Frau von heute - Familienfrau?

Von: , Frage gestellt am Mi, 23. Jul 2003

hallo liebe Geschlechtsgenossinnen--

o welch eine Anrede, aber ich bin total geschockt. Heute Morgen hatte ich ein Gespräch mit einem jungen Kollegen, studiert, berufstätig, er selbst Single. Über das Thema Ladenöffnungszeiten kamen wir zur Situation von "Frau heute".

Er hat allen Ernstes behauptet, dass in seinem Bekanntenkreis alle (!!) verheirateten Frauen mit oder ohne Kind intensiv "Familie leben" von Samstagmittag bis Montagfrüh -- sprich die Ehepartner dürfen nicht arbeiten, nix im Garten machen, nur einen auf Familie. Und fordert der Job es, steht der Haussegen schief. Besagte Damen sind alle nicht berufstätig -- aus Überzeugung weil sie ja "Familie leben wollen".

Sagt mal, was ist mit den jungen Frauen los? Ich habe ja schon mitbekommen, dass viele mit 20 unbedingt ein Kind und Familie wollen -- weil sie "keinen Bock auf Arbeit" haben, aber geht die Kulturschraube nun zurück? Von Mutters Tisch die Beine unter des Mannes Tisch unter Aufgabe eigener Persönlichkeit?

Denn -- ich kann mir offen gestanden nicht vorstellen, dass eine studierte Frau, die gerne ihren Beruf ausgeübt hat bzw. einen Beruf gelernt hat und diesen gerne machte ... mit dem weniger Geld wirklich glücklich und zufrieden sind und sich ganz vom Einkommen des Mannes abhängig machen.

Was meint ihr, hoffentlich habe ich mich deutlich genug ausgedrückt. Übrigens Besuche von und mit Freunden sind auch nicht erlaubt - stört die Familie. Himmel wo geraten wir da hin?

fragt
kikut

55 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Minuten 0 hilfreich
    Re: Frau von heute - Familienfrau?

    Hallo Kikut,

    ich kenn nicht eine solche Frau. Die sind wohl alle im Bekanntenkreis deines Bekannten versammelt.

    Grüsse

    Heike

    • Antwort von nach 42 Minuten 1 hilfreich
      Re^2: Frau von heute - Familienfrau?

      hallo Heike

      mich hat die Aussage ja auch wirklich umgehauen, erlebe es selbst seltener, meist gibt es Kindererziehungsgründe und mangelnde Betreuungsmöglichkeiten. Aber glücklich?

      Damals gab es noch kein Erziehungsgeld und ich war froh, nach 2 Jahren eine Tagesmutter gefunden zu haben und wieder arbeiten zu gehen.

      Bei meiner Freundin mit den beiden kleinen Kindern (4 und 6) ist es allerdings auch so extrem mit "Familie leben", da darf nicht mal ein anderes Kind zum Spielen kommen, weil sie am Wochenende die Familie genießen will.

      brrrrrrrr
      meine Kinder waren immer am "Pflegeleichtesten" wenn möglichst viele Kinder da waren -- und wir Mütter sprachen uns ab, ein Sonntag in der Familie und ein Sonntag in der anderen --- dann konnte Frau sich mal ein paar Stunden mit sich selbst beschäftigen...
      Gruß kikut

      kikut

  2. Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
    Re: Frau von heute - Familienfrau?

    Hallo Kikut,

    möglicherweise hast Du recht, wenn Du denkst es gibt einen Trend "zurück zur Familie".
    Dennoch denke ich, es ist kein zurückdrehen der "Kulturschraube", es ist imho eine ganz normale Entwicklung.
    Früher MUSSTEN die Frauen zu Hause bleiben, schnell "MUSSTEN" sie arbeiten, als sie durften ( "wie du bist NUR hausfrau und mutter?" )und nun entscheiden sie sich frei, für den Weg, der sie glücklich macht. Schön:-)
    Manche Leute studieren und machen anschließend "nichts" daraus, sondern wählen sich einen vollkommen anderen Beruf. Sie haben sich eben in eine andere Richtung entwickelt. Andere wählen sich eben den Beruf Hausfrau/Mutter oder auch Hausmann/Vater.
    Und so wie Du es berichtest, sind sie glücklich damit.
    Dass sich der Freundeskreis verändert, wenn man Familie hat, ist normal. Die Interessen verändern sich ja mit.
    Ich glaube, die Wenigsten bleiben zu Hause, weil sie keine Lust aufs Arbeiten haben ( so ganz ohne Arbeit ist ne Familie ja auch nicht:-)), die Meisten gehen den Weg aus Überzeugung und einmal Hausfrau heißt ja auch nicht immer Hausfrau.

