Widerstand in Oesterreich?

Hallo

Von einer Widerstandsbewegung in Oesterreich, nach dem Anschluss an Hitler-Deutschland, habe ich noch nie etwas gelesen, gehört, gesehen. Dass der überwiegende Teil der Oestereicher den Anschluss befürwortete, scheint mir erwiesen. Trotzdem muss doch so etwas wie Widerstand vorhanden gewesen sein.
Wer? Was? Wann? Wie?

Nach dem Krieg wurden die Oestereicher von den (West-)Alliiertern als Opfer Hitlers behandelt. Wieso? Die Verstrickung in die Untaten Deutschlands war doch enorm. Wenn ich an die gewaltigen Summen denke, die Deutschland locker machen musste und muss – wie haben sich die Oestereicher aus der Verantwortung gestohlen?

Gruss
Ueli

Hallo Ueli!

Die Volksabstimmung im April 1938 ergab eine Zustimmung zum Anschluß Österreichs von über 99%. Und diese 99% waren nicht gefälscht, nicht manipuliert! Warum auch? Es war echte Begeisterung, die „Heimholung“ Österreichs durch einen Österreicher.
Was sich dann mit den Juden in Österreich abspielte, hatte man so, öffentlich, in Deutschland nie gesehen.

Der Anschluß Österreichs war ein riesiger Machtzufluß für Hitler-Deutschland, markierte aber auch das endgültige Abgleiten Hitlers in ein übersteigertes Machtbewußtsein, das zu enormer Selbstüberschätzung führte, als dem Eroberer in den nächsten zwei Jahren die Erfolge in den Schoß zu fallen schienen.

Widerstand in Österreich? Hat es wohl noch weniger gegeben als in Deutschland. Bei der Machtergreifung in Österreich wurden sämtliche bekannten Mitglieder der SPÖ, KPÖ usw, welche schon in der Kampfzeit gegen die Nationalsozialisten gekämpft hatten, verhaftet und in KZ gebracht oder gleich ermordet. Wer kam da noch für Widerstand in Frage?

Da der Einmarsch Hitlers schon vor der Volksabstimmung erfolgte, war es doch für die Österreicher 1945 ein leichtes zu argumentieren, die Volksabstimmung geschah unter Druck deutscher Waffen.

Man kann da lange diskutieren und kommt zu keinem Ergebnis. Auf jeden Fall gab es in Österreich keinen großen Widerstand. Ganz im Gegensatz zu Frankreich, wo 105% der männlichen Bevölkerung in der Resistance waren.
Aber je älter die alten österreichischen Kämpfer werden, um so stolzer erzählen sie von damals. Von ihrem österreichischem Piffkeführer.

Gruß Werner

Hallo Ueli
Der Widerstand in österreich war immer etwas fragmentarisch, der Anschluss und die daruf unmittelbar folgende Verhaftungswelle hatten den Widerstand zunächst nahezu gebrochen.

Aber es gab ihn:

http://www.doew.at/
das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes bietet unter dem punkt Service eine kleine Virtuelle Ausstellung zum Thema „Anschluss“ mit einer kurzen Beschreibung der Widerstandsaktivitäten

Wenn Du mehr Infos willst, Schau dir mal die Publikationsliste von denen an… oder frage direkt.

Gruß
Mike

Hallo Ueli!

Die Volksabstimmung im April 1938 ergab eine Zustimmung zum
Anschluß Österreichs von über 99%. Und diese 99% waren nicht
gefälscht, nicht manipuliert! Warum auch? Es war echte
Begeisterung, die „Heimholung“ Österreichs durch einen
Österreicher.
Was sich dann mit den Juden in Österreich abspielte, hatte man
so, öffentlich, in Deutschland nie gesehen.

