Hexenverbrennungen, Verbrennen bei lebendigem Leib

Von: , Frage gestellt am Do, 22. Apr 2010

... Zunge herausreissen u.a. gab es in Europa bis vor weniger als 400 Jahren. Nun war man wohl überall auf der Welt ziemlich brutal im Umgang mit anderen Menschen. Aber wo ausserhalb Europas gab es das oben Genannte sonst noch?

Danke
Laika

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 40 Minuten 0 hilfreich
    Re: Hexenverbrennungen, Verbrennen bei lebendigem

    Moin auch,

    meines Wissens war es in Indien lange Usus, das die Ehefrau eines Verstorbenen zusammen mit selbigem verbrannt wurde. Er war tot, sie...

    Ralph

    • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
      Sati (Witwenverbrennung)...

      ... ist in Indien schon lange verboten und wird nicht mehr praktiziert, Ralph

      Grüße
      EP

      • Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
        Re: Sati (Witwenverbrennung)...

        ... ist in Indien schon lange verboten und wird nicht mehr
        praktiziert, Ralph
        Na ja, so lange noch nicht: 1829. Und es kommt trotzdem noch hin und wieder vor.

        Gruß Andreas

        • Antwort von nach 6 Stunden 3 hilfreich
          Re^2: Sati (Witwenverbrennung)...

          Hi

          Sati war aber dennoch nie so häufig wie von Kolonialisten dargestellt (die armen indischen Frauen! Komm Super-Britain, wir retten sie!).

          Sati wird nämlich nur von einer kleinen (aber notorischen) Gruppe durchgeführt.

          Dass das heute noch "manchmal" vorkommt, ist übertrieben und stammt aus Schülbüchern aus den 60er Jahren. Sati ist heute ungefähr so häufig wie jeder andere Mord, also immer noch zu häufig.

          Im übrigen wurden Frauen ursprünglich weder zwanghaft noch lebendig verbrannt.

          a) es ging urspünglich um besonders tugendhafte Frauen, die den Tod dem grauenvoll ausgestoßenen Leben als Witwe (oder Kriegsgefangene) vorzogen, wenn es keinen Sohn gab der sie aufnehme würde
          b) Der Zwang wurde erst später eingeführt, dies gilt sowohl für den sozialen Druck als auch für die Abführung zum Scheiterhaufen viel später. Der soziale Druck war vorher genauso stark wie in der Schlacht fürs Reich zu sterben.

          Dass der deutsche Wikiartikel behauptet, es sei im 19. Jh. "besonders weitverbreitet" gewesen ist lächerlich.
          a) dies kommt hauptsächlich von den ersten Verbreitungsgebieten der Kolonialisten
          b) Sati war v.a. in Fürstenfamilien verbreitet und mit der "normalen" Bevölkerung gab man sich erst gar nicht ab. Es fällt unter die übliche "selektive Wahrnehmung" und entwickelte sich zu einem Perpetuum Mobile unter Westlern die sich natürlich nur die abstoßensten Dinge über diese "vielgötternden Barbaren" da in Indien erzählten.

          lg
          Kate

      • Antwort von nach 6 Stunden 2 hilfreich
        Re: Sati (Witwenverbrennung)...

        Moin auch,

        ich zitiere aus dem UP:
        Aber wo ausserhalb Europas gab es das oben Genannte sonst noch?

        Indien passt schon.

        Ralph

  2. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Hexenverbrennungen, Verbrennen bei lebendigem

    ... Zunge herausreissen u.a. gab es in Europa bis vor weniger
    als 400 Jahren.
    Das ist nicht richtig. Die letzte "Hexe" wurde in Europa 1792 hingerichtet. Rechne... ;-) Nun war man wohl überall auf der Welt ziemlich
    brutal im Umgang mit anderen Menschen. Aber wo ausserhalb
    Europas gab es das oben Genannte sonst noch?
    Worum geht es dir genau? Hexen-/Ketzerverbrennungen oder die Hinrichtung durch Verbrennen bei lebendigem Leibe? Es sind zwei paar Stiefelchen mit gänzlich anderen Hintergründen...

    Grüße
    EP

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      china

      leute auf bambusfeld festbinden.
      schnellwachsender bambus (1-5 cm/tag), wächst durch die leute hindurch und tötet sie (oder auch nicht).

      tilli

  3. Antwort von nach 6 Stunden 1 hilfreich
    Re: Hexenverbrennungen, Verbrennen bei lebendigem

    Hi

    In China gab es für gewisse Schandtaten die Strafe der Verbrennung. Diese wurde schon ab dem Mittelalte (Mitte des 3. Jh. - 589 n. Chr.) seltener v.a. im Norden weil einfach zuviel Holz für anderes gebraucht wurde, als dass man es dafür verschwendet hätte.

    Es gab auch rituelle Selbstverbrennung in den durch Zentralasien beeinflussten gebieten.

    In früheren Zeiten gab es ab und an ein (oft schamanistisch begründetes) Selbstopfer.

    Der berühmteste Feuertod geht auf einen Herrscher der Frühgeschichte/Mythologie zurück.
    Die Menschen litten unter dem Dürredämon und alles flehen half nicht, es kam kein Regen, die Menschen verhungerten.

    Das Orakel sagte dann, ein Menschenopfer müsse erbracht werden. Doch da der König rechtmäßig und gut war, ließ er sich selbst in weißen Gewändern gekleidet fesseln und auf einen Berg bringen. Das Volk flehte er würde es lassen (Volk darf man sich nicht so riesig vorstellen) aber seine Entscheidung stand fest.

    In dem Moment wo er Flammen fing verdunkelte sich der Himmel und der Regenbringer (ein Drache) wurde auf die Erde gesandt, der Regen lösche das Feuer und der König wurde wiederhergestellt. Er wurde einer der fünf großen Könige der Antike.

    Mythisch wird damit das Tianming, das Himmelsmandat erklärt das, und das ist weltgeschichtlich durchaus wichtig, der König keineswegs mit seinen Untertanen machen kann wie er lustig ist - es gibt also keinen Absolutismus, der Herrscher ist dem Himmel Rechenschaft schuldig. Ein rechtmäßiger Herrscher wendet Katastrophen ab, ein unrechtmäßiger bringt sie.
    Ferner wurde damit auch die Rolle als Opfervollführer des Kaisers legitimiert, denn nur der Kaiser darf Staatsopfer am Himmels- und Erdaltar vollführen. Kaiser gab es natürlich erst in späterer Zeit, auch wenn oben genanntes ein recht alter Mythos ist, keiner der Gründermythen ist wirklich so alt wie angegeben, wir haben da keine Quellen.

    lg
    Kate

  4. Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
    Re: Hexenverbrennungen, Verbrennen bei lebendigem

    Hallo,

    wenn du allgemein besonders freundliche Mensch-zu-Mensch-Behandlungen meinst: So ziemlich weltweit!

    z.B.:

    - Asien: Der Tod der tausend Schnitte
    - Amerika: Der berühmte "Marterpfahl"
    - Afrika hatte auch ein paar schöne Sachen (ich lese grad "Nada, die Lilie" ;-) ), z.B. Blenden, Hand abbrennen...
    - Australien: Ich weiß den Namen des Buches nicht mehr, aber darin kam vor, dass einem Übeltäter ein Stein "implantiert" wurde.

    Gruß,
    Markus



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