Re: Unqualifizierte Männer und Frauen
Hallo!
Es würde mich nicht wundern, wenn die Aussage einen wahren Kern hat. Ich weiss noch wie schockiert ich war als irgendwann in der Mitte der Neunziger einige Politiker (Ja, Mani, sie kamen tatsächlich aus Bayern) vorschlugen, das Schulsystem in Deutschland zu reformieren um es "Jungsfreundlicher" zu machen, da Mädchen bewiesenermassen besser in der Schule seien. Wenn man berücksichtigt, dass Mädchen in diesem Land bis vor knapp einem Jahrhundert in ihren eigenen "Ghetto-Schulen" mit Schwerpunkt Nähen und Kochen abgeschoben wurden und in einem rein männlichen Ausbildungssystem eingestiegen sind (von dem gelegentlichen Stricken für Jungs mal abgesehen) ist die Aussage, Mädchene seine besser in der Schule nur weil das Schulsystem dies begünstigen würde gewagt, um nicht zu sagen absurd. (Noch absurder ist natürlich der Vorschlag, es ihnen schwieriger zu machen, damit die Jungs als die Besseren erscheinnen. Wenn ich nicht schlell genug rennen kann, solst du mit gebundennen Füssen rennen, damit ich dich als erste ans Ziel komme, so sieht das aus). Anderseits leben einige Lehrer immer noch in der irren Annahme, das im Streitfall Mädchen nachgeben müssten, weil "Jungs es nicht mögen, wenn man ihnen Vorschriften macht! (Originalzitat der Lehrerin meiner Tochter in meiner Anwesenheit!!!) Ganz zu schweigen davon, dass Jungs im Zweifelfall sich vom Fegedienst drücken dürfen, Mädchen aber nicht, ganz nach dem Motto "Du bist ein Mädchen, du musst es lernen, Ordnung zu Halten!" (Weiterer Originalzitat)
Unqualifizierte Menschen beider Geschlechter hat es immer gegeben. Ich glaube das eigentliche Problem liegt darin, dass Jungs immer noch suggestiert wird, sie haben auf Grund ihres Geschlechts gewisse Sonderrechte und sind für bestimmte Arbeiten "zu fein".( Aber wie viele Arbeiten für "echte Kerle", die gerade mal ihren Namen buchstabieren können gibt es denn noch?)
Und wenn das Mitten in Hamburg passiert, mag ich nicht daran denken, wie es in einem bayerischen Dorf aussieht. Aber vielleicht ändert sich das ja. Ich bin in diesem Land seit 15 Jahren und zwar sehr sehr gern. Dennoch habe ich mit verwunderung die Abtreibungs-Debatte verfolgt, und auch die Gesetzgebung, die erst in 1993 der Frau das Recht gab, nach der Eheschliessung ihren Namen zu behalten, hat mich amusiert. (Meine Mutter hat ihren Namen nicht geändert und das war vor gut 40 Jahren!) Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los das solche Sachen, und nicht die mangelnde Berufsqualifikation einiger Männer das eigentliche Problem ist. Aber ich könnte mich irren.
Grüsse: Marina
PS Wusstet ihr eigentlich, dass wenn der Vater eines Kindes Deutscher ist, die Mutter aber - ausländerin, das Kind automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit bekommt, im umgekehrten Fall aber (Mutter - Deutsche, Vater - Ausländer) - nicht? Echt, zumindest bis 1998 war das so! Haben die Frauen denn "weniger deutsche" Genen als die Männer?