Köln und Düsseldorf

Von: , Frage gestellt am So, 30. Sep 2001

Hallöchen,

der nachfolgende Text steht schon im Plauderbrett. Da er aber eher hierher gehört und auch nur hier archiviert wird, lege ich ihn auch gleich in diesem Brett ab. Es geht um die Feindschaft zwischen Köln und Düsseldorf, soviel als Einleitung. Wen es nicht interessiert, sollte hier aufhören zu lesen, der Text ist was länger :-)

So, dann wollen wir mal.
Es gibt eigentlich drei Gründe für die „Feindschaft“. Die Schlacht von Worringen, die sehr unterschiedliche wirtschaftliche und politische Entwicklung und die jüngere sportliche Vergangenheit.

Fangen wir von hinten an: Es soll mal Zeiten gegeben haben, in denen es in Düsseldorf bei zwei sehr populären Sportarten sehr erfolgreiche Vereine gegeben hat: Fortuna Düsseldorf (Fußball) und DEG (Eishockey) und gleichzeitig auch in Köln: Fortuna Köln und 1. FC Köln (beide Fußball) und KEC (Eishockey). Nicht nur in der Bundesliga auch weiter unten ist man sich da sehr häufig begegnet. Die Wege sind nicht so weit (rund 50km), insofern gab es auch immer reichlich Schlachtenbummler. Nun sind die Zeiten eigentlich für alle Beteiligten vorbei, bzw. kommen im Eishockey langsam wieder. Nebenbei bemerkt: Die Düsseldorfer EG ist der einzige Verein in der DEL, der weder einen englischen Namen hat, noch nach irgendwelchen Insekten benannt ist. ;-)

Gut, nächster Punkt: Während Köln ja nun ein paar Jahre älter ist als Düsseldorf (Köln: 50 v. Chr. gegründet, Düsseldorf: erste urkundliche Erwähnung 1135) und auch immer größer war als Ddorf, lief die politische und wirtschaftliche Entwicklung in den letzten 150 Jahren ein bißchen auseinander. Der jüngste Rückschlag in dieser Hinsicht ist die Tatsache, daß Köln nach dem 2. WK weder Bundes- noch Landeshauptstadt wurde.

So, und nun wird es wirklich historisch: Es begab sich im Jahre 1288, daß diverse Grafschaften wieder mal die Nase voll von den Kölnern hatten und dem dortigen Erzbischof eins auf die Nase geben wollten. Trööööt! Ganz falsch, das wird immer wieder erzählt. Tatsächlich handelte es sich um einen schnöden Erbfolgekrieg (und zwar den limburgischen). Brabant hatte sich mit Jülich, Berg, Mark und Tecklenburg gegen Köln, Geldern, Luxemburg und Nassau verbündet. Da fragt sich der geneigte Leser: Was hat das mit Düsseldorf zu tun. Da steht es doch: Berg. Die Grafschaft Berg (daher auch der Name „Bergisches Land“, das hat mit den mikrigen Hügeln da nichts zu tun) war zu der Zeit für damalige Verhältnisse relativ groß. Das Territorium reichte rechtsrheinisch von der Ruhr bis zur Sieg und Düsseldorf lag eben drin. Nun denn: Im Juni 1288 kam es zur Schlacht bei Worringen (ich will mich nicht allzu lang auslassen, aber das war ein durchaus wesentliches Ereignis, daß die Geschichte der Region, aber auch des Dt. Reiches maßgeblich beeinflußt hat). Machen wir es kurz: Die Kölner verloren und damit auch die Vorherrschaft im Rheinland. Das entscheidende: Düsseldorf (damals erwähnt als Dusseldorp=Dorf an der Düssel) war tatsächlich damals ein Dorf. Aber ein nettes Dorf mit netten Einwohner, die den durchziehenden Truppen Unterschlupf und Nahrung gewährten. Nach erfolgreicher Schlacht und anschließender Atempause besann sich Graf Adolf V. von Berg und verlieh Düsseldorf im August aus Dankbarkeit für die netten Grillabende und Besäufnisse die Stadtrechte, was damals eine absolute Sensation war: Düsseldorf hatte damals rund 300 Einwohner, für eine Stadt auch damals lächerlich wenig. Manche Geschichtsschreiber werten die Ernennung auch als zusätzliche und bewußte Beleidigung durch den Grafen von Berg, sozusagen noch ein fieses Nachkarten. Das kann stimmen, muß aber nicht. Allerdings spricht dafür, daß der Graf von Berg und seine Truppen bei der Schlacht von Worringen nicht die allergrößte Rolle gespielt haben soll. Vielleicht wollte er so noch ein bißchen was für seine PR tun oder auf diese Weise doch noch ein Zeichen setzen. Wie es dann mit Düsseldorf weiterging, ist hier nachzulesen: http://www.duesseldorf.de/presse/basis/his_dat.shtml

