Antwort von
nach 3 Tagen
hilfreich
Ich krieg ´ne Krise!!!
Hallo Renate,
ich kann's nicht glauben!
Kaum hat eine junge, alleinstehende Frau den Mut und die Kraft, ein Adoptiv- bzw. (für den Anfang) ein Pflegekind zu sich zu nehmen, schon gehen die von mir beschriebenen inquisitorischen Maßnahmen los!
Dein Satz: Für den Anfang...würde mich als
verantwortungsbewusste Jugendamtssozialarbeiterin schon
abschrecken, Dir ein Pflegekind anzuvertrauen! Sorry, wenn das
jetzt hart klingt!
Sei jetzt bitte nicht beleidigt, aber: wenn ich an eine Jugendamtmitarbeiterin Deines Schlages gelangen würde, zöge ich vor, die Sache abblasen. Es ist kein Geheimnis, daß Pflegekinder zum Teil wesentlich mehr "Aufwand" bedeuten, weil die Eltern noch leben und - wenn auch nicht immer - durchaus Rechte haben.
In Anweisungen und Verboten sehe ich allerdings nicht unbedingt eine qualifizierte Unterstützung des Jungendamtes.
und auch sehr viel Nachbereitung bedeutet bis hin zu
körperlichen Reaktionen wie z. B. Einnässen!
Das passiert auch bei Kindern, die in ihren Familien aufwachsen, bei Scheidungskindern, etc.
Du wirst zwar
durch mehr oder weniger regelmäßige Hausbesuche durch das
Jugendamt unterstützt, aber trotzdem möchte ich dringend davon
abraten zu sagen, na, für den Anfang entscheide ich mich für
ein Pflegekind!
Eher weniger. Außerdem frage ich mich, wieso Du Dir überhaupt das Recht nimmst, jemandem "dringend von was auch immer abzuraten"? Dolores ist kein kleines Kind und kann ihre Möglichkeiten durchaus realistisch einschätzen. Oder willst Du etwa auch das in Abrede stellen?
während Deiner berufsbedingten Abwesenheit um das kind kümmern?
Schon wieder eine fremde Person?
Nun kommen wir von Hölzchen auf Stöcken und ich krieg langsam die Krätze.
Millionen von Kindern gehen in den Kindergarten und darüber regt sich kein Mensch auf, außer Du, was Adoptiv- bzw. Pflegekinder angeht! Wie soll ein Kind bitte schön anders das soziale Verhalten lernen?! Indem es ständig mit Mama zusammenhockt (soll sie ihm die Bauklötze klauen?!) oder wie? Offensichtlich vergißt Du dabei den Umstand, daß ein Kind unbedingt den Kontakt zu anderen (gleichaltrigen) Kindern braucht. Im übrigen hat es noch keinem Kind geschadet, daß die Mutter arbeiten geht. Im Gegenteil!
Ich habe mal den schönen Spruch "Glückliche (berufstätige) Mütter = Glückliche Kinder" gelesen. Es stimmt! Die Kinder, die mehr soziale Kontakte unterhalten (ob nun Kindergarten, Tagesmutter oder Babysitter) sind wesentlich selbstbewußter. Im übrigen beschäftigen sich berufstätige Mütter mit ihren Sprößlingen wesentlich intensiver, gerade weil sie weniger Zeit haben.
In unserer Gesellschaft existiert die "übliche" Vater + Mutter + Zwei Kinder + Hund schon lange nicht mehr.
Viele Grüße
Tessa