Warum ist der Lebensstandart (Realeinkommen)während der Industrialisierung nur sehr langsam gestiegen und wozu wurde das Einkommen aus Grundbesitz und Kapital zu einem großen Teil verwendet?
ich hoffe ihr könnt mir helfen…
gruss basti
Warum ist der Lebensstandart (Realeinkommen)während der Industrialisierung nur sehr langsam gestiegen und wozu wurde das Einkommen aus Grundbesitz und Kapital zu einem großen Teil verwendet?
ich hoffe ihr könnt mir helfen…
gruss basti
Hi Basti!
Da mußt du mit deiner Frage schon genauer werden, vor allem, welches Land du meinst (Deutschland? England? Frankreich? Generell?) und auf welche Zeit du dich mit „Industrialisierung“ beziehst.
Die Aussage, daß das Realeinkommen sich in der Industrialisierung nur sehr langsam entwickelt hat, kann für Deutschland und die Zeit von etwa 1850 bis 1914 nicht gelten.
Nur ein paar Zahlen:
von 1852 - 1872 stieg die Zahl der Beschäftigten um 17 %, das reale Volkseinkommen um 72 %
von 1873 - 1893 stieg die Zahl der Beschäftigten um 28 %, das reale Volkseinkommen um 58 %
von 1894 - 1913 stieg die Zahl der Beschäftigten um 36 %, das reale Volkseinkommen um 68 %
Das würde ich nicht gerade als langsamen Anstieg der Realeinkommen ansehen.
Die Zahl der Arbeitsplätze verdreifachte sich (von 3,8 auf 11,5 Mio), hauptsächlich im Metall- und Baugewerbe und im Bergbau, später auch in der Chemie- und Elektroindustrie. Und das alles trotz der langanhaltenden Wirtschaftskrise von 1873 bis 1896 (verursacht u.a. durch den Börsenkrach von 1873 als Folge der immensen Reparationszahlungen Frankreichs an Deutschland nach dem Krieg von 1870/71).
siehe auch Quellen:
Reinhard Spree, Wachstumstrends und Konjunkturzyklen in der deutschen Wirtschaft von 1820 bis 1913
F.W.Henning, Die Industrialisierung in Deutschland von 1800 bis 1914
Grüße
Siegfried
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