Griech. Mythologie-Achilleus

Von: , Frage gestellt am Mi, 1. Jun 2005

Hallo.

Hhm, wo gehören eigentlich Fragen die Mythologie betreffend hin? Naja, ich hoffe ich bin hier richtig.

Die Frage lautet: War Achilles der Prinz von Thessalien oder von Phthia?

Kurz zum Hintergrund meiner Frage: Ich habe neulich "Troja" gesehen und in der ersten Szene soll Achilles eine Schlacht zwischen Agamemnon und dem König von Thessalien in einem Zweikampf entscheiden. Soweit so gut. Nun behauptet aber ein Freund von mir, dass das Quatsch ist, denn Achilles sei der Prinz von Thessalien und würde demnach gegen seinen Vater, seines zeichen König von Thessalien, zu Felde ziehen. Ich wiederum behaupte, dass Achilles der Prinz von Phthia ist, denn sein Vater Peleus ist der König von Phthia (was allerdings in Thessalien liegt). So bestünde kein Widerspruch in der Tatsache, dass Achilles gegen den König von Thessalien kämpft.
Wer hat nun recht.

Für eine fundierte Aussage wäre ich dankbar.

mfg Dirk

18 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 56 Minuten 1 hilfreich
    Re: Griech. Mythologie-Achilleus

    Hallo, Saruman,
    Phthia liegt im südlichen Thessalien.
    Bei Achilleus' Streit mit Agamemmnon ging es um die Kriegsbeute, das Mädchen Briseis, die eigentlich Achilleus erbeutet hatte, ihm aber von Agamemmnon weggenommen wurde. Achilleus schmollte deshalb und weigerte sich, weiter unter Agamemmnons Befehl am Krieg teilzunehmen.
    Von einem Kampf zwischen den beiden habe ich nichts gelesen, wohl aber von einem Streit.
    Dieser wurde schließlich beigelegt, als Agamemmnon Briseis zurückgab und Achilleus es seinem Freund Patroklos gestattete mit seiner Rüstung in den Kampf gegen die Troer zu ziehen, wobei jener ums Leben kam.

    Kann man alles bei Homer, Ilias nachlesen :-)
    Grüße
    Eckard

  2. Antwort von nach 10 Stunden 1 hilfreich
    Re: Griech. Mythologie-Achilleus

    Hallo !

    Hollywood!!!!


