Bojer/Baiern (/Böhmen?) ??

Von: , Frage gestellt am Mo, 15. Jan 2001

Irgendwo habe ich mal gehört, daß die Baiern die Bezeichnung ihres Stamms von den Bojern "übernommen" hätten, auch "Böhmen" ist möglicherweise ein verwandtes Wort.
Solche Übernahme von Volksbezeichnungen kamen ja vor (?) sofern ein gewisses Maß an Siedlungskontinuität vorhanden war, bspw. Warnen und Rugier (Germanen) >>> Warnower und Ranen (Slawen) im Ostseeraum.
Allerdings saßen ja zwischen den Kelten (Boiern) und den Baiern / Böhmern noch einige andere Völkchen in der Gegend: Langobarden, Awaren etc. in und nach der Völkerwanderungszeit..., weshalb mir die Sache mit den Baiern und Boiern nicht ganz einleuchten will.
Weiß jemand was genaueres ?

8 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 13 Stunden 1 hilfreich
    Re: Bojer/Baiern (/Böhmen?) ??

    Hallo Stephan!

    Die Bayern sind Nachkommen der Markomannen und Quaden.
    Diese siedelten in Böhmen und Mähren. Am Ende der Völkerwanderungszeit kamen sie in das heutige Gebiet Bayern.

    Der Name "Baju-vare" bedeutet "Männer aus Baja, Bajuhemum".
    Das Land Böhmen wurde nach den keltischen Boiern genannt und hat diesen Namen behalten, obwohl die Boier daraus verschwunden sind.

    Gruß Werner

    • Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
      interessante info - danke (o.T.)


    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re^2: Bojer/Baiern (/Böhmen?) ??

      Hallo Werner, Die Bayern sind Nachkommen der Markomannen und Quaden.
      Diese siedelten in Böhmen und Mähren. Am Ende der
      Völkerwanderungszeit kamen sie in das heutige Gebiet Bayern.
      Das ist unglaubwürdig.
      Die Bayern sind ein bodenständiges Volk und noch nie kollektiv in der Weltgeschichte herumgewandert, sondern haben immer schon in Bayern gewohnt, also da, wo halt auch heute Bayrisch gesprochen wird.
      Der Schreiner, der das steinzeitliche Fischerboot in der archäologischen Staatssammlung, das man im Chiemsee fand, mit viel Geschick und Präzision gefertigt hat, der war schon ein Bayer.
      Das bayrische Volk ist hinsichtlich Kultur und Sprache hoch entwickelt und äußerst homogen, sowas kommt nicht in ein paar lumpigen Jahrhunderten.
      Das ist zunächst einmal der Common Sense. Wenn die Geschichtsforschung dem widersprechend Bizarrheiten behauptet, dann muß sie Beweise bringen, und zwar solche, die sie nicht selber fabriziert hat. Der Name "Baju-vare" bedeutet "Männer aus Baja, Bajuhemum".
      Oder auch nicht.

      Mit Verlaub:
      Wußtest Du, daß Dein Vorname ursprünglich die Bedeutung "Erleuchteter" hatte? Vir-Nir(wana).

      Und:
      Meinst Du echt, daß sein Großvater dem jungen Herzog Tassilo erzählen konnte, daß sein Großvater ihm erzählt hat, daß dessen Opa (also 9 Generationen früher) noch als Nicht-Bayer, nämlich als quadisch-markomannischer Mischling geboren wurde, und seine Muttersprache natürlich noch nicht Bayrisch, sondern in diesem Fall Quadisch war, weil der markomannische Vater selten zuhause, sondern meist auf Völkerwanderung war?


      Liebe Grüße
      Wolfgang

      • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
        Re^3: Bojer/Baiern (/Böhmen?) ??

        hi Wolfgang.

        Wie erklärst du dir die entsprechenden Bodenfunde?
        welche deiner Ansicht doch ein wenig wiedersprechen
        (oder sind die irrelevant)

        Lies doch mal nach:
        Maczynska, M; Die Völkerwanderung; 258 pp; Artemis & Winkler-Verlag; Düsseldorf/Zürich 1993

        Gruss
        Mike

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^4: Bojer/Baiern (/Böhmen?) ??

          Hallo Mike!

