Vortrag HEUTE in Lorsch?

Von: , Frage gestellt am Sa, 25. Sep 1999

Hallo Leute,

habe gehört, daß heute in Lorsch ein Vortrag stattfinden soll über angeblich 300 fehlende Jahr in der Geschichtsschreibung.
Es muß zwischen ca. 700 und 1000 gewesen sein, weil irgendein einflußreicher Mann damals die Jahrtausendwende miterleben wollte.

Weiß jemand näheres?
Wann heute? Wo in Lorsch?

Danke vorab!
Jochen

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    gefunden

    gefunden

    heute, 19:30 Uhr
    Lorsch, Museumszentrum, bei Königshalle

    Eintritt 10,- DM (ermäßigt 5,-)
    kein Vorverkauf
    Saalkapazität ca. 120 Personen
    großer Andrang erwartet.

    Angaben ohne Gewähr (habe mit Museumszentrum telefoniert)

    Gruß
    Jochen

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      bericht bitte

      erzähl mal auf jeden fall näheres über diese theorie, wenn du den vorttrag gesehen hast.

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        ich war da

        erzähl mal auf jeden fall näheres über
        diese theorie, wenn du den vorttrag
        gesehen hast.
        Vortrag von Herrn Dr. Illig

        Es gibt verschiedene Anhaltspunkte dafür, daß gewisse Entwicklungen (z.B. Architektur) sich im Abstand von ca 300 Jahren während des frühen Mittelalters zweimal vollzogen haben. Dieser und andere Gründe veranlassen den Redner zu der These, daß dieser Zeitabschnitt nicht stattgefunden haben soll.

        Es war ein Vortrag mit anschließender Diskussion. Von 4 geladenen Fachleuten, die Hern Dr Illig widersprechen wollten, war einer anwesend. Dieser sowie Fachleute aus dem Publikum stellten dem Redner verschieden Detailfragen, mit denen sie Ihn "aus der Bahn werfen" wollten. Er hatte allerdings auf alle Fragen eine passende Antwort.

        Für mich als Laie in Sachen Geschichte waren natürlich viele Aspekte nicht nachvollziehbar, weil neu. Trotzdem konnte mir Dr. Illig den Eindruck vermitteln, daß er recht genau recherchiert hat.

        Stutzig mach mich allerdings die Schlußfolgerung: Karl den Großen nennt er "Karl den Fiktiven". Ob es z.B. die Karolinger überhaupt gegeben hat, weiß ich seit gestern abend nicht mehr. Wenn man dann andere Kulturen dieser Zeit synchronisiert oder die bisherige Synchronisierung in Frage stellt, führt das unter Umständen dazu, daß nicht nur die europäische Geschichte total überarbeitet werden muß; es könnte sich auf die ganze Welt auswirken. Dieser Aspekt zeigt den Mut, der dazu gehört, diese These zu vertreten. ;-)

        Richtige Details kann ich hier nicht bringen. Bei mir als Laie wäre das Risiko von Mißverständnissen und daraus evtl. abzuleitenden Verleumdungsverdachten zu groß.

        Auf jeden Fall gibt es von Dr. Illig Literatur, die in einschlägigen Katalogen zu finden sein dürfte. Ich kann mich noch an (mindestens) ein Buch erinnern und an eine Zeitschrift, was von Dr Illig verlegt wird.

        Er selbst ist sich seiner großen Gegerschaft so weit bewußt, daß er bei der Planung der Veranstaltung mit einem zwinkernden Auge um Schutzvorrichtungen gegen Tomaten und faule Eier gebeten haben soll.

        Die Tatsache, daß jemand solch gewagte Thesen aufstellen und öffentlich vertreten kann, ohne gleich stichhaltig widerlegt zu werden, zeigt mir allerdings, daß Geschichtsforschung nicht sooooo gesichert ist, wie man mir in der Schule vermittelt hat. Ähnliche Schlußfolgerungen über die Zuverlässigkeit von Geschichtsbüchern konnte ich auch aus persönlichen Gesprächen mit einem Archäologen ziehen, der mir einiges über Nachteile der C14-Methode erklärt hat.

        Insgesamt verstärkt sich bei mir die Meinung, daß die Uneinigkeit unter Kapazitäzen dieser Disziplin das Vertrauen in die Fachleute nicht unbedingt stärkt. Dieser Effekt ist allerdings nicht auf diese Disziplin beschränkt!

        Am Beispiel Illig kann man auch sehen, daß nach entsprechender Einarbeitung ein Angriff auf "Axiome" (wie z.B. Karl den Großen) nicht unmitelbar widerlegbar scheint, was die Axiomität dieser "Axiome" in Zweifel stellt.

        Wenn ich dies auf die Zuverlässigkeit von "erwiesenen Tatsachen" anderer Disziplinen extrapoliere, muß ich zwangsläufig an eine Aussage denken, in in der Bibel an verschiedenen Stellen steht. Schlage mal nach unter:
        - Hiob 12:17
        - Jesaja 44:25
        - Matthäus 11:25
        - Lukas 10:21
        - Apostelgeschichte 28:26
        - Römer 1:22
        - 1. Korinther 1:19-20
        - 1. Korinther 1:27
        - 1. Korinther 3:19-20

        Das Fazit der Bibel zu diesem Thema findet man unter:
        - Psalm 8:2
        - Psalm 19:7
        - Jeremia 8:9
        - Matthäus 21:16

        An den Diskussionen der "Weisen dieser Welt" erkennt man also ganz deutlich, daß die Bibel auch heute noch recht hat und keineswegs veraltet ist.

        Gruß
        Jochen

  2. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    war auch da

    Hi !
    Das Buch, welches Inhalt dieses Vortrages und der anschließenden "Diskussion" war, heißt:
    Heribert Illig: Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte, Econ-Verlag

    Ganz genau handelt es sich hier um die Zeit von 614-911 die aufgrund eines Fehlers in der Zeitrechnung und wegen mangelnder historischer Originalquellen und Zeugnisse zu streichen wäre.
    Der Vortrag war spannend, auch für Skeptiker
    Zumindest konnte Illig den Zuhörern klar machen, daß unser Geschichtskonstrukt voller Lücken ist und einer Nacharbeitung bedarf.
    Ciao,
    Y

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re: war auch da

      Hi !
      Das Buch, welches Inhalt dieses Vortrages
      und der anschließenden "Diskussion" war,
      heißt:
      Heribert Illig: Das erfundene
      Mittelalter. Die größte Zeitfälschung
      der Geschichte, Econ-Verlag
      mhm. kennst du auch die isbn-nr? Ganz genau handelt es sich hier um die
      Zeit von 614-911 die aufgrund eines
      Fehlers in der Zeitrechnung und wegen
      mangelnder historischer Originalquellen
      und Zeugnisse zu streichen wäre.
      Der Vortrag war spannend, auch für
      Skeptiker
      Zumindest konnte Illig den Zuhörern klar
      machen, daß unser Geschichtskonstrukt
      voller Lücken ist und einer Nacharbeitung
      bedarf.
      klingt echt interessant. ich hoffe, der kommt auch mal bei uns vorbei.

      ciao

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