Re^4: geschichte von titanic
Hi!
Mit ein bisschen Nachdenken kommt man hier der Sache schon
etwas näher. Angenommen, es wäre wirklich Versicherungsbetrug
gewesen, wie hätte der laufen sollen? In Southhampton steigen
dreieinhalbtausend Passagiere auf ein Schiff, das ganz
offensichtlich die Titanic ist. In New York kommen nur noch
die Hälfte der Passagiere an, die andere Hälfte ist also
zumindest mal verschollen - anzunehmen ist, dass da nicht fast
2000 Leute die Gelegenheit wahrgenommen haben, sich Ihrer
Vergangeheit (und z.B. im Falle von Louis Astor auch seiner
Milliarden) zu entledigen.
Weiters kommt auch das Schiff nie in New York an. Das Schiff
ist aber nicht gesunken, vielmehr hat man die Passagiere (auf
hoher See) auf ein anderes Schiff verfrachtet und mit diesem
dann absaufen lassen. Die Toten sind vermutlich diejenigen
Passagiere, die sich weigerten an diesem grossangelegten
Versicherungsbetrug mitzumachen, alle anderen haben bis zu
Ihrem Tod geschwiegen...
Der Sinn der Aktion war, das Geld, das man soeben für den Bau
eines Schiffes ausgegeben hatte, wieder zurückzubekommen. Im
Gegenzug hat man immer noch das Schiff, allerdings mit einem
gravierenden Nachteil: Man kann es nicht mehr einsetzen um
Geld zu verdienen, sondern muss es irgendwo verstecken... Das
ist offensichtlich eher blöd. Diese Erklärung war's wohl eher
nicht.
Dann vielleicht diese hier: Die Titanic war eine völlige
Fehlkonstruktion und hätte nur Verluste eingefahren. Klingt
schon besser: Wenigstens hat die White Star Line die Baukosten
zurück und muss auch keine weiteren Verluste in Kauf nehmen
(abgesehen natürlich von der Tatsache, dass der Ruf der Linie
irreparabel geschädigt war, aber sonst gab's damit keine
Probleme mehr). Ach ja, die Kosten für das versenkte Schiff
sind natürlich noch aus eigener Tasche zu bezahlen. Dumm
eigentlich, hätte man gleich die Titanic selbst versenkt hätte
man bei gleichen Einnahmen weníger Kosten gehabt...
Vielleicht hat ja jemand noch eine bessere Idee (oder mehr
kriminelle Energie als ich ;-))
Nette Ideen, aber die Geschichte um den Versicherungsbetrug beim Untergang der Titanic geht etwas anders:
Die "White Star Line", der die Titanic gehörte, befand sich 1912 in üblen Finanznöten. Grund dafür war der kostenintensive Bau der Titanic sowie der Ausfall des älteren Schwesterschiffes der Titanic, die Olympic. Dieses Schiff war 1911 vom britischen Kreuzer HMS Hawke in der Bucht vor Southampton gerammt worden (auf der Hawke hatte es einen Ruderschaden gegeben). Die nachfolgende Untersuchung durch die Royal Navy schob die Schuld fälschlicherweise der Olympic zu. Angeblich hätte der Lotse an Bord der Olympic einen Navigationsfehler begangen. Die Reederei klagte auf Schadenersatz gegen die britische Marine, verlor aber alle Prozesse bis in die oberste Instanz.
Die Olympic wurde in Southampton notdürftig zusammengeflickt und nach Belfast verbracht, weil es dort die einzigen Docks gab, die ein Schiff von der Größe der Olympic aufnehmen konnte.
Damit fiel die Olympic als Einnahmequelle für die White Star Line aus. Außerdem zogen die Reparaturen Arbeitskräfte ab, die für die Fertigstellung der Titanic, die gerade in Belfast gebaut wurde, dringend benötigt wurde. Die Jungfernfahrt der Titanic musste so um einen Monat verschoben werden. Teilweise wurden Bauteile von der Titanic ab- und bei der Olympic wieder anmontiert.
