nicht wirklich problematisch
Halt ich persöhnlich für sehr
problematisch. Der Mann hat -leider?-
einen wirklich guten und lesbaren Stil.
Ich hab ihn früher -ist schon etwas her-
auch gelesen und war durchaus ein Fan von
ihm- bis mir nach etwas
Geschichtsunterricht und kritischer
Lektüre einige Stellen etwas
„aufstießen“.
Also wahr ist wohl, dass Fernau durchaus konservativ - auch im elitären Sinne - war. Seine Abneigung gegen die Masse, seine Sympathie für Persönlichkeiten ist ja evident. Genau das macht aber doch den Reiz der Bücher aus. Aufs Examen sollte man damit nicht lernen. Es sind wirklich keine Geschichtsbücher, sondern subjektive, anspruchsvolle Unterhaltungsbücher.
Gerade weil Fernau so gegen die P.C. (den Begriff kannte er wahrscheinlich gar nicht), Geschichte gegen den Strich bügelt, schätze ich ihn.
Soweit ich weiss, kann
leider nicht mehr sagen, wo ich das
gelesen hab, war Fernau im Zweiten
Weltkrieg in einem NS-Propagandakorps.
Jjjjjjein. Es handelt sich dabei um die Propagandakompanien der Wehrmacht. Jeder Heeresgruppe war eine PK zugeordnet, die mit Film (Wochenschau!), Foto und Text über das Kriegsgeschehen berichtete, aber auch Überläufer beim Feind gewinnen sollte.
Die Hauptperson in Buchheims Boot (im Film Grönemeyer) ist so ein PK-Mann.
Zu Kriegsbeginn wurden zahlreiche Journalisten in diese Einheiten einberufen. Prominenteste Nachkriegsjournalisten aus den PK waren Henri Nannen und Werner Höfer, auf amerikanischer Seite übrigens Stefan Heym.
Nicht, daß er in seinen Büchern klare
rechtsextreme Positionen vertritt, aber
man kann auch durch weglassen einiges
anrichten. Lest daraufhin mal das Kapitel
über Weimarer Republik und Hitler
durch…
Völlig richtig. Aber ich glaube sicher zu sein, dass Fernau nie Nazi war. Vielleicht so ein Typ wie Ernst Jünger. Viel zu intellektuell für die NSDAP oder ihre Ideologie. Und wie sein Preußenbuch beweist, war er noch nicht einmal deutschnational.
Andreas