Ich hab am Wochenende den Film „13 days“ im Kino gesehen und zum ersten Mal etwas mehr über die Kubakriese erfahren. Was mir bei der ganze Geschichte aber einfach nicht in den Kopf gehen will, ist die Frage nach dem warum. Warum haben die Russen überhaupt dies Raketen auf Kuba installiert? Die müssen doch gewußt haben, daß die Amerikaner das nicht so einfach hinnehmen können und das die damit eine ganz schwere Kriese raufbeschören werden. War die Stationierung möglicherweise gar nicht der gesamten russischen Führung bekannt und nur auf die Veranlassung von ein paar wenigen Hardliner geschehen? Anders kann ich es mir echt nicht erklären. Weiß jemand darüber mehr Bescheid?
Hallo Christoph, ,
Warum haben die
Russen überhaupt dies Raketen auf Kuba installiert?
Die Russen hatten immer eine geringere Anzahl an Atomwaffen als die USA, war die Versuchung gross, durch günstige Stationierungspunkte einen gewissen Ausgleich zu schaffen.
Die müssen
doch gewußt haben, daß die Amerikaner das nicht so einfach
hinnehmen können und das die damit eine ganz schwere Kriese
raufbeschören werden.
Man kann es doch mal probieren.
War die Stationierung möglicherweise gar
nicht der gesamten russischen Führung bekannt und nur auf die
Veranlassung von ein paar wenigen Hardliner geschehen?
Das ist sehr unwahrscheinlich, da Chrustschow eher ein starker Mann war.
Tschuess Marco.
Was
mir bei der ganze Geschichte aber einfach nicht in den Kopf
gehen will, ist die Frage nach dem warum. Warum haben die
Russen überhaupt dies Raketen auf Kuba installiert? Die müssen
doch gewußt haben, daß die Amerikaner das nicht so einfach
hinnehmen können und das die damit eine ganz schwere Kriese
raufbeschören werden. War die Stationierung möglicherweise gar
nicht der gesamten russischen Führung bekannt und nur auf die
Veranlassung von ein paar wenigen Hardliner geschehen? Anders
kann ich es mir echt nicht erklären. Weiß jemand darüber mehr
Bescheid?
Im Endeffekt ging/geht es nicht darum, mit aller Macht ein paar Raketen auf der Insel zu stationieren. Viel interessanter ist, wie weit man gehen kann und wie der Gegner darauf reagiert. In der Kubakrise haben die Russen getestet, und die Amerikaner haben von Beginn an heftig reagiert (vermutlich wären sie sogar zu Kampfhandlungen bereit gewesen). Damit wußte die Russen, wie weit sie in Lateinamerika gehen konnten (sie haben es später ja auch nie wieder probiert, z.B. in Nicaragua).
Ein ähnliches Spiel treibt z.Zt. Saddam Hussein im Irak. Immer wieder werden angloamerikanische Flugzeuge von Radarstationen angepeilt, was dann zu entsprechenden Luftschlägen führt. Hussein weiß genau, daß er keine Chance gegen die Luftüberlegenheit der Alliierten hat. Aber so testet er immer wieder, ob es weiterhin die Bereitschaft zum militärischen Konflikt gibt. In dem Moment, wo diese Bereitschaft nicht mehr gegeben ist (aus welchen Gründen auch immer), kann er anfangen, seinen Machtbereich wieder auszubauen. Dieses „Spiel“ wird überall getrieben: wie weit kann ich gehen, und wie reagiert die Gegenseite?
Grüße
Siegfried
Hallo an alle,
wie ist denn da der Zwischenfall in der Schweinbucht in der Kubakrise einzuordnen ?
Christian
Hallö,
ich hab diesen Link zwar schon einmal gesetzt, aber aufgrund der Ausführlichkeit zur Kubakrise in allen Einzelheiten denke ich, ihn auch hier noch einmal angebracht zu sehen.
http://www.geocities.com/Athens/Academy/4757/VORWORT…
Hier ist vielleicht nicht die Schweinebucht im Mittelpunkt, sondern es geht um die Krise insgesamt.
Viel Spass beim Lesen.
CIAo
Danke !
wie ist denn da der Zwischenfall in der Schweinbucht in der
Kubakrise einzuordnen ?