Tut mir leid- deine Aussage ist wahrscheinlich aufgrund von reinem Unwissen falsch
also zur besagten Abstimmung- zuerst mal- ein Votum gegen die Nazis hätte nix mehr geändert, bist du wirklich so naiv zu glauben, dass die Wehrmacht nicht schon alle strategisch wichtigen Positionen besetzt gehabt hat, das österreichische Heer, das dank der Haltung der späteren Sieger sowieso keine Chance gehabt hätte war wahrscheinlich schon entwaffnet oder an die Wehrmacht angeschlossen
aber jetzt zur Abstimmung- ein Kreis für Ja und einer für Nein auf dem Stimmzettel- der für ja war um einiges größer als der für Nein- udn es war keine geheime Wahl- die Nazigrößen des jeweiligen Ortes haben jedem Wähler auf die Finger gesehen, alten Leuten, die nicht mehr so gut sehen konnten führten sie den Schreiber zum Ja-Kreis,
würd mich interessiern ob du dann Nein angekreuzt hättest- immerhin schön das 0,1 Prozent solche Idealisten warn, die Dafür in Kauf nahmen ins KZ zu gehen oder vielleicht gleich ermordet zu werden
also Vorsicht mit deinen Aussagen, Unwissen ist IMHO bei historischen Themen bei weitem die größte Gefahr

Reines Unwissen?

Diese „Aussage“ von mir ist nicht von mir, sondern aus dem Werk „Die Deutschen und ihre Nation“ , Band „Verführung und Gewalt“ von Hans-Ulrich Thamer, Professor für Neuere und Neueste Geschichte und Direktor des Historischen Seminars der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Wie ich gewählt hätte, steht doch nicht zur Debatte!!
Daß alles abgestritten wird, was damals so gut für die Nazis in Österreich lief ist doch lange bekannt und jeder Österreicher war dagegen.
Gruß Werner

schön-dann ist eben die Aussage des Herrn Professors IMHO nicht korrekt- eine solche Wahl als nicht manipuliert zu bezeichen ist mir unverständlich…
übrigens finde ich es nicht falsch sich in die Vergangenheit hineinzuversetzn, könnte vielleicht helfen so maches besserzu verstehen…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Dann versetz Dich mal in die 30er Jahre!!!

Und sieh Dir die Wochenschauen vom Einmarsch der deutschen Truppen und der Ansprache Hitlers an !!! Reinste Begeisterung, die heute nur noch aufkommt, wenn Madonna oben kreischt.

Werner

und trotzdem ist eine Wahl unter den gegebenen Umständen manipuliert und wenn noch soviele Leute Nazis aus tiefster Überzeugung gewesn wären oder sind…

Gehen wir mal davon aus du lebst in einem Dorf (Österreich ist nicht unbedingt ein land der Städte)
sagen wir wir haben vielleicht 1000 Einwohner- gut unter diesen 1000 waren sicher etliche Nazis-aber bestimmt nicht einmal die Hälfte, dann spricht sich im Dorf herum, dass es „ratsam“ ist sich an die Strasse zu stellen udn ein glückliches Gesicht zu machen wenn die Nazis vorbeiziehn, ansonsten könnte es unerfreulch wären…
selbstverständlich war die Polizei bereits von nicht Nazi-Sympathisanten „befreit“
ich glaube jeder, der will dass seine Familie weiterhin ein sicheres Leben hand wird sich wohl mit Kind und Kegel an die Strasse stellen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Dann sieh Dir mal die Gesichter der Menschen an, als Hitlers Truppen in die Tschechei einmarschierten und Dänemark!.

Versetz Dich in die Zeit von damals und sehe nichts mit der Brille von heute.

Dann sieh Dir mal die Gesichter der Menschen an, als Hitlers
Truppen in die Tschechei einmarschierten und Dänemark!.

Versetz Dich in die Zeit von damals und sehe nichts mit der
Brille von heute.

tut mir leid- solche Bildaufnahmen stehen mir nicht zur Verfügung
von wem sind diese Aufnahmen?
wessen Gesichter?

Bild aus Prag
Hi Christian
das wohl bekannteste Bild vom Einmarsch in Prag
http://www.nadir.org/nadir/archiv/Antifaschismus/The…

Die Bevölkerung scheint die Besatzer nicht besonders freudig zu begrüssen…
Gruß
Mike

[Link zur Möchtegernterroristen-Homepage ausgeblendet]

Abgesehen davon, daß Du Dich mit einer Berufung auf eine Linksextremen-Homepage wie die berüchtigte nadir selbst disqualifizierst, wer sagt Dir denn

  1. daß das Bild aus Prag stammt? Nur weils die Molotowbuben von nadir behaupten? Ich finde, das könnte jeder Ort sein. (Der Schriftzug im Hintergrund läßt ja nicht einmal Rückschlüsse auf die Sprache zu.)

