Ostdeutschland

Von: , Frage gestellt am Fr, 26. Dez 2003

Hallole,
ich bin schon mehrmals darüber belehrt worden, daß die neuen Bundesländer nicht "Ostdeutschland" sind, sondern Mitteldeutschland. Und ostdeutsche Kultur sei - wenn ich es richtig verstanden habe - die Kultur der Menschen, die außerhalb des deutschen Raumes, wie z.B. im heutigen Tschechien gelebt haben.
Wo ist Ostdeutschland und wie werden die Begriffe politisch korrekt benutzt?

23 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Ostdeutschland

    Der Begriff "Ostdeutschland" bezieht sich auf die Gebiete ÖSTLICH von Oder und Neiße, die seit Jahrhunderten Deutsches Siedlungsgebiet waren, jedoch in Folge des verlorenen 2.WK von Polen besetzt wurden.
    Es handelt sich hierbei um Ostpreußen, Pommern und Schlesien. Die in Ostpreußen gelegene Stadt Königsberg fiel in russische Hände. Die Stadt Stettin fiel, obwohl westlich der Oder, ungerechtfertigter Weise, ebenfalls an Polen.

    Es handelt sich insgesamt um ca. 114.296km² Wichtige Städte waren unter anderem Breslau (1925: 614.000 Einwohner), Königsberg (294.000), Stettin (270.000), Hindenburg (132.000) und Gleiwitz (109.000).


    Bis zur Wiedervereinigung und dem Abschluss des Zwei-plus-Vier-Vertrages 1990 hielt die Bundesrepublik Deutschland offiziell den Anspruch auf das Territorium aufrecht. Die DDR hatte bereits in den 50er Jahren mit der Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages mit Polen auf die Ostgebiete verzichtet.


    Heute ist es wohl politisch korrekt, von den ehemaligen Ostgebieten zu sprechen...

    Bei den Verteibungen in den Nachkriegsjahren kamen Millionen Deutsche ums Leben und wurden um Heimat und Besitz gebracht. Alles in allem ein trauriges Stück dt. Geschichte und kein Ruhmesblatt für Polen und Russland!!! [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Ostdeutschland

      Bei den Verteibungen in den Nachkriegsjahren kamen Millionen
      Deutsche ums Leben und wurden um Heimat und Besitz gebracht.
      Alles in allem ein trauriges Stück dt. Geschichte und kein
      Ruhmesblatt für Polen und Russland!!!
      .
      Ich würde eher sagen für Polen und Tschechien. Die Sowjetunion hat ja nicht so viel damit zu schaffen gehabt.

      • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Ostdeutschland

        Die Sowjetunion hat ihre Grenzen westwärts verschoben (also polnisches Gebiet genommen), zum Ausgleich durfte sich Polen dann ebensfalls westwärts verschieben. So wurde es von den alliierten "Befreiern" beschlossen. Insofern ist die Sowjetunion doch mitverantwortlich. Aber natürlich hat sich Benesz in der damaligen Tschechoslowakei auch ungeheuerlich an den Sudetendeutschen versündigt, die ebenfalls Heimat und Besitz (oft auch ihr Leben) verloren. Diese verfassten Dekrete sind bis heute in Kraft, unsere feigen Politiker wagen es jedoch nicht, dass Vetreibungsunrecht zu thematisieren. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Ostdeutschland

          Bei der Westverschiebung der Sowjetunion wurden die Polen oder bei der Neuschaffung Polens 1919 die Deutschen aber ja auch nicht in gleicher Weise aus den betreffenden Gebieten vertrieben, insofern bedingt die Gebietswegnahme an sich noch keine Vertreibung. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

          • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: Ostdeutschland

            Bei der Westverschiebung der Sowjetunion wurden die Polen oder
            bei der Neuschaffung Polens 1919 die Deutschen aber ja auch
            nicht in gleicher Weise aus den betreffenden Gebieten
            vertrieben, insofern bedingt die Gebietswegnahme an sich noch
            keine Vertreibung.
            Was Du da schreibst, ist die Lüge über die polnische Minderheitenpolitik.


            Mit herzlichem Gruß,

            Wolfgang Berger

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: Ostdeutschland

              Bei der Westverschiebung der Sowjetunion wurden die Polen oder
              bei der Neuschaffung Polens 1919 die Deutschen aber ja auch
              nicht in gleicher Weise aus den betreffenden Gebieten
              vertrieben, insofern bedingt die Gebietswegnahme an sich noch
              keine Vertreibung.
              Was Du da schreibst, ist die Lüge über die polnische
              Minderheitenpolitik.

