Emanzipation noch Zeitgemäß?

Von: , Frage gestellt am Di, 20. Mai 2003

Hallo zusammen,

ist in der heutigen Zeit eigentlich noch das Thema Emanzipation angesagt und wichtig?
Man liest und hört so garnichtsmehr. Alice Schwarzer ist eher Dauergast auf den Regionalprogramm Talkshows um Mitternacht, BH's werden auch nicht mehr öffentlich verbrannt, Tageszeitungsberichte von 2 Frauen in der Bundeswehrtracht gibts auch nich mehr so häufig, Vaterschaftsklagen sind auch eher Mutterschaftsklagen geworden, Sexuell belästigt werden auch schon fast mehr die Männer....
Ist das jetzt (e n d l i c h) mal normal geworden, das Männer und Frauen den gleichen Job ausüben können (wenn Sie wollen), nicht "diskriminiert" werden, gleichviel Gehalt bekommen, etc. ?!
Wie sieht das im Vergleich Heute zu vor sagen wir mal 5 Jahren aus?


Interressierte Grüße
H.

133 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
    Re: Emanzipation noch Zeitgemäß?

    Hallo,

    viele sind der Meinung, dass das Thema überladen ist, es sei ja schon so viel gemacht worden, man könne doch nicht noch mehr...usw.Ich meine dazu: Solange Frauen immer noch weniger verdienen, solange es nicht ungefähr 50% Frauen im Parlament sitzen und etwa 50% der Männer wissen bei welcher Temperatur man Baumwollwäsche wäscht, solange viel mehr Frauen Analphabeten sind,muss man weiterkämpfen für die Gleichberechtigung.

    Dazu noch ein paar Worte. Ich will nicht nur gleiche Rechte, sondern auch gleiche Pflichten. Ich habe nichts dagegen wenn im Bereich Sport eine Ausnahme gemacht wird, obwohl es auch da Disziplinen gibt wo Männer und Frauen sich messen könnten. Ich will nichts erzwingen, ich will keine Regelung für 50% Frauen ins Parlament, oder ähnlich, ich will nur, dass die Schranke in den Köpfen endlich weicht. Frauen bemitleiden sich oft selbst oder überlassen ihrem Freund, Mann zu viele Aufgaben weil sie sich nichts zutrauen. Wir sind alles Menschen!Hören wir doch auf mit der Differenzierung nach Geschlecht! Frauen sind nicht besser als Männer, aber auch nicht schlechter.

    Es hat sich schon viel gebessert, doch es ist noch lange nicht gut.
    Lisa

    • Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
      Re^2: Emanzipation noch Zeitgemäß?

      Hi, viele sind der Meinung, dass das Thema überladen ist, es sei
      ja schon so viel gemacht worden, man könne doch nicht noch
      mehr...usw.Ich meine dazu: Solange Frauen immer noch weniger
      verdienen, solange es nicht ungefähr 50% Frauen im Parlament
      sitzen
      Ich finde es viel schlimmer, dass frau nicht alleine auf die Straße gehen kann, ohne blöd angemacht zu werden. Ich persönlich sitze z.B. gerne mal alleine bei einem Milchkaffee in einem Bistro - aber da ist frau gleich Freiwild! Frau alleine heißt für viele Männer gleich, dass sie Gesellschaft sucht! Und ohne Mann unterwegs zu sein bedeutet auch direkt, dass frau von irgendwem immer doof angemacht wird (hinterherpfeifen etc...). Passiert nicht mit Mann an ihrer Seite - und DAS finde ich wirklich ätzend! und etwa 50% der Männer wissen bei welcher Temperatur
      man Baumwollwäsche wäscht
      Och, das lernt der spätestens dann, wenn er keine passenden Klamotten mehr im Schrank hat, weil alles eingelaufen ist... Frauen bemitleiden sich oft
      selbst oder überlassen ihrem Freund, Mann zu viele Aufgaben
      weil sie sich nichts zutrauen.
      Wenn ich alleine klarkommen muss, kann ich das durchaus, aber manchmal ist es doch auch ganz schön, den Mann einfach machen zu lassen. Solange frau weiß, dass sie es selber könnte...
      Und welcher Frau gefällt es nicht, wenn ihr die Tür aufgehalten oder in die Jacke geholfen wird? Wir sind alles Menschen!Hören
      wir doch auf mit der Differenzierung nach Geschlecht! Frauen
      sind nicht besser als Männer, aber auch nicht schlechter.
      Da stimme ich voll zu! Gleichwertig sind wir schon, aber trotzdem grundverschieden!


