Frauen und Militär

Von: , Frage gestellt am Sa, 4. Sep 2004

Hallo Gemeinde!
Es gibt anscheinend viele Frauen, die den Dienst an der Waffe anstreben. Im Interesse der grundsätzlichen Gleichberechtigung finde ich auch richtig, dass ihnen alle, und auch diese, Möglichkeiten offen stehen. Aber was bewegt eine junge Frau, sich das anzutun? Kennt ihr jemanden, bzw eine, die das macht? Ich träume jedenfalls immer noch ein Frauenbild, das ich nicht in Militärklamotten, mit der MP im Anschlag, visualisiere. Zugegeben, das von Männern habe ich so auch nicht besonders gern. Aber das ist man gewöhnt.
Wie steht ihr denn dazu? Und welche Argumente benutzt "der Feminismus" - dafür oder dagegen?
Salve, Dionysos

37 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 41 Minuten 0 hilfreich
    Re: Frauen und Militär

    Hallo ! Es gibt anscheinend viele Frauen, die den Dienst an der Waffe
    anstreben.
    Der Dienst bei der Bundeswehr ist in den wenigsten Fällen ein Dienst an der Waffe!

    Der Dienst dort fängt nur mit der Grundausbildung an und diese Bilder sehen wir : Frauen mit der Knarre unterm Arm.
    Möglicherweise ist das dann auch das letzte Mal, wo diese Frauen eine Waffe selbst handhaben.
    Der Rest der Dienstjahre ist Technik, Sanitätsdienst und anderes mehr.

    Die Frauen werden meistens gut damit fertig, die Männer weniger.

    mfgConrad

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Frauen und Militär

      Hallo,

      mir ist es auch relativ egal was die Leute (ob nun Mann oder Frau) mit Ihrer Zeit anfangen.
      Ich war bei der Bundeswehr und war anfangs auch etwas begeistert, zwar überhaupt nicht von den Waffenkram aber eher von dem Zusammenhalt und der Gemeinschaft.
      Jedoch blätterte bald der Lack ab und das ganze war eintönig und ich dachte mir manchmal "die nehmen auch wirklich jeden".
      Ob nun Ansichten, Erscheinungsbild, Einstellung (gelegentliche Gespräche waren mal drin), Lebensauffassung oder sonstiges, es war schon verwunderlich was dort für Individuen rumliefen. Aber OK.

      Wenn es einer Frau zusagt sich anmeckern zu lassen (sei es zurecht, da sie nun blödsinn gemacht hat, oder auch zu unrecht), stellenweise blödsinnig durch die Gegend zu laufen und später ggf. das eigene Leben auf's Spiel zu setzten, wo man doch immer eine Alternative hat und dann noch mit dem Bewusstsein "Ich werde auch Menschen töten" immer noch sagen kann "Ja das will ich tun", ok. Nicht meine Sache.
      Über Ansichten lässt sich nicht streiten.
      Ich für meinen Teil finde es schade.

      MfG

      Euer Newbi Patrick

      • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Frauen und Militär

        Hallo !

        Siehst Du die Welt des Militärs nicht immer noch mit den Augen eines Rekruten?!

        Wo bleibt denn nach der Grundausbildung noch viel über vom Militärischen? Man macht seine Fachlehrgänge (kostenfrei), man macht wieder seinen Dienst, dann wieder seine Fachlehrgänge (wieder kostenfrei). Man lebt, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, entlassen zu werden und wenn man es selbst will, kann man so, sehr ruhig durchs Leben kommen.

        Sicher, wer in Krisengebieten eingesetzt wird, lebt eben in Krisengebieten. Dafür ist er nun mal ganz bewußt freiwillig zur BW gegangen. Und mußte damit rechnen.Oder er ist als Wehrpflichtiger freiwillig dort. Davon mal abgesehen, die meisten gehen gar nicht mal so ungern dorthin. Mehr Geld, mehr "Abenteuer" usw. Die meisten wiederholen diese Einsätze sogar.

