Selbstverständlich tun mir die armen Mädchen sehr leid, aber trotzdem denke ich auch, daß es sich um eine andere Art der Kultur handelt. Ich weiß nicht, welche Ansichten die Befürworter der Beschneidung vertreten (beim Buben gab's ja zumindest das Argument, daß es krankheitserregend sei).
Ich weiß nicht, ob es dann nicht zu heimlichen Beschneidungen führen würde, wenn man die Beschneidung verbieten würde. Ich habe den Eindruck (bezugnehmend auf einen Bericht einer französischen Staatsbürgerin, die verurteilt wurde, weil sie ihre Töchter nach Afrika schickte, um sie dort beschneiden zu lassen), daß die Völker, die das praktizieren, derart überzeugt sind, dies machen zu müssen, daß sie (fast) alles in Kauf nehmen.
In unserer westlichen Industriekultur gibt es sicher auch Punkte, die manche afrikanische Völker für ein Verbrechen halten, aber wir scheren uns einen feuchten Kehhrricht darum. Andererseits wollen wir ihnen unsere Auffasung von Wahrheit aufdrängen.
Ich bin kein Befürworter der Beschneidung, halte es auch bei Buben für einen aufgelegten Schwachsinn, aber ich sehe auch nicht viel Sinn darin, fremden Kulturen unsere Kultur aufzudrängen.
Das einzige, was ich mir vorstellen kann, das eventuell funktioniert, ist Überzeugungsarbeit zu leisten, aber das ist wahrscheinlich eine Sisyphosarbeit. Hat schon jemand versucht, Juden oder Muslimen von der Sinnlosigkeit der Beschneidung zu überzeugen? Oder den Indern erklärt, daß man Kühe essen kann?
liebe Grüße
Wolfgang