Einer Meinung!
Hey, x-nada,
ich bin einer Meinung mit dir und möchte das vor dem Hintergrund unserer nicht recht zustande gekommenen philosophischen Konversation einmal ausführen.
Dahmer, Redl, Röhm, Kühnen haben tatsächlich
nur (!!) Homosexualität gemeinsam.
Bzw. die Verfehlung derselben.
Ein Serienkiller, ein Labiler Geheimnisträger,
eine Sedlmayer-Irritationsfigur und ein eso-
terischer Uniform-Fetischist sind keine Typen,
die sich durch ihre sexuelle Präferenz aus-
zeichnen. Im Gegenteil.
Genau. Allenfals liesse sich sagen, dass sie immerhin eine Sexualpräferenz als eine persönliche Möglichkeit auszeichnete, die sie dann verfehlt haben, finde ich noch ergänzend im Rahmen meiner pragmatischen Neigung, nach Chancen zu suchen und sei es nach verfehlten. Ich finde nämlich, dass ein konkretes „Böses“ sich am ehesten einer verstandesmäßigen Begleitung der allfälligen emotionalen Abscheu dadurch erschließt, das man herausfindet, was denn da auch immerhin verfehlt wurde.
Ich meine, ein Soziopath, dem es an jedweder intimitätsfähigen Sexualpräferenz als Möglichkeit einer „Gesellung“ überhaupt gebricht, wäre noch wieder ein anderer Fall. (Theoretisch, ob es das praktisch so überhaupt gibt, weis ich gar nicht)
Nur weil Westerwelle pockennarbig ist, HP Ker-
keling schwabbelbäuchig und A.Warhol ein Toupet
getragen hat, heißt das nicht, daß physische Un-
zulänglichkeit ein Privileg der Homosexuellen sei.
Allerdings.
Wenn jemand Probleme mit seiner Sexualität hat kann
er schwerlich als Beispiel derselben taugen!?!
Das, finde ich ist ein sehr wichtiger Punkt. Unter der Bedingung trägheitsbegünstigender Denkgewohnheiten (kategorische „Aburteilungsreflexe“) als welche ich unsere Denkgewohnheiten erlebe, ist die Präzedenzsuche beim „negativen
Beispiel“ leider ungemein verbreitet.
„Schurke“ ist ein ironisierender Begriff der eine
Operettenfigur beschreibt.
Meine erste Freundin hatte eine „dirty-talk-Präferenz“ in dieser Richtung, was mich zwar seinerzeit etwas irritierte, mir aber gefiel. (Ich meine, es irritierte mich, dass mir das gefiel) Später habe ich das näher elaboriert, was mir zu wertvollen Selbsterkenntnissen verhalf, die zu erörtern hier nicht der Ort ist, die aber durchaus auch durch die Erfassung des „ironischen Momentes“ in diesem Spiel eine bessere Chance zur Aufhellung ins Erfreuliche erfuhren.
Ben trovato, die ironisierende Dimension!
Kein heterosexueller Vergewaltiger, Kannibale und
Serienkiller würde je Schurke genannt.
An der tragischen Figur Wörner läßt sich eine Mi-
schung aus Dreyfuß und Redl erahnen - …
Röhm und Kühnen waren bekanntermaßen Schwul, was
ihre Aktivitäten in der NS-Bewegung nicht relati-
viert.
Allenfalls, finde ich, mag es dem einen oder anderen schwulen Neonazi den Ausstieg aus der Szene schmackhafter machen, was nach den öffentlichen Selbstzeugnissen einiger Betreffender auch wohl der Fall war.
Ob Hitler ´ne Schwuchtel war ist eine wenig „histo-
rische“ Frage, die nur schwule Nazis interessieren
kann
Die „Volksgenossinnen“, die ihn anhimmelten, hätten da mal etwas mehr Horizont in ihrer sentimentalen Schwärmerei an den Tag legen sollen. Aber perdu ist perdu. Völlig umsonst geschwärmt und geseufzt hat da der BDM. Gönne ich ihm auch noch im Nachhinein.
oder Miichel Friedmann, wenn eine Kamera da und
seine Frau abwesend ist…
Vorsicht Stereotyp!
Und wenn Dich das „homosexuelle“ so irritiert, wie-
so ziehst Du Deine Vergleiche+Schlußfolgerungen nicht
hinsichtlich lebender „Schurken“?? Feigheit kann ich
Dir nicht unterstellen. Aber es scheint leichter zu
sein Tote abzugrasen, als zur eigenen Schwulenaversion
gegenüber einem argumentationsfähigen Schwulen zu ste-
hen.
Oder besser noch: gegenüber einem freundlichen Lederkerl.
Du betreibst eine ganz billige „Reclame“ für ein
(scheinbar) unbrauchbares Buch, wenn man mehr wissen
will über Homosexualität und Heterosexualität hinsicht-
lich einer ethischen Wertung.
Ich glaube, ethisch ist da auch nichts zu bewerten, Eine Verfehlung ist eine Verfehlung und eine Erfüllung ist Erfüllung.
Das verfehlte und unerfüllte ist immer daneben. Was dann im einzelnen an Falschspielereien dabei herauskommt, entzieht sich wohl dagegen einen verstandesmässigen Nachvollziehbarkeit. Da endet dann selbst meine Zuversicht in den pragmatischen Nutzen von Gutwilligkeit.
Thomas