          Widersprich keinem Bajuwaren. Sie sind einmalig und waren plötzlich da!!

          Gruß Werner [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

          • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
            Re^5: Bojer/Baiern (/Böhmen?) ??

            Zunächst einmal an Mike,

            das tut mir leid, Du kannst nicht von mir verlangen, daß ich ein bestimmtes Buch lesen und dann einen kritischen Kommentar dazu poste. So gern ich es täte ... keine Zeit. Hallo Mike!

            Widersprich keinem Bajuwaren. Sie sind einmalig und waren
            plötzlich da!!

            Gruß Werner
            Lieber Werner,
            daß die Bayern plötzlich da waren, ist nicht meine, sondern Deine absurde Behauptung. Ich sagte, die Bayern waren immer schon in Bayern.

            Wenn ich mir Deine Aussagen zu Völkerwanderung und Bajuvariagenese zusammenreime, dann komme ich auf folgende Geschichte:
            Eines Tages beschlossen die Quaden, Völkerwanderung zu machen. Sie begannen damit, daß jede Bauerfamilie viel mehr Schlitten anschaffen mußte, als sie normalerweise brauchte, denn sie wollte ja den ganzen Hausstand, die Jahresernte, die Babys und die Senioren mitnehmen.
            Als alle ihre Schlitten fertighatten und das Getreide ausgedroschen war (das geht nur dann ruckzuck, wenn man einen Scheunendrescher hat, lies z.B. mal bei der Wimschneider nach), da lud man auf, und los ging die Quadenwanderung.
            Nun begab es sich aber, daß die Markommen gleiches getan hatten, und beide Völker an einem Ampelstop miteinander ins Gespräch kamen. Die jungen quadischen Männer fanden Gefallen an den jungen Markomanninnen und vice versa.
            Beide Völker beschlossen, fortan gemeinsam zu wandern (oder gleich dazubleiben).
            In den folgenden 20 Jahren heiratete kaum jemand jemanden aus dem eigenen, sondern zumeist aus dem Partnervolk, ohne jedoch die Sprache des Partnervolkes zu lernen.
            Die Kinder aus diesen Ehen wurden weder in der einen, noch in der anderen, noch auch in beiden Sprachen erzogen, sondern man kreierte ein Kauderwelsch aus beiden Sprachen, reicherte es mit Phantasiewörtern an, und so entstand die bayrische Sprache. Quadisch wie Markomannisch geriet rasch in Vergessenheit, ebenso wie die Erinnerung an die alte Heimat, denn eine kollektive Erinnerung an die alte Heimat vor Jahrhunderten hat eigentlich nur das jüdische Volk und, geringer, die Amerikaner.

            Wannst moanst...

            Wolfgang Berger

            • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
              Re^6: Bojer/Baiern (/Böhmen?) ??

              Hallo Wolfgang!

              Deine Geschichte hast Du sehr schön erzählt.
              Sie passierte genau so 1945. Damals kamen Oberschlesier und Ostpreußen zu dem Entschluß gen Westen zu ziehen. (Und viele andere german. Völker mehr). Nicht nach Bayern, sondern nach Nordwestdeutschland. Nach Bayern wollte unbedingt der Stamm der Sudetendeutschen.
              Also, die Oberschlesier und Ostpreußen kamen dann in das Weser-Ems-Gebiet. Dort wurden sie von den Eingeborenen mehr oder weniger freundlich aufgenommen. Über kurz oder lang stellte sich heraus, dass auch die Wanderer hübsche Frauen hatten und sie wurden von den Eingeborenen geheiratet. Selbst der Glaube spielte dann keine Rolle mehr. Die Eingeborenen waren alle lutherisch, die Wanderen katholisch. Die Lutheraner teilten sich sogar die alte Kirche mit den Katholiken.
              Alle drei Völker hatten ihre eigene Sprache, die dann, nach Heirat miteinander, so langsam verloren ging.
              Die Flüchtlinge integrierten sich aufs Beste und überflügelten bald die Eingeborenen.
              Heute sind alle drei Sprachen fast ausgelöscht, nur die der Eingeborenen hört man noch ab und zu. Auch von den Enkeln der Ostpreußen und Oberschlesier. Ihre eigene Sprache haben diese mittlerweile verloren.

