Stief-

Von: , Frage gestellt am Mo, 17. Mai 2010

Hallo zusammen, und auch einzeln.

Geht es nur mir so, oder ist für euch auch der Vorsatz "Stief-" bei -sohn, -tochter, -vater, -mutter, -schweter, -bruder, -cousin, -cousine, -enkel, -enkeline usw. negativ besetzt? Wie irgendwie "Geduldet, aber nicht geliebt", weil er/sie/es ja nun mal zum neuen Partner gehörig ist? Ist die Bezeichnung nicht in der heutigen Zeit überholt? Denn für mich bezeichnet sie Distanz. Wie ist das zu sehen?

Gruß.

To.i

18 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Minuten 2 hilfreich
    Re: Stief-

    Servus,

    hast du einen "Ersatz" für Stief? Wäre dieser nicht auch dann "negativ" belastet?

    Man sollte die Wahrheit akzeptieren und damit umgehen können und sich nicht Sorgen machen, dass die Bezeichnung negativ belastet ist.

    mfg,

    Hanzo

  2. Antwort von nach 5 Minuten 0 hilfreich
    Re: Stief-

    Hi,

    nope, für mich ist das nicht negativ besetzt. Dient lediglich Erklärungszwecken. Wenn ich von meinem Stiefvater spreche, ist das äußerst selten negativ belegt. :)

    Gruß
    Cess

  3. Antwort von nach 20 Minuten 1 hilfreich
    Re: Märchen

    Hi,

    für mich ist "Stief-" auch irgendwie negativ besetzt.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es bei mir daher kommt, dass in Märchen oft die Stiefmutter als böse dargestellt wurde. Und im richtigen Leben habe ich nie ein(e) "Stief-" kennengelernt, weder bei mir in der Familie, noch bei Freunden. Also blieb wohl das negative Bild ;-)

    http://tinyurl.com/24vpgag

    Gruß
    Steffie

      • Antwort von nach 11 Stunden 2 hilfreich
        Re^3: Link

        Hi, die Links sind sehr interessant.

        Die Stiefmutter kommt natürlich nicht aus heiterem Himmel in die Märchen.

        Als diese entstanden, war u.a. die Müttersterblichkeit noch sehr, sehr hoch. Es war nicht selten, dass die Mutter bei der Geburt oder dann im Wochenbett starb. Da viele Kinder da waren, 5 bis 12 waren keine Seltenheit, mussten diese versorgt sein.

        Der Witwer heiratete also neu, und die neue, junge Frau war natürlich mit den vielen Kindern, die nicht ihre leiblichen waren, heillos überfordert und nicht imstande, eine Liebe zu ihnen wachsen zu lassen.

        Das hab ich mal irgendwo gelesen.

        To.i

    • Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Märchen

      Hi,

      für mich ist "Stief-" auch irgendwie negativ besetzt.

      Ich könnte mir vorstellen, dass es bei mir daher kommt, dass
      in Märchen oft die Stiefmutter als böse dargestellt wurde.
      und das ist noch nett.

      in den originalmärchen haben die leiblichen eltern die kinder ausgesetzt, so groß war das elend damals..

      http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=13...

      tilli

      Das eigensinnige Kind

      Es war einmal ein Kind eigensinnig und tat nicht, was seine Mutter haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und ließ es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen, und in kurzem lag es auf dem Totenbettchen. Als es nun ins Grab versenkt und die Erde über es hingedeckt war, so kam auf einmal sein Ärmchen wieder hervor und reichte in die Höhe, und wenn sie es hineinlegten und frische Erde darüber taten, so half das nicht, und das Ärmchen kam immer wieder heraus. Da mußte die Mutter selbst zum Grabe gehen und mit der Rute aufs Ärmchen schlagen, und wie sie das getan hatte, zog es sich hinein, und das Kind hatte nun erst Ruhe unter der Erde.

      • Antwort von nach 22 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Märchen

        Hallo Tilli! in den originalmärchen haben die leiblichen eltern die kinder
        ausgesetzt, so groß war das elend damals..

        http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=969&kapitel=13...
        In dem verlinkten Märchen ist es die Stiefmutter.

        ... Die zwei Kinder hatten vor Hunger auch nicht einschlafen können und hatten gehört, was die Stiefmutter zum Vater gesagt hatte ...

        Gruß,
        Max

  4. Antwort von nach 32 Minuten 3 hilfreich
    Re: Stief-

    Hallo,

    als mein Mann und ich zum Standesamt gingen, waren mein erwachsener Sohn und seine auch erwachsene Tochter unsere Trauzeugen. Nachdem wir dann aus dem Rathaus kamen fragte mich meine (ja dann offizielle) Stieftochter: "Sag mal, was sind wir denn jetzt?" Ich: "??" Sie: "Naja, verwandt oder verschwägert?" Ich musste erst mal überlegen und sie dann: "OK, wir sind verstiefelt".

    Ich will damit sagen, dass man das nicht so ernst nehmen sollte. Die Stiefmutter hat ihren schlechten Ruf durch die Märchen bekommen. In Realität ist das heute meist anders. Kaum ein "Stief" kann es sich leisten das angeheiratete "Stief" schlechter zu behandeln, als die Blutsverwandten.

    Mein Mann und ich haben inzwischen jeder für sich Stiefenkelkinder. Ehrlich gesagt, würden sich manche leiblichen Enkelkinder wünschen so von Oma und Opa geliebt zu werden wie wir jeweils die Nachkommen unserer Stiefkinder lieben und auch umgekehrt. Keines der insgesamt vier Kinder hat bis jetzt mitbekommen, dass entweder Oma oder Opa nicht wirklich "echt" sind.

    Gruß
    Ingrid

    • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Stief-

      Hi,

      ich glaub auch, dass es durch Märchen eher negativ belegt ist und dann - nur so eine Idee - gerade in den Köpfen derer, die selber keine Stiefverwandten haben, negativ belegt bleibt.

      Wer selber verstiefelt ist, sieht das dann vielleicht ein bisschen anders.

      Gruß
      Cess



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