      Cess

      • Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Emanzipation noch Zeitgemäß?

        hallo, Solange Frauen immer noch weniger
        verdienen, solange es nicht ungefähr 50% Frauen im Parlament
        sitzen
        Oder schau dir mal das Lehrpersonal an Unis an - hauptsächlich Männer. Ich finde es viel schlimmer, dass frau nicht alleine auf die
        Straße gehen kann, ohne blöd angemacht zu werden.
        ... Passiert nicht mit Mann an ihrer
        Seite - und DAS finde ich wirklich ätzend!
        ...oder die Kommentare und Blicke wenn ich sage, daß ich Physikerin bin:
        "Was, du als Frau?"
        Ich bin auch schon mit den Worten vorgestellt worden "das ist Sandra, die Physikerin".
        Ich komm mir dann immer vor wie irgendwas abnormales.
        Solange Frauen in "Männerberufen" noch so behandelt werden, gibt es schon noch was zu tun. Wir sind alles Menschen!Hören
        wir doch auf mit der Differenzierung nach Geschlecht! Frauen
        sind nicht besser als Männer, aber auch nicht schlechter.
        Da stimme ich voll zu! Gleichwertig sind wir schon, aber
        trotzdem grundverschieden!
        Ich schließe mich da an.

        Grüßle,
        Sandra

        • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Emanzipation noch Zeitgemäß?

          hallo, Solange Frauen immer noch weniger
          verdienen, solange es nicht ungefähr 50% Frauen im Parlament
          sitzen
          Oder schau dir mal das Lehrpersonal an Unis an - hauptsächlich
          Männer.
          Liegt das jetzt an den Männern? Ich finde es viel schlimmer, dass frau nicht alleine auf die
          Straße gehen kann, ohne blöd angemacht zu werden.
          ... Passiert nicht mit Mann an ihrer
          Seite - und DAS finde ich wirklich ätzend!
          ...oder die Kommentare und Blicke wenn ich sage, daß ich
          Physikerin bin:
          "Was, du als Frau?"
          Es ist nun mal etwas seltenes, warum soll man nicht fragen, würde ein Mann einen typischen Frauenberuf ausüben, wäre die Reaktion ähnlich. Ich bin Programmierer und habe auch eion paar weibliche Kollegen, obwohl dies auch ein eher von Männern dominierter Beruf ist, aber meine Kolleginnen werden als vollwertige Partner angesehen, schließlich ziehen wir alle an einem Strang. Lediglich Männerwitze werden in deren Gegenwart nicht erzählt, das passiert halt an der Pißmuschel oder wenn nur Männer da sind. Ich bin auch schon mit den Worten vorgestellt worden "das ist
          Sandra, die Physikerin".
          Ich komm mir dann immer vor wie irgendwas abnormales.
          Im Sinne der Gauß'schen Normalverteilung bist Du auch nicht normal, bitte nicht falsch verstehen. Die Quote unter den Physikerinnen können nur die Frauen selbst heben.
          Meine Anerkennung hast Du auf jeden Fall, vielleicht soll der Hinweis darauf hindeuten und gar nicht negativ gemeint sein. Solange Frauen in "Männerberufen" noch so behandelt werden,
          gibt es schon noch was zu tun. Wir sind alles Menschen!Hören
          wir doch auf mit der Differenzierung nach Geschlecht! Frauen
          sind nicht besser als Männer, aber auch nicht schlechter.
          Da stimme ich voll zu! Gleichwertig sind wir schon, aber
          trotzdem grundverschieden!
          Ich schließe mich da an.
          Ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, daß Frauen bestimmte Fähigkeiten eher haben als Männer und umgekehrt und deshalb Frauen- und Männerberufe existieren. Ich habe mal gelesen, daß Frauen eher alle Areale ihres Gehirns verwenden können, dafür nicht so intensiv, während Männer eher ein Areal, aber dafür intensiver einsetzen können, vielleicht resultieren daraus geschlechtsspezifische Berufe.
          Es wollen noch immer viele junge Mädchen Friseurinnen und Verkäuferinnen werden, obwohl bei Mechanikerinnen ein deutlicher Anstieg bemerkbar ist.

          meint


          Gollum

          • Antwort von nach 4 Stunden 2 hilfreich
            Re^5: Emanzipation noch Zeitgemäß?

