Nationalsozialisten- Verführung

Von: , Frage gestellt am So, 21. Feb 2010

Hallo!

Wie haben die Nationalsozialisten die Deutschen anfangs verführt?

Das Ideal Volksgemeinschaft, Arbeitsbeschaffung durch Programme, Urlaub & Kultur mit KDF, Volksempfänger und Autos.

Gab es noch mehr?

Gruß

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 13 Stunden 1 hilfreich
    Re: Nationalsozialisten- Verführung

    Hallo.

    Bei mir in der Gegend gibt es eine Reihe sogenannter "Siedlungshäuser". Die sind alle um 1938/1939 entstanden und wurden für Leute gebaut, die sich sonst nie ein Haus hätten leisten können. Dass das nicht aus Selbstlosigkeit geschieht haben die "Siedler" nicht verstanden/verstehen wollen...

    Gruß Freakgirl

  2. Antwort von nach 14 Stunden 1 hilfreich
    Re: Nationalsozialisten- Verführung

    Hallo,

    kennst du den Film "Triumpf des Willens"?
    Es ist nicht einfach, aber man sollte sich den mal ansehen in dem Versuch, so zu fühlen, wie die Menschen damals (ohne "hindsight"), noch offen für Pathos usw.

    Der Film fängt an in einem total abgedunkelten (meist vollen) Kino.
    3 Minuten lang Dunkelheit, dazu die Töne von Wagners "Ritt der Walküre". Dann kommen erste Bilder - von Wolken, vom Himmel. Und schließlich landet ein Flugzeug und ein Gott Hitler erscheint.

    Und das wurde Menschen vorgespielt, die existentielle Sorgen hatten, die sich von den anderen Nationen gedemütigt fühlten, die glaubten, ihr Staat stünde am Rande von Chaos.

    Als ich diesen Film mal so gesehen habe, wurde mir einiges klarer.

    Gruß
    Elke

  3. Antwort von nach 17 Stunden 2 hilfreich
    Re: Nationalsozialisten- Verführung

    Hi sin*,

    auch wenn du dich schon für die Antworten bedankt hast, hoffe ich, du nimmst diese auch noch zur Kenntnis. Das Ideal Volksgemeinschaft, Arbeitsbeschaffung durch
    Programme, Urlaub & Kultur mit KDF, Volksempfänger und Autos.

    Gab es noch mehr?
    Die Punkte, die du hier aufgelistet hast, könnten den Eindruck vermitteln, dass sich nur die unteren (arbeitslosen) Schichten haben einlullen lassen. Dabei handelt es sich allerdings um einen Mythos, der auch nicht dadurch wahrer wird, dass er auch heute noch von Politikern wiederholt wird.

    Was dabei immer unter den Tisch fällt, ist, dass auch sehr viele aus der so genannten Elite (Ärzte, Juristen, Unternehmer, Offiziere, Professoren usw.) mitgespielt haben, also vornehmlich die Leute, von denen man aufgrund ihres Bildunsstands hätte meinen können, dass sie es hätten besser wissen müssen. Aber anstatt Sand ins Getriebe zu streuen, haben sie die ganze Maschine noch perfektioniert.

    Dass sie das nationalsozialistische Programm angesprochen hat, dürfte zwar durchaus unterschiedliche individuelle Gründe haben, aber m. E. gibt es vor allem einen Punkt, den sie alle gemein hatten und den die Nationalsozialisten geschickt für sich eingesetzt haben: Nationalstolz, das Versprechen, die "Schmach des Versailler Vertrags" zu revidieren, so dass sich darin nicht nur Nationalsozialisten, sondern auch alle andere Deutschnationalen und völkischen Verbänden wiederfinden konnten. Die entsprechenden Studentenverbindungen, die es bereits im Kaiserrreich gab, dürften dafür genügend Anknüpfungspunkte geboten haben.

    Schönen Gruß
    Jessica

  4. Antwort von nach 17 Stunden 1 hilfreich
    Re: Nationalsozialisten- Verführung

    Literaturempfehlung zum Thema:

    Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos: Führerkult und Volksmeinung
    Der Autor verfügt über eine gewisse Reputation auf diesem Gebiet ;-)

    LG
    Mike

  5. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Sinngemäß aus meines Papas Mund,

    Jahrgang 1919, und ganz bestimmt kein Ex-Nazi (er hat mehrfach Prügel bezogen, weil er in einer katholischen Jugendorganisation war):
    "Die HJ bot den Jugendlichen interessante, spannende Freizeit- und Ferienaktivitäten."
    Vielleicht war das im BDM ähnlich; warte mal auf Antworten von Zeit- oder Ohrenzeugen.

    Pit

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re: Sinngemäß aus meines Papas Mund,

      Hallo,

      Jungspund! (dein Papa!) "Die HJ bot den Jugendlichen interessante, spannende Freizeit-
      und Ferienaktivitäten."
      Vielleicht war das im BDM ähnlich; warte mal auf Antworten
      von Zeit- oder Ohrenzeugen.
      Ja und nein.
      Natürlich wurde dort eine Jugendarbeit geliefert, die für viele (aber nicht alle) ansprechend war. Wobei natürlich die "Gleichschaltung" nicht zu vergessen ist - d.h. die Jugendorganisationen, die vorher von anderen Organisationen bestanden, wurden von der HJ und dem BDM aufgesaugt (Jungscharen, Naturfreunde usw.).
      Aber das betraf ja nur die ganz jungen - was natürlich wichtig für die Zukunft war.

      Gruß
      Elke

      • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
        Re^2: Sinngemäß aus meines Papas Mund,

        Hallo sin* und eklastic, Jungspund! (dein Papa!) "Die HJ bot den Jugendlichen interessante, spannende Freizeit-
        und Ferienaktivitäten."
        Vielleicht war das im BDM ähnlich; warte mal auf Antworten
        von Zeit- oder Ohrenzeugen.
        Ja und nein.
        Natürlich wurde dort eine Jugendarbeit geliefert, die für
        viele (aber nicht alle) ansprechend war. Wobei natürlich die
        "Gleichschaltung" nicht zu vergessen ist - d.h. die
        Jugendorganisationen, die vorher von anderen Organisationen
        bestanden, wurden von der HJ und dem BDM aufgesaugt
        (Jungscharen, Naturfreunde usw.).
        Aber das betraf ja nur die ganz jungen - was natürlich wichtig
        für die Zukunft war.
        In diesem Zusammenhang: lesenswert ist "Vom Christkind eine Landknechtstrommel" von Edgar Gielsdorf. Da wird die Faszination der NS-Jugendarbeit ziemlich plastisch beschrieben.

        Zu den Hintergründen empfiehlt sich ein Blick in den Klassiker "Vom Wandervogel bis zur Hitlerjugend". Vor allem, was die Mechanismen der Gleichschaltung angeht.

        Grüße,
        Lizzie

  6. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: 2 Danke!

    Hi!

    Vielen Dank für eure Antworten und Gedanken.

    Gruß
    Siân



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