  2. daß die Leute nicht doch jubeln (oder so tun als ob)? Ich finde, man könnte genausogut diesen Eindruck vom Bild haben (wenn nicht der von nadir vorgegebene Eindruck übernommen wird). Insb der eine Bursche im Vordergrund hat ja sogar seine Mütze abgenommen, um anscheinend dem GRÖFAZ (oder sonstwem) seine Unterwürfigkeit zu zeigen.

das wohl bekannteste Bild vom Einmarsch in Prag

Ich habs zumindest nicht gekannt. Gibts auch eine seriöse Quelle (!= nadir und andere Extremistensites) bzgl Herkunft und Inhalt des Bildes?

Ciao
P.

PS: Nix für ungut, aber bei nadir & Co seh ich im buchstäblichen Sinn (dunkel-)rot. Es stellt hier ja auch keiner einen Link zum Thulenet herein, um irgendwelche historischen „Fakten“ zu „beweisen“.

Hallo !

Dieses Bild ist keine Disqualifikation, sondern in vielen Geschichtsbüchern seit Jahren zu finden. Die freudigen Gesichter der Prager sagen alles!
Und wenn man dabei einige Jahre weiter denkt, an den Einmarsch der UdSSr und DDR-Truppen, kann man sich vorstellen, daß die Tschechen niemanden freudig begrüßen, den sie nicht haben wollen. Und sich wehren!!! Im Gegensatz zu den angeblich überrumpelten Österreichern.
Gruß Werner

Dieses Bild ist keine Disqualifikation, sondern in vielen
Geschichtsbüchern seit Jahren zu finden.

Gut, wenn du das sagst, glaub ichs dir.

Und wenn man dabei einige Jahre weiter denkt, an den Einmarsch
der UdSSr und DDR-Truppen, kann man sich vorstellen, daß die
Tschechen niemanden freudig begrüßen, den sie nicht haben
wollen.

Hab ja auch nicht das Gegenteil behauptet. Aber ein paar Jubelproleten kann man immer auf die Straße scheuchen, um den Eindruck einer großen Unterstützung in der Bevölkerung hervorzurufen. Das gilt nicht nur für Österreich oder die damalige CS.

Und sich wehren!!!

Jo genau, zB gegen die paar hunderttausend Sudetendeutschen ab 45. Das Volk mit der weißesten Weste sind die heldenhaften Tschechen halt auch nicht, nur weil sie vielleicht den Herrn H. nicht so mochten.

Im Gegensatz zu den angeblich
überrumpelten Österreichern.

Jo mei, bei uns war er noch ein arbeitsloser Maler und Landstreicher, bei euch wurde er zum Führer. Wen hat er da wohl mehr überrumpelt? :wink:

Aber die ganze Diskussion find ich sowieso überflüssig, da wir ohnedies im Kern der gleichen Meinung sein dürften: Es hat genug Nazis unter den Österreichern gegeben, die nicht nur Mitläufer, sondern echte Scharfmacher waren. Aber da können beide Völker sich wohl gleichermaßen das Wasser reichen.

P.

Ich glaub es hackt…
OHNE GRUSS

Du solltest dich mal ein bisschen besser informieren!
Ich habe ein Bild präsentiert.
Dieses Bild zeigt den Einmarsch der Wehrmacht in Prag
Es wird unter anderem unter dieser Bezeichnung abgebildet in:
BULLOCK, Alan: Hitler und Stalin, parallele Leben, Siedler Verlag, Berlin 1991
FEST, Joachim: Hitler, Eine Biographie, Propyläen-Verlag, Frankfurt/M, Berlin, Wien 1973
und jetzt mag ich nimmer meine Bücher durchblättern?

beides rennomierte Historiker und alles andere als linksradikal…

REICHT DAS?

mein wenig lieber Mann,
Du solltest mit derartigen Vorwürfen, („disqualifiziert sich“) etwas vorsichtiger sein, wenn man, wie Du, offenkundig keine Ahnung hat, wo von man spricht.
Damit Blamiert amn sich nur selber, gelle!