            Hallo Gollum, Oder schau dir mal das Lehrpersonal an Unis an - hauptsächlich
            Männer.
            Liegt das jetzt an den Männern?
            Doch, doch, das liegt auch(!) an den Männern. Man muss ganz klar sagen, dass Männer es noch immer definitiv besser schaffen, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Während nämlich bei Frauen eine Karriere oft das Ende eines Familienwunsches bedeutet, da sie sehr selten einen Partner finden, der für sie zurücksteckt, ist es für Männer in dieser Hinsicht deutlich einfacher, eine solche Partnerin zu finden. Und die Uni-Karriere hat letztendlich viel mit akademischer Verfügbarkeit zu tun... Es ist nun mal etwas seltenes, warum soll man nicht fragen,
            würde ein Mann einen typischen Frauenberuf ausüben, wäre die
            Reaktion ähnlich. Ich bin Programmierer und habe auch eion
            paar weibliche Kollegen, obwohl dies auch ein eher von Männern
            dominierter Beruf ist, aber meine Kolleginnen werden als
            vollwertige Partner angesehen, schließlich ziehen wir alle an
            einem Strang.
            Vorsicht! Meine Schwester ist erfolgreich Projektleiterin. Du glaubst nicht, welche angst (sic!) Männer vor ihr bekommen, wenn sie mit ihr konfrontiert werden! Oder im Gegenteil, welche Ablehnung bzw. Anzweiflung ihrer fachlichen Kompetenz ihr widerfährt aufgrund ihres Geschlechts.
            Und wieviele Männer mir schon gesagt haben, sie hätten Probleme mit einer weiblichen Vorgesetzten bzw. würden lieber ohne Frauen arbeiten...

            Wenn Du das mitbekommst, dann weißt Du, dass sich tatsächlich noch immer was verändern muss. Ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, daß Frauen bestimmte
            Fähigkeiten eher haben als Männer und umgekehrt und deshalb
            Frauen- und Männerberufe existieren. Ich habe mal gelesen, daß
            Frauen eher alle Areale ihres Gehirns verwenden können, dafür
            nicht so intensiv, während Männer eher ein Areal, aber dafür
            intensiver einsetzen können, vielleicht resultieren daraus
            geschlechtsspezifische Berufe.
            Es wollen noch immer viele junge Mädchen Friseurinnen und
            Verkäuferinnen werden, obwohl bei Mechanikerinnen ein
            deutlicher Anstieg bemerkbar ist.
            Interessanterweise hat Deutschland die niedrigste Quote von weiblichen Ingenieuren im europäischen Umfeld. Selbst die "Macho"-Länder Spanien etc. haben mehr Ingenieurinnen. Woran liegt das? Doch sicher nicht an der "besonderen" Begabung der Deutschen Frauen, sondern IMHO viel mehr an einer Rollenprägung in der Gesellschaft, die Frauen gar nicht erst ein technisches Fach in Erwägung ziehen läßt.
            Ich will dabei nicht bestreiten, dass Frauen und Männer häufig unterschiedliche Herangehensweisen und Männer Vorteile bei der durchaus in diesen Fächern nicht unwichtigen 3D-Vorstellung haben. Aber bei den meisten Ingenieursjobs ist eine andere Herangehensweise als die männliche gar nicht so schlecht;-) und für Projektmanagement brauch ich nicht unbedingt die perfekte 3D-Vorstellung.

