Archaismus - die Lösung?

Von: , Frage gestellt am Fr, 21. Jan 2011

Guten Tag,

das Folgende ist bloße Hypothese und ein nicht wissenschaftlicher Gedankeneinstrom meinerseits:
Geht es um das Thema Geschlechterrollen, wird Konservativen in der Regel ein altertümliches Geschlechterbild vorgeworfen.

Stellt sich die Frage: Wann findet das Auferlegen einer sozialen Geschlechterrolle erstmals in der Entwicklung des Menschen statt?
Hypothetische Antwort: Offensichtlich, mit Entstehung erster komplexer Sozialstrukturen, dem Zusammenleben von Mann und Frau in organisierten Stadtverbunden.

Die Zuweisungen sozialer Geschlechterrollen gingen zu Erst zu Lasten der Frau, was in der Emanzipation und dem Feminismus mündete.
Auch über Maskulismus müssen wir reden. Dieser ist in organisierter Form ein Nischenphänomen, per Definition aber ebenso allgegenwärtig wie der Feminismus. Werfen Sie doch einfach mal den Namen „Alice Schwarzer“ in eine Runde ansonsten abgeklärter, moderner Männer. Die Reaktionen sind eindeutig.

Der Maskulismus ist ein Spiegelbild des älteren Feminismus, sie bedingen sich gegenseitig.
Die Veränderung von Geschlechterrollen muss als Ziel immer eine Umwälzung in der Geselschaft haben. Eine Umwälzung erfolgt jedoch nur in eine Richtung, im Regelfall also zu Gunsten der Umwälzer. Weder Feminismus, noch Maskulismus könnten so irgendwo annähernd auf einen gemeinsamen Nenner kommen, der beide Radikalrichtungen überflüssig machen würde.
Die Folge: Männer neiden Frauen ihre soziale Stellung, Frauen neiden Männern ihre soziale Stellung.

These: Der „Geschlechterkampf“ kann eigentlich nur dann ad acta gelegt werden, wenn dessen Zielobjekt eliminiert wird. Das Objekt ist in diesem Fall die Gesellschaft, die von beiden Parteien umgestaltet werden will.

Plumper Gedankengang: Wenn mir ein Objekt nicht gefällt, es seinen Nutzen nicht erfüllt, kann ich versuchen es umzugestalten. Misslingt das, schmeiße ich es auf den Müll.

Ist die Lösung zur Beseitigung aller sozial geformten Geschlechterdifferenzen die Beseitigung unserer sozialen Programmierung und damit notgedrungen der Gesellschaft selbst?
Back to the basics, zurück zur Natur, Leben und Ausleben archaischer Urinstinkte unter Ignorierung sozialer Konditionierungen?

14 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
    Re: Archaismus - die Lösung?

    Ist die Lösung zur Beseitigung aller sozial geformten
    Geschlechterdifferenzen die Beseitigung unserer sozialen
    Programmierung und damit notgedrungen der Gesellschaft
    selbst?

    Back to the basics, zurück zur Natur, Leben und Ausleben
    archaischer Urinstinkte unter Ignorierung sozialer
    Konditionierungen?
    Die "Konservativen" glauben, ihre Ansicht über die Geschlechterrollen und das Familienbild wäre irgendwie "natürlich gewachsen" und alles andere wären "neumodische Abweichungen".

    In Wirklichkeit ist es eher so: Wenn Menschen so leben würden wie es ihre Urinstinke vorgeben, würden wir unsere Kinder in Rudeln aufziehen und wären beiderseitig polygam. Rudelb*msen stünde an der Tagesordnung. Männer würden die hübschesten Frauen kriegen und Frauen die Alphamännchen. Es wäre garantiert eine sehr gesunde und glückliche Gesellschaft, die vor lauter Spaß gar keine Zeit hätte, sich mit derartigen Mist wie dem Binnen-I zu beschäftigten.

    Aber sag das einmal einem "Konservativen". :D

    Grüße Bellawa.

    • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
      Re^2: Fragen

      Hallo, In Wirklichkeit ist es eher so: Wenn Menschen so leben würden
      wie es ihre Urinstinke vorgeben, würden wir unsere Kinder in
      Rudeln aufziehen und wären beiderseitig polygam. Rudelb*msen
      stünde an der Tagesordnung.
      So weit so gut. Männer würden die hübschesten
      Frauen kriegen und Frauen die Alphamännchen.
      Wierspricht sich das nicht? Wer kriegt die weniger hübschen Frauen?
      Und was bleibt für "die Männer" übrig, wenn nur die Alphamännchen die Frauen bekommen?

