Wie begeht ihr den 27.1.01?

Hi Leute,

gibt es Gedenkfeiern, Demos oder Ähnliches in Deutschland?

Wie begeht man den 27.01., den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, damit er nicht im Alltag des Wochenendes untergeht - außer sich selbst zu erinnern und zu besinnen?

Liebe Grüße, Faten

Hallo Faten,
so wichtig es ist, manche Dinge im Gedächtnis zu halten, haben Gedenkfeiern für mich immer so etwas von Ablaßbriefen. Einmal im Jahr bin ich verpflichtet, Trauer & Betroffenheit (Dein Beispiel), Dankbarkeit (Muttertag), Freude & Besinnung (Weihnachten) oder hemmungslose Heiterkeit (Karneval) zu empfinden. Brrr. Da bleibe ich doch lieber ehrlich und lebe das ganze Jahr bewußt…

Ciao
Uwe

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ich werf der npd-geschäftsstelle bei uns um die ecke mal wieder die scheibe ein, die ist schon viel zu lange wieder heile. und dann stell ich mich mit meinen griechischen freunden vor den laden und esse mit ihnen eine türkische pizza

dietmar

Hallo Faten,

genauso wie Muttertag, Tag der deutschen Einheit und ähnliche: gar nicht. Von solchen Pseudo-Gedenktagen halte ich nichts. Mein Motto ist: entweder man kümmert sich immer, dann braucht man ihn nicht, oder man kümmert sich sonst nie, dann ist’s nur Heuchelei und sollte unterlassen werden.

Gruß, Kubi

Hi Faten,

wenn es noch Gedenktage für die Opfer des Kommunismus und deren Terror geben würde, einen Gedenktag für die ermordeten und missbrauchten Kinder in unserer Heimat, einen Gedenktag für die Millionen Toten des russischen Umtriebes während des Vormarsches nach Deutschland, einen für die Millionen verschollenen Soldaten des Krieges, dann wäre ich bereit, auch einen solchen Gedenktag zu begehen…

CIAo

Hallo,

entweder habe ich Deine feine Ironie nicht erkannt oder Du hast gerade mehr oder weniger zu Gewalt aufgerufen…
Geh doch mit Deinen griechischen Freunden gleich zum Türken rein, dann schlagen die sich wenigstens die Köpfe ein.
Heimdall

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Toller Gedenktag, an dem man extra erinnern muß! Die Leute sollen sich wohl mit Gewalt schämen? Deutschland ist das einzige Land, das sich selbst immer wieder geißelt. Das geht nicht mehr lange gut.
Ohne Gruß
Heimdall

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ich muß mich wohl erklären :smile:
Hi Uwe,

ohweia, jetzt krieg ich es aber knüppeldick.

Selbst Schuld, wenn man so blöd formuliert, nicht?

Ich habe nämlich bis heute nichts von diesem gedenktag gewußt. ich las ihn in einem internationalen Kalender und habe mich gewundert, was an diesem tag wohl geschehen soll oder ob es da irgendwelche Kranzniederlegungen gibt und mehr nicht.

so wichtig es ist, manche Dinge im Gedächtnis zu halten, haben
Gedenkfeiern für mich immer so etwas von Ablaßbriefen.

Das kommt mir auch immer so vor. Auch diese Politiker, die so was als Termin einplanen und dann mal eben ein Träänchen verdrücken oder betroffene Reden halten und deren Politik aber nichts von diesen Gedanken widerspiegelt oder eben kaum.

Da bleibe ich doch lieber ehrlich und lebe
das ganze Jahr bewußt…

Dito

Und … nichts für ungut :smile:

cu, Faten

Hallo Faten,

ohweia, jetzt krieg ich es aber knüppeldick.

Ach was, die Reaktionen sind nur allzu verständlich, und sicher nicht persönlich gegen Dich gerichtet.

Ich habe nämlich bis heute nichts von diesem gedenktag gewußt.
ich las ihn in einem internationalen Kalender und habe mich
gewundert, was an diesem tag wohl geschehen soll oder ob es da
irgendwelche Kranzniederlegungen gibt und mehr nicht.

Es gibt ne Menge Kranzniederlegungen. Ein sehr beliebter Ort dafür liegt in Polen. Da machen die deutschen Politiker den Kniefall, noch immer, obwohl sie schon Millarden für die Hinterbliebenen zum Fenster raus werfen…

Gruss
Reiko

Das geht nicht mehr lange gut.