Ein ziemlich angefressener
Mike

P.S. gefunden habe ich das mir wohlbekannte Buch über die Bildsuche von Google

OHNE GRUSS

Wenn Du meinst…

Dieses Bild zeigt den Einmarsch der Wehrmacht in Prag
Es wird unter anderem unter dieser Bezeichnung abgebildet in:
BULLOCK, Alan: Hitler und Stalin, parallele Leben, Siedler
Verlag, Berlin 1991
FEST, Joachim: Hitler, Eine Biographie, Propyläen-Verlag,
Frankfurt/M, Berlin, Wien 1973

Gut. Und warum hast Du nicht gleich darauf hingewiesen, daß das Bild auch in seriösen Quellen zitiert wird? So konnte man das ja nicht ernst nehmen.
Weil nadir ist nichts anderes als eine miese Propagandahomepage. Und dagegen richtete sich mein Posting. Was dort erscheint, ist einmal grundsätzlich suspekt. Und nur weil die nadirs „Prag“ draufgeschrieben haben, muß noch lange nicht „Prag“ drinstehen.

Abgesehen davon, daß ich auch gern wüßte, ob/wie die Historiker zu der Interpretation kommen, daß die Leute auf dem Bild nicht doch jubeln? (Nicht, daß ich jetzt Deine bzw die „herrschende“ Interpretation leugnen würde. Aber die Methodik der Interpretation würd mich schon interessieren.)

beides rennomierte Historiker und alles andere als
linksradikal…

Glaub ich Dir gern.
Aber halt ganz im Gegensatz zu nadir.

mein wenig lieber Mann,

Herrje…

Du solltest mit derartigen Vorwürfen, („disqualifiziert sich“)
etwas vorsichtiger sein, wenn man, wie Du, offenkundig keine
Ahnung hat, wo von man spricht.

Also wenn Du Dich deswegen persönlich angegriffen fühlst, tuts mir leid. Aber es hat ja nicht jeder Dummie wie ich den Geist, zig Hitler-Biographien durchzulesen, nur um sich zu vergewissern, ob die nadirs ausnahmsweise mal keine Manipulation wiedergeben.

Damit Blamiert amn sich nur selber, gelle!

Man blamiert sich auch, wenn man Links zu nadir und vergleichbaren Sites setzt. Hast Dir den Dreck auf nadir einmal durchgelesen? Dann wärst Du bei Verweisen dahin auch vorsichtiger.

Ein ziemlich angefressener

Wie gesagt: Es tut mir leid. Mehr aber auch nicht. :wink:

Ciao
P.

Hallo!

Dieses Bild zeigt den Einmarsch der Wehrmacht in Prag
Es wird unter anderem unter dieser Bezeichnung abgebildet in:
BULLOCK, Alan: Hitler und Stalin, parallele Leben, Siedler
Verlag, Berlin 1991
FEST, Joachim: Hitler, Eine Biographie, Propyläen-Verlag,
Frankfurt/M, Berlin, Wien 1973

Gut. Und warum hast Du nicht gleich darauf hingewiesen, daß
das Bild auch in seriösen Quellen zitiert wird? So konnte man
das ja nicht ernst nehmen.

Warum kann man dieses Bild nicht ernst nehmen???
Wenn Du Dich wirklich mal mit der Geschichte der Besetzung der Tschechei beschäftigt hast, müßte Dir gerade dieses Bild tausendfach begegnet sein. Wer dieses Bild noch nie sah, hat sich mit dieser Geschichte auch nie auseinandergesetzt.
Gruß Werner

Hallo Ueli,

Mike hat ja schon netterweise das DOEW gepostet:smile:.

