Völkerwanderung

Von: , Frage gestellt am Do, 7. Dez 2000


Wann hat sie stattgefunden und wer wanderte wohin? Aus welchem Grund fing ganz Europa plötzlich zu wandern an?

Deas fragt sich Alexander

23 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 3 hilfreich
    Re: Völkerwanderung


    Wann hat sie stattgefunden und wer wanderte wohin? Aus welchem
    Grund fing ganz Europa plötzlich zu wandern an?

    Deas fragt sich Alexander
    Hallo Alexander!

    Die Völker wanderten in Europa eigentlich schon immer. Siehe Kimbern und Teutonen. Aber, die als "Völkerwanderung" bekannte Zeit begann 375 n. Chr. Das heißt, mit diesem Jahr begann sie. 375 n. Chr. fielen die Hunnen in das Gebiet der Ostgoten und Heruler ein. Zwei Völker, welche nördl. des Schwarzen Meeres siedelten.
    Von da an ging es ziemlich Schlag auf Schlag, selbst für die heutige Zeit.
    Die Westgoten, die im heutigen Rumänien und Ungarn lebten, schlugen die Römer.
    Germanische Völker zogen Richtung Gallien.
    Und so ging es weiter. Germanische Völker und davon gab es sehr viele, sehr verschiedene, zogen Richtung Westen/Süden.
    Am weitesten kamen die Vandalen, die über Spanien nach Nordafrika zogen und dort ein Vandalisches Reich gründeten.
    Die Westgoten kamen bis Spanien.
    Und so verdrängten nicht nur die Hunnen die Germanen, sondern Germanen schoben Germanen weiter. Friedlich und auch feindlich.
    Das Ganze dauerte ungefähr 300 Jahre, dann waren die Germanen an der Stelle, wo vorher die Römer waren.

    Es gibt sehr gute Bücher über die Völkerwanderung. Du findest sicher welche in den Suchmaschinen unter "Völkerwanderung". Wenn nicht, kann ich Dir einige nennen.
    Gruß Werner

    • Antwort von nach einer Stunde hilfreich
      Re^2: Völkerwanderung

      Karte über Völkerwanderung ist unterwegs per Mail!

  2. Antwort von nach 2 Stunden 3 hilfreich
    378 u.Z. bis 526 u.Z.

    Die "Große Germanische Völkerwanderung" begann "offiziell" (d.h. aus der Perspektive der gelehrten Historiker der frühen Neuzeit) mit der Niederlage des (ost)römischen Kaisers Valens in der Schlacht bei Adrianopel gegen die Goten 378 und endete ebenso offiziell mit der Niederlage und Vernichtung der Ostgoten in der Schlacht bei Ravenna 526.

    Ergebnis der Völkerwanderung waren germanische Staatengründungen auf dem Territorium des Weströmischen Reichs: der Westgoten in Spanien 419; der Vandalen in Nordafrika 439; der Burgunden im Rhonetal 457; der Ostgoten in Italien 476; der Franken in Nordfrankreich 486.

    - Django -

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re: 378 u.Z. bis 526 u.Z.


      mit der Niederlage und Vernichtung der Ostgoten in der Schlacht bei Ravenna 526.


      Hallo Django. Leider muß ich zwei Besserwisser-Bemerkungen machen:
      Das Ostgotenreich in Italien wurde nach Beseitigung des ( germanischen ) Herrschers Odoaker durch die Ostgoten unter Theoderich 493 geschaffen. 476 ist das Abtrittsjahr des
      letzten (west-) römischen Kaisers Romulus A. zugunsten Odoakers.

      Im Jahre 526 starb Theoderich. Keineswegs wurden die Ostgoten in
      diesem Jahr vernichtet. Wohl gab es vorübergehend Probleme mit der Nachfolge. Das energische Eingreifen Ostroms unter Kaiser Justinian führte dann 552 zum Untergang der Ostgoten.

      MfG Björn, der nicht nur F.Dahn " Kampf um Rom" gelesen hat.

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    aber warum..?

