im erwachsenen Alter kann keiner umerzogen werden

Von: , Frage gestellt am Do, 13. Jun 2002

hallo,

folgenden Link habe ich mit Interesse gelesen:
http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=122985
Ich glaube, dass jeder sich den Partner sucht, der zu seinem gewohntem Lebensmuster passt (wenn Vater arbeiten ging, und Mutter für Haushalt und Kinder zuständig war - oder Vater hat schon immer im Haushalt mitgeholfen und Mutter schon immer gearbeitet).
Doch wer glaubt, dass er nach einer gewissen Zeit einer Ehe oder Partnerschaft ohne Probleme die Zuständigkeiten neu verteilen kann, der irrt.
Oder habt Ihr bessere Erfahrungen als ich gemacht, und ist dieser Link Unsinn?

viele Grüße
Claudia

18 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 32 Minuten 1 hilfreich
    Re: im erwachsenen Alter kann keiner umerzogen wer

    Der Link ist in soweit schon richtig, dass man den anderen nicht ändern kann.

    Das muss der schon selbst tun. Wirklich Einfluss hat man keinen drauf.

    Gruß Ivo

  2. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: im erwachsenen Alter kann keiner umerzogen wer

    Hi Grilla!

    Ich halte die getroffene Aussage für zu pauschal.
    Ich kann nur für mich sprechen: ich habe sicherlich keinen großen Spaß an der Hausarbeit, erledige aber meinen Teil.
    Meine Mutter war und ist Hausfrau, ich hatte zu Hause kaum Pflichten, habe aber gerne gekocht.
    Nun lebe ich mit meiner Partnerin zusammen, wir beide arbeiten voll und teilen uns den Haushalt auf wie es kommt.
    Das klappt.

    Was hat man(n) auch für eine Wahl? Frauen sollten zwar in der Theorie bei der Hausarbeit wie eine Hausfrau und im Bett wie eine Schlampe sein, da dass aber bei den meisten modernen Frauen anders herum ist, müssen die Männer eben mit ran....

    Grüße,

    Mathias folgenden Link habe ich mit Interesse gelesen:
    http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=122985
    Ich glaube, dass jeder sich den Partner sucht, der zu seinem
    gewohntem Lebensmuster passt (wenn Vater arbeiten ging, und
    Mutter für Haushalt und Kinder zuständig war - oder Vater hat
    schon immer im Haushalt mitgeholfen und Mutter schon immer
    gearbeitet).
    Doch wer glaubt, dass er nach einer gewissen Zeit einer Ehe
    oder Partnerschaft ohne Probleme die Zuständigkeiten neu
    verteilen kann, der irrt.
    Oder habt Ihr bessere Erfahrungen als ich gemacht, und ist
    dieser Link Unsinn?

    viele Grüße
    Claudia

    • Antwort von nach 6 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: im erwachsenen Alter kann keiner umerzogen w

      Frauen sollten zwar in der
      Theorie bei der Hausarbeit wie eine Hausfrau und im Bett wie
      eine Schlampe sein, da dass aber bei den meisten modernen
      Frauen anders herum ist, müssen die Männer eben mit ran....
      Einen Stern dafür :)

      Gruß

      J.

  3. Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
    Re: Wo kamen denn die ersten her ??

    Hallo Claudia,

    Ich hab da eine rein logische Frage . Wenn Jungens die Gleichberechtigung schon von zu Hause kennen müssen, um selber vernünftig handeln zu können - wo kam denn der erste her ?? Der erste gleichberechtigte Mann kam ohne Vorbild aus , oder wie ?

    Ach, doch noch eine Frage. Warum schaffen es denn die Mädels aus dem anerzogenen Rollenschema auszubrechen und Jungs nicht ?

    Ich denke, jeder kann so leben, wie er es richtig findet, egal wie es zu Hause war. Das ist zu schaffen. Im Prinzip.

    Grüße

    Heike

  4. Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
    Re: im erwachsenen Alter kann keiner umerzogen wer

    Hi! folgenden Link habe ich mit Interesse gelesen:
    http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=122985
    Ich glaube, dass jeder sich den Partner sucht, der zu seinem
    gewohntem Lebensmuster passt (wenn Vater arbeiten ging, und
    Mutter für Haushalt und Kinder zuständig war - oder Vater hat
    schon immer im Haushalt mitgeholfen und Mutter schon immer
    gearbeitet).
    Doch wer glaubt, dass er nach einer gewissen Zeit einer Ehe
    oder Partnerschaft ohne Probleme die Zuständigkeiten neu
    verteilen kann, der irrt.
    Oder habt Ihr bessere Erfahrungen als ich gemacht, und ist
    dieser Link Unsinn?
    Nach meiner Meinung schlicht Unsinn.

    Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, die nach dem klassischen Rollenmuster strukturiert war: Vater arbeitete, Mutter hat sich um Haushalt und 3 Kinder (2 m, 1 w) gekümmert. Sowohl mein Bruder als auch ich haben frühzeitig das Elternhaus verlassen und jeweils einen eigenen Haushalt geführt - und zwingenderweise alle Haushaltsarbeiten selbst übernommen. Heute hat jeder von uns eine langjährige feste Beziehung zu einer Frau, und die Haushaltsarbeit bzw. Kinderbetreuung wird entsprechend geteilt.

    Der Autor des Artikels (Andreas Wawrzinek) bzw. die Veranlasser der Untersuchung (Scott Myers / Alan Booth) wollen m.E. nur althergebrachte und sehr bequeme Klischees zementieren ("Frau gut, Mann schlecht").

    Tonne!

    Grüße
    Heinrich

  5. Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
    Re: im erwachsenen Alter kann keiner umerzogen wer

    hallo grilla,
    folgenden Link habe ich mit Interesse gelesen:
    http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=122985
    also mir kommt speziell dieser Link schon sehr arg verkürzt vor. Ich glaube, dass jeder sich den Partner sucht, der zu seinem
    gewohntem Lebensmuster passt (wenn Vater arbeiten ging, und
    Mutter für Haushalt und Kinder zuständig war - oder Vater hat
    schon immer im Haushalt mitgeholfen und Mutter schon immer
    gearbeitet).
    Nee, die Mutter meines Freundes war Zeit ihres Lebens Hausfrau und kriegt sich heute noch nicht ein, dass ich die Hauptverdienerin bei uns bin. Und mein Freund macht den meisten Haushaltskram. Doch wer glaubt, dass er nach einer gewissen Zeit einer Ehe
    oder Partnerschaft ohne Probleme die Zuständigkeiten neu
    verteilen kann, der irrt.
    Dies jedoch stelle ich mir schwierig (aber nicht unmöglich) vor. Ich würde auch nicht gerne wieder anfangen, mich um den Haushalt zu kümmern statt wie bisher arbeiten zu gehen. Oder habt Ihr bessere Erfahrungen als ich gemacht, und ist
    dieser Link Unsinn?
    Und damit glaube ich, der Knackpunkt liegt wo anders: Wie schon oft in diesem Forum dargestellt, ist Hausarbeit in unserer Geseelschaft nichts wert im Vergleich zu Berufstätigkeit. Und da ist es natürlich sehr bequem, wenn man sich auf das Rollenverständnis berufen kann, das man schonvon kelin auf kennt, statt von der anerkannten Berufstätigkeit zur bei Männern immer noch viel stärker als Frauen belächelten Hausarbeit zu wechseln.

    Gruß, Karin

  6. Antwort von nach 15 Stunden 5 hilfreich
    Statistik und das Induktionsproblem

    Hallo Claudia,

    ich habe mich in dieses Brett zwar nur verirrt, aber jetzt möchte ich doch etwas sagen. Ich denke, dass man diesen Artikel rückwärts lesen muss, um ihn zu entlarven.

    "Für ihre Studie hatten die Forscher die Aussagen von etwa 650 Erwachsenen ausgewertet."

    Zugunsten der Forscher nehme ich an, dass die Auswahl repräsentativ war, auch wenn das nicht da steht.

    "Dabei fanden sie unter anderem, dass Söhne aus traditionell organisierten Elternhäusern, in denen die Mutter die Familienarbeiten erledigt, auch später die Hausarbeit meist ihrer Frau überlassen."

    Das ist eine empirische Behauptung, die sich wohl aus den Daten (die ich nicht kenne) ergibt. Diese Aussage ist – wenn das zutrifft – jedenfalls für die geprüften Daten stimmig. Sie besagt, dass eine Korrelation besteht zwischen dem Aufwachsen in Traditionen und späterem Handeln.

    "Bei Töchtern sind dagegen weniger das Elternhaus entscheidend für ihre späteren Ansichten zu ihrer Rolle als Frau. Es zählen vielmehr Erfahrungen, die sie als Erwachsene während der Ausbildung und in der Arbeitswelt machen."

    Hier aber schleicht sich in das scheinbar unantastbare empirische Material schon eine Interpretation ein. Hier wird nicht mehr davon gesprochen, dass die Daten dieses oder jenes Ergebnis belegen könnten, sondern es wird – das liegt natürlich auch am sprachlichen Stil von solchen Mitteilungen (was aber dennoch rügen muss, weil es sonst niemandem auffällt) – eine Grund-Folge-Relation zwar nicht direkt ausgesprochen, aber schon implizit behauptet. Das unscheinbare Wort "zählen" soll andeuten, dass das eine aus dem anderen KAUSAL ableitbar ist.

    "Einem erwachsenen Mann ist die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Regel nicht mehr beizubringen. Dies schon gar nicht, wenn sie sich in der traditionellen Rolle als Brötchenverdiener für die Familie befinden."

