Hallo,
ich habe Dir nicht widersprochen. Peace!
Hallo,
das stimmt so allgemein nicht. "nepos" ist immer direkter
Abkömmling; aber über die Enkelgeneration geht es so selten
hinaus, dass man das vernachlässigen kann.
Äh... unter einem direkten Abkömmling würde ich nur Nachfahren der direkten Linie, also Sohn/Enkel/Urenkel usw. verstehen, das würde dann aber den Neffen ausschließen? Für Urenkel gibt es dann aber doch wieder einen eigenen Begriff: "pronepos".
Allgemein "Verwandter" heißt es nur bei Dichtern; das ist für
die gewöhnliche Sprache, auf die ich mich in meiner Frage
bezogen habe, ebenfalls zu vernachlässigen.
Das habe ich zwar den mir zugänglichen Wörterbüchern nicht entnehmen können, aber Du wirst in der Materie firmer sein, dünkt mich.
Freilich heißt es auch "Filou" und "Verschwender", aber das
hat mit meiner Anfrage genau so wenig zu tun, als wenn ich
hier noch hinzufüge, dass es bei Fachschriftstellern über
Landwirtschaft auch den Schössling am Weinstock bezeichnet.
Im Prinzip ja, aber könnte es nicht auch eine Wertung ausdrücken? Könnte da nicht ein Zusammenhang bestehen, daß das Wort für Neffe oder Enkel gleichzeitig auch noch eine negative Bedeutung hat?
Zweitens ist es schon verwunderlich, daß es für Neffe und
Enkel keine verschiedenen Begriffe gibt, andererseits aber in
den Seitenlinien für Mutter- und Vaterlinie peinlich genaue
Unterscheidungen gibt. Beispiel für Vettern: "patrueles", wenn
die Väter Brüder waren, "consobrini", wenn die Mütter
Schwestern waren, "amitini", wenn die Mutter des einen und der
Vater des andern Geschwister waren.
(Zu "patruelis" gibt es auch das Pendant "matruelis"; es gibt
eine ganze Reihe sehr differenzierter
Verwandtschaftsbezeichnungen.
Auch "Onkel" und "Tante" heißen väterlicher- und
mütterlicherseits verschieden.)
Ja, wie im Link aufgeführt. Ich fand das mit den Vettern eben noch anschaulicher, weil es drei Begriffe gibt.
Die Tatsache, dass römische Verwandtschaftbezeichnungen so
genau sind führte ja zu der Frage nach dem Grund, die ich gern
beantwortet haben möchte: Das römische Leben war auf das Recht
fixiert und in vielen Dingen rechtlich genau geregelt; sind
die Gründe also rechtlicher Natur(, wobei mich hier nur die
Antwort für "nepos" interessiert)?
Wie gesagt, ich kann Deine Frage nicht beantworten. Es mag rechtliche Gründe haben, aber für die Alltagssprache hätte es trotzdem eine Differenzierung geben können. Es macht schließlich schon einen Unterschied, ob man von seinem Enkel oder Neffen spricht, und es sollte doch wohl auch bei Erbangelegenheiten einen machen.
Achtung, persönlicher Eindruck: Mir scheint eher, daß es kulturelle Gründe hat: Für so ziemlich alle Varianten von Verwandtschaft in den älteren und "gleichalten" Generationen gibt es eigene Begriffe, für die nachfolgenden Generationen dann nur noch "filius", "nepos" und "pronepos". Hat man die salopp ausgedrückt nicht für voll genommen?
Gruß
mowei