Was waren die Ziele der RAF ?

Von: , Frage gestellt am Di, 25. Jan 2005

Hallo,
als ausländische Person mit 81er-Jahrgang, möchte ich mal fragen, was denn diese RAF überhaupt für (politische) Ziele verfolgten ?

Ich denke mal irgendwas Linkes...

8 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
      Ulrike Mainhof

      war eine treibende Kraft und sie hatte auch moralische Ziele

      • Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
        Re: Ulrike Mainhof

        war eine treibende Kraft und sie hatte auch moralische Ziele
        Interessante Moral Leute zu entführen und umzubringen.

        • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
          Re^2: Ulrike Mainhof

          Moin Roger, Interessante Moral Leute zu entführen und umzubringen.
          bevor Du solche Argumente bringst, solltest Du ein wenig die Geschichte der Leute anschauen, dann verstehtst Du auch die ursprüngliche Aussage.
          Der spätere Weg der RAF ist für mich übrigens auch verwerflich!

          Gandalf

      • Antwort von nach 18 Stunden 1 hilfreich
        Ulrike Meinhof

        Ulrike Meinhof schrieb sie sich. Mit "e".

  1. Antwort von nach 22 Stunden 3 hilfreich
    Re: Was waren die Ziele der RAF ?

    Hallo Roger,

    ein paar Literaturhinweise hierzu - gänzlich unsystematisch, aber vielleicht zu ein wenig Illustration geeignet:

    Ulrike Marie Meinhof, "Die Würde des Menschen ist antastbar" - Polemiken, hauptsächlich aus ihrer journalistischen Tätigkeit für die Zeitschrift "konkret".

    Ulrike Marie Meinhof, "Bambule - Fürsorge - Sorge für wen?" - Manuskript zu einem wohl 1974 ausgestrahlten Fernsehfilm.

    Aus der viel weniger theoriefreudigen Nachbarschaft zur RAF, dem "2. Juni": Bommi Baumann, "Wie alles anfing".

    Aus einem anderen politischen Lager, aber - von heute aus gesehen - überraschender persönlicher Nähe:
    Heinrich Albertz, "Blumen für Stukenbrock"

    Und noch ein anderer Blickwinkel, mit ziemlich viel zeitgenössischem Material: Fritz Erik Hoevels (Hg.), "30 Jahre Ketzer".

    Und der Blick über den Zaun eines Niederländers, betreffend das Ende: Pieter Bakker Schut, "Stammheim".


    Schöne Grüße



    MM

  2. Antwort von nach einem Tag 4 hilfreich
    Re: Was waren die Ziele der RAF ?

    Was heißt: Die Konflikte auf die Spitze treiben? Das heißt: Sich nicht abschlachten lassen. Deshalb bauen wir die Rote Armee auf. Hinter den Eltern stehen die Lehrer, das Jugendamt, die Polizei. Hinter dem Vorarbeiter steht der Meister, das Personalbüro, der Werkschutz, die Fürsorge, die Polizei. Hinter dem Hauswart steht der Verwalter, der Hausbesitzer, der Gerichtsvollzieher, die Räumungsklage, die Polizei. Was die Schweine mit Zensuren, Entlassungen, Kündigungen, mit Kuckuck und Schlagstock schaffen, schaffen sie damit. Klar, daß sie zur Dienstpistole greifen, zu Tränengas, Handgranaten und MPs, klar, daß sie die Mittel eskalieren, wenn sie anders nicht weiterkommen. Klar, daß die GIs in Vietnam auf Guerilla-Taktik umgeschult wurden, die Green-Berretts auf Folterkurs gebracht. Na und? Klar, daß der Strafvollzug für Politische verschärft wird.

    Ihr habt klarzumachen, daß das sozialdemokratischer Dreck ist, zu behaupten, der Imperialismus samt allen Neubauers und Westmorelands, Bonn, Senat, Landesjugendamt und Bezirksämtern, der ganze Schweinkram ließe sich unterwandern, nasführen, überrumpeln, einschüchtern, kampflos abschaffen. Macht das klar, daß die Revolution kein Osterspaziergang sein wird. Daß die Schweine die Mittel natürlich so weit eskalieren werden, wie sie können, aber auch nicht weiter. Um die Konflikte auf die Spitze treiben zu können, bauen wir die Rote Armee auf.

    (Gudrun Ensslin 1970)

    Die Bildung der RAF 1970 hatte in der Tat spontaneistischen Charakter. Die Genossen, die sich ihr anschlossen, sahen darin die einzige wirkliche Möglichkeit, ihre revolutionäre Pflicht zu erfüllen. Angeekelt von den Reproduktionsbedingungen, die sie im System vorfanden, der totalen Vermarktung und absoluten Verlogenheit in allen Bereichen des Überbaus, zutiefst entmutigt von den Aktionen der Studentenbewegung und der APO hielten sie es für nötig, die Idee des bewaffneten Kampfes zu propagieren. Nicht weil sie so blind waren, zu glauben, sie könnten diese Initiative bis zum Sieg der Revolution in Deutschland durchhalten, nicht weil sie sich einbildeten, sie könnten nicht erschossen und nicht verhaftet werden. Nicht weil sie die Situation so falsch einschätzten, die Massen würden sich auf ein solches Signal hin einfach erheben. Es ging darum, den ganzen Erkenntnisstand der Bewegung von 1967/68 historisch zu retten; es ging darum, den Kampf nicht mehr abreißen zu lassen.
    (Ulrike Meinhof 1975)

    http://www.rafinfo.de/index.php

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