    Liebe Grüsse

    Tanja ( die sich nicht vorstellen kann, Hausfrau zu sein )

  3. Antwort von nach 2 Stunden 5 hilfreich
    Re: Frau von heute - Familienfrau?

    Hallo Kikut,

    gute Frage! Auch wenn ich vermutlich gleich zerrissen werden, stelle ich hier mal in den Raum, wie ich es in meinem Bekanntenkreis so erlebe. Die meisten meiner Freunde und Freundinnen haben studiert. Und ca. 80% der Frauen sind berufstätig, Single und kinderlos. Ein paar wenige haben es geschafft, Beruf und Familie zu vereinbaren. Manche sind "Nur"-Hausfrau und Mutter. Ich will hier keine Hausfrauen beleidigen, sondern nur meinen (nicht unbedingt repräsentativen) Bekanntenkreis beschreiben! Also, die meisten der Hausfrauen haben beruflich irgendetwas vergeigt (z.B. Diplomarbeit nicht auf die Reihe bekommen, keinen Job gefunden etc.). Danach wurden sie relativ schnell schwanger. Das war echt eine auffällige Häufung angeblicher Zufälle :-)). Die reden zwar von freier Entscheidung für diesen Schritt, aber das klingt angesichts der Situation irgendwie schon sehr aufgesetzt.

    Also meine Hypothese: Viele Nur-Hausfrauen haben berufliche Schweirigkeiten nicht bewältigt (ob nun aus eigener Schuld oder unverschuldet lasse ich mal offen) und gewinnen ihre "Existenzberechtigung" jetzt aus dem Hausfrauendasein. Richtig glücklich sind damit aber auch die wenigsten.

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      danke!

      Hallo Lisa,

      danke, danke und nochmals danke!

      Du schreibst was mir auch oft auffällt, man es als Mann aber kaum sagen darf, weil man sonst von allen Seiten Prügel bekommt.

      Frauen ziehen sich auch meiner Erfahrung nach nach beruflichen Fehlschlägen ins Familienleben zurück. Dank unserer Gesellschaft auch kein Problem, da die "Nur-Mutter" im Gegensatz zum "Nur-Vater" ein relativ hohes Ansehen geniest.

      Das ist eine Möglichkeit die Männern verwehrt ist (Ausnahmen bestätigen die Regel). Die müssen sich auch nach einem herben Fehlschlag wieder aufrappeln und es beruflich weiter versuchen.

      M.E. einer der Gründe, warum so wenig Frauen in leitenden Positionen sitzen.

      Gruß Ivo

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re: danke!

        Hi Ivo, Du schreibst was mir auch oft auffällt, man es als Mann aber
        kaum sagen darf, weil man sonst von allen Seiten Prügel
        bekommt.
        Auch also Frau darf man so was nicht sagen (ich seh das schon auch so, versteh mich nicht falsch). Das ist genauso geschlechtsneutral wie zuzugeben dass man keine Kinder mag. Da ist es völlig wurscht ob Du Mann oder Frau bist, es ist auf jeden Fall "unsozial".

        Viele Grüße,
        Michaela

    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      There is never a free meal...

      Hi Lisa!

      Ich bin ganz deiner Meinung.
      Auffällig viele Frauen werden während des Studiums/Ausbildung etc schwanger - wenn es sich dann mal endlich dem Ende nähert...

      Wenn sie einen Versorger haben welcher die Brut finanziert OK.

      Wenn nicht fallen sie dem Steuerzahler zur Last und haben keinen Beruf und recht geringe Aussichten auf dem Arbeitsmarkt später...
      vorausgesetzt sie wollen arbeiten....

      Siân

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        OT: There is never a free meal...

        Hallo Siân,
        Du meinst mit Deiner Überschrift sicher TANSTAAFL (There Ain't No Such Thing As A Free Lunch)
        Gruß
        Eckard.

      • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
        Re: There is never a free meal...

        Hi Siân! Ich bin ganz deiner Meinung.
        Auffällig viele Frauen werden während des Studiums/Ausbildung
        etc schwanger - wenn es sich dann mal endlich dem Ende
        nähert...
        wann sonst? im op kannst du schlecht schwanger werden. klar ist kein personalchef begeistert, wenn du nach dem vorstellungsgespräch etwas umfangreicher eintrudelst. teilzeit buchstabiert sich dann schwerer. komisch eigentlich. als ob du erst krähenfüße brauchst, um entbehrlicher zu werden. Wenn sie einen Versorger haben welcher die Brut finanziert OK.
        jugendamt und kindergeld. Wenn nicht fallen sie dem Steuerzahler zur Last und haben
        keinen Beruf und recht geringe Aussichten auf dem Arbeitsmarkt
        später...
        du zeichnest grad den lebensbaum deiner nation, aufblick. vorausgesetzt sie wollen arbeiten....
        gruß



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