        Aber - es gibt keine Gruppierung, auf die besser aufgepaßt wird, die besser versorgt wird, die medizinisch immer auf dem neuesten Stand ist, als die BW.
        Es gibt aber auch zigtausende deutscher Monteure, Seeleute, freiwillige Entwicklungshelfer usw, die vollkommen ohne diese Hilfe von Deutschland auskommen müssen. Es gibt für Monteure keine Camps mit Bewachung in denen sie sicher leben. Es gibt für deutsche Schiffe, die z.B. während des Golfkrieges Irak-Iran, Irak-USA durch der Arabischen Golf fuhren, keinen Schutz. Wir sind monatelang während dieser Kämpfe mit Frachtern durch den Golf gefahren und haben fast täglich die brennenden anderen Schiffe gesehen. Kein Arbeitgeber käme auf die Idee, doppeltes Gehalt zu zahlen oder überhaupt die Einfahrt in solche Gebiete zu verbieten.

        Ich will damit sagen, die BW ist keine so gefährdete Einheit. Es gibt zivile Einrichtungen, die viel gefährdeter sind. Wenn heute eine junge Frau zur BW geht, macht sie das nicht, um Flintenweib zu werden, sondern auch aus fachlichen Gründen. Wegen der beruflichen Sicherheit auch.
        Die Statistik sagt mehr über tote Monteure, Entwicklungshelfer und Seeleute, die im Auslandseinsatz umkommen, als über BW-Soldaten.

        mfgConrad

        • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Frauen und Militär

          Ich habe meine Meinung zu dem Thema schon bei diversen anderen postings in anderen boards dazugegeben, aber hier nochmal meine Meinung.

          Zum Militär soll derjenige gehen der motiviert ist, eine Aussicht darauf hat sportlich werden zu können (Grundvorraussetzung) oder eben schon sportlich ist, jemand der seine eigenen Interessen auch hintenanstellen kann, jemand der begreift das bei einer solchen Anzahl an Leuten Befehl und Gehorsam einfach ein Muss ist weil die Organisation und Koordination sonst nicht zu bewältigen sind, Leidensfähigkeit wär auch okay, Entbehrungen kommen früher oder später auch so, ein geregeltes Privatleben ist eine Illusion etc etc.

          Was dann allerdings tatsächlich dazukommt ist manchmal erschreckend.
          Wie gesagt - die Rekruten ein Spiegel der Gesellschaft.

          Ich weiss nicht wie ´s anderen geht, aber wenn ich was machen will, dann informiere ich mich ausgiebig darüber.
          Tja und das rosa - BravoGirl-Mädel dass noch nicht eine einzige Nacht im Freien verbracht hat, geschweige denn mal im Leben eine gewisse Anzahl von Kilometern gelatscht ist - hat es meiner Meinung nach unterlassen sich zu informieren.

          Ich habe den Wehrdienst abgeleistet, diesen verlängert für einen Auslandseinsatz und konnte danach von mir behaupten, mir ein umfassendes Bild gemacht zu haben, bevor ich die Offizierslaufbahn eingschlagen habe.

          Ob Frauen ins Militär gehören ? Gehören ist vielleicht der falsche Ausdrcuk, die Frau die tatsächlich in der Lage ist körperlich mitzuhalten und nicht zu einer Belastung zu werden, die sich mit ihrem Beruf identifiziert - ist mir persönlich sehr willkommen.
          Jeder Leistungsträger ist erwünscht.
          Aber die Mehrheit ist nur dort und kann sich auch nur deshalb bei uns halten weil sich Armee an Frau und nicht Frau an Armee anpasst.
          Das darf und sollte nicht sein.
          Es wird in sovielen Bereichen die Augen zugedrückt das es mir persönlich schon ein Greul ist. Kleines Bsp (ich bin z.Zt. an der Uni, 5 Frauen im Hörsaal und 3 davon optisch schon eindeutig nicht für die Armee geeignet, Rettungsringe wären noch eine Schmeichelei)

