Die Kelten/Die Gallier

Von: , Frage gestellt am Mi, 3. Okt 2001

Liebe "Geschichts-Freaks"!

Ich wuerde ganz gerne wissen, wer genau die Kelten waren. Die Vorfahren der Iren ?
Und in welcher Beziehung stehen die Kelten und die Gallier?
Freue mich sehr auf Antworten.Danke schon mal.
Marcela

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 4 hilfreich
    Re: Die Kelten/Die Gallier

    Hallo Marcela!

    Kelten (griech. Keltoi, lat. Celtae), Sammelname für kelt. Sprachen sprechende Völkergruppen in Europa. Nach den frühesten schriftl. Nachrichten (6./5.Jh. v.Chr.) waren sie in W- und Mitteleuropa ansässig (Zentren v.a. in S-Deutschland, N-Schweiz, O-Frankreich). Die Ethnogenese der K. vollzog sich sehr wahrscheinlich im Bereich der westl. Urnenfelderkultur. Als keltisch geprägt werden die späte Hallstatt- und die La-Tène-Kultur angesehen. Kernraum der frühen K. war das südwestl. Mitteleuropa, nachweisbar spätestens seit dem 7./6. Jh. v.Chr. Von dort aus breiteten sie sich über N-Frankreich auf die Brit. Inseln und über S-Frankreich bis auf die Iber. Halbinsel aus. Um 400 v.Chr. fielen kelt. Stämme in Oberitalien ein und siedelten sich nördlich und südlich des Po an. Von hier aus stießen Teile der von den Römern als Gallier bezeichneten K. mehrfach nach S vor (387 v.Chr. Sieg über die Römer an der Allia und Besetzung Roms) und konnten von Rom erst im 3./2. Jh. endgültig besiegt werden. Um 300 v.Chr. drangen K. vermutlich vom Gebiet des heutigen Bayern und Böhmen aus bis ins heutige Siebenbürgen und nach Dalmatien vor; 280/279 zogen K. aus dem Drau-Save-Becken und von der Donau nach Makedonien und Griechenland. 278/277 siedelte eine Gruppe von K., von den Griechen Galater gen., nach Kämpfen mit den Seleukiden in Großphrygien (Zentralanatolien), das nach ihnen den Namen Galatien erhielt. Großflächige, straff organisierte ›Staaten‹ wurden nicht gebildet (Ausnahme: Das Königreich von Tylis in Thrakien, etwa 277-193 v.Chr.). Der Rückgang der kelt. Macht begann in Italien. Im N wurden die K. seit 300 v.Chr. von den Germanen eingeengt und auf die Mainlinie zurückgedrängt; die Eroberung Galliens durch Cäsar (58-51) und die röm. Unterwerfung Noricums, Vindelikiens und Pannoniens bedeuteten das Ende der kelt. Eigenständigkeit auf dem Festland. Unter dem Druck röm., später angelsächs. Eroberungen in Britannien wanderten im 5. und 6.Jh. einige trotz Romanisierung weiterhin keltisch sprechende Volksgruppen aus Wales und Cornwall in die heutige Bretagne ein. Gleichzeitig kam es vom kelt. Irland aus zu Landnahmen in Wales und Schottland.

    Gruß Werner

    • Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Wow!Danke.

      Hallo Werner! Vielen herzlichen Dank fuer Deine ausfuehrliche Antwort.Ich bin wirklich beeindruckt und um einiges "klueger".
      Schoenen Tag noch,
      Marcela

  2. Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
    Re: Kelten/Gallier - Caesar

    Hallo Marcela,
    ich mußte mal vor Urzeiten den ersten Satz von Caesars De bello Gallico auswendiglernen:
    Gallia est omnis divisa in partres tres, quarum unam incolunt Belgae, aliam Aquitani, tertiam, qui ipsorum lingua Celtae, nostri Galli appelantur.
    Ich bin mir über meine lateinische Orthographie nicht ganz im klaren, vielleicht lesen das hier Klügere, die dann korrigieren.
    Übersetzt heißt das:
    Gallien ist als Ganzes in drei Teile geteilt, von denen einen die Belgier bewohnen, einen anderen die Aquitaner, und den dritten die jenigen, die in ihrer Sprache Kelten, in unserer Gallier genannt werden.
    Ich vermute, daß das weiterhelfen kann für die Frage nach der Beziehung Gallier-Kelten.

