Grundgesetz und Dienst an der Waffe

Von: , Frage gestellt am Di, 29. Feb 2000

Hallo Leute,
bis vor kurzem konnten Frauen ja laut Grundgesetz keinen Dienst an der Waffe leisten. Weil ich das noch nie verstanden habe: kann mich vielleicht jemand aufklären, wie dieser Grundgesetzartikel ursprünglich begründet wurde?

Macht doch eigentlich gar keinen Sinn und widerspricht dem Gleichberechtigungsartikel (sowohl weil Frauen beruflich benachteiligt werden als auch, weil Männer im Ernstfall immer den Kopf hinhalten müssen).

Gruß,
Lisa

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
    Re: Grundgesetz und Dienst an der Waffe

    Hallo Leute,
    bis vor kurzem konnten Frauen ja laut
    Grundgesetz keinen Dienst an der Waffe
    leisten. Weil ich das noch nie verstanden
    habe: kann mich vielleicht jemand
    aufklären, wie dieser Grundgesetzartikel
    ursprünglich begründet wurde?
    Vielleicht hinsichtlich der Vorangegangen Ereignisse, sprich Weltkrieg. Das GG ist aus dem Jahre 1949 und versuchte vielleicht den Kriegseinsatz von Frauen, wie diese am Ende des 2. WK als "Helferinnen" eingesetzt wurden, zu unterbinden.
    Macht doch eigentlich gar keinen Sinn und
    widerspricht dem
    Gleichberechtigungsartikel (sowohl weil
    Frauen beruflich benachteiligt werden als
    auch, weil Männer im Ernstfall immer den
    Kopf hinhalten müssen).

    Gruß,
    Lisa

    • Antwort von nach 21 Stunden hilfreich
      Re^2: Grundgesetz und Dienst an der Waffe

      Hallo Michl, Vielleicht hinsichtlich der Vorangegangen
      Ereignisse, sprich Weltkrieg. Das GG ist
      aus dem Jahre 1949 und versuchte
      vielleicht den Kriegseinsatz von Frauen,
      wie diese am Ende des 2. WK als
      "Helferinnen" eingesetzt wurden, zu
      unterbinden.
      Würde dann aber auch keinen Sinn machen. Schließlich war der 2.WK ein brutaler Eroberungskrieg und dafür sollten Männer genauso wenig ihren Kopf hinhalten müssen.
      Wenn man davon ausgegangen wäre, daß so etwas wieder passieren könnte, hätte man also die Armee in Deutschland ganz abschaffen müssen.
      Frauen quasi zu verbieten ihr Land zu verteidigen ist meiner Meinung nach was völlig anderes (als Extrembeispiel: sollte ich etwa zusehen, wie z.B. ein Hussein sich Deutschland unter den Nagel reißt und dann mir nichts dir nichts zukünftig einen Schleier tragen?) Gruß,
      Lisa

  2. Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
    Re: Grundgesetz und Dienst an der Waffe


    Hallo Lisa,

    Ich glaube, die Atmosphäre 1947, als im "Parlamentarischen Rat" das GG beraten wurde, können wir uns heute kaum noch vorstellen. Wehrdienst für Frauen war damals kein Thema, der Satz "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" löste Wogen der Empörung aus und wurde erstmal in 2 Lesungen abgelehnt.

    Es ist einer von insgesamt 4 Frauen im Parlamentarischen Rat, Elisabeth Selbert, zu verdanken, daß sie nicht locker ließ. In 3. Lesung wurde dieser Satz angenommen, ebenso eine Klausel, die besagte, daß alle Gesetze, die dem zuwiderliefen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt geändert werden müßten, bzw., zu diesem Zeitpunkt automatisch außer Kraft treten würden.

    Dazu kam dann, daß auch am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu dieser Zeit eine sehr durchsetzungsfähige Frau, Erna Scheffler, als Richterin tätig war und viel dafür tat, den Gleichberechtigungsgrundsatz auch wirklich in die Gesetze aufzunehmen.

    Beschrieben ist das u.a. unter
    http://www.bzol.de/nachrichten/mantel/montags/1999/m...
    und
    http://www.dpg.org/transparent/1999_02/frauen.html
    (im Abschnitt "Einfach und revolutionär")

    Wenn ich das jedenfalls lese, bekomme ich den Eindruck, wir leben heute in einer anderen Welt.