              So, was schreibe ich dnen für eine Lüge?
              Ich habe nichts, aber auch überhaupt nichts darüber geschrieben, wie mit den Deutschen in Polen nach 1919 umgegangen worden sei.

        • Antwort von nach 12 Stunden 2 hilfreich
          Re^4: Ostdeutschland

          dann ebensfalls westwärts verschieben. So wurde es von den
          alliierten "Befreiern" beschlossen. Insofern ist die
          Wieso setzt du das "Befreiern" so abwertend in Anführungszeichen? Ohne die Allierten würden wir heute wohl in keinem freien Land leben. Dass sie uns von der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten befreit haben, ist doch nun wirklich nichts schlechtes. Dass es, v.a. im Osten, bei den anschließenden Vertreibungen der deutschen Bevölkerung zu schlimmen Unrecht und Greueltaten kam, bestreitet doch kein Mensch. V.a. die Russen/Tschechen/Polen hätten da so manches Thema ihrer eigenen Geschichte zum Aufarbeiten. Aber dass man in letzter Zeit so einen gewissen Unterton in vielen Statements ließt, welcher die Allierten lediglich auf die "Verbrecher am deutschen Volk" herunterstuft, finde ich nicht in Ordnung. Wir haben den Allierten (zumindest den West-Allierten) - trotz dieser Vorkommnisse - viel zu verdanken. Und bevor hier gleich wieder jemand schreit: Nein, ich meine das "verdanken" nicht so, dass wir ihnen heute noch etwas schulden dafür, ausser dass wir dasselbe für sie tun sollten, falls ihnen sowas passieren würde.

          mfg
          deconstruct

          • Antwort von nach 19 Stunden 2 hilfreich
            Befreier (little oT)

            Hai, Deconstruct (Kaputt-Macher? ;-)), Wieso setzt du das "Befreiern" so abwertend in
            Anführungszeichen?
            Auch ich schreibe "Befreier" üblicherweise in Anführungsstriche - allerdings nicht abwertend, sondern weil wir Deutschen nicht befreit wurden. Wir waren es, von denen Europa befreit wurde - wir haben, verdientermaßen, kräftig eine auf's Maul bekommen. Dass sie uns von der
            Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten befreit haben, ist
            Genau das meine ich: wenn ich als Deutsche (mit deutschen Vorfahren...) das so ausdrücke, wie Du es tust, dann impliziere ich, daß die Nationalsozialisten eine Fremdherrschaft über uns ausübten, daß die Deutschen ja "ganz unschuldig in Not geraten" sind. So stimmt das aber nicht. Die Deutschen haben Europa mit Krieg überzogen und Tod und Leid verbreitet...

            Wenn unsere Nachbarn von Befreiern sprechen, ist das richtig, wenn die, die in den KZ saßen von Befreiern sprechen, ist das richtig - für die Deutschen waren und sind es Siegermächte. Wir haben Streit angefangen und verloren. Die Deutschen haben den Krieg angefangen und nicht irgendwelche Nazis, die über uns gekommen sind, wie Aliens und ohne unser Zutun irgendwie die Macht erlangt haben...

            Ansonsten stimmen wir aber überein: wir, heutzutage, haben keine Schuld abzutragen, müssen uns nicht im Staub wälzen, weil unsere Vorfahren üblen Mist gebaut haben, wir müssen auch nicht auf den Knien rutschen und alles, was die Siegermächte heute tun, für vollkommen gut und richtig halten...

            Unabhängig davon, daß ich die Siegermächte als solche bezeichne, einfach weil ich diese "Entschuldung durch die Hintertür" nicht mag (nicht wir Deutschen, sondern die Nazis haben...), bin ich ihnen durchaus dankbar, daß sie meine Vorfahren aufgemischt haben. So bin ich schließlich in einem äußerst demokratischen Land aufgewachsen.

            Gruß
            Sibylle

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re: Befreier (little oT)