          Herbert

          • Antwort von nach 6 Tagen 2 hilfreich
            Re^5: Frauen und Militär

            Hallo Herbert,

            sowas höre ich bei mir zu Hause auch ständig (groan), und davon wird es doch nicht korrekt; wenn sich die Armee bei gewissen Voraussetzungen an die Frauen anpasst (Sport, weil Männlein und Weiblein nunmahl verschieden gebaut sind, sowie, um Gottes Willen, doppelte Toiletten...), dann deswegen, weil man gemerkt hat, dass Frauen wichtige Kompetenzen mitbringen, die man nicht verlieren will, weil "Mann" nur sportlich-kraftvolle Leistungen als Auswahlkriterium für einen guten Soldaten anerkennt. Frauen in einer Einheit bringen zwar auch Ärger mit (klar, weil "Mann" seine Triebe nicht zügeln kann...), aber nachgewiesenermaßen sorgen sie auch dafür, dass der Umgangston angenehmer, die Späße nicht ganz so dumm und die ganze Atmosphäre weniger grob ist. Darüber freuen sich auch viele männliche Soldaten... hinzu kommen dann die intellektuellen und emotionellen Fähigkeiten der Frauen; heutzutage ist die Armee ja fast nur noch in Krisengebieten eingesetzt, wo die Zivilbevölkerung geschützt/getröstet/wiederaufgebaut werden muss; wo man mit vergewaltigten/verwitweten/verwaisten Menschen umgehen und kommunizieren können muss. Und - Überraschung - weit über die Hälfte der Zivilbevölkerung sind Frauen oder Kinder! Insofern finde ich es völlig normal, dass die Armee sich ein bisschen an die Frauen anpaßt, sonst könnte sie nämlich in vielen Bereichen weniger gut arbeiten. Hätte noch jede Menge weitere Argumente, lasse es aber aus Platzgründen bleiben, diese hier auszubreiten.

            Gruß
            Lisa

            • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Frauen und Militär

              hi, du hast ja in einigen punkten völlig recht, doch leider ergeben sich Probleme wofür beide Geschlechter verantwortlich sind. Das Problem der Sexuellen belästigung von seiten der männer ist sehr ernst zu nehmen, lasst sich aber nun mal nicht vermeiden. es ist natürlich auch völlig klar das wenn man tage/wochen/monatelang mit der truppe unterwegs ist und kaum frauen zu gesicht bekommt die sexuellen übergriffe auf die soldatinnen der eigenen truppe steigen. dies liegt nun mal an der "geilheit" der männer. aber es gibt auch einige die dies vortäuschen, da sie sich ungerecht behandelt fühlen. dies liegt an der hinterlistigkeit der frauen.
              Ich möchte mal ein beispiel nennen:
              ein guter freund von mir ist jetzt schon sehr lange bei der bundeswehr. in seiner dienstzeit hat er 2fälle erlebt welche ich hier nennen möchte:
              eine soldatin wurde befördert obwohl sie eine abmahnung verdient hätte. jedoch traute sich der vorgesetzte nicht eine abmahnung zu schreiben, da er angst hatte ihm könnte was in die schuhe geschoben werden, falls er eine abmahnung schreibt. die einzige möglichkeit diese soldatin loszuwerden war eine versetzung zu einer anderen dienststelle. damit sie sich auch nicht beschwert, wurde ein besser bezahlter posten ausgesucht, welchen wirklich viele gute soldaten hätten haben wollen.
              Ein anderer fall ist ein verhältnis einer soldatin mit ihrem vorgesetzten, welches ihr eine beförderung verschaffte.

              ich habe wirklich nichts gegen frauen bei der bundeswehr, aber dann bitte getrennt wie in der schule der sportunterricht. denn es ist traurige wahrheit das frauen nun mal die kameradschaft bei der bundeswehr zerstören. dafür können die frauen nichts, denn es sind meistens die männer die wegen den frauen streit anfangen.

              mfg
              thomas

            • Antwort von nach 8 Tagen 0 hilfreich
              Re^7: Frauen und Militär

              Hallo Thomas,

              natürlich gibt es überall schwarze Schafe, auch unter Frauen ;-) - Deine Beispiele sind aber nicht Armee-spezifisch, im "normalen Leben" gibt es auch Verhältnisse zw. Vorgesetzten und Untergebenen mit entsprechenden Vorteilen für den Untergebenen, oder das berühmte "Wegloben" von nicht genehmen Mitarbeitern. Außerdem gibt es diese Probleme sowohl mit Männern und mit Frauen, in der Armee halt noch etwas seltener mit Frauen als Vorgesetzten, weil es so wenige gibt. Ich meine daher, das dies keine Argument für eine Trennung von Männern und Frauen in der Armee ist - sonst müßte ja die ganze Gesellschaft getrennt leben!
              Übrigens würden sich mE alle diese vermeintlichen Probleme in dem Moment lösen, in dem die Armee zu 50% aus Frauen besteht...Keine "Frauenentzug" mehr bei den Männern, weil sie ständig welche sehen, keine Probleme mit einer Toilette pro Frau...