Die versuchte Invasion hat mit der Kubakriese erst mal nichts zu tun. Erstere war im April 1961, die Kubakrise begann im Spätsommer des Jahres 1962 und dauerte bis Januar 1963.
Details lassen sich in jedem halbwegs guten Lexikon nachlesen. Wenn Dich artikel dazu interessieren, kann ich dDir mal was raussuchen.
Gandalf
Was hier bisher noch nicht angesprochen wurde:
Nicht lange vor der Kubakrise haben, glaube ich, die AMis in der Tuerkei
Raketen stationiert. Das fanden die Sowjets auch nicht witzig 
Kay
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Hallo Christoph, ,
Warum haben die
Russen überhaupt dies Raketen auf Kuba installiert?Die Russen hatten immer eine geringere Anzahl an Atomwaffen
als die USA, war die Versuchung gross, durch günstige
Stationierungspunkte einen gewissen Ausgleich zu schaffen.
War das so wichtig? Als ob es wichtig waere ein Land 10 oder 11 mal vernichten zu können.
Die müssen
doch gewußt haben, daß die Amerikaner das nicht so einfach
hinnehmen können und das die damit eine ganz schwere Kriese
raufbeschören werden.Man kann es doch mal probieren.
Ich glaube die haben mit Kennedys antwort nicht gerechnet.
Und in den Jahren waren wir insgesamt sehr nahe am krieg
und fuer die russen waere es immer einfacher gewesen, einen krieg anzuzettelen, als fuer die amis und den praesidenten im speziellen
Hallo Kay
Warum haben die
Russen überhaupt dies Raketen auf Kuba installiert?Die Russen hatten immer eine geringere Anzahl an Atomwaffen
als die USA, war die Versuchung gross, durch günstige
Stationierungspunkte einen gewissen Ausgleich zu schaffen.War das so wichtig? Als ob es wichtig waere ein Land 10 oder
11 mal vernichten zu können.
Da ist die Ausfallquote mit einkalkuliert. SCNR.
Im Ernst: Rational gesehen hast Du recht, aber was ist rational.
Die müssen
doch gewußt haben, daß die Amerikaner das nicht so einfach
hinnehmen können und das die damit eine ganz schwere Kriese
raufbeschören werden.Man kann es doch mal probieren.
Ich glaube die haben mit Kennedys antwort nicht gerechnet.
Mag sein.
Und in den Jahren waren wir insgesamt sehr nahe am krieg
und fuer die russen waere es immer einfacher gewesen, einen
krieg anzuzettelen, als fuer die amis und den praesidenten im
speziellen
Willst Du damit andeuten das die Supermächte echt kriegsgeil waren zu dieser Zeit oder verstehe ich dich miss ?
Tschuess
Willst Du damit andeuten das die Supermächte echt kriegsgeil
waren zu dieser Zeit oder verstehe ich dich miss ?Tschuess
Hi
nein. Es waere damals nur natuerlicher gewesen. heute kann fast keiner einen Weltkrieg anzetteln. Damals eher. Zu frisch war der Krieg noch, die Fronten nocht nicht wirklich geklärt.
Kay
Hi
Es gibt viele Gründe für das Verhalten Chrustschows. Zum einen war er überzeugt, dass Kennedy noch jung und unerfahren ist. Zudem hat er schon Niederlagen erlitten mit dem Bau der Mauer, die das Vertrauen der Berliner Bevölkerung stark störte. '61 hatte Kennedy versucht mit Exilkubaner in der Schweinebucht von Kuba zu landen. Dieser Plan der CIA sah vor das Regime Castros zu stürzen. Es wurde zu einem Desaster, eine empfindliche Niederlage für Kennedy. Diese Chance wollte Chrustschow ausnutzen. Er bemerkte, dass Kennedys Feinde immer mehr wurden (die Anzahl der Feinde hielt sich aber noch in Grenzen); zudem standen in den Tagen der Kubakrise auch Wahlen statt. Also war Kennedy mehr mit den Wahlen beschäftigt als mit der Außenpolitik.
Chrustschow glaubte, dass die Raketenbasen eher vollendet werden können, als dass die USA etwas bemerken. Er versuchte die Transporte nach Kuba zu vertuschen und hoffte dass die USA keine Aufklärungsflugzeuge über Kuba fliegen lassen. Denkt man nur an den Sommer '61 zurück, als eine U2 über russischen Territorium abgeschossen wurde. Voller Schmach und mit ENtschuldigungen zog sich die USA aus der Affäre. Chrustschow hoffte, dass die USA daraus ein Lehre ziehen und so etwas nicht nochmal machen.
