Reichspräsident - Bundepräsident
Von: , Frage gestellt am Do, 4. Mär 2004
Hallo Historiker,
wieder einmal, wie noch bei jeder Wahl, geistert im Brett Innenpolitik das Gespenst der Direktwahl des BP durch die Lande. So wie im Sommer Loch Ness. Die Gegenargumente sind genannt. Aber eines davon muss doch beleuchtet werden. Die ominösen Weimarer Erfahrungen.
Bitte, was war denn an der Direktwahl des RP so schlimm? An und für sich und im Prinzip gibt es daran nichts auszusetzen. Der entscheidende Punkt, warum sich der Parlamentarische Rat gegen die Direktwahl des BP und gegen Volksentscheide ausgesprochen hat, ist ein grundsätzlicher. Die ganze Macht wird im Parlament gebündelt, kein Präsident kann ihnen aus eigener Legitimation dazwischen funken, sie können sich nicht über den Weg des Volksentscheids aus der Verantwortung stehlen. Sie dürfen und müssen selbst entscheiden.
Soweit die Theorie. Dass sich der Bundestag z.B. im BVerfG oder im Bundesrat doch wieder eine Zuflucht aus dem Entscheidungszwang gesucht hat, steht auf einem anderen Blatt, und müsste im Sinne der GG-Väter korrigiert werden.
Und man sieht mal wieder, dass die "Politker" (die echten und die heißblütigen Diskutanten aus dem entsprechenden Brett) öfter mal wieder bei den Historikern erkundigen sollten.
Andreas
