Sudetenland

Hallo, Alle, die Ihr Interesse an unserer verlorenen Heimat zeigt. Ich bin selbst aus dem Sudetenland vertrieben worden, war allerdings noch ein Baby, habe mich aber seit einiger Zeit sehr intensiv mit unserer Geschichte beschäftigt. Wenn jemand meint, daß wir erst die letzten zwölf Jahre dort lebten, dem kann ich nur sagen, daß bereits im Jahre 1000 die ersten Deutschen ins Land kamen und es erst urbar gemacht haben. Ich selbst kann die Familie meiner Mutter bis 1654 zurück verfolgen und glaube, daß diese auch schon viel früher ins Land gekommen sind. Sollte jemand Fragen haben, werde ich versuchen, diese ordentlich zu beantworten und verweise hier auch auf die Expertensuche, wo man mich unter Sudetenland ebenfalls findet. Meine EMail = [email protected]
Mit freundlichem Gruß
Heinz-Jürgen Konetschnik

das interessiert hoffentlich kein schwein
das ist naemlich genau die art von heimatbeduerftnis und damit verbundenem folgendem revanchismus, der jahrhundertelang zu kriegen in kurzfristigen abstaenden in mitteleuropa gefuehrt hat!
gottseidank gab es vorausschauende politiker - konrad adenauer, charles de gaulle, willy brandt , um nur einige zu nennen, die diesen heimatspuk endlich durch vernuenftige vertraege und eingehaltene zusagen beendet haben - mit dem ergebnis, dass wir hier nunmehr solange in frieden leben duerfen, wie schon seit vielen generationen nicht mehr!
und bevor du mich dann endgueltig zerreisst: mein vater ist ostpreusse und meine mutter stammt aus dem memelland, aber sogar die beiden alten leutchen haben begriffen, dass das gejammere nach der alten heimat niemandem nuetzt.
und wenn es dich unabdingbar auf die scholle deiner altvorderen treib, klaub deinen hoffentlich gut angelegten lastenausgleich zusammen, den in den 50er jahren jeder bekommen hat, und wandere dorthin aus - die zwei generationen, die dort mittlerweile leben warten bestimmt schon auf dich und deine gesinnungsgenossen.
khs

Hallo Karl-Heinz,

ich finde du tust dem Heinz-Jürgen Unrecht. Er hat sich lediglich bereiterklärt, seinwissen an Intressierte zu vermitteln, weil es ihn betrifft und er sich damit beschäftigt hat. was bitte ist daran denn so verkehrt?

Gruß Hanna

ich gebe khs zumindest in weiten teilbereichen recht, gehe nur für mich selbst auf andere weise heran.

der begriff „heimat“ ist gefühl. und gefühl ist in jedem eine sehr reale angelegenheit. empfinden stammt von erfahren ab, erfahren erfordert erleben, erleben kann nur aus berührungspunkten heraus entstehen. und du hattest keine berührungspunkte mit dem, was du heimat nennst. daß deine wurzeln dich interessieren, ist sicherlich das normalste der welt. aber eine tiefe emotionale bindung kannst du nicht entwickelt haben. wie soll das gehen? wenn du nur ein paar schritte weitergehst, darfst du dir auch die frage stellen, ob du für den ort deiner geburt zu den waffen greifen würdest. zu provokativ? weit gefehlt! es sind die mechanismen, die alte, längst ausgetragene konflikte wieder aufflammen und zu kriegen ausufern ließen - und lassen! es ist das festhalten an längst vergangenem, was in vergangenheit und gegenwart völlig unnötig und ab überschreitung wichtiger hemmschwellen eine gewaltige eindynamik freisetzt. falsch projizierte heimatgefühle haben millionen menschen mit ihren leben bezahlt. verdammt, wieso können dinge, die von der zeit und ihrer eigenen geschichte überholt wurden, nicht endlich abgeschlossen werden? nicht vergessen, nein. niemals! aber abschließen! es ist die sache, die speziell im deutschen volkskörper nicht zugelassen wird. aber diese querverbindung werde ich jetzt nicht aufgreifen…

gruß!
tino

Heimat oder doch NUR so ein Gefühl?
Hi ihr alle,

erstmal danke wegen des Angebots der Info aus Expertenhand zum Thema Sudetenland :smile: Ich komme bei Bedarf bestimmt darauf zurück.

erleben kann nur aus
berührungspunkten heraus entstehen. und du hattest keine
berührungspunkte mit dem, was du heimat nennst.

Das stimmt so nicht. Eine Familiengeschichte prägt die Kultur, die Menschen innerhalb der nächsten Generationen dieser Familie auch unbewußt. Es gibt sogar ein unbewußtes Volkserbe z.B. die Angst vor dem Fremden oder Reaktionen bei ganz bestimmten Gefahren - es gibt so eine Art Gedächtnis. Wieso sollte er dann KEINE Berührungspunkte haben, wenn er sich doch noch dazu intensiv damit beschäftigt hat. Er lebt nicht dort, daß ist nicht das, was ihm es abspricht, eine tiefe Verbundenheit mit dem Land seiner Herkunft zu verbinden. Und das ist es doch, was Heimat ist. Ein Ort, wo du dich innerlich zuhause fühlst. Manche Menschen können dafür keine Land oder auch nur eine Stadt finden, sie beziehen dies auf einen Personenkreis - das hat alles mit der Familiengeschichte zu tun. Es ist KEINE Nebensache.

Also ich kann ihn sehr gut verstehen. Aber ich bin auch ein Kind zweier Länder und meine Familiengeschichte ist mütterlicherseits alleine im letzten Jahrhundert mit 3 Fluchten versehen.

Gruß, Faten

faten, vielleicht müssen wir in ein anderes brett auswandern…

dennoch: heimatliebe ist nichts, was mit der muttermilch gegeben wird. dem kind ist es scheißegal, in welchem land es an die brust gedrückt wird.

verbinde heimat mit menschen - die du kennst -, mit großwerden, meinetwegen sogar mit religion… und ich gebe dir recht. verbindest du es mit reiner geographie oder mit geschichte, werde ich dich nie verstehen können.

gruß!
tino

Ein wenig daneben
Hallo Karl-Heinz,

eigentlich fand ich den Artikel von Heinz-Juergen ziemlich neutral, jedenfalls hat er nicht die Wertung verdient, die Du ihm zukommen lassen hast.

Jan