    Viele Grüße, Stefanie
    http://www.diskussionen-im-netz.de/

    • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
      Re^2: Grundgesetz und Dienst an der Waffe


      Hallo Stefanie,
      vielen Dank für deine Antwort. Jetzt kann ich besser nachvollziehen, wie dieser Artikel zustandegekommen ist. Zwar war mir auch bisher klar, daß es mit der Gleichberechtigung in Deutschland in vielen Bereichen noch nicht so weit her ist, aber wenn man sich überlegt, daß vor ein paar Jahren noch geradezu steinzeitliche Verhältnisse herrschten, ist das schon irgendwie erschreckend! Viele Grüße, Stefanie
      http://www.diskussionen-im-netz.de/
      Habe auch mal kurz auf deiner Homepage vorbeigeschaut. Finde die Themen, die da diskutiert werden hochinteressant. Besonders die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere betrifft mich auch persönlich. Bin jetzt 32 und kann mir nicht vorstellen, daß ich in den nächsten Jahren Zeit zum Kinderkriegen habe. Prinzipiell hätte ich schon gerne eine Familie, aber nicht zu dem Preis, daß ich beinahe alles aufgeben muß, was ich mir beruflich erarbeitet habe. Werde daher sicher öfter mal in diesem Forum vorbeischauen.

      Viele Grüsse,
      Lisa

  3. Antwort von nach 28 Tagen hilfreich
    Re: Grundgesetz und Dienst an der Waffe

    Männer und Frauen werden nie gleichberechtigt sein. Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung, ich meine das aber nicht als Wertung in dem Sinne, daß Frauen weniger Rechte haben als Männer.

    Es scheint aber eben immer irgendeinen Unterschied zu geben, Männer und Frauen verstehen sich ja auch nicht.

    So, zum geliebten Waffendienst. Ich habe meine Bundeswehrzeit nicht gerade genossen. Das ist zwar schon 15 Jahre her, trotzdem machte es keinen Spaß. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum sich manche Frauen danach drängeln. Militär ist eine ganz große Kacke.

    Mir läuft es jedenfalls eiskalt den Rücken runter, wenn ich davon lese, daß anscheinend ernsthaft von einer Wehrpflicht auch für Frauen gefaselt wird, weil es ja gerecht sei. Die Schwestern von vor ca. 20 Jahren haben das etwas anders gesehen, da wurde vorgerechnet, daß Frauen wegen der Kinder sowieso schon Nachteile zu tragen haben, dafür müssen die Männer eben zur Armee. So einfach war das. Heutzutage ist wohl alles anders, sehr seltsam.

    Gruß [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 31 Tagen hilfreich
      Re^2: Grundgesetz und Dienst an der Waffe

      Hallo,
      Männer und Frauen werden nie
      gleichberechtigt sein. Das ist jedenfalls
      meine persönliche Meinung, ich meine das
      aber nicht als Wertung in dem Sinne, daß
      Frauen weniger Rechte haben als Männer.

      Es scheint aber eben immer irgendeinen
      Unterschied zu geben, Männer und Frauen
      verstehen sich ja auch nicht.
      Das halte ich für eine ziemlich pessimistische Perspektive. Meine Meinung dazu: Männer sind eher leicht zu durchschauen (sagen die meisten Frauen). Zumindest kann man also nicht sagen, daß Frauen die Männer nicht verstehen :-))). Inzwischen scheint es aber auch ein paar Männern gelungen zu sein, sich einem Verständnis des "seltsamen Wesens Frau" angenähert zu haben. Die anderen haben nach meiner Ansicht einfach ein zu ausgeprägtes Schubladendenken und wundern sich dann, wenn die Frau, mit der sie sich gerade unterhalten, da nicht hineinpasst :-)). Das ist nicht geschlechtsspezifisch, sondern nur ein wenig beschränkt (das ist jetzt nicht persönlich gemeint).
      So, zum geliebten Waffendienst. Ich habe
      meine Bundeswehrzeit nicht gerade
      genossen. Das ist zwar schon 15 Jahre
      her, trotzdem machte es keinen Spaß. Ich
      kann wirklich nicht verstehen, warum sich
      manche Frauen danach drängeln. Militär
      ist eine ganz große Kacke.

      Ja aber das ist halt Ansichtssache. Daher denke ich, daß eine Berufsarmee mit Zugang für beide Geschlechter sinnvoll wäre.
      Dann müssen die Männer, die nciht wollen auch nicht und die Frauen die wollen, dürfen. Es geht ja auch nicht nur um ein paar Monate. Die Bundeswehr bietet ja auch langfristige Karrierechancen und interessante Aufgaben.