              Hai, Deconstruct (Kaputt-Macher? ;-)), Wieso setzt du das "Befreiern" so abwertend in
              Anführungszeichen?
              Auch ich schreibe "Befreier" üblicherweise in
              Anführungsstriche - allerdings nicht abwertend, sondern weil
              wir Deutschen nicht befreit wurden. Wir waren es, von denen
              Europa befreit wurde - wir haben, verdientermaßen, kräftig
              eine auf's Maul bekommen.
              Da hast du zwar recht, dass Europa von Deutschland befreit wurde,
              aber Deutschland wurde dadurch auch von Hitler befreit. Ich denke,
              dass es auch für die Deutschen eine Befreiung war. Ein Staat in dem
              man nur sagen darf, was der Staat vorgibt und in dem Menschenrechte
              überhaupt nichts golten, kann seinen Bürgern alles mögliche geben,
              aber sicher keine Freiheit. Dass sie uns von der
              Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten befreit haben, ist
              Genau das meine ich: wenn ich als Deutsche (mit deutschen
              Vorfahren...) das so ausdrücke, wie Du es tust, dann
              impliziere ich, daß die Nationalsozialisten eine
              Fremdherrschaft über uns ausübten, daß die Deutschen ja "ganz
              unschuldig in Not geraten" sind. So stimmt das aber nicht. Die
              Deutschen haben Europa mit Krieg überzogen und Tod und Leid
              verbreitet...
              Natürlich waren sie nicht ganz unschuldig. Schließlich haben sie ihn
              ja mal gewählt bzw später unterstützt. Allerdings darfst du auch
              nicht vergessen, welche Propaganda dort betrieben wurde. Die Leute
              konnten sich nicht ihr eigenes Bild von alledem machen. Und wenn sie
              es machen wollten, gabs Ärger.
              Ich denke, die Deutschen sind damals aus eigener Schuld dort
              hineingeraten, aber sie wären aus eigener Kraft nicht wieder
              herausgekommen. Ein Drogenabhängiger z.B. ist auch zunächst mal
              selbst schuld, dass er abhängig wird, er hätte es ja nur nicht nehmen
              müssen. Aber ist er mal abhängig, dann schafft er es nicht selbst,
              sich davon zu lösen, weil er nicht erkennen kann, welches Unglück die
              Droge für ihn bringt. Subjektiv glaubt er, dass die Droge ihm gutes
              tut, später, wenn er davon loskommt (also befreit wurde) empfindet er
              es auch als Befreiung. Ich denke mal, dass das hier auch so ähnlich
              ist.



              Ansonsten stimmen wir aber überein: wir, heutzutage, haben
              keine Schuld abzutragen, müssen uns nicht im Staub wälzen,
              weil unsere Vorfahren üblen Mist gebaut haben, wir müssen auch
              nicht auf den Knien rutschen und alles, was die Siegermächte
              heute tun, für vollkommen gut und richtig halten...
              Diese angebliche "Schuld" die jeder herumtragen würde, das ist meiner
              Meinung nach, lediglich eine Erfindung der Rechten, denn dadurch soll
              den Leuten eingeredet werden, dass uns den Deutschen so großes
              Unrecht zu Teil geworden ist und wir uns dass zurückholen sollten,
              was wir durch diese ungerechtfertigte Schuld verloren haben.
              Desweiteren wollen sie damit erreichen, dass das Erinnern aufhört,
              weil versucht wird Erinnerung mit Schuld gleichzusetzen.

              Ich habe sicherlich keine Schuld, weil selbst meine Eltern damals
              erst Kleinkinder waren, aber ich finde es gut, daran zu erinnern. Und
              den Anfängen zu wehren. Das hat doch nichts mit Schuld zu tun. Wir
              sollten froh sein, dass wir heute in so einem freien und reichen Land
              leben können. So gut gings uns noch nie! Noch nie war der Reichtum,
              die Lebensqualität und die Rechte des einzelnen so groß wie heute.
              Auch wenn das oftmals viele nicht wahr haben wollen, die der
              angeblich so "guten alten" Zeit nachtrauern.


              Doch mal ehrlich betrachtet: Kein Mensch in diesem Land der damals
              noch nicht am Leben war oder noch ein Kind war, ist sich heute
              irgendeiner Schuld bewusst. Also was soll diese blödsinnige
              Unterstellung immer, dass die Deutschen vor lauter Schuld im Dreck
              kriechen? Das ist schlichtweg Unsinn.



              Unabhängig davon, daß ich die Siegermächte als solche
              bezeichne, einfach weil ich diese "Entschuldung durch die
              Hintertür" nicht mag (nicht wir Deutschen, sondern
              die Nazis haben...), bin ich ihnen durchaus dankbar,
              daß sie meine Vorfahren aufgemischt haben. So bin ich
              schließlich in einem äußerst demokratischen Land aufgewachsen.
              So sehe ich das auch.
              Wenn mir auf der Strasse jemand hilft, weil ich überfallen bin, dann
              bin ich auch dankbar, aber ich sehe keine Verpflichtung, diesem mein
              Leben lang in den Arsch zu kriechen. Die einzige Verpflichtung die
              ich für längere Zeit anerkennen würde, ist, dass ich dasselbe tun
              sollte, wenn es ihm passiert. Aber das sollte sowieso eine
              Selbstverständlichkeit sein...

              mfg
              deconstruct



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