    Hier wird die Ableitung nun (unberechtigt) noch weiter zurückgeführt. Daraus, dass ein TATSÄCHLICHER Zusammenhang besteht zwischen frühen und späten Reaktionen, wird nicht nur geschlossen, dass dieser KAUSAL ist, sondern auch noch, dass diese Mechanismen UNUMKEHRBAR seien.

    "Die einzige Chance für eine moderne Einstellung bei Männern scheint zu sein, von früher Kindheit an in einem Haushalt aufzuwachsen, in der auch die Mutter arbeiten geht und der Vater daheim Familienaufgaben übernimmt, schreiben zwei amerikanische Soziologie-Professoren im Magazin 'Social Psychology Quarterly'."

    Da fehlen mir schon fast die Worte: Wie beruhigend muss es für die Männer sein – und möglicherweise besonders für die beiden Soziologie-Professoren –, dass sie keinen Versuch starten müssen, sich selbst zu ändern, weil es ja ohnehin zwecklos ist.

    "Frauen können dagegen auch als Erwachsene noch traditionelle Rollen ablegen, glauben Scott Myers und Alan Booth. Vor allem eine eigene Arbeit scheint Frauen zu einer neuen Sicht ihrer Geschlechterrolle zu ermuntern."

    Wenn man davon ausgeht, dass es erstrebenswert ist, eine "eigene Arbeit" zu machen, und damit gleichzeitig festlegt, dass es nicht erstrebenswert ist, die traditionelle Mutterrolle zu übernehmen, dann könnte man – selbstverständlich nur auf boshafte Weise g – auch auf die Idee kommen, dass es ganz natürlich ist, Erstrebenswertes zu erstreben und Nicht-Erstrebenswertes nicht zu erstreben. Aber dazu bedarf es natürlich keiner Studie – und die beiden Herren hätten nichts zu tun ...

    "Männer (sind) unbelehrbar in Sachen Gleichberechtigung."

    Schlagworte als Schlagzeilen – mehr nicht!

    Und so könnte man – vorausgesetzt der Journalist hat die Studie richtig übersetzt – vielleicht eher folgern: Soziologen – jedenfalls diese beiden – sind anscheinend unbelehrbar in Sachen Schlussfolgerung.

    Herzliche Grüße

    Thomas Miller

    • Antwort von nach 18 Stunden 0 hilfreich
      Re: Statistik und das Induktionsproblem

      Hi! "Dabei fanden sie unter anderem, dass Söhne aus
      traditionell organisierten Elternhäusern, in denen die Mutter
      die Familienarbeiten erledigt, auch später die Hausarbeit
      meist ihrer Frau überlassen."


      Das ist eine empirische Behauptung, die sich wohl aus den
      Daten (die ich nicht kenne) ergibt. Diese Aussage ist – wenn
      das zutrifft – jedenfalls für die geprüften Daten stimmig. Sie
      besagt, dass eine Korrelation besteht zwischen dem Aufwachsen
      in Traditionen und späterem Handeln.
      LOL!

      ich zitiere mal aus einem anderen Untersuchungsbericht:

      "Über 90 % aller Amokläufer haben in den letzten 24 Stunden vor ihrer Tat ein Stück Brot gegessen."

      Besteht da eine Korrelation zwischen dem Essen von Brot und dem späteren Handeln?

      SCNR!

      Grüße
      Heinrich

      • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
        Brot und Handeln

        Hallo Heinrich, "Über 90 % aller Amokläufer haben in den letzten 24 Stunden
        vor ihrer Tat ein Stück Brot gegessen."
        Besteht da eine Korrelation zwischen dem Essen von Brot und
        dem späteren Handeln?
        "Korrelation" heißt doch nur "Zusammenhang", mehr nicht. Welcher Art der Zusammenhang ist, wird verschwiegen oder nicht gesehen. Der Zusammenhang oben ist ein rein zeitlicher: Das Essen des Brotes lag innerhalb der letzten 24 Stunden VOR der Tat. Das Wort "vor" drückt die Korrelation aus. Das kein weiterer Zusammenhang, etwa kausaler Natur, besteht, ist doch offensichtlich. Nur wird in dem Beispiel von Claudia eben UNTERSCHWELLIG von vielen Lesern ANGENOMMEN, dass ein Zusammenhang bestünde, der gar nicht besteht, weil die Formulierungen dies nahe legen. Das ist alles.

        Es besteht also sehr wohl eine Korrelation, ein Zusammenhang, freilich ein UNWESENTLICHER. Die später behauptete Wesentlichkeit ergibt sich erst nach der unbewussten Konstruktion eines Kausalverhältnisses beim Leser. Das ist ein echtes Beispiel für Manipulation, ob bewusst oder unbewusst, entzieht sich meiner Kenntnis.

        Mir scheint, du hast mein Posting nicht zu Ende gelesen, sonst hättest du gemerkt, dass wir beide eigentlich einer Meinung sind, dass nämlich diese Art von "Studie" geist- und somit witzlos ist.

        Herzliche Grüße

        Thomas Miller



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