Penis u.Patriarchat-Polemik gegen den Schwarzer-Fe

Von: , Frage gestellt am So, 1. Jul 2001

minismus...

Hallo Ihrs:),

ich habe weiter unten die Verona-Schwarzer Diskussion verfolgt und mir sind da so einige Dinge und Fragen eingefallen, die ich einfach mal eher unsystematisch posten wollte. Vorsicht, für meine Verhältnisse ist das hier sehr polemisch geworden, aber ich lass es jetzt einfach mal so stehen:):

Sex und Feminismus à la Schwarzer
Ich habe bei A. Schwarzer den Eindruck, dass sie jede Art von Sex zwischen Mann und Frau, und erst recht jede Art von abweichendem nonkonformen Nicht-Blümchensex (z.B. SM), ablehnt.
Vielleicht weil hier das Patriarchat = die Penetration durch den Mann oder = die gespielte Unterwerfung unter den Mann auch noch von der Frau genossen wird? Ist das sozusagen in Schwarzers Augen Kollaboration mit dem Feind?

(Und wieso verheimlicht sie über 20 Jahre, dass sie lesbisch ist? Hat das Einfluss auf ihre Sicht von heterosexuellen Sex (i.S. von Penetration = Gewalt)?)

Ich habe mal vor ner halben Ewigkeit einen Artikel zum Thema Penis von einer femininistischen Theologin gelesen. Ihr Gedankengang war grob: Penis - Penetration - Gewalt - Patriarchat - igitt.

Ein andermal unterhielt ich mich -in meiner heißen feministischen Phase ;))- mit einer Frau, damals so um die 40. Sie war heterosexuell und beneidete die ganzen Lesben auf der Frauenfete um uns herum. Sie sagte damals allen ernstes, dass sie ansich gerne Mal wieder Sex hätte, aber mit einem Mann, dass wäre ja..., das käme einem patriarchalen Dammbruch in ihrem Leben gleich und die Lesben hätten es so gut, die könnten feministisch sein und Sex haben.

Von dieser Sorte Geschichte könnte ich einige erzählen.

Das ist einer der Gründe, warum auch ich Frau Schwarzer und dem - ich nenne es mal orthodoxen, schwarzerchen- Feminismus sehr skeptisch gegenüber stehe.

Emma hat m.E. nach zumindest früher eine bürgerliche, elitäre eher sexualfeindliche Klientel bedient. Ich habe Emma sicher 10 Jahre nicht mehr gelesen, vielleicht ist das ja mittlerweile anders.

Die Frau als Opfer
Was ich an Feminismus à la Schwarzer stört ist ihre Sicht der Frau nur als "Opfer". Beispiel: Es gab vor einigen Jahren in der Geschichte einen Historikerinnenstreit (als Äquivalent zur Nolte-Diskussion) und eine der Strömungen hat z.B. die Fraun im NS allein als Opfer diskutiert. Frauen, die es wagten darauf hinzuweisen, dass auch Frauen Täterinnen sein können (und waren!!), wurden als Nestbeschmutzerinnen behandelt.

Ich finde die Reduzierung der Frau allein auf ihre Opferrolle genauso einseitig und auch unfeministisch! Im Prinzip wird auch hier die Frau als schwach und schutzbedürftig angesehen. Klischee!

Andere Ebene, andere These: für Schwarzer sind Frauen wie Sadomasochistinnen (vor allem, wenn sie Masochistinnen sind)und vielleicht Verona (ich hab das Gespräch nicht gesehen)"Kollaborateurinnen" des Patriarchats.

Ich bin froh über die Emanzipation und über den Feminismus, d.h. die Befreiung der Frau aus alten Konventionen, Lebensentwürfen, Rollenklischees. Wenn der gesellschaftliche Wandel in Schwarzers Sinne aber nur andere Klischees gebracht hat, ist das genauso unfrei.

Die Reduzierung von Feminismus in Deutschland allein auf Schwarzer hat m.E. nach einmal was mit ihrer Medienwirksamkeit zu tun und ist auch "schichtspezifisch". Emma bedient(e?) eine ganz bestimmte bildungsbürgerliche Frauenschicht, oft ehemalige Nebenwiderspruch (68er) - Frauen. Das ist auch die Schicht in Deutschland, die die Politik bestimmt und die gesellschaftlichen Bedürfnisse artikuliert.