Hier noch der genaue Link zu einem Buch, besser einer Materialsammlung, die sich genau mit deiner Fragestellung auseinandersetzt:
http://www.doew.at/publikationen/wuv/anschluss/inhal…

Um deine Frage noch verwirrender zu machen (und Eure Diskussion ;-D): Die Österreicher hatten ihren Faschismus ja ansich schon seit 1934. Wie im übrigen viele europäischen Staaten in dieser Zeit. Faschismus war Anfang der 30er „en vogue“ und Nationalsozialismus erstmal nichts besonderes im europäischen Kontext: Die Pfeilkreuzler in Ungarn, die eiserne Garde unter Corneliu Codreanu in Rumänien uswusf. - Spanien und Italien nicht zu vergessen.

Und Arbeitslager für Sozis und KPDler gabs in Österreich deshalb auch schon vor 1938.

Achso, hier eine Ausstellung in Mauthausen [KZ in Ö] zum Thema „NS-Herrschaft in Ö“ [teilweise online lesbar]:
http://www.mauthausen-memorial.gv.at/Aktuell/menu-he…

Ich persönlich denke, dass das so eine Mischung war. Deutsche waren ja auch erstmal „Piefke“, Preußen [igitt!!] + Protestanten [*örgs*], andererseits versprach der Anschluss vielleicht wieder alten Weltmachtruhm.

Wir sollten über den Versailler Vertrag nicht vergessen, dass es teilweise wesentlich härtere Vertrags-Konditionen für andere Länder gab: Österreich war vor 1918 auf dem Kontinent eine Weltmacht gewesen, nach den Verträgen in Paris [St.Germain] war es auf einen winzigen Krüppelstaat zurechtgestutzt worden. Dito Ungarn, dass [so aus dem Kopf weiß ich es nicht ganz genau] gut 70 Prozent seiner Gebiete verlor.

Ganz Südosteuropa war völlig willkürlich in kleine ungefährliche Häppchen zerstückelt worden: Ohne zu schauen, wo da Wirtschaftsgebiete und Handelslinien lagen - der Protektionsmus der einzelnen Länder tat das übrige und dann noch ab 1929 die Wirtschaftskrise…alles im allem hatte die jungen Staaten keinen guten Start und die Demokratie dementsprechend meistens auch nicht allzuviele Liebhaber…Revolutionen, politische Attentate und faschistische Bewegungen überall.

Und alle diese Staaten wurden in den 30er Jahren wirtschaftlich und politisch in eine immer größere Abhängigkeit von Deutschland gebracht. Satelliten nannte man das später im Kalten Krieg, die Deutsche wussten auch schon vorher, wie das ging.

In diesem Kontext muss man auch Österreich sehen. Einerseits hatten sie sowieso keine Wahl. Zu dem Zeitpunkt war glaube ich vielen klar, dass sich Hitler nehmen würde, was er wollte. Zum anderen versprach der Anschluss auch, eine Position in Europa wiederzuerlangen, von der man meinte, sie stehe einem zu.

So schätze ich das zumindest ein,

viele Grüße,

barbara

Hallo Barbara

Hab herzlichen Dank für Deinen Exkurs. Deine Schlussfolgerungen verwirren mich:

„In diesem Kontext muss man auch Österreich sehen. Einerseits hatten sie sowieso keine Wahl. Zu dem Zeitpunkt war glaube ich vielen klar, dass sich Hitler nehmen würde, was er wollte.

Keine Wahl haben: Der Boden war durch Oesterreicher, nicht durch Deutsche vorbereitet. Und dies schon, als Adolf erst in den Anfängen steckte. Widerstand leisteten linke „Köpfe“ nicht aber (meines Wissens) die Gewerkschaften. Ich wage einen Vergleich mit Deutschland zu ziehen.
Hitler nahm nicht, er erhielt Oesterreich auf dem Präsentierteller.

„ Zum anderen versprach der Anschluss auch, eine Position in Europa wiederzuerlangen, von der man meinte, sie stehe einem zu.“

Das scheint mir sehr wahrscheinlich. Deshalb ist meines Erachtens der der Anschluss alles andere als unwillentlich vollzogen worden. Allerdings glaube ich an kein faires Plebiszit bei einem Jasager-Anteil von über 99%. Dass aber überwiegende Mehrheit mit „Ja“ stimmte, ist anzunehmen. Ich kenne die erwähnten Bilder und nicht nur die von Wien. Freudentaumel war angesagt, unorganisierter!