Ein weiterer Grund war, dass Kuba, seit es unter kommunistische Herrschaft fiel, von den Russen militärisch unterstützt werden musste. Es war ein Partner der SU, den man nicht der USA überlassen konnte. Castro wollte Verteidigungswaffen, aber keine Kurzstreckenraketen, die offensiven Charakter haben. Die Waffen sollten nur der Verteidigung dienen, wünschte Castro, so war er empärt über die Raketen der Russen, trotzdem ließ er sie zu.
Russland hatte vor die USA vor vollendeten Tatsachen zu stellen. So wie sie es schon am Ende des 2. Weltkrieges taten, mit ihrer Eroberung vieler Satelittenstaaten. Wären die Raketenbasen fertig, bevor die USA dies bemerken würden, könnte die SU Forderungen stellen. Davon gab es viele: 1. Sie wollten das Versprechen der USA, Kuba nicht zu erobern, sodass die SU ihre Waffenlieferung nach Kuba, um dieses zu beschützen nicht mehr durchführen mussten. 2. Krisenherd Berlin: Die SU wollte die Neutralität Westberlins, vielleicht auch später noch die Einverleibung Westberlins in die DDR. 3. Die USA hatte mehrere Raketenbasen in Ländern die an die SU angrenzen. So zum Bsp. die Jupiterbasen in der Türkei. Hier wünschte die SU ein Tausch: der Abbau der Jupiterbasen gegen den Abbau der Basen auf Kuba.
Du hast recht mit der Annahme, dass nur wenige Russen von den Basen auf Kuba wussten. So wusste der russ. SOnderbotschafter Dobrynin (oder so ähnlich) in den USA nichts von den Basen, bis er auf diese von den USA angesprochen wurde. Der Außenminister Gromyko wusste davon etwas, ob viele im Kreml etwas wussten ist fragwürdig. Das zeigt auch die Spontanität der russ. Reaktionen auf die Aktivitäten der Amerikaner. Die waren sich nicht sehr einig im Kreml.
Bevor ich es vergesse: Die SU hatte zwar Interkontinentalraketen, aber die waren nicht besonders treffsicher. Es fand ein großer Bluff zu der Zeit statt. Die AMerikaner glaubten, die SU wäre stärker als sie in Wirklichkeit war. So war Chrustschow ziemlich froh, endlich mal treffsichere Raketen ím Hinterhof der USA aufstellen zu können.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Chrustschow glaubte, die USA vor vollendete Tatsachen stellen zu können, da Kennedy stark geschwächt war. So hätte die SU Forderungen stellen können.
Christian
(Ist aber auch schwer zu finden so’n Geschichtsforum. Hätten die ruhig mal größer schreiben können.)
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
…Die SU hatte zwar
Interkontinentalraketen, aber die waren nicht besonders
treffsicher. … So war Chrustschow ziemlich froh, endlich
mal treffsichere Raketen ím Hinterhof der USA aufstellen zu
können.
Moin,
ich weiß zwar, das das Thema schon älter ist, aber ich wollte noch mal darauf hinweisen, dass die Sache mit der Raketenreichweite ein wichtiger Faktor bei der Sache war.
Die Russen hatten einige wenige (wie schon gesagt) nicht sehr treffsichere Langstreckenraketen. Meines Wissens waren die allerdings erst im Experimentierstadium. Ansonsten gab es hauptsächlich nur die Mittelstreckenraketen. Mit ihnen konnten die Russen von Russland aus nur Alaska erreichen. Aus diesem Grund stationierten die Russen, als sie die Gelegenheit bekamen sofort Mittelstreckenraketen auf Kuba. Von Kuba aus konnten alle (!) Städte der Amerikaner erreicht werden (wenn wir jetzt mal von den Staaten Hawaii und eben Alaska absehen).
Aus Sicht der Amerikaner, die die Russen ja stärker einschätzten, als sie waren, muss es sich bei der Stationierung natürlich primär um eine Provokation gehandelt haben. Für die Russen war es eine taktisch unbedingt erforderliche Aktion, um mit den USA wieder auf einen Nenner zu kommen.
Andreas