Wie dem auch sei: Bewerten wir die Geschichtskenntnisse der Kölner und Düsseldorfer nicht über. Die Feindschaft kommt höchstwahrscheinlich aus der sportlichen Richtung.

Grüße
Christian,
der immer wieder gerne einen Kölner am Schloßturm vorbeischwimmen sieht.

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 13 Stunden 2 hilfreich
    Re: Köln und Düsseldorf

    Hi Christian,

    so ein Quark!

    die Schlacht bei Worringen war eine Kölner Angelegenheit. Die Bürger der Stadt Köln erkämpften sich gegen den Erzbischof von Köln ihre Freiheit. Die Kölner gewannen diese Schlacht und erhielten später die Stadtrechte.
    Was hat das bitteschön mit dem kleinen Dorf an der Düssel zu tun?
    Nach dem 2. Weltkrieg wollte Köln Bundeshauptstadt werden. Klappte nicht. Danach wollte sie Landeshauptstadt werden. Das wurde dann Düsseldorf. Da gab es zum ersten Mal leichte Spannungen. Aber nicht wirklich.
    Aufgebauscht wurde dieses hin und her erst durch die sportliche Konkurrenz, wie du es richtig dargestellt hast.
    Ansonsten glaube ich kommen Kölner und Düsseldorfer ganz gut miteinander aus, oder?

    Gruß,
    Francesco

    • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Köln und Düsseldorf

      Hallo Francesco, die Schlacht bei Worringen war eine Kölner Angelegenheit. Die
      Bürger der Stadt Köln erkämpften sich gegen den Erzbischof von
      Köln ihre Freiheit. Die Kölner gewannen diese Schlacht und
      erhielten später die Stadtrechte.
      Was hat das bitteschön mit dem kleinen Dorf an der Düssel zu
      tun?
      Hm, ich dachte, das hätte ich geschrieben? Und ich dachte auch, daß ich erwähnt hätte, daß es sich bei der ganzen Angelegenheit im späten 13 Jh. um den Höhepunkt des limburgischen Erbfolgekrieges gehandelt hatte. Solange ich keinen treffe, der dabei war, glaube ich das, was ich in bisher allen Quellen über rund 15 Jahren hinweg gelesen habe. Ansonsten glaube ich kommen Kölner und Düsseldorfer ganz gut
      miteinander aus, oder?
      Kann man so oder so sehen. Daß es zu gewälttätigen Auseinandersetzungen in größerem Ausmaß gekommen wäre, kann ich auch nicht bestätigen, aber ich sah schon Kölner aus Kneipen fliegen, nachdem sie hartnäckig auf Kölsch bestanden. ;-)

      Gruß
      Christian

      • Antwort von nach 16 Stunden 2 hilfreich
        Re^3: Köln und Düsseldorf

        Hi Christian,

        die Kölner sind da wohl etwas weltoffener.
        In den Kneipen wird auch Altbier ausgeschenkt. Du mußt auf nichts verzichten, wenn du nach Köln kommst. Sogar der Rhein fließt hier.;-))

        Gruß,
        Francesco

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