Hallo Heidi
Also ich habe leider keine konkreten Literaturangaben, aber du solltest dir vielleicht einfach einen Hockney-Bildband zulegen, der eine Querschnitt durch sein Schaffen beinhaltet. Möglich dass es so einen im Taschen-Verlag gibt (sind preiswerter als z.B. Prestel o.ä.). Da müsstest du dich entweder bei einem Museum oder im Buchhandel informieren.
Hockney könnte man im weiteren Sinn der amerikanischen Pop Art und/oder Folgeerscheinungen zurechnen, er ist aber insg. recht eigenständig. Zu empfehlen sind so einige der Photocollagen. Oft sind die Photographien in malerische Hintergründe integriert. Das Interessante daran ist, dass er eben auch mit einer Art Vielansichtigkeit arbeitet, diese aber nicht so komplex gestaltet ist, wie z.B. die von Picasso (das ganze ist halt "gegenständlicher"). Durch die Kombination mit dem Bildgrund bekommen die ARbeiten etwas Narratives, was dem Unterricht in der Grundschule sicherlich zustatten kommen könnte (stelle ich mir so vor).
Ich kenne mich nicht mit der Didaktik der Primarstufe aus, weiß also nicht, was gefördert werden soll. Aber ich denke, die SchülerInnen können den Bildern in der Kombination von Malerei und Photographie erstmal entnehmen, Dass da ein "echter" Mensch (sein Gesicht) in eine gemalte Umgebung gesetzt ist und dass der Künstler das tut, um eine Geschichte zu erzählen, die er nur mit Malerei oder nur mit Photos so nicht erzählen könnte. Weiter kann die Splittung der Gesichter (z.B.) als etwas Besonderes aufgefasst werden (also der "echte" Mensch wir vielteilig), das kann man interpretieren. Und die SchülerInnen können in den gemalten Anteilen etwas erkennen, was sie selbst auch können (Hockney erbeitet sozusagen in "einfacher" Weise - was so natürlich nicht ganz richtig ist, aber er ist "plakativ"). Man könnte das Ganze zuspitzen, entweder auf a) Fragmentierung: Stellt die unterschiedlichen (charakterlichen) Seiten eurer Person, oder eure verschiedenen Stimmungen etc. in einem Bild (malerisch) dar, das eine Person/ein Gesicht aus verschiedenen Blickwinkeln (Sichtweisen soz.) zeigt oder b) Malt einen Hintergrund (Ort ist zu definieren) und stellt euch selbst an diesem Ort/in dieser Situation dar, indem ihr Photos (sind mitzubringen) zerschneidet und zu einem neuen Bild von euch zusammensetzt, das zeigt, wie ihr sein könnt (versch. Seiten der Schülerpersönlichkeit in Synthese/Addition).
Grundsätzlich könnte man damit eben erarbeiten, dass ein Mensch viele verschiedene Seiten hat und dass diese an bestimmten/verschiedenen Orten und bei untersch. Aktivitäten zum Vorschein kommen. Man könnte das ganze z.B. "wer ich bin" oder "wie ich bin" oder "was ich mag" nennen.
Zur Malerei/Zeichnung: Du könntest dir dazu auch mal das Zeichnenlernen-Buch von Betty Edwards ansehen. Da sind Methoden drin, wie (auch) Kinder an das Thema Selbstportrait herangeführt werden können.
Tja, das ist alles ein wenig unkonkret, aber wenn du noch Zeit hast, dann kannst du dich ja mal kundig machen. Vielleicht ist ja brauchbares dabei !
Gruß und schönes WE
Markus