    Grüße,
    Taju [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Ganz Gallien? Nein...;) -Danke!

      Hallo! Ist manchmal doch irgendwie schade, dass ich kein Latein hatte. Vielen Dank fuer Deine Antwort.Gruesse
      Marcela

  3. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Die Kelten/Die Gallier

    Gallien (lateinisch Gallia), seit Caesar das Land der Gallier (lateinisch Galli) zwischen Rhein, Alpen, Mittelmeer, Pyrenäen und Atlantischem Ozean. Das Gebiet nordwestlich der Alpen wurde als Gallia transalpina oder Gallia ulterior bezeichnet, das Gebiet südlich der Alpen bis zum Apennin hieß seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. Gallia cisalpina oder Gallia citerior. Gallia transalpina entspricht im Wesentlichen dem Gebiet des heutigen Frankreich. Der älteste Bericht über Gallien stammt aus der Zeit um 600 v. Chr., als die phokischen Griechen an der Südküste die Siedlung Massilia (das heutige Marseille) gründeten. Später hieß diese Region Galatia. Die Bezeichnung wurde von den Römern in Gallia umgewandelt.
    Caesar berichtet in De bello gallico über die Eroberung von Gallia transalpina. Er teilt das Land in seiner Beschreibung in drei Teile ein, die von den Belgen, den Aquitaniern und den Kelten bewohnt wurden. Die Belgen lebten im Norden und hatten die Flüsse Sequana (Seine) und Matrona (Marne) als natürliche Grenzen, die Aquitaner lebten im Süden zwischen dem Fluss Garumna (Garonne) und den Pyrenäen, und die Kelten bewohnten das Gebiet dazwischen.
    154 v. Chr. überquerte zum ersten Mal ein römisches Heer die Alpen. 122 v. Chr. wurde die römische Provinz Narbonensis gegründet. Nach und nach weitete Rom seine Herrschaft auch auf Gallia cisalpina aus und erbaute größere Städte an den Stellen ursprünglicher Siedlungen. 49 v. Chr. verlieh Caesar den Einwohnern dieser (heute norditalienischen) Städte das römische Bürgerrecht. Viele berühmte Römer wurden in Gallia cisalpina geboren, u. a. die Dichter Vergil und Catull, der Historiker Livius sowie die Staatsmänner und Schriftsteller Plinius der Ältere und Plinius der Jüngere.
    Die Gallischen Kriege unter Caesar endeten mit der Unterwerfung von Gallia transalpina und der Bildung einer neuen Provinz Aquitania (das heutige Aquitaine). 27 v. Chr. unterteilte der römische Kaiser Augustus Gallien in neue Verwaltungsbezirke: Gallia Narbonensis, das Gebiet um das heutige Narbonne, das sich von den Alpen bis zu den Cevennen erstreckte, Aquitana, das im Norden von dem Fluss Liger (Loire) begrenzt ist, Gallia Lugdunensis mit dem Hauptort Lugdunum (Lyon) und Gallia Belgica zwischen Seine und Rhein. Diese Verwaltungsstruktur blieb bis zum Anfang des 4. Jahrhunderts n. Chr. bestehen, bis Kaiser Diokletian das Reich neu gliederte. Gallien wurde wieder in zwei Regionen eingeteilt, von denen jede in mehrere Provinzen untergliedert war. Und Konstantin der Große baute Trier zu einer großen Residenzstadt aus und führte Kriege gegen die Völker außerhalb der Rheingrenze.
    Im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde Gallien nacheinander von Goten, Franken und Hunnen überfallen. 476 wurde der letzte römische Kaiser von dem Germanenkönig Odoaker entthront.