    Achilles. (Gr. M.) Der Held der Ilias, Sohn der Thetis und des Königs Peleus Fig. 2, Fig. 3, Fig. 4. Die Göttin tauchte ihn in die Styx, um ihn unverwundbar zu machen, aber die Ferse, an welcher sie den Knaben hielt, ward nicht benetzt und blieb somit verwundbar. Der Centaur Chiron war sein Lehrer, und Phönix unterrichtete ihn in der Heilkunde, der Musik und im Reiten. Als der trojanische Krieg ausbrach, sollte er daran Theil nehmen, weil der Seher Calchas verkündet hatte, dass ohne ihn Troja nicht erobert werden könnte. Thetis wusste, dass er dort seinen Tod finden würde, und verbarg ihn in Mädchenkleidern an dem Hofe des Königs Lycomedes auf der Insel Scyros, woselbst er unter dem Namen Pyrrha mit den Töchtern dieses Königs erzogen wurde, und mit einer derselben, Deïdamia, den Pyrrhus erzeugte. Ulysses aber entdeckte den Verborgenen. Er war als Kaufmann an den Hof gekommen, und bot den Mädchen Schmuck und Waffen an. A. griff nach dem Schwert, ward daran von dem schlauen Ithaker erkannt und zur Theilnahme an dem Kampfe beredet. Seine Thaten füllen die Bücher der Ilias, in welchen er als der Tapferste und Schönste der Griechen erscheint. Er führte 50 Schiffe nach Troja, zerstörte mit seinen Myrmidonen 23 Städte, und ward bei allen seinen Unternehmungen von Pallas Athene (Minerva) und Hera (Juno) geschützt. Nur wenn er im Kampfe war, siegten die Griechen. Agamemnon hatte ihn dadurch erzürnt, dass er ihm die schöne Briseïs genommen; A. zog sich vom Kampfe zurück, und nun raffte unter Hectors Anführung die Feldschlacht der Griechen Tapferste dahin; Patroclus, A. vielgeliebter Freund, ging an der Spitze der Myrmidonen, in A. Rüstung, dem Trojanerheer entgegen, ward aber von Hector erschlagen und der Waffen beraubt. Nun erwachte die wildeste Rachsucht in A. Brust; Thetis brachte ihm neue Waffen, von Vulcan selbst geschmiedet; er versöhnte sich mit Agamemnon, und führte bei der nächsten Schlacht seine Völker selbst zum Kampf. Nur Rache an Hector, suchte er, warf sich mit seiner ganzen Stärke auf diesen, tödtete ihn und schleifte seinen Leichnam, mit den Fersen an seinen Wagen gebunden, um die Mauern von Troja. Auf die Bitten des vor ihm knieenden Greises Priamus, gewährte er gegen unermessliche Geschenke die Auslösung und die Bestattung des Feindes. So weit Homer. Nach Späteren verliebt sich A. nachher in eine Tochter des Priamus und wirbt um sie, indem er verspricht, Troja an Hectors Stelle zu vertheidigen, wenn man ihm Polyxena zum Weibe gäbe. Im Tempel des Apollo vor dem Altar stehend, um seine Vermählung zu feiern, tödtete ihn Paris durch einen Pfeil, den Apollo selbst in die verwundbare Ferse lenkte.
    Ueber seine Todesart sind die Meinungen sehr verschieden; dass Homer von seiner Unverwundbarkeit nichts gewusst hat, geht daraus hervor, dass er ihn verschiedene Male verwundet werden lässt. - Nach Anderen soll ihn im Tempel des Thymbräischen Apollo, wohin er sich begeben hatte, um über den Besitz der Polyxena zu unterhandeln, Deïphobus wie in voller Freude umfasst, Paris ihm aber ein Schwert durch den Leib gerannt haben. So fanden ihn Ulysses und Ajax noch lebend; er erzählte den Freunden, was sich begeben, und verschied, während Ajax ihn zum Lager der Griechen zurück trug. Sein Körper sollte, nach des Paris Willen, unbeerdigt ein Raub der Vögel werden, doch die Griechen lösten ihn mit so viel Gold aus, als man für den Körper des Hector gezahlt. Die Musen und Nymphen beweinten den schönsten der Helden, den Liebling der Götter; die Griechen stellten ihm prächtige Leichenspiele an und begruben ihn am sigeïschen Vorgebirge bei Patroclus. Nach der Eroberung der Stadt soll, als die Griechen heimkehrten, sich aus dem Grabe eine Stimme haben vernehmen lassen, welche Theil an der gemachten Beute verlangte. So ward beschlossen, ihm die gefangene Polyxena zu opfern, welches Opfer sein Sohn, der rauhe Pyrrhus, vollzog, indem er die schönste Jungfrau des zerstörten Troja auf dem Grabe seines Vaters durchstach. - Eine Insel im schwarzen Meer, Leuce, ward nach ihm Achillea genannt; dort sollte er mit anderen Lieblingen der Götter, selbst ein Gott, ein seliges Leben führen. In ganz Griechenland wurde er als Heros verehrt, und ihm nicht nur an den meisten Orten ein Heroon, sondern auch in einer und der andern Stadt ein Tempel gebaut, wie in Lacedämon; dieser ward von allen Jünglingen der Lacedämonier, sobald sie sich in der Führung der Waffen zu üben begannen, besucht, A. um Beistand angerufen und ihm jährlich geopfert, wie diess auch von den Frauen zu Elis, jederzeit vor Anfang der olympischen Spiele, geschah. Auch Alexander der Grosse erwies ihm grosse Ehre, indem er mit allen seinen Heerführern sein Grabmal umwandelte und ihm Trankopfer brachte. - Die alte Kunst hat sich mit diesem hochgefeierten Heldenbilde in vielfachen Darstellungen beschäftigt, wovon wir einige Nachbildungen geben: wie er den gefallenen Patroclus beweint; wie ihm Briseïs von Agamemnon zurückgegeben wird; wie er den Pfeil aus seiner verwundeten Ferse zieht.
    [Wörterbuch der Mythologie: Achilles. Wörterbuch der Mythologie, S. 292 (vgl. WdM, S. 5 ff.)]

