tschechen zu verstehen, weil Deutschland und Österreich nicht nur die längste Grenze sondern auch die meisten Investiotionen haben; zum anderen sind sie zu verstehen, weil sich die tschechische Widerstandsbewegung erst 1945 bemerkbar gemacht hat. Ich behaupte, dass gerade die Länder, die am längsten unter Hitler still gehalten haben (vgl. im Westen die Niederlande) heute besonders deutschfeindlich sind.

Eine gute Diskussion wünscht sich
Andreas

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

und?
______________

Lieber W.Berger,

in deutsch lieber.

Und: Mein (kath.) Gott scheint
nicht Ihrer zu „sei´“.

Wenn Sie auch sonst gern mit
Bestechung arbeiten zeigt das
nicht nur IHREN Grad an Etabliert-
heit, sondern auch Ihre Form von
Hoffnung.
Sie werden sicher…
und Ehren- …auch.

Glückwunsch.
(Hoffentlich sind sie bald fertig
mit werden…und sind einfach nur!!!)

x-nada

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

[MOD]…und hier den Punkt bitte:smile:.
Hallo Wolfgang, hallo x-nada,

und ab hier kommt sicher nichts thematisches mehr, sondern nur ein weiterer Schlagabtausch, den ihr gerne per Mail austauschen könnt, aber bitte nicht hier in diesem Brett :smile:.

Herzliche Grüße,

barbara