      Oder wird hier nur der jeweilige Geschlechterwunsch beschrieben: (alle) Männer bekommen hübsche Frauen und (alle) Frauen Alphamännchen. Es wäre
      garantiert eine sehr gesunde und glückliche Gesellschaft, die
      vor lauter Spaß gar keine Zeit hätte,
      Wenn das, was ich oben beschrieben habe, stimmen würde, dann sehe ich einiges an Konfliktpotential. sich mit derartigen Mist
      wie dem Binnen-I zu beschäftigten.
      (Ich kann das Binnen-I auch nicht leiden. Im Zeitalter der Textverarbeitung sollte es möglich sein, beide Formen auszuschreiben, sofern dies überhaupt notwendig ist.)

      Gruß
      Jörg Zabel

      • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
        Re^3: Fragen


        Hallo,
        Wierspricht sich das nicht? Wer kriegt die weniger hübschen
        Frauen?

        Und was bleibt für "die Männer" übrig, wenn nur die
        Alphamännchen die Frauen bekommen?
        Na wie im echten Leben: die weniger hübschen Frauen kriegen die weniger weit oben stehenden Männer. Der Unterschied wäre nur, in einer Welt der Urinstinkte müsste man es nicht erklären mit "unterschiedlicher Persönlichkeit" und damit 26.000 Webforen und Frauenzeitschriften füllen :P

        (Ich bin ein Zyniker, ich weiß.) (Ich kann das Binnen-I auch nicht leiden. Im Zeitalter der
        Textverarbeitung sollte es möglich sein, beide Formen
        auszuschreiben, sofern dies überhaupt notwendig ist.)
        (Wenn du wüsstest, wieviele Organisationen, Firmen etc. darauf bestehen.)

        Grüße Bellawa.

  2. Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
    Re: Archaismus - die Lösung?

    Guten Tag! Stellt sich die Frage: Wann findet das Auferlegen einer
    sozialen Geschlechterrolle erstmals in der Entwicklung des
    Menschen statt?
    Hypothetische Antwort: Offensichtlich, mit Entstehung erster
    komplexer Sozialstrukturen, dem Zusammenleben von Mann und
    Frau in organisierten Stadtverbunden.
    Geschlechterdifferenzierung gabs aber doch definitiv schon vor den "organisierten Stadtverbunden". Auf der Stufe der sog. Stammesgesellschaften beispielsweise.

    Es lässt sich wohl keine -historisch noch so ursprüngliche- größere Sozialform in der Geschichte ausmachen, die nicht geschlechtsdifferenziert war. Die Zuweisungen sozialer Geschlechterrollen gingen zu Erst zu
    Lasten der Frau
    Was für ein bedeutungsschwerer Satz so nebenbei gesagt. Auch über Maskulismus müssen wir reden. Dieser ist in
    organisierter Form ein Nischenphänomen, per Definition aber
    ebenso allgegenwärtig wie der Feminismus. Werfen Sie doch
    einfach mal den Namen „Alice Schwarzer“ in eine Runde
    ansonsten abgeklärter, moderner Männer. Die Reaktionen sind
    eindeutig.
    Wie sind die Reaktionen denn? Der Maskulismus ist ein Spiegelbild des älteren Feminismus,
    sie bedingen sich gegenseitig.
    Was ist der "ältere Feminismus" denn?
    Der von Olympe de Gouges?

    Oder der der sog. Suffragetten?
    Weshalb soll dann aber dieser öminose "Maskulinismus", von dem du sprichst, ausgerechnet dessen Spiegelbild sein?
    Denn wenn ein moderner "Maskulinismus" -ich weiß nicht, was der enthalten soll- irgendetwas gewiss NICHT mehr enthält, dann die Verweigerung des Frauenwahlrechts.