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    Kelten, Sammelbezeichnung für die Völker keltischer Sprache, einer Untergruppe der indogermanischen Sprachfamilie, die im 1. Jahrtausend v. Chr. weite Teile Europas besiedelten. In römischer Zeit erstreckte sich ihr Siedlungsraum von der Iberischen Halbinsel, Frankreich und den Britischen Inseln im Westen über Mittel- bis nach Südosteuropa und Kleinasien.
    Die frühesten Berichte über die Kelten finden sich bei den griechischen Historiographen Hekataios von Milet und Herodot im 6./5. Jahrhundert v. Chr.; weitere wichtige Quellen zu Geschichte und Kultur der Kelten sind Pytheas und Polybios, Livius, Caesar und Strabo. In den griechischen Quellen erscheinen die Kelten unter der Bezeichnung Keltoi oder Galatoi, in den römischen unter der Bezeichnung Celtae oder Galli; sowohl die griechischen wie auch die römischen Bezeichnungen sind vom Keltischen abgeleitet und bedeuten in etwa „die Tapferen".
    2.FRÜHGESCHICHTE Die Stammesbildung der keltischen Volksgruppen vollzog sich wahrscheinlich zur Zeit der spätbronzezeitlichen Urnenfelderkulturen (verwandte Kulturgruppen, die die Asche ihrer Toten in Tonurnen bargen und diese zu Friedhöfen zusammenstellten), die zwischen dem 13. und dem 8. Jahrhundert v. Chr. in ganz Ost- und Mittel- und Westeuropa in unterschiedlicher Ausprägung verbreitet waren.
    Die ältesten archäologischen Funde aus der Keltenzeit deuten darauf hin, dass sich der keltische Kernraum während der jüngeren Bronzezeit (um 1200 v. Chr.) im Gebiet des heutigen Frankreich und Westdeutschland befand. In der älteren Eisenzeit werden sie mit der ebenfalls über weite Teile Europas verbreiteten Hallstattkultur (8.-6. Jahrhundert v. Chr.) in Verbindung gebracht, die nach einer archäologischen Fundstätte in Oberösterreich benannt wurde. Aus der späten Hallstattzeit (6. Jahrhundert v. Chr.) sind reich ausgestattete Fürstengräber und feste Fürstensitze (Hochdorf, Heuneburg) bekannt, die den hohen zivilisatorischen Status der Kelten sowie ihre weit reichenden Handelsverbindungen bereits während der Eisenzeit belegen.
    Vermutlich bereits ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. weiteten die Kelten ihr Siedlungsgebiet von ihrem ursprünglichen Kernraum aus nach Norden über Nordfrankreich und die Britischen Inseln und nach Süden über die Iberische Halbinsel aus; zur Zeit der La-Tène-Kultur, die im 5. Jahrhundert v. Chr. die Hallstattkultur ablöste, erreichte ihr Siedlungsgebiet dann seine größte Ausdehnung. Um 400 v. Chr. stießen keltische Stämme über die Alpen nach Oberitalien vor, eroberten mehrere etruskische Orte (u. a. Melpum/Mailand und Felsina/Bologna) und siedelten sich zu beiden Seiten des Po an. 387 v. Chr. drangen sie weiter nach Süden vor, schlugen ein römisches Heer an der Allia und hielten 386 v. Chr. sieben Monate lang die Stadt Rom (mit Ausnahme des Kapitols) besetzt. In den folgenden eineinhalb Jahrhunderten fielen sie wiederholt in Mittelitalien ein; erst 222 v. Chr. wurden sie von den Römern endgültig besiegt und schließlich romanisiert.
    Ebenfalls ab etwa 400 v. Chr. drangen die Kelten aus ihrem Kernraum Richtung Südosten vor; sie besiedelten das Gebiet der heutigen Tschechei und Slowakei, Jugoslawiens und Ungarns und stießen von dort aus nach Thrakien, Makedonien und Griechenland vor. 279 v. Chr. eroberten sie Delphi, wurden dann jedoch von einem griechischen Heer geschlagen. 278 v. Chr. kamen einige keltische Stämme auf Ersuchen des Königs Nikomedes I. von Bithynien, der sie gegen die Seleukiden zu Hilfe gerufen hatte, über den Bosporus nach Kleinasien und ließen sich schließlich im nach ihnen benannten Galatien in Zentralanatolien nieder. Die in der Bibel erwähnten Galater waren Kelten.
