Erzieherische Willkür im Kindergarten?

Von: , Frage gestellt am Mi, 7. Mär 2001

Hallo Ihr!

Ich habe da folgendes Problem:

Mein Sohnemann kommt ab Dienstag in den Kindergarten. Seit einer halben Ewigkeit trinkt er fast ausschließlich Apfelschorle. Die Leiterin machte mich nach dem letzten Schnuppertag darauf aufmerksam, dass es unerwünscht sei, Getränke mitzubringen. Die Kinder sollen gefälligst die Sachen trinken, die der Kindergarten anbietet (Tee & Mineralwasser). WARUM?

Ich könnte verstehen, wenn die Begründung auf die Vermeidung von Müll liegen würde (Einwegverpackungen wie z.B. bei Capri-Sonne) - aber mein Filius hatte eine Radlerflasche bei! Ich könnte auch verstehen, wenn darauf bestanden wird, dass die Zwerge nicht aus der Flasche trinken sollen - aber es ist ja nun wirklich kein Problem, aus der Flasche in ein Glas umzuschenken, oder?

Mein Sohn hat Tee noch nie gemocht, und Mineralwasser (zumindest dieses) lehnt er wegen der Kohlensäure (die er nicht so toll findet, weil er immer aufstoßen muß) ab. Vielleicht hätten wir ihm in der Vergangenheit andere Getränke reinzwingen sollen, allerdings glaube ich da nicht dran (nicht unbedingt mein Erziehungsstil!). Da er für seine Größe eher dünn ist, und unser Kinderarzt es deshalb regelrecht toll findet, dass er Apfelschorle trinkt (weil sie wohl sehr gehaltvoll sei), möchte ich nicht, dass er wegen einer meiner Meinung nach unbegründbaren Willkür auf seine Schorle verzichten soll!

Außerdem braucht der Mensch eine gewisse Menge an Flüssigkeit - da ich meinen Zwerg kenne, weiß ich, dass er diese mit Wasser garantiert nicht zu sich nehmen wird.

Das nächste Problem ist, dass meine Frau in dem Kindergarten (andere Gruppe) arbeitet und sich verständlicherweise nicht direkt mit ihrer direkten Vorgesetzten zoffen will!

Was würdet Ihr an meiner Stelle tun?


Gruß
Guido

46 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Re: Erzieherische Willkür im Kindergarten?

    Hy Guido,

    schon problematisch, denn normalerweise sollte man sich ja einigen können. Und auch eine Kindergartenleitung sollte auf gewisse Bedürfnisse (Erwachsene haben ja auch welche) eingehen. Das man da natürlich aus erzieherischer Sicht nicht alles erfüllen sollte ist auch ganz o.k.
    Aber das sich die Leitung generell weigert, deinem kleinen seine Apfelsaftschorle zu "gewähren" finde ich schon ziemlich heftig.

    Meiner Meinung nach, hast du 4 Möglichkeiten:
    1. Du fängst einen Streit an, und bescherst deiner Frau ein wohl recht unangenehmes Arbeitsklima

    2. Du nimmst es im Sinne der "Frieden-für-den-ruhigen-job-bewahren-Haltung" einfach hin. Redest mit deinem kleinen, und sagst ihm er soll trinken, was da ist.

    3. Du redest einfach nochmal mit der Leiterin. Denn wenn du ihr das normal erklärst denke ich doch mal, das man sich da "einigen" kann.

    4. Du suchst dir einen anderen Kindergarten

    gruss
    Andy

  2. Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
    Re: Erzieherische Willkür im Kindergarten?

    HALLO Guido!
    Also ich denke, daß man vermeiden will, daß jeder mit "seinem" Getränk daherkommt.

    Aber was tun, wenn ein Kind Diät leben muß?
    Ausnahmen gibt es immer. Auch ich würde nochmals ein Gespräch suchen, der Leiterin bestätigen, daß Du Ihre Sorge verstehst und auch den Kinerarzt miteinflechten, der es der Gesundheit des Kindes zuträglich findet.
    Abschließend, würde ich bitten Deinen großen Wunsch zu erfüllen, da du weißt Sie wäre einzig und allein kompetent dazu. Darum hast du auch gleich mit ihr und nicht mit der Kindergärtnerin geredet.

    Gib mal Bescheid, ob es geklappt hat.

    Nicht demütigst, aber mit dem Hintergrundwissen, daß SIE am längeren Ast sitzt. Außerdem bestätigst du sie in ihrer Position.

    MArina

    • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
      *GRINS*

      Hi Marina!

      Hey, das hört sich genau an, wie unsere "Kommunikations- und Motivationstrainings"!

      Ich weiß schon, wie ich sie "überzeugen" kann - das Problem ist nur, dass es da den Konflikt gibt, dass meine Frau dort arbeitet.


      Vielen lieben Dank aber für Deine wirklich tollen Tips!

      Libe Grüße
      Guido

  3. Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
    Re: Erzieherische Willkür im Kindergarten?

    Hallo,
    ungachtet des Problems mit dem Getränk, würde ich sowieso einen Kindergarten suchen, in dem nicht die Mama arbeitet . Das bringt wahrscheinlich noch ganz andere Probleme mit sich. Und dann noch mit nem Extra-Fläschchen, der Sohn einer Mitarbeiterin ? Hat der am Ende auch die schöneren Spielsachen, oder ein goldenes Stühlchen ? Ich denke, darüber solltet Ihr nochmal nachdenken !
    Gruß, Stephan

    • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
      Re^2: Erzieherische Willkür im Kindergarten?

      Hi Stephan!

      Du kannst mir glauben: Diese Überlegungen haben wir durchgekaut!