            Das soll nicht heißen, dass Frauen beliebig schuld auf uns böse Männer abschieben können. Sie sind sicher hauptsächlich selber schuld, dass sie weder in Wissenschaft noch in Technik oder Management vernünftig repräsentiert sind, da sie tatsächlich andere Prioritäten setzen. Aber wir Männer machen es ihnen auch nicht unbedingt leichter als notwendig;-)

            Grüße
            Jürgen

            • Antwort von nach 7 Stunden 1 hilfreich
              in einer Ausnahmesituation

              Hallo Jürgen,

              folgendes läßt mich einiges überlegen: Vorsicht! Meine Schwester ist erfolgreich Projektleiterin. Du
              glaubst nicht, welche angst (sic!) Männer vor ihr bekommen,
              wenn sie mit ihr konfrontiert werden! Oder im Gegenteil,
              welche Ablehnung bzw. Anzweiflung ihrer fachlichen Kompetenz
              ihr widerfährt aufgrund ihres Geschlechts.
              Und wieviele Männer mir schon gesagt haben, sie hätten
              Probleme mit einer weiblichen Vorgesetzten bzw. würden lieber
              ohne Frauen arbeiten...
              Wolfgang schreibt von seinen Kolleginnen, die in einem Team integriert sind, und fallen deshalb dort nicht weiter auf, weil sie keine Ausnahmen sind, einige und vielen Frauen.
              Aber deine Schwester sticht durch ihre Kompetenz heraus, aus welchem Grund auch immer. Dabei spielt es wahrscheinlich keine Rolle, ob sie aufgrund ihrer Fähigkeiten angestellt wurde. Sie ist, so nehme ich an, durch ihre Position in einer Ausnahmesituation, eine Frau von sehr wenigen Frauen. Und da mag ihr das Frau-sein schon Probleme in zwischenmenschlicher Hinsicht bereiten, nicht nur seitens der Männer.
              Ich habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass weibliche Vorgesetzte im Umgang mit Kollegen oder Untergebenen nicht immer den Spagat zwischen Distanziertheit und Jovialität so gelassen schafften wie ihre männlichen Kollegen. Ob dass an der klassischen weiblichen Macke lag, jedermanns Liebling sein zu wollen, ist eine Vermutung von mir.
              Man kann eine Weile nach Ursachen suchen, warum sich Männer in bestimmten Jobs leichter tun und eher akzeptiert werden als Frauen, und wird im Endeffekt dadurch keine Veränderung herbeiführen.
              Du hast es ja bereits schon so schön beschrieben: besser wäre es, wenn Frauen oder Männer sich mehr auf die jeweiligen Fähigkeiten des anderen einlassen würden. Für diese Bereitschaft ist Zeit, Geduld und Stehvermögen notwendig, und läßt sich nicht herbeireden.

              viele Grüße
              Claudia

            • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
              Re: in einer Ausnahmesituation

              Hallo Claudia,

              ich habe ganz klar den Eindruck, dass eine große Anzahl von Männern absolute Probleme damit hat, zu akzeptieren, dass eine Frau "besser" als sie sein kann.

              Beispiele:
              Meine Schwester ist in ihrem männlichen Bekanntenkreis solange als beste Freundin akzeptiert, solange sie gleiche oder schlechtere Noten (früher) bzw. gleiche oder schlechtere Positionen inkl. Verdienst hat. Sobald sich dies ändert, flippen die Männer in ihrem Bekanntenkreis aus (gerade letzthin wieder passiert) und brauchen zum Teil mehrere Wochen, um ihr Selbstbewußtsein wieder auf die Reihe zu bringen. Das ist mit "normalem" Neid nicht mehr erklärbar...

              Meine frühere Chefin musste sich deutlich mehr anstrengen, um als Boss akzeptiert zu werden (wurde sie von einigen IMHO bis zum Ende nicht). Die Frechheit und Intriganz ihr gegenüber habe ich (trotz einiger minderbegabter Teamleiter davor und danach) niemals gegenüber einem Mann erlebt.

              Dass Frauen in einer solchen Position ebenfalls ihre Probleme haben (Stichwort: übertriebener Ehrgeiz und den Zwang, sich permanent beweisen zu müssen) und über ihren eher vermittelnden denn entscheidenden Führungsstil natürlich auch so manches Problem in der Männerwelt magisch anziehen, möchte ich natürlich nicht wegdiskutieren.
              Aber ersteres bleibt...