              Der Grund, daß Oberschlesier und Ostpreußen gen Westen zogen, ist exakt der gleiche, wie vor 1700 Jahren der Beginn der Völkerwanderung. Angst vor einem bösen Feind! Und da packt man nicht in Ruhe die Klamotten zusammen, baut neue Schlitten. Nein, man nimmt so viel, wie man tragen kann, nimmt die zwei besten Pferde vor den Wagen und fährt los. Man entschließt sich auch nicht dazu, sondern die Vernunft und die Angst jagt sie aus der Heimat.

              Wenn Du heute in die Siedlungsgebiete im Weser_Ems-Raum kommst (wie überall in Deutschland), erkennst Du niemanden mehr als Angehörigen der ehemaligen Wanderer. Sie haben sich alle vermischt. Hier gibt es kaum noch reine Ureinwohner.

              Das ist wohl in den bayerischen Siedlungsgebieten anders. Da wollen die Sudetendeutschen unbedingt zurück in ihre alte Heimat. Vielleicht fühlen sie sich nicht wohl in Bayern? Wer weiß?
              Wir, das Gemisch aus drei Völkern, wollen hierbleiben. Viele besuchen ihre Heimat im Osten mal und kommen dann schnell zurück.

              Gruß Werner

            • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
              Re^7: Bojer/Baiern (/Böhmen?) ??

              Hallo Werner,

              das freut mich aber, daß Du Dich meiner ursprünglich geäußerten Meinung so annäherst. Jetzt sind wir beide weg von dem Bild des kämpfend wandernden und seine Jahresvorräte mit sich führenden Volkes und könnten darüber spekulieren, wann und warum solche Propaganda verbreitet wurde.

              Mit der Integration der Heimatvertriebenen beschreibst Du etwas, das es sicherlich schon vor vielen tausend Jahren gegeben hat: die friedliche Zuwanderung von Individuen. Ein wichtiges Kennzeichen davon ist, daß sie keinen kulturellen Einfluß hat, als Beleg für die Möglichkeit der von Dir behaupteten Entstehung des bayrischen Volkes somit nicht taugt.

              Die Vertreibung selbst kommt vom Schreckensregime Stalins, das mit seinen Dutzend Millionen Todesopfern wohl eine geschichtliche Einmaligkeit sein dürfte.

              Die m.E. ungewöhnlich schnelle totale Integrierung der Schlesier und Ostpreußen im Weser-Ems-Gebiet, von der Du berichtest, halte ich in der Tat für bemerkenswert, übertrieben und womöglich symptomatisch für eine schwache Identität der "Eingeborenen", von einem "Volk" sprichst Du ja selbst schon gar nicht.

              Den Heimatvertriebenen in Bayern geht es gut, sie sind nicht verhaßt, sie wollen auch nicht weg (mancher trauert halt seinem früheren Besitz nach), viele haben ihren Dialekt im Laufe der Jahrzehnte abgelegt, keiner hat jedoch Bayrisch gelernt. Viele haben Bayern geheiratet, deren Kinder sprechen Bayrisch, aber ohne die geringste sudetendeutsche Färbung oder Ergänzung.
              Es gibt auch neugegründete Städte, z.B. Neugablonz oder Waldkraiburg, wo die Sudetendeutschen unter sich geblieben sind.

              Ich wage mal die Vermutung, daß es bei den Friesen, einem Volk mit starker Identität, auch so ähnlich ist oder wäre.

              Ähnliches gilt übrigens auch für die Nachkommen der Teilnehmer an einer Besiedelunksaktion für Rheinpfälzer um ca. 1800 nach Kolbermoor bei Bad Aibling und Karolinenfeld (Prinzessin Karoline). Die sind auch niemals angefeindet worden. Sie haben mitten im bayrischen Oberland die erste evangelische Kirche errichtet, sind bis heute ihrem Dialekt treu geblieben und pflegen noch Kontakte zur alten Heimat.

              Vor allem gilt: Diese Leute sind willkommen gewesen, weil halt bis zu einer bestimmten Bevölkerungsdichte Leute willkommen sind. Sie waren friedliche Bauern und Handwerker. Sie haben das einheimische Volk nicht zu einem anderen Volk gemacht als es vorher war.

              Gruß
              Wolfgang

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