    Im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. hatte der Siedlungs- und Kulturraum der Kelten seine größte Ausdehnung erreicht; er erstreckte sich von den Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel im Westen bis nach Kleinasien im Osten. Zugleich setzte der Niedergang der keltischen Macht ein, verursacht durch die germanische Expansion aus dem Norden und die römische aus dem Süden. Nach der Unterwerfung der Kelten durch die Römer in Oberitalien im späten 3. Jahrhundert v. Chr. folgte im 1. Jahrhundert v. Chr. die römische Eroberung Galliens, die Unterwerfung der Kelten im Alpenraum und im 1.  Jahrhundert n. Chr. die Eroberung Britanniens. Auf dem Festland wurden die Kelten vom römischen Reich assimiliert und verloren ihre eigene Kultur und Sprache. Lediglich auf den Britischen Inseln, wo die römische Herrschaft mehr oder weniger auf das Gebiet des heutigen England beschränkt war, überlebte die keltische Kultur, vor allem in Irland, Schottland und Wales, und griff von dort aus auch wieder auf das Festland über, als im 5./6. Jahrhundert keltische Gruppen vor dem Hintergrund der angelsächsischen Landnahme in die Bretagne auswichen. In Frankreich erwies sich nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft die keltisch-römische Mischkultur als zivilisierendes Element für die vordringenden Germanen.
    3.DIE KELTISCHE GESELLSCHAFT Die keltische Gesellschaft war hierarchisch gegliedert, mit einer adeligen Führungsschicht an der Spitze. Die wirtschaftliche Basis war ausgedehnter Grundbesitz (Landwirtschaft und Weidewirtschaft). Die Kelten lebten in Burgen und befestigten Hügeldörfern, von denen aus die ganze Umgebung beherrscht wurde. In den letzten Jahrhunderten v. Chr. entstanden größere Siedlungen, die Caesar als oppida bezeichnete. Ein gut erhaltenes Oppidum befindet sich bei Manching in Bayern. Mit einer Fläche von 380 Hektar erreichte Manching eine enorme Ausdehnung und war damit eine der größten Keltenstädte überhaupt. Sie lag am Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen; in der Nähe befanden sich Erzvorkommen, die für die Eisenverhüttung wichtig waren.
    Die keltische Stammesgesellschaft gliederte sich in mehrere Schichten: die aristokratische Führungsschicht, die freien Bauern und Krieger, die Masse des halbfreien Volks und die Unfreien. Die Druiden (Priester und Richter zugleich) standen neben bzw. über dem Adel. Für die Frühzeit läßt sich für viele Stämme ein Königtum (oft ein Doppelkönigtum) nachweisen, das in späterer Zeit wohl durch eine oligarchische Herrschaftsform abgelöst wurde. Die Barden waren Dichter und Geschichtenerzähler, die Begebenheiten und Ereignisse mündlich überlieferten. Soziale Grundeinheit der keltischen Gesellschaft waren wohl Großfamilien, die in einem Klientelverhältnis zu einem Adligen standen, der seinerseits Klient eines höheren Adligen war.
    Da von den Kelten selbst keine schriftlichen Zeugnisse überliefert sind, ist man bei der Erforschung von Kultur und Religion auf die Überlieferungen griechischer und römischer Schriftsteller wie Strabo, Caesar und Diodor, auf Funde sowie auf den Sagenschatz keltischen Ursprungs, vor allem den irischen, angewiesen. Aus den Bodenfunden geht hervor, dass die Kelten Meister der Metallverarbeitung waren, dass sie Rüstungen und Pferdegeschirre herstellten und dass Kunst und Kunsthandwerk bei den Kelten bereits weit entwickelt waren (siehe keltische Kunst). Funde aus der Hallstattzeit wie z. B. griechische Bronzegefäße, attische Keramik, Weinamphoren und Bernstein weisen darüber hinaus auf weit reichende Handelsverbindungen hin. In die keltische Periode fallen die Einführung der Töpferscheibe (5. Jahrhundert v. Chr.) und die Herausbildung eines selbständigen Handwerks (3. Jahrhundert v. Chr.). Die Kelten trugen Hosen und kannten das Bier.
    4.DIE KELTISCHE RELIGION Religion und Kult der verschiedenen keltischen Volksgruppen waren weitgehend gleich. Dort, wo es ein Königtum gab, hatte der König eine sakrale Rolle inne, die ihn zur Ausführung von rituellen Handlungen verpflichtete. Die keltischen Götter wurden von den griechischen und römischen Schriftstellern, die sie uns überlieferten, meist mit ihren eigenen Götter gleichgesetzt und dadurch definiert. Die keltischen Hauptgötter waren Lug (entsprach dem Merkur), Grannus, Belenus (Apollon), Esus, Teutates (Mars), Taranis (Jupiter) und Ogma (Herkules). Zu den in der ganzen keltischen Welt bekannten Göttern kamen noch lokale Gottheiten, die nur von einzelnen Stämmen oder nur an einzelnen heiligen Stätten verehrt wurden. Die hohe soziale Stellung der Frau spiegelte sich in der großen Zahl weiblicher Gottheiten wider.
