Hallo Tiffy,
von welchem Zeitpunkt sprichst Du?
Die Reichsmark war von 1923 bis 1948 gesetzliches Zahlungsmittel.
Spätestens ab 1936 lässt sich zu ihrem Wert keine sinnvolle Aussage mehr treffen, weil ab diesem Jahr nicht nur die schon vorher eingefrorenen Löhne, sondern auch die Preise nominal nicht mehr geändert werden durften. Wegen der staatlichen Devisenbewirtschaftung kann man auch über Wechselkurse zu mehr oder weniger frei handelbaren Währungen keine brauchbare Aussage mehr treffen.
In welchem Umfang die (im Vergleich zur 1923er harmlose) Inflation der Jahre 1946-1948 eigentlich aus der Zeit 1936-1945 aufgestaut war, kann von heute aus gesehen kaum mehr beurteilt werden.
Spätestens ab 1943 war es gänzlich unwichtig, ob jemand Geld hatte oder nicht. Wichtig waren die Berechtigungskarten zum Bezug von Lebensmitteln, Kleidung, Heizmaterial etc. Ab 1945 gab es wieder eine Art Währung, die aber nichts mit den bunten Papierchen zu tun hatte, auf denen Reichsmark stand. Die Einheit dieser Währung hieß Lucky Strike.
Wie wackelig eine Umrechnung für das Jahr 1946 ist, zeigt folgendes Beispiel, das ich von einer Zeitzeugin hörte: Eine Nähmaschinennadel kostete je nach Beziehungen einen bis zwei Liter Schnaps. Das entspricht ungefähr einem halben bis einem Monatslohn für einen Knecht in der Landwirtschaft. Von Geld war dabei aber überhaupt keine Rede.
Am Rande: Die Mark, Währung vor der Einführung der Reichsmark Ende 1923, hat im November 1923 den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht: Ein Dollar kostete 4.200.000.000.000 Mark.
Deiner Fragestellung kann man wohl etwas näher kommen, wenn Du benennst, für welchen Zeitpunkt und für welchen Zweck (Kaufkraft? Grundstücksbewertung? Vergleich von Löhnen und Gehältern?) Du die Angabe brauchst.
Schöne Grüße
MM