Porzellan im Haushalt
Von: , Frage gestellt am Mi, 21. Sep 2005
Hallo Experten,
laut Lexikon wurde Porzellan für Europa 1708 in Dresden erfunden.
Schiller schrieb „Das Lied von der Glocke“ 1799, also gut 90 Jahre später. Darin beschreibt er die Ausbreitung einer Feuersbrunst, hervorgerufen von auslaufender flüssiger Bronze. „Alles rennet, rettet, flüchtet, ...“ von der Bergung teuren Porzellans wird nicht berichtet. Und später, nach dem Feuer, „Er zählt die Häupter seiner Lieben, ...“ es sind alle noch da! Wieder ist von Porzellan nichts geschildert, obwohl es den Brand doch hätte überstehen müssen, da die Brenntemperatur bei der Herstellung sicher höher ist, als die Temperatur beim Brand eines (Bauern-)Hauses.
90 Jahre nach seiner Erfindung war offenbar Porzellan noch nicht als „Geschirr“ in großbürgerlichen Haushalten, zu denen Schiller (und Goethe) sicher Zugang hatte(n). Nun ja, ein emaillierter Blechteller ist wohl billiger und zerbricht nicht so leicht. Gegen dieses Argument wird Porzellan es also schwer gehabt haben.
Nun die eigentliche Frage: Seit wann gibt es denn Porzellan als Gebrauchs-Geschirr in kleinbürgerlichen Haushalten Mitteleuropas?
Grüße
Pat