„Und Arbeitslager für Sozis und KPDler gabs in Österreich deshalb auch schon vor 1938.“

Im schönem zeitlichem Einklang mit Eröffnung der deutschen Lager mit Insassen derselben Gesinnung. Dies ist doch wohl kein Zufall!

Auf meine eigentlichen Fragen hat niemand so geantwortet, dass meine Neugier befriedigt wäre. Mich interessiert primär der Widerstand nach dem Anschluss. Wo war dieser? Auf meine zweite Frage ist überhaupt niemand eingegangen. Deshalb wiederhole ich sie nochmals:
Nach dem Krieg wurden die Oestereicher von den (West-)Alliiertern als Opfer Hitlers behandelt. Wieso? Die Verstrickung in die Untaten Deutschlands war doch enorm. Wenn ich an die gewaltigen Summen denke, die Deutschland locker machen musste und muss – wie haben sich die Oestereicher aus der Verantwortung gestohlen?

Zum Abschluss: Sind die Rechtfertigungsversuche, auch in der Mauthausener-Ausstellung, nicht sehr mager und muten zum Teil recht hilflos an?

Gruss
Ueli

Hallo Ueli,

ich bin etwas verwundert, wenn du Mikes Link folgst, kommst du doch auf einigen Text zum Thema Widerstand in Österreich, ist ne Sache von 3 Klicks:smile:.

Von daher meinte ich, da nichts mehr zu sagen zu müssen.

Also, es gab Widerstand [im besagten Archiv habe ich 1 Jahr gearbeitet und eine Menge der alten Widerstandskämpfer kennen gelernt], ob der größer oder kleiner war als in anderen Ländern oder Deutschland weiß ich aber nicht.

Keine Wahl haben: Der Boden war durch Oesterreicher, nicht
durch Deutsche vorbereitet. Und dies schon, als Adolf erst in
den Anfängen steckte. Widerstand leisteten linke „Köpfe“ nicht
aber (meines Wissens) die Gewerkschaften. Ich wage einen
Vergleich mit Deutschland zu ziehen.
Hitler nahm nicht, er erhielt Oesterreich auf dem
Präsentierteller.

Wie gesagt, ich denke es war beides. Wie Hitler mit den österreichischen Politikern umsprang, hat die Jungs sicher nicht zu der Erkenntnis gebracht, dass sie 1. hier noch was zu sagen haben und 2. mit ihm gut Kirschen essen ist und 3. er gar Respekt vor ihrer staatlichen Souveränität haben könnte.
Aber politisch war Hitler ihnen trotzdem sicher sehr sympathisch.

Warum die Österreicher aber nicht mit den Deutschen im Boot nach 45 saßen? Das hatte m.E. nach wenig den 1938-45 und viel mit dem Kalten Krieg zu tun und Österreichs Rolle als „neutralem Staat“. Die Amerikaner waren ja völlig panisch, dass Österreich kommunistisch werden könnte. Mitte der 90er wurde ja peinlicherweise Waffenarsenale gefunden. Das CIA- wenn ich mich richtig erinnere- hatte sogar mit den alten Nazis [und neuen antibolschewistischen Freunden] kooperiert, um einen Guerillakrieg vorbereiten zu können, falls die Russen doch noch Österreich in ihren Block ziehen würden.

Das kam damals, als ich in Wien studierte, im Fernsehen und war ein echter kleiner Skandal- den Amerikanern war es glaube ich doch recht peinlich, naja…ist ja nun nix neues, dass die Protagonisten des Kalten Krieges da wenig zimperlich waren.

Ich habe das aber nicht weiter verfolgt und weiß nicht, ob sich da jemand näher mit befasst hat wissenschaftlich.

Alles im allem haben sie sich halt wie immer erfolgreich rausgewurschtelt, die Ösis:smile:…alle Welt denkt, Hitler ist Deutscher gewesen und Beethoven in Wien geboren *grummel*…in der Alpenrepublik funktioniert die PR-Maschinerie offensichtlich besser ;-D…

Grüssle,

barbara