Hi!
Die Frauen haben die Gleichberechtigung doch in der Hand.
Erstens ist jeder für seine Selbstverantwortung zuständig und
zweitens "erziehen" Frauen zumeist die Kinder. Was ich nicht
verstehen kann, und wo ich so meinen Brass bekomme, wenn
Frauen sich über ihren lieblosen Alten aufregen, wie
egoistisch dieser sie runtermacht und dann ziehen sie sich
ihren "Prinzen" heran, stecken ihm hinten und vorne alles
rein, mißbrauchen die Söhne als Partnerersatz (was auch wieder
neues Leid in deren späteren Partnerschaften erzeugt) und dann
wundern sie sich, wenn sie so wenig Liebe und Anerkennung
bekommen.
Hupps... Das ist doch wohl ein Klischee von vorgestern, oder?
Mittlerweile nimmt die Gesellschaft doch längst Rache an den Söhnen der Emanzipation - und fängt sich damit ein neues Problem ein.
Ich zitiere mal ein paar Sätze aus dem aktuelle Geo-Magazin März/2003 "Jungs" von Johanna Romberg (selbst Mutter zweier Söhne):
"Lehrerinnen und Lehrer registrieren jetzt, dass die Schulleistungen von Jungen deutlich hinter die von Mädchen zurückfallen."
[...]
"Kinderärzte und -psychologen schließlich registrieren in ihren Praxen weitaus mehr männliche als weibliche Patienten. Ob Atemwegsinfekte, Sprechstörungen oder ADS, das berüchtigte "Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom": Jungen, so zeigt jede Medizin-Statistik, sind nicht nur körperlich anfälliger, sondern auch psychisch auffälliger als ihre weiblichen Altersgenossinnen."
[...]
"Gewandeltes Rollenverständnis
'Man soll die 1950er und 1960er Jahre zwar nicht verklären', sagt Corinna Voigt-Kehlenbeck, Geschlechterforscherin und Sozialwissenschaftlerin. 'Aber zumindest in einem Punkt hatten es Jungen damals leichter: Sie wuchsen in einer Zeit größerer Eindeutigkeit und Klarheit heran, was ihre eigene Geschlechtsidentität, aber auch die ihrer Eltern betraf.' Damals herrschte noch ein weitgehender Konsens über die Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen in Familie und Gesellschaft. [...] Diese Gewissheit, sagt Corinna Voigt-Kehlenbeck, ist den Männern, ist der Gesellschaft insgesamt abhanden gekommen. Das liegt zum einen natürlich an den Frauen, die mit den Jahren immer vehementer gleiche Rechte und den Abbau männlicher Machtpositionen eingefordert haben. Zum anderen liegt es an der veränderten Arbeitswelt. Die Zeiten der Vollbeschäftigung sind vorbei. Kein Mann kann sich heute mehr sicher sein, lebenslang Allein- oder auch nur Mit-Ernährer seiner Familie zu sein: Nur noch in einem Drittel aller europäischen Haushalte geht der Mann zur Arbeit, während die Frau zu Hause bleibt."
[...]
"Nikolaustag in der Krabbelgruppe. Die Mütter haben für ihre Kleinen - zwei Jungen, zwei Mädchen von anderthalb Jahren - einen leibhaftigen Nikolaus-Darsteller bestellt. Als er den Raum betritt, eindrucksvoll mit Bart, Kapuze und Sack, verharren drei der Kinder in stillem Staunen, nur der kleine Eric rennt ungestüm herum, ohne den seltsamen fremden Mann eines Blickes zu würdigen. Die Reaktionen der Mütter sind gespalten. Während die eine die Nase rümpft über die 'mangelnde Sensibilität' des Kindes, erklärt die andere mit leuchtenden Augen: 'Na, der einzig Forsche war mal wieder mein Sohn. Der fürchtete weder Tod noch Teufel, so wie der um den Nikolaus herumlief!'
Diese Krabbelgruppen-Szene wird in dem Buch 'Kleine Helden in Not' beschrieben - einem Buch, das so etwas wie ein Grundsatzwerk geworden ist für alle, die sich für die Lebenslagen von Jungen interessieren. Die Reaktion der beiden Mütter, sagen die Autoren Dieter Schnack und Rainer Neutzling, ist im Grunde grotesk: Da wird ein Kleinkind einerseits zum wilden Macker, andererseits zum furchtlosen Helden stilisiert - während es doch im Grunde nur Furcht und Unruhe angesichts des Ungewohnten zeigt. Aber das können oder wollen die Mütter nicht erkennen, vielleicht weil es nicht mit ihrem Bild von starker, aggressiver Männlichkeit übereinstimmt."
Nur um entsprechende Diskussionen zuvor zu kommen: Nein, ich bin nicht gegen die Emanzipation der Frauen, und nein, ich will dei Zeiten nicht zurückdrehen.
Nur: Was nutzt die ganze Diskussion um die Emapnzipation der Frauen, wenn knapp die Hälfte der Bevölkerung dabei auf der Strecke bleibt, weil rücksichtslos deren Identität zerstört wird, ohne ihnen die Chance zu einer neuen zu geben - z.B. durch eine entsprechende Erziehung im Kindesalter. Denn wie heißt es in dem o.g Artikel dazu:
"Eine zentrale Erkenntnis des relativ jungen Wissenschaftszweigs Männer-Forschung lautet: Männlichkeit ist kein biologisches Faktum, sondern ein Kulturprodukt, eine Konstruktion. In dem Buch 'Mythos Mann' des amerikanischen Anthropologen David D. Gilmore heißt es: 'Es gibt offenbar keine Kultur, die davon ausgeht, dass Männer an sich stark, tüchtig und potent sind. Überall sollen sie erst durch Prüfungen, Leiden und sozialen Zwang dazu gemacht werden.'"
Just my 2 cents...
Heinrich
P.S.:
Wie heißt eines der populärsten Bücher der Frauenliteratur treffenderweise?
"Nur ein toter Mann ist ein guter Mann" (Gaby Hauptmann)
Erklär das mal einem achtjährigen Jungen, der von Mädchen in der Schulklasse damit aufgezogen wurde, er sein "ja nur ein Mann, und die sind besser tot".