              Grüße
              Jürgen

            • Antwort von nach 10 Stunden 0 hilfreich
              Du zäumst das Pferd von hinten auf

              Hallo Jürgen! Oder schau dir mal das Lehrpersonal an Unis an - hauptsächlich
              Männer.
              Liegt das jetzt an den Männern?
              Doch, doch, das liegt auch(!) an den Männern. Man muss ganz
              klar sagen, dass Männer es noch immer definitiv besser
              schaffen, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen.
              Also die Frauen schaffen es nicht, folglich liegt es an den Frauen, denn die Frauen ermöglichen den Männern das. Während nämlich bei Frauen eine Karriere oft das Ende eines
              Familienwunsches bedeutet, da sie sehr selten einen Partner
              finden, der für sie zurücksteckt, ist es für Männer in dieser
              Hinsicht deutlich einfacher, eine solche Partnerin zu finden.
              Und die Uni-Karriere hat letztendlich viel mit akademischer
              Verfügbarkeit zu tun...
              Wenn es keine Männer gibt, die Karrierefrauen wollen (, was ich ohnehin bezweifle), dann sind die Männer schuld? Wenn es zuwenig Männer gibt, die auf dicke Frauen stehen, sind dann die Männer schuld?
              Wollen die Karrierefrauen vielleicht keine Softies? Zu einer Partnerschaft gehören zwei, die zusammenpassen müssen, wenn beide Karriere machen wollen, dann gibt's eben keine Kinder. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß, geht nicht. Wenn die Karrierefrau unbedingt Kinder will, bleibt ihr nichts anderes über, als sich einen Mann zu suchen, der bereit ist, auf seine Karriere zu verzichten. Es ist nun mal etwas seltenes, warum soll man nicht fragen,
              würde ein Mann einen typischen Frauenberuf ausüben, wäre die
              Reaktion ähnlich. Ich bin Programmierer und habe auch eion
              paar weibliche Kollegen, obwohl dies auch ein eher von Männern
              dominierter Beruf ist, aber meine Kolleginnen werden als
              vollwertige Partner angesehen, schließlich ziehen wir alle an
              einem Strang.
              Vorsicht! Meine Schwester ist erfolgreich Projektleiterin. Du
              glaubst nicht, welche angst (sic!) Männer vor ihr bekommen,
              wenn sie mit ihr konfrontiert werden! Oder im Gegenteil,
              welche Ablehnung bzw. Anzweiflung ihrer fachlichen Kompetenz
              ihr widerfährt aufgrund ihres Geschlechts.
              Auch ich habe schon mit Projektleiterinnen gearbeitet und habe von solchen Symptomen nichts bemerkt, aber wir waren alle relativ junge Personen, vielleicht lag es daran. Und wieviele Männer mir schon gesagt haben, sie hätten
              Probleme mit einer weiblichen Vorgesetzten bzw. würden lieber
              ohne Frauen arbeiten...
              Mit manchen Menschen kann ich gut arbeiten, mit manchen weniger bis gar nicht. Aber zu sagen, ich könne nicht mit Frauen in gehobener Position arbeiten, ist vermessen. Ich hatte auch mit männlichen Vorgesetzten meine Probleme. Aus meiner Erfahrung als Krankenpfleger kann ich sagen, daß es auf manchen Abteilungen wirklich nicht auszuhalten war und da war nicht selten auch ein hoher Frauenanteil, aber die hatten eher Probleme untereinander als mit mir oder meinen Kollegen. Wenn Du das mitbekommst, dann weißt Du, dass sich tatsächlich
              noch immer was verändern muss.
              Ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, daß Frauen bestimmte
              Fähigkeiten eher haben als Männer und umgekehrt und deshalb
              Frauen- und Männerberufe existieren. Ich habe mal gelesen, daß
              Frauen eher alle Areale ihres Gehirns verwenden können, dafür
              nicht so intensiv, während Männer eher ein Areal, aber dafür
              intensiver einsetzen können, vielleicht resultieren daraus
              geschlechtsspezifische Berufe.
              Es wollen noch immer viele junge Mädchen Friseurinnen und
              Verkäuferinnen werden, obwohl bei Mechanikerinnen ein
              deutlicher Anstieg bemerkbar ist.
              Interessanterweise hat Deutschland die niedrigste Quote von
              weiblichen Ingenieuren im europäischen Umfeld. Selbst die
              "Macho"-Länder Spanien etc. haben mehr Ingenieurinnen. Woran
              liegt das? Doch sicher nicht an der "besonderen" Begabung der
              Deutschen Frauen, sondern IMHO viel mehr an einer
              Rollenprägung in der Gesellschaft, die Frauen gar nicht erst
              ein technisches Fach in Erwägung ziehen läßt.
              Oder weil Frauen lieber in anderen Berufen arbeiten wollen, was ist daran verkehrt? Niemand käme auf die Idee, den Schneiderinnen/Friseurinnen/Hebammen vorzuwerfen, daß sie so einen geringen Männeranteil haben.
              Glaube nie einer Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Ich bin davon überzeugt, daß gerade in dieser Hinsicht viele statistische Daten so dargestellt wurden, um politisch oder gesellschaftlich auf etwas hinzuweisen, das nicht existierte. Wie hoch ist der Anteil der Ingenieurinnen in Spanien? Bezogen auf Bevölkerung/TechnikerInnen/AbsolventInnen? Erst wenn ich alle Zahlen dazu lese, glaube ich Dir das, nicht die gefilterten. Ich will dabei nicht bestreiten, dass Frauen und Männer häufig
              unterschiedliche Herangehensweisen und Männer Vorteile bei der
              durchaus in diesen Fächern nicht unwichtigen 3D-Vorstellung
              haben. Aber bei den meisten Ingenieursjobs ist eine andere
              Herangehensweise als die männliche gar nicht so schlecht;-)
              Ist auch meine Meinung. Jeder (Mensch, wg der political correctness)sollte so eingesetzt werden, wie er am besten seine Talente entfalten kann. und für Projektmanagement brauch ich nicht unbedingt die
              perfekte 3D-Vorstellung.
              Kommt wohl auf das Projekt an, bei einem Bauprojekt kann es schon hilfreich sein. Das soll nicht heißen, dass Frauen beliebig schuld auf uns
              böse Männer abschieben können. Sie sind sicher hauptsächlich
              selber schuld, dass sie weder in Wissenschaft noch in Technik
              oder Management vernünftig repräsentiert sind, da sie
              tatsächlich andere Prioritäten setzen.
              Die Ursachen sind sicher mannigfaltig. Viele Frauen wollen bei den Kindern bleiben, ob das gesellschaftlich oder genetisch bedingt ist, weiß ich nicht, aber daß die Bindung zwischen (Klein-) Kind und Mutter intensiver ist, wirst auch Du nicht bestreiten. Aber wir Männer machen
              es ihnen auch nicht unbedingt leichter als notwendig;-)
              Sollten wir? Wenn sie die es leichter hätten als die Männer, gibts schon wieder ein Argument für die Gegner der Gleichberechtigung. Man sollte es ihnen nicht schwerer machen, da stimme ich Dir zu.