Feminismus ist aber mehr als bürgerliches Spießertum im Schwarzerschen Sinne.

beste Grüße,

barbara

30 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
    mal zustimmen tu

    bin zwar bloss ein Kerl aber ich geb auch mal meinen Senf dazu.

    Diese Form des Feminismus hat meiner Meinung nach mit Emanzipation nicht mehr viel am Hut. Sowas ist einfach reiner Männerhass (ja ich gebs zu wir sind zu 95% sexgeile Ärsche, aber so sind wir wenigstens berechenbar :-)

    Zum Thema "ich hätte gerne mal wieder sex, aber dann bin ich ja nicht mehr emanzipiert" sage ich nur folgendes:

    http://www.istdaszufassen.de/cartoons/jokes114.jpg

    gruss yves

    • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
      och

      wenns wenigstens ein sexgeiler knackarsch ist...
      strubbel

      • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
        Re: och

        wenns wenigstens ein sexgeiler knackarsch ist...
        strubbel
        *grins*
        soso

  2. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: Frauenklischees - feministische und andere

    Hallo Ihrs:),
    Hallo Babs,

    komme ich doch mal dazu, direkt auf einen Deiner Artikel zu antworten.

    Ich hätte viel zu sagen, will mir aber die zwei wichtigsten Punkte herausgreifen: Ich finde die Reduzierung der Frau allein auf ihre Opferrolle
    genauso einseitig und auch unfeministisch! Im Prinzip wird
    auch hier die Frau als schwach und schutzbedürftig angesehen.
    Klischee!
    Da kann ich Dir nur vollständig beipflichten. Zwar sind öfter die Frauen Opfer als es die Männer sind, soweit ich weiß, aber sie haben die Opferrolle nicht gepachtet und sind vor allem damit nicht gegen Täterschaft gefeit.
    Andere Ebene, andere These: für Schwarzer sind Frauen wie
    Sadomasochistinnen (vor allem, wenn sie Masochistinnen
    sind)und vielleicht Verona (ich hab das Gespräch nicht
    gesehen)"Kollaborateurinnen" des Patriarchats.
    Über SM kann ichmich nicht auslassen, aber Frauen wie Verona unterstützen öffentlich ein Frauenbild, das dann gerne von Männern so "unweiblichen" Frauen wie mir vorgehalten wird. Damit, dass die die Männer in ihren Klischees über Frauen bestätigt, trägt sie ebenso zu einem schiefen Frauenbild bei, wie Alice Schwarzer zum falschen Bild der Emanzen (und ich bin eine!!!) Feminismus ist aber mehr als bürgerliches Spießertum im
    Schwarzerschen Sinne.
    Hier muss ich Dir voll zustimmen.

    Karin

    • Antwort von nach 13 Stunden 3 hilfreich
      Re^2: Frauenklischees - feministische und andere

      Hallo Karin:), Über SM kann ich mich nicht auslassen, aber Frauen wie Verona
      unterstützen öffentlich ein Frauenbild, das dann gerne von
      Männern so "unweiblichen" Frauen wie mir vorgehalten wird.
      Damit, dass die die Männer in ihren Klischees über Frauen
      bestätigt, trägt sie ebenso zu einem schiefen Frauenbild bei,
      wie Alice Schwarzer zum falschen Bild der Emanzen (und ich bin
      eine!!!)
      Ich persönlich finde, dass Verona das Bild vom hübschen Dummchen bewusst oder unbewusst eher ironisiert. Sie hat doch wirklich ein humorvolle Art und geht mit ihrem klischeehaften Auftreten als "Dummchen" mit einem Augenzwinkern um. Sie ist ein Kunstprodukt, das sie selbst konstruiert hat und selbst verkauft. Warum eigentlich nicht? Ich sehe das relativ souverän. Ich entspreche auch nicht diesem Schönheitsideal, so what? Wieviele Frauen tun das schon? Und im Grunde wissen das doch alle, die Männer manchmal eher als die Frauen;)...

