Re: nationalhymne the lost strophen
Hallo, Max,
als August Heinrich Hoffmann von Fallersleben - wobei das "von F." eine Parodie auf die Aristokraterie der damaligen Zeit ist - 1841 den Text schrieb, lebte er auf Helgoland im Exil - Helgoland war damals englisch! - und es gab kein Deutschland wie heute, sondern den "Deutschen Bund", ein loses Bündnis von Ländern, in denen auch Nichtdeutsche lebten und wodurch die Maas und die Etsch in der Tat Grenzflüsse waren.
Die anderen beiden Gewässer geben die ungefähre Sprachgrenzen an.
Und unter den damaligen Nationalisten, die ein "einig Vaterland" wünschten, war man der Ansicht, dass alle Länder, in denen Deutsch gesprochen wird, zu dem neu zu schaffenden "Deutschland" gehören sollten. Hoffmann beschrieb also ein Desiderat!
Erst die späteren Nationalisten und vor allem die Nationalsozialisten lasen den Text als handlungsweisenden Besitzanspruch.
Gegen ein solches Missverständnis, also der Möglichkeit, den Deutschen revisionischtische Wünsche zu unterstellen, ist es also gerichtet, dass man nur die dritte Strophge singt.
Die zweite Strophe stellt einen Rückgriff auf Walther von der Vogelweide dar, der schrieb, dass in tiutschen landen = Deutschland die wîp = Weiber (= heute: Frauen) besser, vornehmer, liebreizender sind als anderswo die frowe = Frauen (= heute: Damen der gehobenen Gesellschaft).
Ich glaube bei wickipädia müsste das ausführlicher zu finden sein. Schau mal unter Hoffmann von Fallersleben.
Gruß Fritz