              Grüße


              Gollum

            • Antwort von nach 21 Stunden 1 hilfreich
              Ehrlich?

              Hallo Jürgen! Doch, doch, das liegt auch(!) an den Männern. Man muss ganz
              klar sagen, dass Männer es noch immer definitiv besser
              schaffen, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen.
              Also die Frauen schaffen es nicht, folglich liegt es an den
              Frauen, denn die Frauen ermöglichen den Männern das.
              Na ja, und wenn sich das ändert, ist die Menschheit dann ausgestorben. Und das war jetzt absolut ernst gemeint... Während nämlich bei Frauen eine Karriere oft das Ende eines
              Familienwunsches bedeutet, da sie sehr selten einen Partner
              finden, der für sie zurücksteckt, ist es für Männer in dieser
              Hinsicht deutlich einfacher, eine solche Partnerin zu finden.
              Und die Uni-Karriere hat letztendlich viel mit akademischer
              Verfügbarkeit zu tun...
              Wenn es keine Männer gibt, die Karrierefrauen wollen (, was
              ich ohnehin bezweifle), dann sind die Männer schuld? Wenn es
              zuwenig Männer gibt, die auf dicke Frauen stehen, sind dann
              die Männer schuld?
              Habe ich das behauptet? Ich denke nicht... Wollen die Karrierefrauen vielleicht keine Softies? Zu einer
              Partnerschaft gehören zwei, die zusammenpassen müssen, wenn
              beide Karriere machen wollen, dann gibt's eben keine Kinder.
              Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß, geht nicht. Wenn
              die Karrierefrau unbedingt Kinder will, bleibt ihr nichts
              anderes über, als sich einen Mann zu suchen, der bereit ist,
              auf seine Karriere zu verzichten.
              Ich glaube, die Argumentation geht ein bisschen an den tatsächlichen Problemen vorbei. Ich habe weder behauptet, die Männer seien an der Situation schuld noch alleine die Frauen. Es geht auch nicht alleine um Karriere im Sinne vom Vorstandsvorsitzenden, sondern um die Erfüllung seiner beruflichen Vorstellungen neben der Familie. Solange es (v.a. im dt. Westen) gesamtgesellschaftlich(!) verpönt ist, dass Männer aus ihrem Rollenbild ausbrechen und Kinder hüten oder dass Paare sich entscheiden können, dritte für die Kinderaufzucht;-) zu beschäftigen, haben Frauen schlicht einen Argumentationsnachteil bei der Verwirklichung ihrer Vorstellungen... Vorsicht! Meine Schwester ist erfolgreich Projektleiterin. Du
              glaubst nicht, welche angst (sic!) Männer vor ihr bekommen,
              wenn sie mit ihr konfrontiert werden! Oder im Gegenteil,
              welche Ablehnung bzw. Anzweiflung ihrer fachlichen Kompetenz
              ihr widerfährt aufgrund ihres Geschlechts.
              Auch ich habe schon mit Projektleiterinnen gearbeitet und habe
              von solchen Symptomen nichts bemerkt, aber wir waren alle
              relativ junge Personen, vielleicht lag es daran.
              Ich sagte ja, Du bist mir in dieser Hinsicht entschieden zu naiv. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Ingenieurinnen, die alle in der einen oder anderen Art mit Problemen zu kämpfen haben, die sie als Mann aus meiner Sicht schlicht nicht hätten. Ich habe dies z.B. auch bei meinem vorletzten Chef (weiblich, jawoll;-)) erlebt, die schlicht (obwohl fachlich und persönlich mindestens ebenso kompetent wie ein Teamleiterkollege) nicht ernstgenommen wurde bzw. um ihre Stellung in der Männerhorde mit Sicherheit doppelt so hart arbeiten musste, wie ein Mann an ihrer Stelle. Mit manchen Menschen kann ich gut arbeiten, mit manchen
              weniger bis gar nicht. Aber zu sagen, ich könne nicht mit
              Frauen in gehobener Position arbeiten, ist vermessen.
              Habe ich nicht behauptet, ich habe von meinen Bekannten und Kollegen gesprochen, aber s.o.

              [..]

              Sei mir nicht böse, ich finde, Du machst es Dir etwas einfach mit meiner Argumentation und den Ursachen für ein Ungleichgewicht.

              Zu meiner Argumentation: Ich habe nie behauptet, dass eine 50:50 Verteilung in allen Berufen erreicht werden muss. Ich habe schlicht geschrieben, dass aus eigenem, vielfältigen Erleben (und bitte akzeptier dies) Frauen in technischen Berufen schlicht und ergreifend aufgrund ihres Geschlechtes benachteiligt sind (Fakt, sorry), wobei sie sicher mittlerweile (vor allem in großen Konzernen) auch Vorteile genießen durch ihre Sonderstellung.

              Zu den Ursachen: Ein stockekonservatives gesamtgesellschaftliches Weltbild in Deutschland wegdiskutieren zu wollen über genetische Vorbestimmung, ist IMHO massiv zu kurz gegriffen. Gerade ostdeutsche Frauen (ich bin mit dreien sehr gut bekannt, alles Ingenieurinnen) erleben wunder, wenn sie in ihrem (auch weiblichen) Bekanntenkreis davon reden, ihre Kinder wie gewohnt in eine (nicht existente(!)) Kinderkrippe geben zu wollen. Rabenmutter ist noch das netteste was dabei kommt.
              Was soll das?

              Grüße
              Jürgen



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