Mit den Kosten für Windeln ist es nicht getan.
Hallo Helge,
Definierst du Lebensstandard nur mit Geld?
Bei der Beantwortung dieser Frage: ja, denn nur darum ging es hier.
So teuer ist ein Baby auch
schon wieder nicht.
Klingt sehr danach, dass du nur 1 Kind hast, das noch ein Baby ist.
Ich hab 2 Kinder unterschiedlichen Geschlechts, die Tochter kommt grade in die Pubertät. Da ist es nicht mehr mit Klamotten vom Flohmarkt getan, der Kleine kann nicht mehr die Sachen der Großen auftragen, wir brauchen also alles extra, die Kosten für Schulsachen werden so langsam enorm, ich habe für meine Kinder Versicherungen abgeschlossen, sie lernen Instrumente und ich versuche so weit wie möglich, sie gesund zu ernähren (also teurer Bio-Einkauf).
Auch wenn man keinen Luxus-Urlaub macht - sobald man schulpflichtige Kinder hat, ist man an die Ferien gebunden, und das bedeutet, auch wenn man nur eine günstige Ferienwohnung in Deutschland sucht, ein mehrfaches des Nebensaison-Preises, den Kinderlose nutzen können.
Die schon erwähnten Kosten für Kinderzimmer, Nebenkosten wie Heizung, Wasser usw. und ein brauchbares, viertüriges Auto (die Sicherheitsansprüche werden mit Kindern höher), werden außerdem gerne vergessen.
Und was, wenn das Kind anschließend studiert?
Lieber Helge, mit den Kosten für Windeln ist es nicht getan.
Hier ein Artikel von 2004 (dürfte inzwischen überholt sein, da die Lebensmittelpreise ja inzwischen sehr angezogen haben):
Was Kinder kosten
30. Mai 2004
Man kann es kurz machen und sagen: Ein Kind kostet seine Eltern, bis es 18 ist, etwa so viel wie ein Eigenheim.
Man kann es auch etwas ausführlicher machen und sich an das Statistische Bundesamt wenden. Das hat ausgerechnet: Für das erste Kind geben Familien durchschnittlich 496 Euro im Monat aus, für das zweite 427 und für das dritte 414 Euro. Insgesamt zahlen deutsche Eltern für ihr erstes Kind, bis es 18 ist, 107 136 Euro. Dabei hängen die Ausgaben vom Haushaltsnettoeinkommen der Eltern ab: Wer bis zu 1265 Euro verdient, wendet im Monat statistisch rund 278 Euro für sein Kind auf, wer 6429 Euro verdient allerdings 813 Euro.
Was jeder Vater schon immer im Gefühl hatte, wird ebenfalls belegt: Der Nachwuchs wird mit jedem Lebensjahr teurer. Ein Kind kostet bis zum Alter von sechs Jahren im Durchschnitt 426 Euro pro Monat, von sechs bis zwölf dann 500, im Alter von zwölf bis 18 schließlich 625 Euro. Beim zweiten und dritten Kind wird es dann relativ günstiger: 358 beziehungsweise 388 Euro monatlich in den ersten sechs Jahren. Forscher rechneten aus, dass sich der Aufwand für Betreuung, Erziehung und Ausbildung auf gut 250 000 Euro beläuft, wovon etwa drei Viertel von den Eltern, ein knappes Viertel vom Staat und etwa zwei Prozent von den verschiedenen Wohlfahrtsverbänden aufgebracht würden. Die amerikanische Regierung ließ vor einigen Jahren addieren, was es kostet, ein Kind bis zu seinem 18. Geburtstag großzuziehen. Sie gab einen Betrag von 160 140 Dollar an.
Kinder machen arm, auch das weiß jeder Vater. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo errechnete, dass allein verdienende Väter rund 33 Prozent mehr verdienen müssen, um auf das gleiche Wohlstandsniveau zu kommen wie kinderlose Singles. Bei zwei Kindern müsse das Einkommen um 64 Prozent höher sein. In Haushalten mit zwei Erwachsenen müssten die Einkommen mit einem Kind um 16,5 Prozent, mit zwei Kindern um 33,8 Prozent und mit drei Kindern um 51,8 Prozent höher sein als im Referenzhaushalt mit zwei Erwachsenen ohne Kinder, damit das gleiche Wohlstandsniveau erreicht wird. Das heißt in absoluten Zahlen: In einem Haushalt mit Kindern ist eine Einkommenssteigerung von 520 Euro pro Kind und Monat notwendig, um den gleichen Lebensstandard zu erreichen wie Kinderlose.
Ein eventuelles Studium und der Verdienstausfall eines Elternteils müssen oftmals noch hinzugerechnet werden. Ein Wirtschaftsstudium kostet nach Schätzungen der Sparkasse Hamm 30 000 Euro, 45 000 Euro ein Medizinstudium - wenn alles glatt geht und keine Studiengebühren anfallen.
Entscheidend beim Großziehen des Nachwuchses sind aber auch die Einkommensausfälle, die durch eingeschränktes Arbeiten wegen der Betreuung der lieben Kleinen entstehen.