Re^3: Deutschland im Vorfeld des I. WK
Hi,
Es wurde von einem östereichischen Gesandten die Bitte an Deutschland
herangetragen, Waffenhilfe zu leisten. Man kann meiner Meinung nach
nicht von einem Drängen sprechen.
Man darf die allgeimeine Situation in Europa nicht außer Acht lassen.
Es gab zwei größe Blöcke. Zum einen die "Tripel-Entente" mit
Großbritanien, Frankreich und Rußland.
Der Gegenpart war der "Dreibund" mit Deutschland, Östereich und
Italien.
Italen wird sich in Folge des Kriegsbeginnes aus dem lösen, kann also
für diese Diskussion außer Acht gelassen werden.
Wenn man sich zuerst der Tripel-Entente zuwendet kann man erkennen,
dass es bei weitem genug Gründe gibt, sich auf einen Krieg
einzulassen.
Frankreich will die Schmach um Elsass-Lothringen bereinigen, nachdem
das Gebiet in Folge des dt-frz. Krieges(1870/71) an das Reich
abgegeben werden musste.
Rußland sehnt sich nach einer Wiedergutmachung nach der demütigenden
Niederlage gegen Japan 1905. Rußland hat seine große Stellung in
Europa dadurch eingebüßt.
Zwischen Östereich und Rußland war die Lage schon seit längerem
angespannt, weil Östereich-Ungarn daran interssiert waren, Rußland
nicht die Führerrolle auf dem Balkan zu lassen.
Für Großbritanien galt es zu verhindern, dass in Eurpoa ein Staat
eine allein-führende Rolle annimmt.
Deutschland konnte in den letzten Jahren einnen enormen Aufstieg
verzeichnen. Man war dabei die Vormachstellung in Europa einzunehmen,
und das trotz einem im Vergleich zu Großbritannien, sehr
zurückhaltendem Koloniebestreben.
Es war mit Sicherheit eine ungünstige Situation, dass Deutschland,
als vermeintlich stärkste Kraft Europas mit der schwächsten,
Östereich-Ungarn im Bündnis stand, so war es aber nun mal.
Reichskanzler Fürst von Bülow erklärte 1909 im Reichstag, dass
Deutschland den Habsburgern ewig zur Seite stehen
werden.(Nibelungentreue).
Der Balkan war für Deutschland zu der Zeit in keinster Weise von
großer Bedeutung. Ein Krieg auf dem gebiet hätte für Deutschland
keine Vorteile, mehr Gefahren bedeutet.
Bismarck sagte noch, dass der Balkan nicht einen Knochen eines
pommerschen Grenadiers wert sei.(Nicht das Orginalzitat, aber
sinngemäß stimmt es)
gruß
Matthias