Computer & Internetzugang = Selbstverständlich ?

Von: , Frage gestellt am Do, 16. Mär 2006

Hallo

Die Klassenlehrer meiner Tochter sehen es als selbstverständlich an, das sich in ihrem Zuhause ein Computer mit Internetzugang befindet, sowie ein Farbdrucker und Scanner. Es häufen sich Hausaufgaben, die mit diesen Voraussetzungen gefordert werden. Handschriftliche Arbeiten werden nicht akzeptiert und dementsprechend bewertet. Schriftart und Größe sind auch vorgegeben. Teilweise sollen max. 10 Worte auf einem DinA4 Blatt stehen.
Man sollte annehmen, das die Schule die Möglichkeiten bieten sollte, dort die Aufgaben am schulischen PC durchzuführen. Meistens ist aber Nachmittags, keiner mehr da und innerhalb der Schulzeiten darf das nicht gemacht werden. Das kann doch nicht sein. Was ist mit den Elternhäusern, die keinen PC haben. Aus welchen Gründen auch immer. Und ein Besuch im Internetcafe muß auch bezahlt werden.
Wie seht ihr das ?

Computerunterricht in der Schule ist keine schlechte Idee, aber eine Diskette formatieren wird z.B. nicht gelehrt.

Gruß Nino

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Minuten 3 hilfreich
    Re: Computer & Internetzugang = Selbstverständlich

    Hi,
    also grundsätzlich begrüße ich es, wenn Lehrer in der Lage sind mit Computern umzugehen und dieses Wissen auch im Unterricht mit einbauen.

    ABER!

    Fordern kann Sie es von den Kindern nicht. Wenn die Schule keine Möglichkeiten zur Verfügung stellt muß sie das akzeptieren und entsprechende handschriftliche Arbeiten zulassen. Auch darf sie mit Computer erstellte Arbeiten dann nicht besser bewertung sondern muß sich ausschließlich auf den Inhalt beziehen.

    Was die Computerkurse in Schulen anbelangt - also da könnte ich Schoten erzählen.
    Ich kenne eine Lehrerin, die von mir erklärt haben wollte, wie Sie es anstellen kann Ihre Briefe in Hochformat zu schreiben. Nachdem ich mir angesehen habe, wie sie Briefe schreibt war mir die Frage auch erklärlich. Sie hat Ihre Briefe im Powerpoint geschrieben.
    Also soviel zum deutschen Lehrer schlechthin.

    Gruß Dobbs

    PS: Was sind Disketten? Wozu muß man die formatieren? Wo schiebt man die denn rein im Computer? Steckt man die auch an den USB-Anschluß?

    • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Computer & Internetzugang = Selbstverständli

      Hi Was sind Disketten? Wozu muß man die formatieren? Wo
      schiebt man die denn rein im Computer? Steckt man die auch an
      den USB-Anschluß?
      Ich nehme an deine Frage ist ernst gemeint. Ich habe schon gesehen, das die neuen PCs ohne Diskettenlaufwerk ausgeliefert werden. Sicherlich hast du schon in einem Forum von "Startdisketten" gelesen. Die können sehr hilfreich sein, wenn dein PC abgestürzt ist und sonst nichts mehr geht.

      Hier eine Beschreibung von einem Informations Archiv:

      Eine Diskette ist ein portables Speichermedium für Daten mit einer heute gängigen Speicherkapazität von 1,44 MB. Die Diskette als Speicher wurde weitestgehend durch die CDROM abgelöst.
      as Speicherprinzip einer Diskette ist genau das selbe wie bei einer Festplatte. Eine magnetische Scheibe wird durch einen Schreibkopf in eine von zwei mögliche Richtung polarisiert um Daten auf die Diskette zu schreiben. Ein Lesekopf ruft die Daten später wieder ab. Beim Überfahren einer polarisierten Stelle wird dabei eine polarisierte Induktionsspannung erzeugt die ausgewertet werden kann. Die Diskette löste als Nachfolgemedium Magnetbänder und Lochkarten ab und kam für Homecomputer als 5.25 Zoll Diskette mit einer Speicherkapazität von 360 KB auf den Markt. Eine heute gängige 3.5 Zoll Diskette ist in der Lage 1,44 MB an Daten zu speichern, weiterentwickelte Diskettenmedien wie z.B. die ZIP-Disk oder die JAZZ-Disk können sogar 100 MB bzw. 1 GB an Daten speichern, waren jedoch wegen der im Vergleich zur CDROM sehr hohen Kosten nie ein Massenmedium.