    Die Frage nach dem Grund hat noch niemand beantwortet. Die Geschichtswissenschaft steht dabei auch erst am Anfang, aber es scheint sich immer mehr zu bestätigen, dass es allein vom Wetter abhängt. Banal gesagt (ich hatte das, glaube ich, schon mal in anderem Zusammenhang hier erwähnt):

    gutes Klima = kulturelle/politische Blütezeit
    schlechtes Klima = Niedergang/Völkerbewegung

    Eine nette Quelle, weil sie viele selbst übersetzen mussten, ist übrigens Caesar. Am Anfang seines "Gallischen Krieges" berichtet er von den Helvetiern, die unter Ariovist in bessere Gegenden wandern wollten. Diesen kleinen Stamm konnte man noch kontrollieren. Viele große Stämme nicht mehr...

    Wie immer gilt aber auch hier der Angebersatz: das kann/soll man nicht monokausal erklären.

    Gruß,
    Andreas

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re: aber warum..?

      Na der Grund ist doch klar: Weil aus dem Osten die Hunnen kamen. Wobei allerdings noch keiner weiß, was die bewogen hat, Europa unsicher zu machen. Der Rest ist der blanke Dominoeffekt. Jeder Stamm, dem die Hunnen begegneten zog gen Westen bzw. gen Süden und schickte den nächsten auf Wnderschaft, wobei wohl die Vandalen mit Nordafrika am weitesten kamen.

      Mit Caesar hat das Ganze im Übrigen nichts zu tun. Die Hunnen kamen erst viel später.


      Gernot Geyer

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re: aber warum..?

      Hallo Andreas!

      Caesar als Quelle für die Völkerwanderung? 300 Jahre vorher? Caesar war ja wohl ein Supermann, aber das wußte er sicher nicht.

      Niemand weiß bis heute, warum die Hunnen plötzlich den Drang nach Westen hatten. Man kennt die Sprache der Hunnen zu wenig, um aus ihr etwas zu folgern. Sie selbst waren Analphabeten, also haben sie keine schriftl. Zeugnisse hinterlassen.
      Ihre Nachbarn meistens auch.
      Außerdem, wenn es Zeugen ihres Lebens und Wirkens gab, blieben diese niemals am Leben, sie wurden immer getötet.
      Auch die Archäologie hat bisher nichts gefunden, denn ein Nomadenvolk hinterläßt keine Spuren, keine Stadtmauern, keine Gräber, nichts.
      Man weiß nicht einmal, woher sie kommen. Sie waren ein türkisch-mongolischer Stamm, auch Turkvolk genannt. Sprachreste weisen auf sibirische Elemente hin.
      Sie sind wahrscheinlich identisch mit den Hsiung-no oder Hiung-nu, jenen Angstgegnern der Chinesen, zu deren Abwehr die chin. Mauer gebaut wurde. Fast genau zu der Zeit, als die Hunnen gen Westen zogen, hatten die Chinesen mit dem Bau der Mauer begonnen.

      Anfang der siebziger Jahre des 4. Jahrhunderts dauerte der Beginn des Frühlings im Gebiet der Hunnen auf sich warten. Die Frostperiode dauerte weit in den Frühling hinein. Das war der Beginn des Aufbruchs nach Westen. Sie siedelten nördl. des Aralsees und brachen in das Gebiet der Alanen ein. Und so zogen sie dann immer weiter nach Westen.
      Die Alanen schoben die Goten nach Westen und die dann das nächste Volk. Bis der ganze Laden in Schwung kam und niemand mehr die Völker aufhalten konnte.

      Gruß Werner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^2: aber warum..?

        Jetzt habe ich das Wichtigste vergessen :
        Das mit der Wanderschaft der Hunnen, ist das, was man heute glaubt zu wissen!!!

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^2: aber warum..?

        Man weiß nicht einmal, woher sie kommen. Sie waren ein
        türkisch-mongolischer Stamm, auch Turkvolk genannt.
        Das ist ja alles ziemlich bekannt, aber gibt es auch Zahlen darüber? Ich meine, wie groß muss ein Nomadenstamm gewesen sein, um nicht nur eine eher dünne Spur der Verwüstung zu hinterlassen sondern gleich ganze Völker aus ihren angestammten Gebieten zu vertreiben. (Die Boulevardpresse gab es doch noch nicht, wegen der möglichen Propaganda <g>). Das ist ein Punkt der mir immer nicht so richtig schlüssig ist. Auch was die Hunnen eigentlich getrieben hat, war es nur die Gier nach Reichtümern? Siedlungsgebiete fallen als Grund ja wohl aus.

        Gruß Heike



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