Termin des osterfestes-geschichte?

Ostern liegt immer am ersten Vollmondtermin im Jahre. Hierzu muß es einen historischen Hintergrund geben, den ich gerne erfahren möchte. Gibt es dazu erklärungen, dei sich nciht auf das christentum beziehen? hate es etwas mti natur (-religioneen) oder dem natürlciehn überleben in der zeit vor dem christentum zu tun . wer kann helfen

Hallo
Ostern war ursprünglich ein germanisches Frühlingsfest, das Fest der Frühlings- oder Lichtgöttin Ostara (altenglisch Eostrae). Gefeiert wurde das Ende des Winters bzw. die Wiederkehr des Lichtes.
Hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen.
Liebe Grüße
Susanne

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Hi heineke,

nicht ganz korrekt, deine Aussage. Nicht der erste Vollmondtermin im Jahr (das wäre Januar) sondern der erste Sonntag, der dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang folgt. Ostern ist also immer erst nach dem 20. März. So wurde das geregelt, nur um einen berechenbaren Termin zu haben.

cu Norbert

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Ostern war ursprünglich ein germanisches
Frühlingsfest, das Fest der Frühlings-
oder Lichtgöttin Ostara (altenglisch
Eostrae).

Das ist vielleicht eine Erklärung, warum Ostern in der deutschen Sprache Ostern heißt. Aber gerade bei Ostern gehen die Ursprünge direkt auf die Auferstehung von Jesus Christus zurück. (Bei Weihnachten ist es nicht so eindeutig.) Und das steht wiederum im Zusammenhang mit dem jüdischen Passsah-Fest, das am 14. Nisan beginnt, also immer bei Vollmond stattfindet.
Nun gab es unterschiedliche Auffassungen in der Urkirche, ob man sich nun am 14. Nisan orientieren sollte, egal auf welchen Wochetag der fällt, oder soll man die Auferstehung am Sonntag feier, der ja in vielen Ländern heute noch deswegen der Tag des Herrn genannt wird. Eine weiter Schwierigkeit waren die Schaltmonate: Zwölf Mondmonate geben zusammen 354 Tage. Man muss also von Zeit zu Zeit einen Schaltmonat einlegen. Ursprünglich richtete man sich nach dem Wetter. Wenn eben Für das Opfer am Passahfest noch nicht genug Gerste gewachsen ist, dann kommt eben erst mal ein Schaltmonat und vier Wochen später kann man dann schön feiern. Das ging gut, solange die Juden auf relativ engen Raum zusammenlebten, in Judäa. Nachdem sich dieses Volk aber in die ganze antike Welt verbreitet hatte (Der verlorene Jüdische Krieg, von dem Josephus Flavius berichtet, ist nur ein Grund dafür.) musste man diesen Feiertag irgendwie synchronisieren. Da zwar das Wetter in verschiedenen Regionen auch unterschiedlich ist, aber der Frühlingsanfang, also die Tag- und Nacht-Gleiche, zuverlässig überall gleich beobachtet werden konnte, orientierte
man sich daran.
Die Christen mussten sich dann auf einer Synode darauf einigen, dass Ostern eben immer an einem Sonntag statt fand. Ich hab leider vergessen, welche Synode das war.
Jetzt war die Regelung aber nicht ganz eindeutig. Was passiert, wenn der Vollmond genau auf Frühlingsanfang fällt?
So um das Jahr 525 wurde der Skythische Mönch Dionysius Exiguus beauftragt eine verbindliche Ostertafel zu erstellen, weil so ein umstrittener Termin bevorstand. Der hat also Tabellen aufgestellt und hat gerechnet (Tabellenkalkulation) Das ganze Osterdatumsrechnerei nannt sich damals übrigens Computistik.
Der Mönch hat nun in seiner Tabellenkalkulation auch eine Spalte angelegt mit der aktuellen Jahreszahl. Damals war die Jahreszählung nach dem Regierungsantritt des Kaisers Diokletian gebräuchlich. Der war aber auch der schlimmste Christenverfolger. Dem Dionysius gefiel es nunu nicht, das der das Datum des christlichen Festes mit Jahreszahlen eines Christenverfolgers berechnen sollte. Er führte kurzerhand eine eigene Zeitrechnung ein und zählte die Jahre nach der Geburt von Jesus Christus.
Bei seiner Computistik mit Tabellenkalkulation hatte er natürlich keinen neuesten Pentium ohne Bugs, sondern er verwendete die Rechnerplattform Papierundbleistift (oder war es Papyrusundfederkiel?) Naja, jedenfalls hat er sich um ein paar Jahre verrechnet bei den Jahreszahlen. Das Osterdatum stimmte aber.

Stefan

Super interessant, dein historischer Exkurs!! Gibt’s dadrüber ein Buch (nicht so sehr aus religiöser oder „die-anfänge-der-tabellenkalkulations“-Sicht sondern aus rein historischer Sicht)?

Ein bisschen vielleicht wie „Die Suche nach der vollkommenen Sprache“ von Eco über die Entwicklung und die Suche nach von mathematischen/kalkulierbaren Sprachberechnungen /-erfindungen und mystischen und modernen Kunstsprachen?

Gibt’s dadrüber ein Buch

„Ostern jedes Jahr anders“ hab ich noch als Titel in Erinnerung. Aber vieles muss man sich aus unterschiedlichen Quellen zusammensuchen.

