Wie begeht ihr den 27.1.01?

Von: , Frage gestellt am Do, 11. Jan 2001

Hi Leute,

gibt es Gedenkfeiern, Demos oder Ähnliches in Deutschland?

Wie begeht man den 27.01., den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, damit er nicht im Alltag des Wochenendes untergeht - außer sich selbst zu erinnern und zu besinnen?

Liebe Grüße, Faten

56 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 19 Minuten hilfreich
    Re: Wie begeht ihr den 27.1.01?

    Hallo Faten,
    so wichtig es ist, manche Dinge im Gedächtnis zu halten, haben Gedenkfeiern für mich immer so etwas von Ablaßbriefen. Einmal im Jahr bin ich verpflichtet, Trauer & Betroffenheit (Dein Beispiel), Dankbarkeit (Muttertag), Freude & Besinnung (Weihnachten) oder hemmungslose Heiterkeit (Karneval) zu empfinden. Brrr. Da bleibe ich doch lieber ehrlich und lebe das ganze Jahr bewußt...

    Ciao
    Uwe [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
      ich muß mich wohl erklären :)

      Hi Uwe,

      ohweia, jetzt krieg ich es aber knüppeldick.

      Selbst Schuld, wenn man so blöd formuliert, nicht?

      Ich habe nämlich bis heute nichts von diesem gedenktag gewußt. ich las ihn in einem internationalen Kalender und habe mich gewundert, was an diesem tag wohl geschehen soll oder ob es da irgendwelche Kranzniederlegungen gibt und mehr nicht. so wichtig es ist, manche Dinge im Gedächtnis zu halten, haben
      Gedenkfeiern für mich immer so etwas von Ablaßbriefen.
      Das kommt mir auch immer so vor. Auch diese Politiker, die so was als Termin einplanen und dann mal eben ein Träänchen verdrücken oder betroffene Reden halten und deren Politik aber nichts von diesen Gedanken widerspiegelt oder eben kaum. Da bleibe ich doch lieber ehrlich und lebe
      das ganze Jahr bewußt...
      Dito

      Und ... nichts für ungut :)

      cu, Faten

      • Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
        Re: ich muß mich wohl erklären :)

        Hallo Faten, ohweia, jetzt krieg ich es aber knüppeldick.
        Ach was, die Reaktionen sind nur allzu verständlich, und sicher nicht persönlich gegen Dich gerichtet. Ich habe nämlich bis heute nichts von diesem gedenktag gewußt.
        ich las ihn in einem internationalen Kalender und habe mich
        gewundert, was an diesem tag wohl geschehen soll oder ob es da
        irgendwelche Kranzniederlegungen gibt und mehr nicht.
        Es gibt ne Menge Kranzniederlegungen. Ein sehr beliebter Ort dafür liegt in Polen. Da machen die deutschen Politiker den Kniefall, noch immer, obwohl sie schon Millarden für die Hinterbliebenen zum Fenster raus werfen....

        Gruss
        Reiko

        • Antwort von nach 10 Stunden 2 hilfreich
          Re^2: ich muß mich wohl erklären :)

          Hallo, Es gibt ne Menge Kranzniederlegungen. Ein sehr beliebter Ort
          dafür liegt in Polen. Da machen die deutschen Politiker den
          Kniefall, noch immer, obwohl sie schon Millarden für die
          Hinterbliebenen zum Fenster raus werfen....
          Zum einen kann man das, was man Polen angetan hat, mit Geld (auch mit Milliarden) nie wieder gutmachen. Und genau das hat der Kniefall vermittelt. Entschädigungen können nicht mehr sein als ein bescheidenes Schmerzensgeld.
          Und zum anderen dürfen wir nie vergessen, dass _Deutschland_ Krieg und Vernichtung angezettelt hat und daher richtigerweise strengere Anforderungen ans uns gestellt werden als an alle anderen.

          Matthias

          • Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
            Re^3: ich muß mich wohl erklären :)

            re hi,

            was du sagst,mag alles richtig sein. Aber warum zum Teufel muss ich noch immer den Duckmäuser machen, wenn andere, die heute die Hand aufhalten, danach bellen?

            Nach der Rechtsauffassung stellt eine Entschädigung die selbige für Schaden, den die Geschädigten erlitten, da.

            Mit einer Entschädigung wird ein Schuldanerkenntniss und die Begleichung derselben geleistet.

            So langsam aber sicher darf man aufhören, ganze Generationen für die Fehler verantwortlich machen, die einst gemacht wurden.

            Ja, ich weiss, wider das Vergessen. Aber was wurde und wird nicht alles vergessen, was im nachhinein geschah. Kenn Mensch spricht drüber............

            CIAo

            • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
              Vorsicht mit Worten, bitte

              Hi, du sprichst nicht von einem Rechtsstreit, sondern von den Folgen eines Krieges, es läuft anders, wenn überhaupt. Du könntest dafür sicherlich feinere Ausdrucksweise finden, glaube ich. re hi,

              was du sagst,mag alles richtig sein. Aber warum zum Teufel
              muss ich noch immer den Duckmäuser machen, wenn andere, die
              heute die Hand aufhalten, danach bellen?

              Nach der Rechtsauffassung stellt eine Entschädigung die
              selbige für Schaden, den die Geschädigten erlitten, da.

              Mit einer Entschädigung wird ein Schuldanerkenntniss und die
              Begleichung derselben geleistet.

              So langsam aber sicher darf man aufhören, ganze Generationen
              für die Fehler verantwortlich machen, die einst gemacht
              wurden.
              Das könnte man den Opfern und ihren Nachfolge-Generationen überlassen - eben zu sagen, wann sie nicht mehr darunter leiden, was ihnen angetan wurde... Wenn es soweit ist, könnte man sich auch beruhigen...