Im Februar 1912 befand sich die Olympic auf der Fahrt von New York nach Southampton, als sie östlich von Neufundland mit einem unter Wasser treibenden Gegenstand kollidierte. Der Backbordschraube (Gewicht 26 Tonnen) wurde eines ihrere drei Blätter abgerissen. Obwohl die Olympic ohne ihre Backbordschraube fahren musste, erreichte sie zeitgerecht ihr Ziel. Die unverändert hohe Fahrt des Schiffes dürfte eine enorme Belastung für Antriebswelle und Heck des Schiffes gewesen sein. Erneut musste die Olympic nach Belfast in die Werft. Die nächste Überfahrt nach Amerika wurde abgesagt. Im März 1912 lagen Olympic und Titanic nebeneinander in den Docks.
Und hier beginnt das Gerücht um den Versicherungsbetrug.
Die Olympic sollte eine neue Schraube erhalten, eine Arbeit von einem Tag. Allerdings blieb die Olympic fast eine Woche in der Werft. Es wird vermutet, daß die Olympic durch die Fahrt ohne Backbordschraube strukturellen Schaden am Heck erlitten hat. So ist es durchaus denkbar, daß die Verantwortlichen auf die Idee kamen, einfach die Namen der beiden Schwesterschiffe auszutauschen, eine intakte Titanic als Olympic über den Nordatlantik zu schicken und die wahre Olympic als Titanic zu reparieren. Alles, was ausgetauscht werden mußte, waren die Namen am Bug und am Heck sowie die Kennzeichnungen auf Rettungsbooten und Rettungsringen (so wird berichtet, daß beim Untergang des Schiffes zwar massenhaft Liegestühle ins Wasser geworfen wurden, aber kein Rettungsring). Alle anderen Dinge an Bord, etwa Geschirr, Besteck, Tischtücher, Schiffsglocken, Ruderstände usw. waren standardisiert und nur mit dem Namen der Reederei gekennzeichnet.
Das Schiff, das als Titanic unterging, erlitt auf der Fahrt von Belfast nach Southampten im April 1912 einen Brand im Bunker Nr. 10. Statt den Schaden in Southampten zu reparieren, wurden zusätzliche Besatzungsmitglieder angeheuert, um den Ausfall zu kompensieren. Außerdem stellten Passagiere fest, daß das Schiff bei ruhiger See eine leichte Neigung nach Backbord aufwies. Dies könnte als Symptom für den Schraubenschaden der Olympic mit Schwächung des Hecks auf der Backbordseite gesehen werden.
Der eigentliche Eigentümer der (echten) Titanic war der amerikanische Bänker J.P.Morgan. Ursprünglich hatte Morgan seine Teilnahme an der Jungfernfahrt der Titanic fest zugesagt. Unmittelbar vor Abfahrt der Titanic stornierte Morgan die Reise aus gesundheitlichen Gründen, war aber gesund genug, um eine Kreuzfahrt auf dem Nil und eine Reise von Rom über Florenz nach Aix-les-Bains zu unternehmen. Auch einige andere Kapitaleigner an der Titanic sagten unmittelbar vor Abfahrt die Reise ab.
Es gibt noch eine Reihe anderer Ungereimtheiten:
Auf der Fahrt von Belfast nach Southampton war ein Fernglas fest im Mastausguck vorhanden - nach der Abfahrt aus Southampton war das Fernglas verschwunden.
Der neu an Bord gekommene Leitende Offizier Henry Wilde schrieb seiner Frau in einem Brief, er könne sich noch immer nicht an das Schiff gewöhnen (wieso schreibt er "noch immer nicht" über ein Schiff, das er vorher nie betreten hatte?).
Kurz vor der Jungfernfahrt wurde die Titanic in der Werft in Belfast maasiv im Überbau verändert, was ihr Aussehen dem des Schwesterschiffes Olympic noch ähnlicher machte.
Warum versuchten einige Heizer mit allen Mitteln das Schiff vor Abfahrt aus Southampton zu verlassen?
Die Frage ist: Fuhr ein falsches, für die Überfahrt über den Nordatlantik untaugliches Schiff von Southampton nach New York? Waren Fahrlässigkeit und Geldnot der Werft hauptverantwortlich für den Untergang? Riskierte die Reederei bewußt den Verlust eines ihrer Passagierschiffe?
Grüße
Heinrich