      Gruß Nino

      • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Computer & Internetzugang = Selbstverständli

        Ich nehme an deine Frage ist ernst gemeint. Ich habe schon
        gesehen, das die neuen PCs ohne Diskettenlaufwerk ausgeliefert
        werden.
        ich nehme mal an, dass die frage nicht ganz ernst gemeint ist ;o), aber ... "ich
        habe schon gesehen, dass die "neuen" PCs ohen diskettenlaufwerk ausgeliefert
        werden" ... dazu kann ich nur sagen, ich hab meinen ersten eigenen rechner 1999/
        2000 gekauft und da war schon keins mehr dabei :o). auf meine frage danach
        erhielt ich nur irritierte blicke. als "neu" würde ich diesen rechner aber heute
        nicht mehr bezeichen. Sicherlich hast du schon in einem Forum von
        "Startdisketten" gelesen. Die können sehr hilfreich sein, wenn
        dein PC abgestürzt ist und sonst nichts mehr geht.
        soweit ich weiß, zum glück blieb ich bis jetzt davon verschont, macht man das
        zumindest bei meinem rechner mit ner CD. falls es widererwarten doch mal
        passieren sollte.

        davon abgesehen, sollten wir diese diskussion wohl eher in einem der tausend
        computer-bretter weiterführen ...

        zu deiner ausgangsfrage:

        ich empfinde das schon als ganz schöne frechheit von der schule. ich meine bei
        euch scheint es ja kein problem zu sein, aber es soll ja durchaus auch noch
        haushalte ohne computer geben oder ohne internetanschluß oder scanner oder so
        und warum auch nicht, jeder wie er mag.

        wenn diese art der hausaufgabenerledigung vogezogen wird, müssen auch die
        gelegenheiten zur erledigung in der schule angeboten werden.

        ansonsten würde ich mich einfach mal beschweren.

        was sagt denn der lehrer dazu, ich meine als begründung für die schlechtere
        bewertung von handschriftlichen arbeiten? das würde mich mal interessieren, denn
        inhaltlich müssen sie ja nicht zwangsläufig schlechter, können aber durchaus
        besser oder einfach gleich gut sein.

        liebe grüße
        LeiLoo

  2. Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
    Re: Computer & Internetzugang = Selbstverständlich

    Hallo

    Die Klassenlehrer meiner Tochter sehen es als
    selbstverständlich an, das sich in ihrem Zuhause ein Computer
    mit Internetzugang befindet, sowie ein Farbdrucker und
    Scanner. Es häufen sich Hausaufgaben, die mit diesen
    Voraussetzungen gefordert werden.
    Hallo, Nino,

    ja, das stimmt. Ich kenne auch kaum Haushalte ohne PC und Internetzugang. Es gibt sie aber, und natürlich müssten gerade diese Kinder irgendwie einen Zugang zum Schul-PC bekommen. Sonst lernen die es ja gar nicht...

    Nachdem das Home-Office von meinem Schwager mehrmals die Woche von wütenden Kids belagert worden war, die es überhaupt nicht einsahen, dass er genau dann Bürotag hat, wenn sie eine Computerhausaufgabe hatten (sein großzügiger Sohn hatte zwei russlanddeutsche Schulkameraden sowie ein Mädchen aus einer strenggläubigen, medienfeindlichen - weiß nicht, ich glaube, Adventistenfamilie - eingeladen), habe ich mal einen Wolpertinger gebaut, auf Basis eines alten Pentium II, als Nachbarschafts-PC.

    Natürlich ist der den Kindern viiiel zu lahm... Gruß Nino
    Moderne Zeiten! Gruß auch,
    Aleysha

  3. Antwort von nach 21 Stunden 1 hilfreich
    Re: Computer & Internetzugang = Selbstverständlich

    Hi

    Ich habe am gleichen Tag, wie hier der Artikel veröffentlicht wurde, einen Brief an den Klassenlehrer geschrieben. In diesem Brief habe ich im wesendlichen genau das gleiche geschrieben wie hier.
    Meine Tochter hat den Brief übergeben und eine mündliche Mitteilung erhalte. Diese Art von Hausaufgaben sind vom Schulamt (oder werd die auch festsetzt) nicht vorgegeben und werden jetzt noch mal überdacht.
    Angeblich sei ich der erste, der Einwände hat. Weiter wird überlegt, ob diese Arbeiten während des Schulunterrichts gemacht werden können.
    Ob ich der erste bin, ist mir ehrlich gesagt egal. Ich finde nur, das man alle Möglichkeiten in betracht zieht und das schließt Familien ohne PC mit ein. Ich erlebe immer wieder Eltern, die sich erst bei Elternabenden zu Worte melden, wenn man selber den ersten Einwand einbringt. Vorher wird sich nicht getraut.