„Die Suche nach der vollkommenen Sprache“
von Eco

Jetzt weiß ich nicht, was da für ein Zusammenhang besteht. Vielleicht sollte ich das Buch doch mal lesen. Es steht zwar bei mir im Regal, aber es ist eben nicht so spannend, wie der Anme der Rose.

Stefan

Gibt’s dadrüber ein Buch

„Ostern jedes Jahr anders“ hab ich noch
als Titel in Erinnerung. Aber vieles muss
man sich aus unterschiedlichen Quellen
zusammensuchen.

Hm. Ok, schade.

Jetzt weiß ich nicht, was da für ein
Zusammenhang besteht.

Kein direkter. Ist ein (zugegebenermassen etwas schwer lesbares) Sachbuch über alle möglichen Wege und Irrwege der „Sprachwissenschaft“ vom Alterum übers Mittelalter bis hin zur Neuzeit.
Ich dachte, vielleicht gibt es ein Sachbuch über die Entstehungsgeschichte solcher Sachen wie Ostern, der Zeitberechnungswirren, etc.

Vielleicht sollte
ich das Buch doch mal lesen. Es steht
zwar bei mir im Regal, aber es ist eben
nicht so spannend, wie der Anme der Rose.

Nee, siehe oben. Ist ja auch nur ein Sachbuch. Man muss auch schon für Linguistik (oder vielmehr die damit verwandte Geschichte) eine Ader haben. Die Hälfte hab’ ich auch nicht verstanden oder gleich wieder vergessen, weils zu komplex und/oder uninteressant war. *lol
Aber wenn man das gelesen hat und nochdazu ein bisschen Allgemeinwissen über die Zeit und deren magisch/alchemistisch/wissenschaftlichen Anwandlungen, dann weiss man auch wo Ecos „Das Foucaultsche Pendel“ herkommt. DAS widerum fand’ ich seeehr spannend :smile:

Aber gerade bei Ostern gehen die

Ursprünge direkt auf die Auferstehung von
Jesus Christus zurück. (Bei Weihnachten
ist es nicht so eindeutig.) Und das steht
wiederum im Zusammenhang mit dem
jüdischen Passsah-Fest, das am 14. Nisan
beginnt, also immer bei Vollmond
stattfindet.

(…)

Nun gab es unterschiedliche Auffassungen
in der Urkirche, ob man sich nun am 14.
Nisan orientieren sollte, egal auf
welchen Wochetag der fällt, oder soll man
die Auferstehung am Sonntag feier, der ja
in vielen Ländern heute noch deswegen der
Tag des Herrn genannt wird. Eine weiter
Schwierigkeit waren die Schaltmonate:
Zwölf Mondmonate geben zusammen 354 Tage.
Man muss also von Zeit zu Zeit einen
Schaltmonat einlegen. Ursprünglich
richtete man sich nach dem Wetter. Wenn
eben Für das Opfer am Passahfest noch
nicht genug Gerste gewachsen ist, dann
kommt eben erst mal ein Schaltmonat und
vier Wochen später kann man dann schön
feiern.
Die Christen mussten sich dann auf einer
Synode darauf einigen, dass Ostern eben
immer an einem Sonntag statt fand. Ich
hab leider vergessen, welche Synode das
war.
Nun, Ostern liegt in der Nähe des jüdischen Pascha festes, weil Christus am Rüsttag des Paschafestes gekreuzigt wurde und Auferstanden ist.

Ostern wurde also nich eingeführt, um einen heidnischen Festtermin zu übernehmen, wie Weihnachtem, dass es erst seit dem 4. Jahrhundert gibt.
Warum Pascha nun im Frühjahr gefeirt wurde, ist die zweite Frage. Da spielen sicherlich alte Auferstehungsfeste der Vorjüdischen Religionen eine Riolle. Im Frühling wird das Winternede und das "Wiederauferstehen"der Natur gefeiert. So war es in allen Religionen. Die genauen historischen Wurzeln stehen auf einem anderen Blatt. Wer kennt sich in der altägyptischen Religion aus? Gab es dort ein Frühlingsfest? Wann war die Nilüberschwemmung?
Philipp

Warum Pascha nun im Frühjahr gefeirt
wurde, ist die zweite Frage. Da spielen
sicherlich alte Auferstehungsfeste der
Vorjüdischen Religionen eine Riolle. Im
Frühling wird das Winternede und das
"Wiederauferstehen"der Natur gefeiert. So
war es in allen Religionen. Die genauen
historischen Wurzeln stehen auf einem
anderen Blatt. Wer kennt sich in der
altägyptischen Religion aus? Gab es dort
ein Frühlingsfest? Wann war die
Nilüberschwemmung?
Philipp

Das Passah-Fest geht zurück auf den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Die Bibel wimmelt nur so von Stellen, die davon erzählen oder darauf hinweisen. Ein ganzes Buch ist danach benannt: Exodus.

Bei der Fülle von Material wird es, denke ich, schwierig sein den jüdischen Ursprung durch einen anderen zu verdrängen.

Stefan

Lieber Philipp,

die Nilschwemme ist in Ägypten Anfang Juli - wenn bei uns die Hundstage sind. Nach dem heliakischen Aufgang des Sirius = Hundsstern. Dieser Tag wurde in Ägypten gefeiert. Frühlingsfest in unserem Sinne ist mir nicht bekannt - die hatten ja auch keinen Frühling. Die Jahreszeiten sind: Überschwemmung, Aussaat, Ernte.
Ciao, Susanne