Turiner Grabtuch

Immer wieder wird die C-14-Methode angezweifelt, nach der das „Turiner Grabtuch“ aus dem Mittelalter stammen soll. Was genau sind die Einwände?

Fragt Andreas

Immer wieder wird die C-14-Methode angezweifelt, nach der das
„Turiner Grabtuch“ aus dem Mittelalter stammen soll. Was genau
sind die Einwände?

Hallo Andreas

Einer der Einwände ist, daß das Turiner Grabtuch mehrfach Bränden ausgesetzt war, dadurch zusätzlich mit Kohlenstoff angereichert wurde und daß dieser Umstand bei der Auswertung zu wenig Beachtung fand.

Gruß
Edith

An der ETH in Zuerich wurde ein Gutachten erstellt, nach dem die Leinwand aus dem Mittelalter stammen soll; dies aufgrund von Samensporen. Es soll aber auch bereits ein Gegengutachten geben…

Wenn das Turiner Tuch echt wäre, wäre das schlimm
Gotthold Ephraim Lessing gab im Jahre 1778 die fragmentarische Schrift eines anonymen Religionskritikers heraus (Herrmann Samuel Reimarus, 1694-1768, wie sich später herausstellte), in welcher die Widersprüchlichkeit der biblischen Berichte über die Kreuzigung und Auferstehung des Jesus zum Anlaß genommen wurde, sie sog. Betrugshypothese aufzustellen: Die Jünger des Jesus hätten den Leichnam des Gekreuzigten gestohlen, dann gewartet, bis der Körper durch Verwesung unkenntlich geworden war, und dann die Geschichte von der Auferstehung verbreitet.
„Die Wirkung der Fragmente war ungeheuer. Zahlreiche Pfarrer legten ihr Amt nieder, und unter den Theologiestudenten kam es geradezu zu einer Massenabwanderung.“ (Zit.: Karl-Martin Fischer. Das Ostergeschehen. 2. Aufl. 1980).

Wäre das Turiner Grabtuch echt, dann würde es die Betrugshypothese stützen. Wie sollte das Tuch denn in die Hände der christlichen Gemeinde gekommen sein?

Django

Immer wieder wird die C-14-Methode angezweifelt, nach der das
„Turiner Grabtuch“ aus dem Mittelalter stammen soll. Was genau
sind die Einwände?

Fragt Andreas

Wie Edith schon geschrieben hat, geht es um die Brände. Der springende Punkt scheint dabei zu sein, daß das Tuch in einem Silberschrein lag, als die Kirche abbrannte. Man hat Versuche gemacht, indem man Textilien mit gesicherter Altersbestimmung zusammen mit Silber erhitzt - nachher lieferte die C-14-Methode falsche Ergebnisse (irgendwie mit freiwerdenen Ionen - keine Ahnung). Die Pollen sprechen eher für die Authentizität, da sie auf den Mittelmeerraum z.Zt. Jesu hinweisen.

Ein für mich sehr interessantes Argument pro: wäre das Tuch eine mittelalterliche Fälschung, hätte man sich wohl an die ikonographischen Kreuzesdarstellungen gehlaten (Nägel durch die Handflächen). Das Tuch zeigt einen Gekreuzigten, dessen Handwurzel angenagelt war. Man weiß erst seit recht kurzer Zeit, daß Kreuzigungen auf diese Weise ausgeführt wurden.

Fazit: das Tuch könnte durchaus in die Zeit Jesu zurückzuweisen. Ob es was mit der Person Jesu und seiner Kreuzigung zu tun hat, ist wissenschaftlich nicht zu eruieren

… meine Meinung, Benjamin.