Wenn Leute wie Du hier irgendwann mal in der Mehrheit sind, sicher nicht.

War keine Kritik an Dir…
Hallo Faten!

ohweia, jetzt krieg ich es aber knüppeldick.

Wenn das so rüberkam, hab´ ich wohl schlecht formuliert :smile:

Ciao
Uwe

Hallo,

Es gibt ne Menge Kranzniederlegungen. Ein sehr beliebter Ort
dafür liegt in Polen. Da machen die deutschen Politiker den
Kniefall, noch immer, obwohl sie schon Millarden für die
Hinterbliebenen zum Fenster raus werfen…

Zum einen kann man das, was man Polen angetan hat, mit Geld (auch mit Milliarden) nie wieder gutmachen. Und genau das hat der Kniefall vermittelt. Entschädigungen können nicht mehr sein als ein bescheidenes Schmerzensgeld.
Und zum anderen dürfen wir nie vergessen, dass _Deutschland_ Krieg und Vernichtung angezettelt hat und daher richtigerweise strengere Anforderungen ans uns gestellt werden als an alle anderen.

Matthias

2 „Gefällt mir“

re hi,

was du sagst,mag alles richtig sein. Aber warum zum Teufel muss ich noch immer den Duckmäuser machen, wenn andere, die heute die Hand aufhalten, danach bellen?

Nach der Rechtsauffassung stellt eine Entschädigung die selbige für Schaden, den die Geschädigten erlitten, da.

Mit einer Entschädigung wird ein Schuldanerkenntniss und die Begleichung derselben geleistet.

So langsam aber sicher darf man aufhören, ganze Generationen für die Fehler verantwortlich machen, die einst gemacht wurden.

Ja, ich weiss, wider das Vergessen. Aber was wurde und wird nicht alles vergessen, was im nachhinein geschah. Kenn Mensch spricht drüber…

CIAo

Hi Leute,

gibt es Gedenkfeiern, Demos oder Ähnliches in Deutschland?

Wie begeht man den 27.01., den Tag des Gedenkens an die Opfer
des Nationalsozialismus, damit er nicht im Alltag des
Wochenendes untergeht - außer sich selbst zu erinnern und zu
besinnen?

Hallo Faten
kenn ich gar nicht, wer hat denn so was eingeführt?
Gruß
Rainer

Vorsicht mit Worten, bitte
Hi, du sprichst nicht von einem Rechtsstreit, sondern von den Folgen eines Krieges, es läuft anders, wenn überhaupt. Du könntest dafür sicherlich feinere Ausdrucksweise finden, glaube ich.

re hi,

was du sagst,mag alles richtig sein. Aber warum zum Teufel
muss ich noch immer den Duckmäuser machen, wenn andere, die
heute die Hand aufhalten, danach bellen?

Nach der Rechtsauffassung stellt eine Entschädigung die
selbige für Schaden, den die Geschädigten erlitten, da.

Mit einer Entschädigung wird ein Schuldanerkenntniss und die
Begleichung derselben geleistet.

So langsam aber sicher darf man aufhören, ganze Generationen
für die Fehler verantwortlich machen, die einst gemacht
wurden.

Das könnte man den Opfern und ihren Nachfolge-Generationen überlassen - eben zu sagen, wann sie nicht mehr darunter leiden, was ihnen angetan wurde… Wenn es soweit ist, könnte man sich auch beruhigen…

Bye

du sprichst mir aus der seele, danke (oT)

Hi, du sprichst nicht von einem Rechtsstreit, sondern von den
Folgen eines Krieges, es läuft anders, wenn überhaupt. Du
könntest dafür sicherlich feinere Ausdrucksweise finden,
glaube ich.

Warum muss ich mir meine Worte besser auswählen, weil andere es so wollen?
Wobei ich das sage, was ich denke, und da frage ich niemanden…

Das könnte man den Opfern und ihren Nachfolge-Generationen
überlassen - eben zu sagen, wann sie nicht mehr darunter
leiden, was ihnen angetan wurde… Wenn es soweit ist, könnte
man sich auch beruhigen…

Ah ja. Aber die, die die Schuld büssen, haben nicht zu fragem wann sie diese Schuld denn mal endlich gebüsst haben?