    Du sprichst sehr in Rätseln. Die Veränderung von Geschlechterrollen muss als Ziel immer
    eine Umwälzung in der Geselschaft haben.
    Wie sollen sich die gesellschaftlichen Geschlechterrollen denn sonst verändern können außer durch "Umwälzung" (sprichst du wirklich von Revolution?) des Gesellschaftlichen? These: Der „Geschlechterkampf“ kann eigentlich nur dann ad
    acta gelegt werden, wenn dessen Zielobjekt eliminiert wird.
    Das leuchtet ein: keine Geschlechter mehr, also kein Geschlechterkampf mehr.
    Hört sich toll an.
    Bitte regle das doch für uns so. Das Objekt ist in diesem Fall die Gesellschaft, die von beiden
    Parteien umgestaltet werden will.
    Nur weil sie umgestaltet werden WILL, IST sie noch nicht umgestaltet. Plumper Gedankengang: Wenn mir ein Objekt nicht gefällt, es
    seinen Nutzen nicht erfüllt, kann ich versuchen es
    umzugestalten. Misslingt das, schmeiße ich es auf den Müll.
    Dann mach das doch bitte demnächst. Ist die Lösung zur Beseitigung aller sozial geformten
    Geschlechterdifferenzen die Beseitigung unserer sozialen
    Programmierung und damit notgedrungen der Gesellschaft
    selbst?
    Ich weiß nicht, ob das die Lösung ist. Aber selbst wenn, dann stelle ich es mir schwierig vor, per Willensakt mal so "unsere soziale Programmierung und damit die Gesellschaft selbst" zu beseitigen.
    Mit Worten geht das freilich ganz fix. Back to the basics, zurück zur Natur, Leben und Ausleben
    archaischer Urinstinkte unter Ignorierung sozialer
    Konditionierungen?
    Zurück wohin?
    Zurück zu einem Mythos, der vorgaukelt, es habe jemals eine "Natur" gegeben vor dem Sozialen?

    Du bist Soziologiestudentin im 3. Semester (oder so ähnlich)?
    Stimmts? ;-)


    E.T.

    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      Re^2: Archaismus - die Lösung?

      Du hast meinen Gedankengang leider nicht verstanden und auch vieles falsch aufgefasst. Glaube aber nicht dass ich in Rätseln spreche, Bellawa hat es ziemlich genau erfasst.

      Mit "...der ältere Feminismus" ist keine alte Form von Feminismus gemeint, sondern schlicht dass Feminismus älter ist als Maskulismus (der auch nicht ominös ist).
      Der Maskulismus ist ein Gegenentwurf zum modernen Feminismus und dem zu folge natürlich sein Spiegelbild. Er ist immer ANTIfeministisch.

      Zu deiner Schlußfrage: Weder noch.

      • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
        Re^3: Archaismus - die Lösung?

        Der Maskulismus ist ein Gegenentwurf zum modernen Feminismus
        und dem zu folge natürlich sein Spiegelbild. Er ist immer
        ANTIfeministisch.
        Hi,

        mir wurde bisher erzählt, das wäre Chauvinismus und der -denke ich- ist älter als der Feminismus (zumindest den mittelalten aus den 50ern)

        vg

        • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
          Re^4: Archaismus - die Lösung?

          Hallo,

          Nein, Chauvinismus ist der Glauben an eine allgemeine Überlegenheit und gibts auch bei Frauen.
          Maskulismus (politisch) ist der Gegenentwurf zum Feminismus (Politisch) und definiert sich selbst als explizit antifeministisch. Google?

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Archaismus - die Lösung?

      Noch was vergessen: Dann mach das doch bitte demnächst.
      Sagt dir der Begriff Hypothese etwas?
      Wenn ich vor hätte etwas zu machen hätte ich an den Anfang des Textes "Vorhaben:" gestellt und am Ende gefragt "Wer ist dabei?" Ich weiß nicht, ob das die Lösung ist. Aber selbst wenn, dann
      stelle ich es mir schwierig vor, per Willensakt mal so "unsere
      soziale Programmierung und damit die Gesellschaft selbst" zu
      beseitigen.
      Das spielt für die Hypothese in diesem Fall keine Rolle.
      Es ist ein Gedankengang und geht von "was wäre wenn" aus.

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Archaismus - die Lösung?

        Guten Abend! Sagt dir der Begriff Hypothese etwas?
        Ja.
        Deshalb kann ich mir auch zu sagen erlauben, dass das keine Hypothese im eigentlichen Sinn des Wortes war.
        Ich würde es ein Gedankenspiel nennen - und meine das nicht abschätzig. Ich weiß nicht, ob das die Lösung ist. Aber selbst wenn, dann
        stelle ich es mir schwierig vor, per Willensakt mal so "unsere
        soziale Programmierung und damit die Gesellschaft selbst" zu
        beseitigen.
        Das spielt für die Hypothese in diesem Fall keine Rolle.
        Für eine Hypothese im eigentlichen Wortsinn würde dieses Problem der "Verwirklichung" sehr wohl eine Rolle spielen müssen.


        E.T.



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