    Die Druiden waren die Priester der keltischen Gesellschaft. Zu ihren Aufgaben gehörten Traumdeutung und Weissagung aus dem Vogelflug oder den Eingeweiden von Opfertieren sowie die Darbringung von Opfern und die Leitung der Rituale bei religiösen Festen. Die Kultstätten der Kelten waren in der Regel eingefriedete Heiligtümer; es wurden aber auch einige komplexere Anlagen entdeckt. Die britischen Druiden hatten ihr Kultzentrum auf der Insel Anlesey vor der walisischen Küste. Wie bei den Römern galten auch bei den Kelten Bäume als heilig (siehe keltische Mythologie). Die Druiden waren nicht nur Priester, sondern auch Ärzte, Richter und politische Berater. Sie genossen hohes Ansehen und gaben ihre Kenntnisse mündlich weiter. Von den Römern wurden sie heftig verfolgt, da sie eine keltische Elite darstellten. Nach Caesar sollen die Druiden den Glauben vertreten haben, dass die Seele eines Menschen bei seinem Tod weiterlebe.
    5.SPÄTZEIT In der Römerzeit war das Christentum nach Britannien gekommen, und im 5. Jahrhundert wurde Irland vom heiligen Patrick und anderen Missionaren bekehrt. Ab dem 6. Jahrhundert missionierten dann keltisch-irische Mönche in Schottland und England; ein bedeutender Markstein in der Geschichte der irischen Missionstätigkeit war die Gründung eines Klosters auf Iona durch den heiligen Columban. Im 7. und 8. Jahrhundert erlebte die keltische Kultur eine große Blütezeit, wobei die Kirche eine zentrale Rolle spielte.
    Im 9. Jahrhundert etablierte sich in Schottland das Königtum der keltischen Skoten und dehnte sich auch über die Pikten sowie die nichtkeltische Bevölkerung im Süden Schottlands aus. Die walisisch-englische Sprach-, Kultur- und politische Grenze verfestigte sich, während das keltische Cornwall seine politische Unabhängigkeit verlor. In Irland bildete sich wie in Schottland ein keltisches Königtum heraus. Damit war der Entstehungsprozess der heutigen Sprach- und Kulturgemeinschaften - drei keltische (Waliser, Schotten, Iren) und eine germanische (Engländer) - auf den Britischen Inseln abgeschlossen.
    Die normannische Eroberung Englands 1066 führte auch zur Eroberung von Wales und um das 12. Jahrhundert zur Normannisierung Irlands und Schottlands. In der Folge erlebten die keltischen Sprachen und die keltische Kultur ihren Niedergang und spielten (wie in der Bretagne) nur mehr eine untergeordnete Rolle. Keltische Mythologie schlug sich jedoch in der mittelalterlichen Artussage nieder.
    Heute stellt die populäre Comicfigur Asterix eine Bezugnahme auf keltisches Erbe dar.



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    eigener Kommentar:
    Es müsste klar geworden sein, dass Gallien eine Bezeichnung für ein GEBIET ist und Kelten eine Bezeichnung für ein VOLK (wie Germanen und Slawen) ist.
    In Gallien (aber auch anderswo, siehe oben) lebten Kelten, bis sich nach der Eroberung durch Cäsar die Kelten mit den romanischen Völkern in Gallien vermischten. Es setzte sich dort auch die romanische Sprache und nicht die keltische Sprache durch. Grob geagt (nach Cäsar) lebten bis zum Rhein die Kelten, jenseits des Rheins die Germanen.
    Das m.E. bedeutendste Ereignis ist die Niederlage des Germanen (Sueben) Ariovist gegen Cäsar im Jahre 58 v. Chr. Damit scheiterte der Versuch, ein germanisches Europa zu gründen. Zudem verdingten sich nun germanische Söldner in der römischen Armee, diese germanischen Söldner hatten einen bedeutenden Anteil beim Sieg Cäsars gegen die Kelten. (Das berichtet Cäsar selbst.)
    Steffen

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