      Da der Zwerg allerdings in einer anderen Gruppe ist, werden diese Probs nicht auftauchen!

      Gruß
      Guido

      • Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
        Re^3: Erzieherische Willkür im Kindergarten?

        `Hallo Guido, Da der Zwerg allerdings in einer anderen Gruppe ist, werden
        diese Probs nicht auftauchen!
        Aber dann sollte das Getränk-Problem auch nicht so gross sein. Lässt sich das nicht unter Frauen klären?

        Deborah

  4. Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
    Re: Erzieherische Willkür im Kindergarten?

    Hallo
    also mit Willkür hat das sicher nichts zu tun. Im KiGa will man vermeiden, dass einige Kinder z.B. Cola mitbringen, die dann alle haben wollen. Und das ist sicherlich für alle ungesund.

    Wenn Dein Kind partout kein Sprudel und keinen Tee mag, dann geht es doch auch mit Leitungswasser (Das gesündeste Getränk, das es in Deutschland gibt !).

    Kinder sollten aber auch lernen, dass sie sich in eine Gruppe einfügen müssen und nicht dass Papa gleich in solchen Alltäglichkeiten eingreift. Dass sich Kinder an die dort geltenden Regeln halten sollen ist doch OK. Wenn Kinder aus der Reihe tanzen, werden sie schnell von den anderen gehänselt. Das wäre auch nicht wünschenswert, nur wegen einer Apfelschorle.

    Ansonsten rede doch mal mit der Leiterin des Kiga
    Andreas [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
      Welcher Grund?

      Hallo Andreas! also mit Willkür hat das sicher nichts zu tun. Im KiGa will
      man vermeiden, dass einige Kinder z.B. Cola mitbringen, die
      dann alle haben wollen. Und das ist sicherlich für alle
      ungesund.
      Na ja - zwischen Cola und Apfelschorle gibt es einen Unterschied! Ich bin ja auch mit dem Süßigkeitenverbot einverstanden! Wenn Dein Kind partout kein Sprudel und keinen Tee mag, dann
      geht es doch auch mit Leitungswasser (Das gesündeste Getränk,
      das es in Deutschland gibt !).
      Gesund bei einem Härtegrad von mehr als 4?! Sorry, aber es geht mir darum, dass er genug trinkt! Und er trinkt nur genug von den Sachen, die er auch mag. Leitungswasser gehört da nicht unbedingt zu! Kinder sollten aber auch lernen, dass sie sich in eine Gruppe
      einfügen müssen und nicht dass Papa gleich in solchen
      Alltäglichkeiten eingreift. Dass sich Kinder an die dort
      geltenden Regeln halten sollen ist doch OK. Wenn Kinder aus
      der Reihe tanzen, werden sie schnell von den anderen
      gehänselt. Das wäre auch nicht wünschenswert, nur wegen einer
      Apfelschorle.
      Ich versuche meinen Sohn zu einer eigenen Persönlichkeit zu erziehen! Dazu gehört, dass man sich auch mal über sinnlose Regeln hinwegsetzt! Ich habe das viel zu spät gelernt - je eher er es lernt, desto besser!

      Bei se wei - ich war jemand, der immer alle Regeln befolgt hat. Dadurch war ich auch der, der immer gehänselt wurde! Die "Aus-der-Reihe-Tänzer" waren die, die wenig bis keine Probleme hatten! Ansonsten rede doch mal mit der Leiterin des Kiga
      Mir wird nichts anderes übrig bleiben - nur, wenn sie mir wieder kein Argument nennen kann, dann wird mein Filius seine Schorle mitnehmen! Und er wird sie auch trinken! Das merkwürdige ist nämlich, dass dies der einzige Kindergarten des Trägers ist, bei dem es diese "Regelung", die auf Wunsch einiger Eltern eingeführt wurde...

      Danke für Deine Antwort
      Gruß
      Guido

      • Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
        Re: Welcher Grund?

        Hallo, Guido!
        Ich kenne Kindergarten von beiden Seiten - als Mitarbeiterin und als Mutter/Elternrat. Du sagst, Na ja - zwischen Cola und Apfelschorle gibt es einen
        Unterschied!
        Nur - es ist tatsächlich meiner Erfahrung nach <B>immer<B/> so gelaufen, daß eine Ausnahme (gleich welcher Art) andere Eltern auf den Plan rief, die dann auch Ausnahmen forderten. Mit der gleichen Begründung: Mein Kind ißt/trinkt aber <B>nur<B/> dies oder jenes (der Gipfel war eine Mutter, deren Kind angeblich nur Milchschnitten aß, und die meinte, die seien doch so gesund, da könne niemand was dagegen haben).
        Leider wird es bei allen Grenzen, die mensch zieht, immer Leute geben, die - wie im Fall deines Sohnes - doch "eigentlich" zu Unrecht betroffen sind. Kann ich schon verstehen, wenn er nix anderes trinken mag. Nur: die Kehrseite ist wirklich oft, daß dann andere Eltern auch mit "Extrawürsten" kommen.
        Wie wäre aber die Idee, auf einem Elternabend das Thema anzuschneiden und zu versuchen, für die ganze Gruppe außer Tee und Wasser auch Apfelschorle bereitstellen zu lassen (vor allem, wenn diese "Getränke-Regel" auf Elternwunsch existiert? Vielleicht gibt es ja noch andere Eltern, die für ihr Kind gern was anderes zu trinken hätten, und die sich dann auch zu Wort melden? Es sind ja dann mehrere neue Eltern dabei, die das vielleicht ähnlich sehen? Das ist u.U. einfacher, als einem Kind etwas anderes zu erlauben (auch für die Mitarbeiterinnen).

        Viel Erfolg,
        Sams



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