      Die Schwestern von vor ca. 20 Jahren haben das etwas anders gesehen, da wurde
      vorgerechnet, daß Frauen wegen der Kinder
      sowieso schon Nachteile zu tragen haben,
      dafür müssen die Männer eben zur Armee.
      So einfach war das. Heutzutage ist wohl
      alles anders, sehr seltsam.

      Tja, auch Frauen entwickeln sich weiter :-).
      Ich sehe es z.B. gar nicht ein, wegen der Kinder mehr berufliche Nachteile in Kauf zu nehmen, als mein Freund. Erziehungsurlaub wird geteilt und dann passt das schon. So einfach kann das auch sein.

      Gruß,
      Lisa

      • Antwort von nach 34 Tagen hilfreich
        Re^3: Grundgesetz und Dienst an der Waffe

        So, zum geliebten Waffendienst. Ich habe
        meine Bundeswehrzeit nicht gerade
        genossen. Das ist zwar schon 15 Jahre
        her, trotzdem machte es keinen Spaß. Ich
        kann wirklich nicht verstehen, warum sich
        manche Frauen danach drängeln. Militär
        ist eine ganz große Kacke.

        Ja aber das ist halt Ansichtssache. Daher
        denke ich, daß eine Berufsarmee mit
        Zugang für beide Geschlechter sinnvoll
        wäre.
        Dann müssen die Männer, die nciht wollen
        auch nicht und die Frauen die wollen,
        dürfen. Es geht ja auch nicht nur um ein
        paar Monate. Die Bundeswehr bietet ja
        auch langfristige Karrierechancen und
        interessante Aufgaben.
        Ja, wahnsinnig toll da. Da geht wirklich nur hin, wer muß oder wer absolut nichts in der Birne hat.
        Die Schwestern von vor ca. 20 Jahren
        haben das etwas anders gesehen, da wurde
        vorgerechnet, daß Frauen wegen der Kinder
        sowieso schon Nachteile zu tragen haben,
        dafür müssen die Männer eben zur Armee.
        So einfach war das. Heutzutage ist wohl
        alles anders, sehr seltsam.

        Tja, auch Frauen entwickeln sich weiter -).
        Ich sehe es z.B. gar nicht ein, wegen der
        Kinder mehr berufliche Nachteile in Kauf
        zu nehmen, als mein Freund.
        Erziehungsurlaub wird geteilt und dann
        passt das schon. So einfach kann das auch
        sein.
        Gruß,
        Lisa
        Wenn es irgendwie geht, dann mach deine "Karriere", bevor Kinder da sind. Es ist besser für die Kinder wenn die Eltern auch mal verfügbar sind. Sollte das nicht einsehbar sein, dann verzichte auf Kinder. Sie sind kein Statussymbol und auch kein Besitz.

        Gruß

    • Antwort von nach 33 Tagen hilfreich
      Re^2: Grundgesetz und Dienst an der Waffe

      Mir läuft es jedenfalls eiskalt den
      Rücken runter, wenn ich davon lese, daß
      anscheinend ernsthaft von einer
      Wehrpflicht auch für Frauen gefaselt
      wird, weil es ja gerecht sei. Die
      Schwestern von vor ca. 20 Jahren haben
      das etwas anders gesehen, da wurde
      vorgerechnet, daß Frauen wegen der Kinder
      sowieso schon Nachteile zu tragen haben,
      dafür müssen die Männer eben zur Armee.
      So einfach war das. Heutzutage ist wohl
      alles anders, sehr seltsam.
      Das "Frauen können Kinder kriegen" als Argument gegen Frauen als Wehrpflichtuge halte ich für unhaltbar. Dann könnte man genau so gut für die Wehrpflicth für Frauen argumentieren, dass diese länger leben und ein robusteres Immunsystem haben.
      Daher : Wehrpflicht für Männer UND Frauen, nur noch die individuelle Eignung soll der Unterschied sein.

      ciao

      Grummel

      • Antwort von nach 34 Tagen hilfreich
        Re^3: Grundgesetz und Dienst an der Waffe

        Was ist ein Grummel? w oder m?

        Frauen die mit Schießgewehren herumspielen passen nicht in mein Weltbild.
        Wenn Frauen wirklich klüger als Männer sind, was tatsächlich sein kann, dann sollten diese sich eigentlich gar nicht für das Kriegshandwerk interessieren.

        Jede Lebensform die eine Waffe einzusetzen gedenkt (freiwillig) ist vermutlich vom Schwachsinn umjubelt.

        Mir egal. Ich habe 2 Töchter und einen Sohn, alle noch recht klein, mal sehen was die so treiben werden.

        Gruß [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



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