    mfgConrad

    • Antwort von nach 18 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Griech. Mythologie-Achilleus

      Hallo Conrad.

      Danke für deine Mühe, aber die war vergebens, denn meine Frage ist dadurch leider noch nicht beantwortet.

      Ich weiß, dass die Ilias nicht gerade exakt umgesetzt wurde, aber das interessiert in dem Fall auch gar nicht. Interessant war nur, und das unabhängig von dem was Hollywood produzierte, die Frage War Achilles der Prinz von Thessalien oder von Phthia?

      mfG Dirk

      • Antwort von nach 19 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Griech. Mythologie-Achilleus

        Hallo, Dirk, die Frage War Achilles der Prinz von Thessalien oder von
        Phthia?

        Zunächst zu Peleus, dem Vater des Achilles:

        Peleus
        Vater des Achilleus
        Der Sohn des Äakus und Vater des Achilleus. Er gewann die Hand der Nereide Thetis, nachdem er sie in einem Ringkampf bezwungen hatte.
        Da er und sein Bruder Teleamon ihren Halbbruder Phokos absichtlich aus Missgunst mit einem Diskuswurf töteten, wurden sie von Aiakos verbannt. Peleus wurde von dem König Eurytion in Phthia entsühnt und heiratete dessen Tochter Antigone.* Mit Eurytion nahm er an der "Kalydonischen Jagd" teil, wobei er ihn versehentlich tötete. Nun floh Peleus nach Iolkos zu Akastos. Aber auch diesen tötete er mitsamt Gattin, weil sie ihn, als er ihre Liebe nicht erwiderte, bei ihrem Gatten verleumdete und dieser Peleus nach dem Leben trachtete. Peleus wurde nun in feierlicher Hochzeit, zu der alle Götter (außer Eris) erschienen waren, die Göttin Thetis zur Frau gegeben. Geschenke waren unter anderem die unsterblichen Pferde Xanthos und Balios und eine von Hephaistos verfertigte Rüstung. Ihr Sohn war Achilleus.


        *Damit war er wohl zum König von Phtthia geworden; und Achilles wäre demzufolge der Prinz von Phthia.

        Wie Eckard schon sagte, liegt Phthia in Thessalien, also könnte man Achilles auch den Prinz von Thessalien nennen.
        Sein Volk waren die Myrmidonen, aus Ameisen entstandene Menschen, so dass er auch der König der Myrmidonen genannt werden kann.

        Soviel finde ich, kann man zur Herkunft des größten Helden vor Troja sagen.

        Fritz

        • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Griech. Mythologie-Achilleus

          Hallo Fritz,

          danke für deine Antwort. Ich habe inzwischen das gefunden:
          Phthia was the capital of Phthiotis, a region on the west shore of the Pagasaean (Thessalian) Gulf. Phthiotis was sometimes called Achaea.[...] Generations later, the exiled prince and hero, Peleus settled in Phthia, with his followers known as the Myrimidons from the island of Aegina. Peleus married Antigone, daughter of King Eurytion of Phthia. During the Calydonian Boar Hunt, Peleus accidentally killed his father-in-law. Peleus was exiled for one year (he went to Iolcus, entertained by Acastus), before returning to Phthia and became their king.