Schon klar…

CAIo

Hallo Reiko
Zur Abwechslung mal ernst! :smile:
Ich denke (sic!), daß der Tag eine andere Intention haben sollte. Es geht nicht um die Schuld einer Generation, sondern um Verantwortung. Niemand macht heute „Die Deutschen“ per se zu Verbrechern und Altnazis. Ich wehre mich auch gegen die Schlussfolgerung Deutsch= Schuldig. Aber wir haben ja aus der Geschichte (hoffentlich) gelernt. Und das beinhaltet auch, die Geschichte des eigenen Staates nicht zu vergessen. (Das gilt für Wessis wie Ossis gleichermassen!).
Das, was in den berühmt/berüchtigen 1000 Jahren geschehen ist, ist auf grausame Art „einmalig“. Genozid diesen Ausmasses hat es vorher nicht gegeben. Und als Demokrat (ich unterstelle Dir jetzt mal, daß Du einer bist :smile:) schadet es nichts, den Gedenktag zu begehen- vielleicht unter dem Motto „Ich kann nichts dafür, aber ich kann was dafür tun, daß so etwas nie wieder passiert“ Und solche Dinge passieren heute ja wieder- mal offensichtlich, mal versteckt. Es geht, um das nochmal zu unterstreichen, nicht um Schuld, sondern um Verantwortung! Und wenn man/frau sich ernsthaft mit Geschichte/Politik auseinandersetzt (in welchen Brettern bist Du MOD?), sollte man die damaligen Geschehnisse und deren Auswirkungen nicht „unter den Tisch kehren“.
Die Taten der Soviet- Armee sind nicht entschuldbar.Kein Verbrechen ist entschuldbar. Aber zu sagen „Du hast Bockmist gebaut, deswegen kümmere ich mich nicht um meinen“ geht an der Sache - der Verantwortung - IMHO voll vorbei.

Gruß

Weikko

3 „Gefällt mir“

Hi Rainer,

ich kenne den auch nicht. Auf der Webseite stand, daß dieser Gedenktag 1996 von Roman Herzog eingeführt worden ist.

cu, Faten

Hallo Weikko,

Du betrachtest diese Sache schon richtig und auch objektiv.

Das, was in den berühmt/berüchtigen 1000 Jahren geschehen ist,
ist auf grausame Art „einmalig“. Genozid diesen Ausmasses hat
es vorher nicht gegeben.

Zumindest nicht in einem solch kurzen Zeitraum…

Und als Demokrat (ich unterstelle Dir
jetzt mal, daß Du einer bist :smile:)

Da muss ich Dich leider enttäuschen, ich halte mich nicht für einen Demokraten, zumindest nicht, wenn es auf die Demokratie bezogen ist, die heute herrscht.

schadet es nichts, den
Gedenktag zu begehen- vielleicht unter dem Motto „Ich kann
nichts dafür, aber ich kann was dafür tun, daß so etwas nie
wieder passiert“ Und solche Dinge passieren heute ja wieder-
mal offensichtlich, mal versteckt. Es geht, um das nochmal zu
unterstreichen, nicht um Schuld, sondern um Verantwortung!

Die Frage, die doch immer wieder kehrt, wer muss denn noch Verantwortung tragen? Unser Kínder und Enkel in 50 Jahren auch noch? Müssen wir ihnen auch noch unter die Nase reiben, wie böse ihre Vorfahren vor 100 Jahren waren? Scheint so zu werden.

Und
wenn man/frau sich ernsthaft mit Geschichte/Politik
auseinandersetzt (in welchen Brettern bist Du MOD?)

Was bitte hat die Funktion als MOD mit freier Meinungsäusserung zu tun? Muss ich mich anpassen? Oder darf ich wirklich nur das schreiben, was andere lesen und hören wollen? *kopfschüttel*

, sollte
man die damaligen Geschehnisse und deren Auswirkungen nicht
„unter den Tisch kehren“.

Niemand kehrt etwas unter den Tisch, schon gar nicht diese Angelegenheit. Aber immer und immer wieder daran erinnert zu werden, einem Volk anzugehören, was den grössten Fehler und die grösste Katastrophe in seiner Geschichte begangen und hervorgerufen hat, und dafür gefälligts noch immer den Kniefall zu machen hat, nervt irgendwann.

Aber zu sagen „Du hast Bockmist
gebaut, deswegen kümmere ich mich nicht um meinen“ geht an der
Sache - der Verantwortung - IMHO voll vorbei.

Siehe oben, „Die Frage, die doch immer…“

Gruss
Reiko