Die Alten Ägypter
Von: , Frage gestellt am Mo, 8. Aug 2005
Wo sind denn die Alten Ägypter, also die Nachfahren der Pharaonen
geblieben? Die heutigen Ägypter sind Araber – und die haben ja mit den
Pharaonen nihts zu tun.
Mit Gruß, Alexander
Wo sind denn die Alten Ägypter, also die Nachfahren der Pharaonen
geblieben? Die heutigen Ägypter sind Araber – und die haben ja mit den
Pharaonen nihts zu tun.
Mit Gruß, Alexander
Hi Alexander,
die Nachfahren der Dynastien sind, genauso wie die Kids europäischer Königshäuser, inzwischen brav geworden und leben ein normales Leben, wissen nichtmal das sie ein Bastardkind eines ollen Königs sind. Die Nachfahren der noch heute bekannten Königslinien sind nur deswegen noch "sichtbar", weil sie seit damals immer legitime Nachfolger hatten (mehr oder weniger) und sich ihren Besitz, die Macht, das Geld bewahrten.
Darum sind die Königslinien aus Ägypten verschwunden. Z.T. weil keine ordentliche Erbfolge geregelt war, möglich war, Kriege ausbrachen und keine blutsverwandten Erben da waren (Linie war ausgestorben). Darum übernahmen in Ägypten nach der Eroberung von Alexander dem Großen die Ptolemäer das "Pharaonen-Geschäft" als Könige (nach den Diadochen-Kriegen).
Was aber nicht heissen soll das in Ägypten nur noch "Araber" leben und die nix mit den Ägyptern zu tun haben. Frage mal einen Bewohner aus Cairo ob er Araber ist oder Ägypter. Das sind alle Ägypter, und wenn se nich gleich von Ramses abstammen, dann hat ein Vorfahr warscheinlich dem Pharao den Thron poliert. Die Ägypter sind Ägypter und bleiben es. "Arabisch" das ist für einen Ägypter der Magreb (Marokko, Algerien). Und darauf und ihre Geschichte sind die verdammmt stolz .
Gruß
Helena
Hallo Helena,
"eine Nation ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich über ihre gemeinsame Herkunft in einem gemeinsamen Irrtum befinden", hat mal einer gesagt.
Was aber nicht heissen soll das in Ägypten nur noch "Araber"
leben und die nix mit den Ägyptern zu tun haben. Frage mal
einen Bewohner aus Cairo ob er Araber ist oder Ägypter. Das
sind alle Ägypter, und wenn se nich gleich von Ramses
abstammen, dann hat ein Vorfahr warscheinlich dem Pharao den
Thron poliert. Die Ägypter sind Ägypter und bleiben es.
"Arabisch" das ist für einen Ägypter der Magreb (Marokko,
Algerien). Und darauf und ihre Geschichte sind die verdammmt
stolz .
Also: wenn die heutigen Ägypter stolz auf die alten sind, ist das gut. Aber das ist so, als wenn sich Türken an der kleinasiatischen Küste mit den griechischen Bauwerken brüsten.
Um die Ausgangsfrage zu beantworten: Als Nachfahren der alten Ägypter sehen sich mit einer gewissen Berechtigung die Kopten.-
Viele Grüße,
Andreas
Hi Andreas,
da die Kopten ne Glaubensgemeinschaft sind (oder nicht? sind das alles vertriebene Ägypter?), erkläre mir das bitte mal.
Außerdem drehte sich seine Frage um zwei Dinge - die pharaonischen Königslinien und deren "Nachfahren" (auch wenn nicht jeder Ägypter gleich Pharao war) und - die Nachfahren der damaligen ägyptischen Menschen.
Da ich von keinem Massenexodus zwischen Beginn der Ptolemäer-Herrschaft und Ende der Neuzeit aus Ägypten hörte, nehme ich stark an das die Nachfahren der damals lebenden Land- u. Stadtbevölkerung auch heute noch in Ägypten leben.
Gruß
Helena
Hallo,
da die Kopten ne Glaubensgemeinschaft sind (oder nicht? sind
das alles vertriebene Ägypter?), erkläre mir das bitte mal.
Ich bin nun in keiner Weise Fachmann, mir hat man aber berichtet, daß die Kopten sich zum einen tatsächlich als 'Urägypter' sehen, nebenbei auch als die ersten Christen und daß sie sich (aus Glaubensgründen) nicht mit den Arabern mischen.
Gruß
Axel
Hi Axel,
also sehen sich die heutigen Kopten als Ur-Ägypter , also die christliche Koptengemeinde? Habe ich das richtig verstanden?
Iss ja interessant...
Gruß
Helena
Hallo,
also sehen sich die heutigen Kopten als Ur-Ägypter , also die
christliche Koptengemeinde? Habe ich das richtig verstanden?
Das ist das, was ein Kopte (nach schließen der Ladentür) meiner Mutter und ihrem Freund im Ägyptenurlaub erzählt hat, nachdem sie sich als Christen zu erkennen gegeben haben. Ladentür geschlossen, weil die Kopten in Ägypten diskriminiert werden, insbesondere wenn sie sich auhc noch öffentlich dazu äußern. Alles Aussagen von dem Ladenbesitzer.