          Das deckt sich mit deiner Quelle. Wie Eckard schon sagte, liegt Phthia in Thessalien, also
          könnte man Achilles auch den Prinz von Thessalien nennen.
          So wie ich das nach eingehender Lektüre glaube verstanden zu haben, gliederte sich Thessalien in der Mythologie in zahlreiche Regionen, von denen jede scheinbar ihren eigenen König besaß. So z.B. Phthiotis (Hauptstadt Phthia), Iolcos, Malis, etc. Man sollte die Könige daher wohl eher als Fürsten bezeichnen.
          Ich bleibe nun allerdings bei "Prinz" von Phthia.

          mfG Dirk

          • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: Griech. Mythologie-Achilleus

            Man sollte die Könige daher wohl eher als
            Fürsten bezeichnen.
            Hallo, Saruman,
            das Merkmal des alten Griechenland war die Kleinstaaterei, und selbst dieses Wort ist noch eine Übertreibung. Jedes Haupt selbst einer kleinen Ansiedlung nannte sich βασιλευς also "König". Man darf sich das nicht so vorstellen, als hätte es da eine festgefügte Hierarchie gegeben. Ich bleibe nun allerdings bei "Prinz" von Phthia.
            Das bleibt dir unbenommen, jedoch ist er mit sicherheit als Held von Troia besser bekannt.
            Gruß
            Eckard

            • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
              Re^6: Griech. Mythologie-Achilleus

              Hallo Eckard. das Merkmal des alten Griechenland war die Kleinstaaterei, und
              selbst dieses Wort ist noch eine Übertreibung. Jedes Haupt
              selbst einer kleinen Ansiedlung nannte sich
              βασιλευς also "König".
              Man darf sich das nicht so vorstellen, als hätte es da eine
              festgefügte Hierarchie gegeben.
              Ja, das habe ich nun auch mitbekommen, es ist äußerst verwirrend:-) Bisher hatte ich mich nicht so tief mit der griech. Mythologie beschäftigt. Ich bleibe nun allerdings bei "Prinz" von Phthia.
              Das bleibt dir unbenommen, jedoch ist er mit sicherheit als
              Held von Troia besser bekannt.
              Das ist mir sehr wohl bekannt. Allerdings drehte sich meine Frage nicht darum;)

              mfg Dirk

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Achilleus - Myrmidonen

          Sein Volk waren die Myrmidonen, aus Ameisen entstandene
          Menschen, so dass er auch der König der Myrmidonen genannt
          werden kann.

          Soviel finde ich, kann man zur Herkunft des größten Helden vor
          Troja sagen.
          Hallo,
          das ist die eine antike Erklärung für die Herkunft der Myrmidonen.
          Die andere:
          Myrmidon, der Ahnherr der Myrmidonen, ist der Sohn der Eurymedusa und des Zeus, der ihr in der Gestalt einer Ameise (zu) nahe kam.
          Vielleicht handelt es sich aber umgekehrt in Wirklichkeit in beiden Fabeleien nur um die gleiche Erklärung für den Namen des Volkes der Myrmidonen:
          Im alten Griechisch heißt die Ameise "myrmex" (selten auch "myrmos"), so dass dann diese ganzen Zeus-und-Ameisen-Geschichten als eine Art aitiologische, also Ursprungs-, Sage aufzufassen wären, die sich um den Namen ranken. Wer weiß?
          Beste Grüße!
          H.

  3. Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
    Re: Griech. Mythologie-Achilleus

    Hi Dirk,

    soweit ich - Grieche und aus Thessalien - weiss, stammt Achilles aus Thessalien, bin also einer seiner Nachfahren.
    Film Troja war Hollywood-like zugeschnitten, hatte wenig mit der wahren Geschichte zu tun. Die schöne Hellena ist auch nicht freiwillig nach Troja...wie in dem Fim zu sehen war....es heisst in der Mythologie "i arpagi tis ellenas" was soviel wie die "Entführung der Hellena" heisst.
    Würden tausende von Griechen so ne Reise u. Schlacht unternehmen, wegen einer Frau die fremdgeht? Ich glaube nicht.
    In diesem Sinne...Hellas!
    Grüsse



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