Knappen im mittelalterlichen Asien?

Von: , Frage gestellt am Di, 22. Aug 2000

Moin,

gab es im mittelalterlichen Asien - meinetwegen spezialisierter; China, oder Japan... - Menschen wie in Europa den Knappen? Eine Art ,Anwärter' im militärischen Dienst?

Wenn ja, wie hießen sie?

Gruß Stefan

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: Knappen im mittelalterlichen Asien?

    Hallo,

    für Japan würde ich behaupten: nein.

    Die Samurai stellten eine eigene Kaste dar, man wurde also hineingeboren. Sehr selten bekamen Mitglieder anderer Kasten diesen Titel wegen besonderer Leistung verliehen. Anwärter auf die Samurai-Kaste konnte es also nicht geben. Die Samurai erhielten eine hervorragende Erziehung, die unter anderem Literatur, Religion, Kalligraphie, Etikette, Musik, Mathematik, Medizin, Astronomie, Dichtkunst, Jagd und die Tee-Zeremonie umfasste. Besonders wichtig war die Erziehung in Etikette, da ein Fehlverhalten unter Umständen die Verpflichtung zu Seppuku ("Hara-Kiri") nach sich führte.

    Der wichtigste und hauptsächlichste Teil der Erziehung war allerdings Bujutsu (Kriegskunst), bestehend u.a. aus Kyujutsu (Bogenschiessen), Bajutsu und Suibajutsu (Reiterei), Yarijutsu (Speerkampf), Naginatajutsu (Kampf mit Stangenwaffen), Kenjutsu und Iaijutsu (Schwertkampf).

    Es gab allerdings etwas ähnliches wie Knappen, allerdings nur von der Aufgabenstellung. Die sog. Gennin hatten die Aufgabe, für Pferd, Waffen und Rüstung des Samurai zu sorgen; sie hatten eine Dienerrolle.

    Gruss
    Peter

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