              Bye

            • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
              Re: Vorsicht mit Worten, bitte

              Hi, du sprichst nicht von einem Rechtsstreit, sondern von den
              Folgen eines Krieges, es läuft anders, wenn überhaupt. Du
              könntest dafür sicherlich feinere Ausdrucksweise finden,
              glaube ich.
              Warum muss ich mir meine Worte besser auswählen, weil andere es so wollen?
              Wobei ich das sage, was ich denke, und da frage ich niemanden............



              Das könnte man den Opfern und ihren Nachfolge-Generationen
              überlassen - eben zu sagen, wann sie nicht mehr darunter
              leiden, was ihnen angetan wurde... Wenn es soweit ist, könnte
              man sich auch beruhigen...

              Ah ja. Aber die, die die Schuld büssen, haben nicht zu fragem wann sie diese Schuld denn mal endlich gebüsst haben?

              Schon klar.............

              CAIo

            • Antwort von nach 14 Stunden 5 hilfreich
              Re^2: Vorsicht mit Worten, bitte

              Hallo Reiko
              Zur Abwechslung mal ernst! :-)
              Ich denke (sic!), daß der Tag eine andere Intention haben sollte. Es geht nicht um die Schuld einer Generation, sondern um Verantwortung. Niemand macht heute "Die Deutschen" per se zu Verbrechern und Altnazis. Ich wehre mich auch gegen die Schlussfolgerung Deutsch= Schuldig. Aber wir haben ja aus der Geschichte (hoffentlich) gelernt. Und das beinhaltet auch, die Geschichte des eigenen Staates nicht zu vergessen. (Das gilt für Wessis wie Ossis gleichermassen!).
              Das, was in den berühmt/berüchtigen 1000 Jahren geschehen ist, ist auf grausame Art "einmalig". Genozid diesen Ausmasses hat es vorher nicht gegeben. Und als Demokrat (ich unterstelle Dir jetzt mal, daß Du einer bist :-)) schadet es nichts, den Gedenktag zu begehen- vielleicht unter dem Motto "Ich kann nichts dafür, aber ich kann was dafür tun, daß so etwas nie wieder passiert" Und solche Dinge passieren heute ja wieder- mal offensichtlich, mal versteckt. Es geht, um das nochmal zu unterstreichen, nicht um Schuld, sondern um Verantwortung! Und wenn man/frau sich ernsthaft mit Geschichte/Politik auseinandersetzt (in welchen Brettern bist Du MOD?), sollte man die damaligen Geschehnisse und deren Auswirkungen nicht "unter den Tisch kehren".
              Die Taten der Soviet- Armee sind nicht entschuldbar.Kein Verbrechen ist entschuldbar. Aber zu sagen "Du hast Bockmist gebaut, deswegen kümmere ich mich nicht um meinen" geht an der Sache - der Verantwortung - IMHO voll vorbei.

              Gruß

              Weikko

            • Antwort von nach 20 Stunden hilfreich
              Re^3: Vorsicht mit Worten, bitte

              Hallo Weikko,

              Du betrachtest diese Sache schon richtig und auch objektiv. Das, was in den berühmt/berüchtigen 1000 Jahren geschehen ist,
              ist auf grausame Art "einmalig". Genozid diesen Ausmasses hat
              es vorher nicht gegeben.
              Zumindest nicht in einem solch kurzen Zeitraum.... Und als Demokrat (ich unterstelle Dir
              jetzt mal, daß Du einer bist :-))
              Da muss ich Dich leider enttäuschen, ich halte mich nicht für einen Demokraten, zumindest nicht, wenn es auf die Demokratie bezogen ist, die heute herrscht. schadet es nichts, den
              Gedenktag zu begehen- vielleicht unter dem Motto "Ich kann
              nichts dafür, aber ich kann was dafür tun, daß so etwas nie
              wieder passiert" Und solche Dinge passieren heute ja wieder-
              mal offensichtlich, mal versteckt. Es geht, um das nochmal zu
              unterstreichen, nicht um Schuld, sondern um Verantwortung!
              Die Frage, die doch immer wieder kehrt, wer muss denn noch Verantwortung tragen? Unser Kínder und Enkel in 50 Jahren auch noch? Müssen wir ihnen auch noch unter die Nase reiben, wie böse ihre Vorfahren vor 100 Jahren waren? Scheint so zu werden. Und
              wenn man/frau sich ernsthaft mit Geschichte/Politik
              auseinandersetzt (in welchen Brettern bist Du MOD?)
              Was bitte hat die Funktion als MOD mit freier Meinungsäusserung zu tun? Muss ich mich anpassen? Oder darf ich wirklich nur das schreiben, was andere lesen und hören wollen? *kopfschüttel* , sollte
              man die damaligen Geschehnisse und deren Auswirkungen nicht
              "unter den Tisch kehren".
              Niemand kehrt etwas unter den Tisch, schon gar nicht diese Angelegenheit. Aber immer und immer wieder daran erinnert zu werden, einem Volk anzugehören, was den grössten Fehler und die grösste Katastrophe in seiner Geschichte begangen und hervorgerufen hat, und dafür gefälligts noch immer den Kniefall zu machen hat, nervt irgendwann. Aber zu sagen "Du hast Bockmist
              gebaut, deswegen kümmere ich mich nicht um meinen" geht an der
              Sache - der Verantwortung - IMHO voll vorbei.
              Siehe oben, "Die Frage, die doch immer...."

              Gruss
              Reiko



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