    Gruß Nino

  4. Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
    Re: Computer & Internetzugang = Selbstverständlich

    Hallo,

    ich hab durch Zufall dein Posting gelesen, weil da
    "Computer" stand. Ich bin EDVler - reinrassig, seit
    der Ausbildung... Die Klassenlehrer meiner Tochter sehen es als
    selbstverständlich an, das sich in ihrem Zuhause ein Computer
    mit Internetzugang befindet, sowie ein Farbdrucker und
    Scanner. Es häufen sich Hausaufgaben, die mit diesen
    völliger Schwachsinn. Weitere Worte die mir dazu einfallen
    kann ich hier nicht wiedergeben.

    DSL ist kein Standard in Deutschland (auch wenns die
    deutsche T-Com gerne hätte) und für ISDN/analog-Zugänge
    muss noch kräftig bezahlt werden, da es dort keine
    pauschalen Abrechnungssysteme gibt. Also sind wir weit
    davon entfernt einen Internetzugang als selbstverständlich
    zu bezeichnen.
    Scanner - ich lach mich halbtot - wer kann von den deutschen
    home-Usern schon mit einem Scanner umgehen ? Blatt reinlegen
    und auf einen Knopf drücken: ja, aber das wars auch schon. Voraussetzungen gefordert werden. Handschriftliche Arbeiten
    werden nicht akzeptiert und dementsprechend bewertet.
    Unverschämtheit Schriftart und Größe sind auch vorgegeben. Teilweise sollen
    hoffentlich dann auch DIN-gerecht max. 10 Worte auf einem DinA4 Blatt stehen.
    aha - Sollen das Folien für einen Vortrag geben ? Man sollte annehmen, das die Schule die Möglichkeiten bieten
    sollte, dort die Aufgaben am schulischen PC durchzuführen.
    ja Meistens ist aber Nachmittags, keiner mehr da und innerhalb
    der Schulzeiten darf das nicht gemacht werden. Das kann doch
    nicht sein. Was ist mit den Elternhäusern, die keinen PC
    haben. Aus welchen Gründen auch immer. Und ein Besuch im
    Internetcafe muß auch bezahlt werden.
    uneingeschränkte Zustimmung Wie seht ihr das ?
    Welche Schulklasse ?
    Mein Sohn hat Abitur inzwischen fertig - und er hat nie
    zwingend einen PC benötigt. Hilfreich mag ich durchaus
    zugestehen, aber ein MUSS sollte und war es nie. Computerunterricht in der Schule ist keine schlechte Idee,
    dann sollten die Lehrer sich entsprechend qualifizieren,
    aber außer Word/Excel bringen die eh nichts auf die Reihe.
    Das was einen Computer ausmacht, wissen die nicht. Die
    sehen es nur aus AnwenderSicht.
    Und dazu ein Beispiel:
    In den letzten 10 Jahren hat der Computer sich von einer
    Kommandozeile zu einem grafischen System entwickelt, also
    eine sehr gravierende Änderung für den Benutzer.

    Glaubt irgend jemand ernsthaft, dass das, was jetzt und heute
    in den Schulen bzgl. Computer gelehrt wird in 10 Jahren
    noch relevant ist ? Glaubt irgend jemand, dass er mit seinem
    Word/Excel-Wissen in 10 Jahren noch irgend einen
    Personalchef von seinen Computerkenntnissen überzeugen kann ?
    Hier denke ich: NEIN

    Glaubt irgend jemand, dass er mit dem Wissen um Datenbanken,
    Filesysteme, MutliUsersysteme, Rechnerarchitekturen in 10
    Jahren noch was anfangen kann ? Hier denke ich: JA

    Fazit: das was heute in den Schulen gelehrt wird, können
    die Kinder mit dem Eintritt ins Berufsleben vergessen.
    (und fürs Internet oder Word/Excel braucht man keine
    Ausbildung oder Ähnliches) aber eine Diskette formatieren wird z.B. nicht gelehrt.
    oder auf neue EDV übersetzt: Wie mache ich einen USB-Stick
    bootfähig ? Korrekt, das wird nicht gelehrt. Dazu fehlt
    ja auch das Know-How und das würde ja auch in Richtung
    meiner 2. Glaubensfrage gehen.

    Gruß
    Manfred

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