Neues vom Keltenerbe

Von: , Frage gestellt am So, 27. Feb 2005

Vom nahen Osten bis nach Finnland-
Mit Hilfe der keltischen Restsprache kann man feststellen,
das Kelten im gesamten europäischen Raum verbreitet waren.
Ihre Spachspuren finden sich sogar im Aramäischen.
Waren die Ur-Germanen Kelten?

Meinungen dazu erwartet

G.J.Richter
www.iudex-geri.de

22 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Neues vom Keltenerbe

    Waren die Ur-Germanen Kelten?
    Nach einigen Wissenschaftler ist der Unterschied Kelten/Germanen erst durch Cäsars Darstellung aufgekommen.

    Die Hallstatt-Kultut, die La-Tène-Leute sind meines Erachtens gemeinsame Vorfahren der Germanen und der Kelten.

    Die Unterschiede zwischen ihnen scheinen mir nicht besonders groß zu sein.

    Ich meine, dass sich heute zwischen Schweizern und Österreichern und Deutschen größere Unterschiede festmachen lassen.

    Fritz

    • Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Neues vom Keltenerbe

      die urgermanen waren ganz sicher keine kelten!!!

      bei den kelten und frühen germanen handelt es sich auch nicht um völker.
      es handelt sich hier um unterschiedliche stämme zweierlei ethnischer identität.
      es ist richtig, daß cäsar die unterschiedlichsten stämme von kelten und germanen erstmals bezeichnet hat. dies oft willkürlich, manchmal falsch und oft unklar.
      der archäologie heute fällt es allein auf grund der vorliegenden sachkulturen leicht nach germanen und kelten zu unterscheiden.
      kelten waren auch nicht im gesamten europäischen raum verbreitet.
      ihr ursprüngliches siedlungsgebiet liegt in österreich süddeutschland und böhmen.
      siedlungsgebiete früher germanen liegen im norden. an der nordseeküste und in dänemark.
      es ist umstritten ab welchem zeitpunkt von kelten und auf jeden fall zu einem viel späteren zeitpunkt von germanen gesprochen werden kann.

      selbstverständlich gab es später vermischungen zwischen germanen und kelten, dieses auch mit drittvölkern. spuren der kelten findet man natürlich in einem weitaus größerem kreis.

      die hallstatt-kultur und auch die la-tene-kultur sind klar und
      unmißverständlich keltische kulturen.

      innerhalb der wissenschaft gibt es diskussionen, welche die hallstattkultur noch nicht als keltische kultur ansehen wollen und sie mehr noch der urnenfelderkultur zuordnen.
      mit allerbestem gruß max

      • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Neues vom Keltenerbe


        In seinem jüngsten Buch "Kolumbus kam als Letzter" stellt Hans-Joachim Zillmer http://www.zillmer.com/ - in gewohnt bilderstürmerischer Manier - noch weitergehende Hypothesen auf, er sieht keltische Einflüsse bei Etruskern, Wikingern, selbst indianischen Ureinwohnern usw. und "die Kelten" überhaupt als Träger der indoarischen Ursprungskultur. In einem Aufwaschen streicht er übrigens auch die Römer aus der Geschichte - die hätte es gar nie gegeben, wären in Wirklichkeit nur "weltläufige" Griechen.
        Mit vielen, oft reichlich unfundierten Thesen schießt er freilich weit übers Ziel hinaus, insgesamt aber recht interessant zu lesen, find ich.

        ISBN 3784429521 [Buch anschauen]

        • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
          ZILLMER

          AAAARGH
          Der Sintflut-Zillmer?
          Der Creationismus-Zillmer?
          Der "Irrtümer der Erdgeschichte"-Zillmer?

          Irgendwie find ich ihn ja putzig!
          Er hat schlichtwegs keinen blassen Dunst von dem, was er schreibt.

          Gruß
          Mike

          • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
            Re: ZILLMER

            AAAARGH
            Der "Irrtümer der Erdgeschichte"-Zillmer?
            Genau, der "Dinos und Menschen lebten gleichzeitig"-Zillmer. (deshalb der Link auf seine Homepage, damit sich jeder ein Bild machen kann, aus welcher Ecke das kommt)
            Ich lese ihn trotzdem, weniger wegen seiner teils abenteuerlichen Thesen, sondern vorrangig weils oft witzig ist wenn er demonstriert: wie leicht sich bei näherer Betrachtung viele als unumstößlich anerkannte schulwissenschaftliche Dogmen als nichts weiter wie unreflektierter Blödsinn oder empirisch völlig haltlose Spekulation herausstellen. (unabhängig davon, ob man Zillmers eigenen Hypothesen nicht genauso skeptisch gegenüberstehen mag)
            Jedenfalls zeigt er dass man nicht alles unwidersprochen schlucken muss, auch wenns einem von der Schulwissenschaft als gesicherte Tatsachen vorgesetzt wird.
            Zum Beispiel stammen die meisten historischen Belege, auf die sich etwa unser Wissen über das Mittelalter stützt, aus den Archiven der katholischen Amtskirche zur Renaissance-Zeit. Und Zillmer ist ja nicht der einzige, der nicht ausnahmslos alles als unwiderlegbare historische Wahrheit fressen will, was uns die Kirche seit den letzten paar hundert Jahren gern verfüttern möchte.