              mit herzlichen Grüßen
              Lisa

            • Antwort von nach 11 Tagen 0 hilfreich
              Re^8: Frauen und Militär

              Hallo Thomas,
              Hi Lisa, vor 2 Tagen hatte ich schon ein Antwortposting auf Dein 1. geschrieben, ellenlang und dann... falsches Knöpfchen am Ende und alles weg. Da war ich sehr sauer. Bin ich immer noch und werde mich deswegen kurz fassen. In einigen Truppengattungen ist es absolut okay - aber in einigen wie z.B. meiner als Infanterist und Gebirgsjäger, ist die körperliche Kondition nun mal maßgeblich. Denn als Vorgesetzter muß ich einfach überdurchschnittlich fit sein um nach einer Anstrengung wie Berg hoch mit 40 Kilo Gepäck noch Entscheidungen treffen zu können. Wenn ich mir die Frauen da auf dem Weg nach oben und oben selber anschaue, ist die einzige Entscheidung die sie noch in der Lage sind zu treffen, die - ob sie freiwillig sterben oder noch ein bisschen abwarten mit dem abnippeln.
              Klar, gibt auch Männer bei denen das so ist. Aber diese Strapazen packen echt nur eine erlesene handvoll an Frauen. Die sind voll und ganz in der Truppe integriert und sehr willkommen. Jede andere dagegen ist eine zusätzliche Belastung für ihre kameraden und für mich als ihr Führer.
              Am Berg trägt jeder sein Gepäck. Denn darin ist die Ausrüstung enthalten um dort auch in jeglicher Situation, (Wetterumschwung etc...)
              überleben zu können. Als Soldat wärs dann auch noch nicht schlecht, wenn man seine eigen Waffe dabei hat und nicht ein anderer.
              Das sind meiner Meinung nach ganz klare Anforderungen, die man erfüllen muss. Wer in diese Schablone nicht reinpasst, der darf da auch nicht rein und sie sollte auch nicht im Hüftbereich um 50 cm weiter geschnitten werden nur damit Leute die sich einbilden reinpassen zu wollen, dann reinkommen.

              Jupp, das im Kurzen.

              Herbert

            • Antwort von nach 11 Tagen 0 hilfreich
              Re^9: Frauen und Militär

              Hallo Herbert!

              Ja, habe mich schon gewundert, wo Deine Antwort bleibt ;-)

              Einerseits hast Du natürlich Recht, dass es auch in der heutigen Armee Positionen gibt, die "Mann" als Frau (ha, ha...) einfach physisch nicht so gut füllen kann. Aber das sind ja heute nur noch wenige Positionen, mit all der Mechanisierung und so. In vielen Positionen dagegen muss man nicht mal durchschnittlich fit sein (Fahrer, Transmission, Renseignement (ähh, Erkundung?), mehr oder weniger gepanzerte oder bewaffnete Fahrzeuge etc), da sehe ich auch nicht ein, warum man als "Eignungsprüfung" mehr verlangt, als hinterher nötig ist. Und dann hängt das natürlich vom Rang ab; je höher, desto weniger Kraxl, nicht wahr... Und gerade in den höheren Etagen - nämlich bei Planung u.ä. sind Frauen extrem nützlich (außerdem bringen sie im Allgemeinen die besseren Noten für die Offiziersausbildung mit :-). Aber wenn sie da mal gut sein sollen, dann müssen sie auch mal gesehen haben, wie's unten aussieht. Da muss man dann halt in Kauf nehmen, bei Planung und Ausführung von Übungen, dass auch ein "schwächeres Element" dabei ist. Abgesehen davon gibt es ja auch immer schwächere oder auch erschöpfte, bzw. verletzte Männer, so dass die Probe mit einem "schwachen Element" eigentlich gerade für Führungskräfte eine gute Übung ist...

              Wie Du siehst, wirst Du mich nicht von meiner Idee abbringen können, dass jede Menge Platz für Frauen in der Armee ist, so diese das denn wollen!!!

              Viele Grüße
              Lisa



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