Gruß
Axel
Hallo,
also sehen sich die heutigen Kopten als Ur-Ägypter , also die
christliche Koptengemeinde? Habe ich das richtig verstanden?
Das ist das, was ein Kopte (nach schließen der Ladentür)
meiner Mutter und ihrem Freund im Ägyptenurlaub erzählt hat,
nachdem sie sich als Christen zu erkennen gegeben haben.
Ladentür geschlossen, weil die Kopten in Ägypten diskriminiert
werden, insbesondere wenn sie sich auhc noch öffentlich dazu
äußern. Alles Aussagen von dem Ladenbesitzer.
Hallo,
merkwürdig! Ich war in Kairo in mehreren Läden, zumal im Viertel des großen Touri-Basars, wo sich offenbar koptische Ladenbesitzer zentrieren,
die offen Marienbilder an der Wand hängen hatten und uns bei offenrer Ladentür und Tee über Kopten in Ägypten freimütig Auskunft gegeben haben.
Grüße
Oranier
Hallo,
Hallo,
also sehen sich die heutigen Kopten als Ur-Ägypter , also die
christliche Koptengemeinde? Habe ich das richtig verstanden?
Das ist das, was ein Kopte (nach schließen der Ladentür)
meiner Mutter und ihrem Freund im Ägyptenurlaub erzählt hat,
nachdem sie sich als Christen zu erkennen gegeben haben.
Ladentür geschlossen, weil die Kopten in Ägypten diskriminiert
werden, insbesondere wenn sie sich auhc noch öffentlich dazu
äußern. Alles Aussagen von dem Ladenbesitzer.
Und danach hat er bestimmt einen guten Umsatz gehabt *grins*, Touristen sind soooo naiv.
merkwürdig! Ich war in Kairo in mehreren Läden, zumal im
Viertel des großen Touri-Basars, wo sich offenbar koptische
Ladenbesitzer zentrieren,
die offen Marienbilder an der Wand hängen hatten und uns bei
offenrer Ladentür und Tee über Kopten in Ägypten freimütig
Auskunft gegeben haben.
Ich kann dem zustimmen, die Kopten sind eine Minderheit die aber wie auch alle anderen Minderheiten in Ägypten toleriert werden.
Spannungen gibt es dort aber genauso wie bei uns.
Allerdings ist es auch richtig das die koptische Glaubensgemeinschaft sich meist in einem Stadtteil konzentriert und das sie Distanz zu Andersgläubigen halten.
Was das Ausgangsposting anbetrifft so war das alte Ägypten auch schon in gewisser Weise ein Vielvölkerstaat, somit betrachtet sich jede Familie als Nachfahr alter Ägypter. Die finanziel besser gestellten Familien lassen dies auch nachforschen. So gibt es z.B. aus der Familie unserer Freunde Belege über eine solche Abstammung und die sind Moslems.
Man sollte nicht aus der Tatsache das heute der größte Teil der Bevölkerung Ägyptens dem Islam angehört den Schluß ziehen das alle Arabischer Abstammung sind. Wäre der Arabische Einfluß in Europa größer gewesen wären wir heute wohl zum größten Teil auch Moslems.
Ein weiteres Indiz dafür ist das die arabische Sprache in Ägypten diejenige ist die als reinstes Arabisch gilt, ohne große Abschleifungen.
Gruß Andrea
HAllo Alexander,
die NAchfahren welcher Pharaonen meinst Du?
Ursprünglich waren die Phgaraonen ja Nachkommen der "normalen" EInwohner - also Ägypter. Und die wurden ja von den Mazedoniern unter Alexander dem großen abgesetzt und abgelöst. Vonda an waren dann die Paraonen Mazedonier.
Zu Zeiten von Kleopatra gab es so war noch einen ägyptischen Adel - aber keine Verwandten der ursprünglichen Pharaonen mehr.
Na ja... und von den mazedonischen Pharaonen war ja Kleopatra die letzte. Ihre Schwester hatte schon ihr Vater ermordet wegen Aufsässigkeit, ihren Bruder hat sie selber über die Klinge springen lassen. Aus ihrem Verhältnis mit Antonius gab es keine Kinder, mit Caesar hatte sie einen Sohn - Caesarion. Abwohl... ob der wirklich von Caesar war, war ja damals schon umstritten. Der spielte auf alle Fälle keine Rolle mehr.
Und nach Kleopatra war das Land eh römische Provinz.
Die Besonderheit war ja, daß die Pharaonen schreckliche Inzucht betrieben haben. Da waren Geschwisterehen keine Seltenheit sondern Normaität. Das blieb also im wahrsten Sinne des Wortes in der Familie - so einen im Laufe der Jahrhunderte wachsenden Anhang von Hunderten Personen wie beim eurpäischen Adel gab es da gar nicht. Und wenn doch mal mehrere Kanditaten da waren... nun ja.... man war mit Rivalen nicht zimperlich, auch wenn sie notfalls Kinder oder Geschwister waren. Siehe Kleopatra...
Gernot Geyer