      Liebe Grüße,

      barbara

      • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Frauenklischees - feministische und andere

        Dafür hast Du Qualitäten, die ein Mann auch mit 60 noch geniessen kann. Verona nicht. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Frauenklischees - feministische und andere

        Hallo Karin:),
        Hallo Babs:), Ich persönlich finde, dass Verona das Bild vom hübschen
        Dummchen bewusst oder unbewusst eher ironisiert. Sie hat doch
        wirklich ein humorvolle Art und geht mit ihrem klischeehaften
        Auftreten als "Dummchen" mit einem Augenzwinkern um. Sie ist
        ein Kunstprodukt, das sie selbst konstruiert hat und selbst
        verkauft. Warum eigentlich nicht? Ich sehe das relativ
        souverän. Ich entspreche auch nicht diesem Schönheitsideal, so
        what? Wieviele Frauen tun das schon? Und im Grunde wissen das
        doch alle, die Männer manchmal eher als die Frauen;)...
        Mir geht es hier nicht darum, wie Verona das meint, sondern wie es bei Männern ankommt. Außerdem geht es mir mit meinen 47 Jahren auch weniger um die Schönheit, sondern darum von Männern wiederholt als unweiblich und - wegen meiner Figur, die bei vielen das Mammi-Syndrom auslöst - als verlogen ("Du versprichst soviel, und dann das...") bezeichnet zu werden.

        Gruß, Karin

    • Antwort von nach 15 Stunden 2 hilfreich
      Re^2: Frauenklischees - feministische und andere

      Ich finde die Reduzierung der Frau allein auf ihre Opferrolle
      genauso einseitig und auch unfeministisch! Im Prinzip wird
      auch hier die Frau als schwach und schutzbedürftig angesehen.
      Klischee!
      Da kann ich Dir nur vollständig beipflichten. Zwar sind öfter
      die Frauen Opfer als es die Männer sind, soweit ich weiß, aber
      sie haben die Opferrolle nicht gepachtet und sind vor allem
      damit nicht gegen Täterschaft gefeit.
      Wenn man in Amerika die Straftaten im gefängnis mitzählt, werden mehr Männer als Frauen vergewaltigt
      Andere Ebene, andere These: für Schwarzer sind Frauen wie
      Sadomasochistinnen (vor allem, wenn sie Masochistinnen
      sind)und vielleicht Verona (ich hab das Gespräch nicht
      gesehen)"Kollaborateurinnen" des Patriarchats.
      Über SM kann ichmich nicht auslassen, aber Frauen wie Verona
      unterstützen öffentlich ein Frauenbild, das dann gerne von
      Männern so "unweiblichen" Frauen wie mir vorgehalten wird.
      Dann halt Du doch den Männern den Kerl von Davidoff oder COla Light vor Damit, dass die die Männer in ihren Klischees über Frauen
      bestätigt, trägt sie ebenso zu einem schiefen Frauenbild bei,
      wie Alice Schwarzer zum falschen Bild der Emanzen (und ich bin
      eine!!!)
      Nein, tut sie nicht. Sie zeigt, dass Emanzipation Freiheit in jedweder Richtung bedeutet und nicht wie Frau Schwarzer nur in eine

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Frauenklischees - feministische und andere

        Ich finde die Reduzierung der Frau allein auf ihre Opferrolle
        genauso einseitig und auch unfeministisch! Im Prinzip wird
        auch hier die Frau als schwach und schutzbedürftig angesehen.
        Klischee!
        Da kann ich Dir nur vollständig beipflichten. Zwar sind öfter
        die Frauen Opfer als es die Männer sind, soweit ich weiß, aber
        sie haben die Opferrolle nicht gepachtet und sind vor allem
        damit nicht gegen Täterschaft gefeit.
        Wenn man in Amerika die Straftaten im gefängnis mitzählt,
        werden mehr Männer als Frauen vergewaltigt
        Das möchte ich zweifach kommentieren:

        1. halte ich das - Vergawaltigung in Ehe und Partnerschaft eingeschlossen - zahlenmäßig für fraglich.

        2. Da es hier durchaus um Frauen als Täterinnen ging, bezweifle ich, dass soviele Frauen in amerikanischen Männergefängnissen tätig sind, dass diese die armen Gefangenen dort vergewaltigen.

        Gruß, Karin



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