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Re: Ursachen für den 1.Weeltkrieg
Das Ganze ist eine ausgesprochen hundsgemeine Deschichte. So richtig ist mir die Sache nie klargeworden.
Klar ist, daß es massive Interessen an einem Krieg auf beiden Seiten gab, weil jede Seite glaubte, gewinnen zu können.
Aber genau so klar ist, daß viele andere Anlässe isn den letzten Jahren eben nicht zum Krieg geführt hatten (zum Beispiel die Marokko-Krise), eil die Mehrheit der Politiker gegen einen großen Krieg war.
Es gibt eine Art Theorie, nach der der 1. Weltkrieg eine Art "betriebsunfall" gewesen sein soll. Österreich/Ungarn stellt ein Ultimatum an Serbien. Es glaubt mit Serbien ein leichtes Spiel zu haben. Also erklärt Österreich Serbien den Krieg. Rußland steht zu seiner Bündnisverpflichtung zu Serbien und erklärt Österreich den Krieg. Das ruft die weiteren Verbündeten Österreichs und Deutschlands auf den Plan. Warum dieser Mechanismus ungebremst ablief, ist bis heute nicht ganz klar. So hätte schon Wilhelm II. vor der Kriegserklärung an Österreich Franz Joseph klar machen können, daß er in diesem Fall nicht mitspielt. Hat er die Konsequenzen seines Handelns gesehen oder nicht? Das Gleiche gilt für Rußland. Es hätte Serbien ohne weiteres fallen lassen können. Rußland hat ja im letzten Herbst Serbien auch nach einigen Drohgebärden sitzengelassen, aus Angst vor der NATO. Warum damals nicht? Hat der Zar zu hoch gepokert oder wollte er einen großen Krieg?
So läßt sich das ganze Spiel weiterführen. Manchmal glaube ich, die kriegseifrigen Militärs (denn da gab es Strategen, die den Krieg schon vorher gewonnen hatten) haben die doch recht behäbigen Politiker einfach überrollt. Es kam gar keiner richtig zum Nachdenken.
Aber wie gesagt, ganz sicher bin ich mir da nicht. Das Ganze ist und bleibt ein ewiger Zankapfel.
Gernot Geyer