Bedeutung von 'von'

Von: , Frage gestellt am So, 26. Feb 2006

Kennt jemand die Bedeutung des Wörtchens "von" in der Zeit zwischen
1730 bis 1815?

es kommt meistens vor bei Grafen, Baronen etc.
es wurde irgendwann auch für Berufe eingesetzt, z.B. Goethe

aber was ist es? Ein Titel, oder eine nähere Bezeichnung des
Adelsstandes

vielleicht kann mir einer helfen

Mfg
Jo

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 14 Minuten 1 hilfreich
    Re: Bedeutung von 'von'

    es kommt meistens vor bei Grafen, Baronen etc.
    es wurde irgendwann auch für Berufe eingesetzt, z.B. Goethe
    Dass 'Goethe' ein Beruf gewesen sei, ist mir neu. Ich hatte ihn immer für einen deutschen Dichter gehalten der 1782 geadelt worden sei und daher den Namenszusatz 'von' habe annehmen dürfen. aber was ist es? Ein Titel, oder eine nähere Bezeichnung des
    Adelsstandes
    Ein Adelsprädikat, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Adelsprädikat

    Gruss
    Schorsch

  2. Antwort von nach 11 Stunden 3 hilfreich
    Re: Bedeutung von 'von'

    Hallo !
    Adelsprädikat. Die Präposition »von« vor dem Familiennamen bezeichnet ursprünglich lediglich den Wohnsitz, die Herrschaft oder die Gerichtsbarkeit, wie Herzog von Sachsen, Graf von Stolberg. Bei den Bewohnern der mehr bevölkerten Städte hatte der Wohnort nichts persönlich Kennzeichnendes, außer bei Familien, die, aus andern Städten übergesiedelt, sich nach ihrem alten Wohnort schrieben. Personen, die den rittermäßigen Adel erwarben, schrieben sich nur dann von einem wirklich vorhandenen Orte, wenn sie mit ihm belehnt wurden, was nach 1400 nur noch selten vorkam. Seit dem 16. Jahrh. wurde den Neugeadelten, wenn sie die entsprechende Taxe bezahlten, ein fingierter Ortsname als Prädikat verliehen. Erst um 1630 wurde es üblich, den Neugeadelten einfach ein »von« vor den Familiennamen zu setzen, was in der Folge auch ältere adlige Familien taten, die sich nicht von einem Orte schrieben. Wo dies unterblieb, entstand mit der Zeit der Irrtum, daß die betreffende Familie den Adel abgelegt hätte. Einige Ausnahmen bestehen noch heute, so die Knigge und Pflugk, die das A. nicht angenommen haben. Die fingierten Ortsnamen sind in Österreich stark im Schwange geblieben. An den Uferbezirken der Nordsee gibt es auch zahlreiche bürgerliche Familien, die ihrem Namen die Präposition »von«, in Holland »van«, vorsetzen, ohne als adlig gelten zu wollen; auch das »de« ist in Holland nicht das A., sondern der Artikel (z. B. de Dobbeler, »der Spieler«). Vielmehr ist dort das A. »Jonkheer«. Die unbefugte Annahme eines Adelsprädikats zieht nach dem deutschen Strafgesetzbuch (§ 360, Nr. 8) Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder Hast bis zu 6 Wochen nach sich.


    [Lexikon: Adelsprädikat. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905), S. 1563
    (vgl. Meyer Bd. 1, S. 105 ff.)]

    MfgConrad

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