Moin Eckard,
ich denke, so ganz von der Hand zu weisen ist das gar nicht.
Was genau meinst du?
Da wird doch weitgehend die Erziehung der Kinder in weibliche
Hände gelegt, Männer glänzen durch freiwillige Abwesenheit
oder werden außen vor gehalten.
Kann ich nicht bestätigen. Auch bei den meisten weiblichen Alleinerziehenden, die ich kenne, gibt es männliche Bezugspersonen für die Kinder.
Der Junge, der heute bei seiner alleinerziehenden Mutter
aufwächst, wird in eine Schule gehen, in der Männer nahezu
völlig fehlen. Erst auf der weiterführenden Schule bekommt er
dann Kontakt zu erwachsenen Männern - zu spät für eine
Rollenbildung, denn das geschieht in den ersten Lebensjahren.
Ein männlicher Lehrer mag eine Vorbildrolle im Leben eines Heranwachsenden sein, aber daneben dürfte es noch zahllose andere geben.
Ich will hier gar nicht mit dem Finger auf irgendwelche
Gruppen zeigen und Schuld zuweisen. Ich beobachte das nur.
Vielleicht solltest du deinen Blick etwas weiten.
Wie kann ein Kind (Junge wie Mädchen) ein geistiges Bild für
"Mann/Vater/Gefährte" erwerben, wenn der Vater weder in
Familie noch im Kindergarten noch Schule vorkommt, und selbst
in sog. "intakten" Familien der männliche Part erst nach Hause
kommt wenn die Kinder schon im Bett sind?
Auch dadurch erwerben Kinder ein geistiges Bild. Die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen bleibt keinem Heranwachsenden erspart, und auch bei ständig anwesenden Vätern muss das keine positive Vorbildfunktion sein.
Die einzigen "männlichen" Gestalten die solch ein Kind nahe
genug um für das eigene Rollenbild relevant zu sein
kennenlernt sind die gleichaltrigen männlichen Jugendlichen,
die aber genauso orientierungslos aufwachsen. Oder die
Stereotype, die es im Fernsehen vorgestellt bekommt.
Da hast du natürlich recht. Für Jugendliche, für die es nur Mama, Papa, Kumpels und Fernsehen gibt, ist das Leben natürlich bitter.
Wie schön, dass es noch so viele andere Jugendliche gibt, die sich z.B. im Sportvereinen, Kirchengemeinden, Umweltschutzorganisationen etc.etc. engagieren, wo es jede Menge männliche und weibliche Vorbilder gibt. Vielleicht sind das ja auch die Jugendlichen, die in der Schule später besser abschneiden, keine Ahnung. Vielleicht sollte man den Einfluss von Vätern etwas zurückdrängen, die ihren Kindern bevorzugt Fernseher, Gameboys und Computerspiele schenken, damit aus den Kindern was wird :-)
Gruß
Marion