            • Antwort von nach 22 Stunden 1 hilfreich
              Re^2: ZILLMER

              Servus Michael

              Das "problem" bei Zillmer liegt darin, dass er schlichtwegs nicht verstanden hat, wie wissenschaftliches Arbeiten geht. (das ist übrigens nicht auf die naturwissenschaften beschränkt)
              In der Wissenschaft gibt es kein Dogma!
              Der Friedhof der Wissenschaften ist voller "letzter Wahrheiten".
              Dumm nur, dass Zillmer dieses nimmt und darauf auf eine Generelles Versagen der wissenschaftlichen Arbeitsweise schliest (das ist die implizite Kernaussage seiner Werke)

              Eben dieses permanente Versenken der "Schulweisheiten" ist ja ein Zeichen dafür, dass es ein funktionierendes Wissenschaftssystem gibt. (Ich war da mal nicht ganz unbeteiligt, eine kleine "letzte Wahrheit" zur letzten Ruhe zu betten)
              Aber wer versucht "Dogmen" auszuräumen, sollte sich erst mal wirklich mit der Grundlage der Materie auskennen. Dazu muss man nicht unbedingt dieses Fach studiert haben (Wobei es sich bei Kosmologie und Hochenergiephysik doch anbietet). Aber man sollte die Argumente des Gegners kennen, verstehen (!), und sich damit auseinandersetzen.

              das fehlt bei Zillmer vollständig.
              Seine Werke sind durch die Bank eloquenter Nonsense

              Gruß
              Mike

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Erkältete Kelten?

              Hallöle, Michaele und Kelteninteressierte!
              Ich hatte ja schon ein (nisher nicht gewürdigtes) Privat Mail geschrieben, zB zur Beteiligung von Kelten (was immer das für ein "fahrendes Volk" gewesen ist)am Aufbau von Ankara.
              Bisher nur hämisch beantwortet worden ist mein bloßes Nebeneinanderstellen der Begriffe/Namen gegenüber amtlichen
              "Keltologen" (A. Demandt v.a.: "...":
              "Kelten"/(ke)Latiner/(k)Hellenen. Aber einiges aus diesem thread
              hier regt mich an dies hier zu wiederholen.
              Auch hierzu wurde im thread ja ähnliches angedeutet:
              Kennst Ihr Bernal?
              "Die grundlegenden Herausforderungen, die an eine wissenschaftliche Disziplin gestellt werden, kommen häufig von außerhalb. Normalerweise werden Studenten ganz allmählich an ihr Gebiet herangeführt, so wie an Geheimnisse, die sich langsam lüften. Wenn sie dann endlich in der Lage sind, ihren Wissenszweig als ganzes zu betrachten, sind sie inzwischen so durchdrungen von den herkömmlichen Lehrmeinungen und Vorurteilen, daß es ihnen wohl kaum möglich sein wird, dessen grundlegende Voraussetzungen in Frage zu stellen."
              Zitat von Martin Bernal, 1987, auf S. 57 in "Atlantis" von Eberhard Zangger.
              Natürlich könnte man das auch als Ausrede gebrauchen. Und hält mir das hier im w-w-w vor ("mir" als "Dilda": okay, ich bin "dildasch", nämlich ein "Gleichsprachiger" [türkisch].
              Da fällt mir ein: türkisch `kilik = Kleidung. (kiliç = Säbel)
              (mit dem trk. "kastrierten" i)

              Liebe Krüßße aus dem Konstitut für Experimentalhistorik
              Ciao, baci, Kuddel

              Pst: die Alten Römer mokierten sich mit Käsar immer über gleichviel Kelten wie Germanen, "die schlafen auf Stroh!"
              Dabei kommt das romanische "letto/lit/lecho(span. Flußbett) vom lateinischen `lictus´= Stroh oder so. "aus dem Lateinischen"? Und wo haben "die" das her?
              Und die "Kelten zogen immer nur nackt in den Krieg!"
              Na, viel angezogen hatten die Römer aber auch nicht!
              Vielleichtz haben sogar "die Kelten" das angezogene Kämpfen erfunden?Erkältete Kelten?
              Lieber Krüßße, moin, Kuddel

      • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Neues vom Keltenerbe

        ihr ursprüngliches siedlungsgebiet liegt in österreich
        süddeutschland und böhmen.
        Dazu gibt es ein recht informatives Buch von Georg Rohrecker "Die Kelten Österreichs" - Auf den Spuren unseres versteckten Erbes
        ISBN 3-85431-317-9 [Buch anschauen]
        Rohrecker weist darin förmlich nach, wie sehr das Christentum die keltischen Bräuche absorbiert hat, incl. der sog. "Heiligen".
        Nicht nur interessant, auch amüsant zu lesen!

        Helene

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Neues vom Keltenerbe

        Klingt gut fundiert, was du da vorträgst, lieber max,

        aber wirkliche Belege für die völlige Verschiedenheit zwischen
        Germanen und Kelten sind das natürlich nicht.

        Wenn die einen an der Nordsee, die anderen im Alpenvorland
        siedelten, was sie aber auch nicht ausschließlich taten, so
        kann man immer noch fragen, wo waren beide vorher, woher kamen
        beide. Von den Bäumen werden sie ja nicht gepurzelt sein. ;-)

        Ich lese und höre die Beschreibung der Leute, der Körper, der
        Körpergröße, der Haartrachten, der Kleider, der
        Ackerbaukultur, der Waffen, der Kampfesweise, der Sitten und
        Gebräuche, der Gesellschaftsstrukturen, und da klingt das doch
        recht ähnlich.

        Aber ich war nicht dabei und bin auch kein richtiger Fachmann
        in diesen Dingen; hab nur ein paar Bücher dazu gelesen, einige
        Ausstellungen und Ausgrabungsstätten besucht - erst kürzlich
        wieder den Hochdorfer Keltenfürsten, weil beim ersten Mal die
        besten Stücke auf Tournee waren.

        Gruß Fritz



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