Antwort von
nach 24 Tagen
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Re: Stimmungsabhängig
Hallo Fabienne,
erst jetzt lese ich Dein posting-und wundere mich, da ich bisher nur extrem wenig Menschen getroffen habe, die der 5. Symphonie von Prokoffief etwas abgewinnen konnten bzw. derartige Musik überhaupt hören. Ich persönlich halte die 5. für ein tolles Stück Musik.
Ich bin allerdings der Meinung, man sollte sehr zwischen "guter Musik" und "Musik, die ich sehr gut finde" unterscheiden. Unter letzterer verstehe ich Musik, welche mich in irgendeiner Art und Weise innerlich berührt. Und das ist selbstverständlich stimmungsabhängig. Nichts desto trotz muß ich nicht unbedingt durch "gute Musik" berührt werden, kann aber trotzdem erkennen, daß sie gut ist. Ich persönlich kann z.B. nichts mit Mozarts Musik anfangen. Sie berührt mich innerlich einfach (noch) nicht. Trotzdem erkenne ich u.a. in der "Jupiter-Symphonie", was Brahms meinte, als er sagte, das derartige Musik nie wieder geschrieben worden sei, auch nicht von Beethoven. Ich denke, daß wohl auch niemand die Musik von Bach anzweifeln wird, auch wenn sie einem perlönlich nicht gefallen muß.
Oder andersherum: ich persönlich liebe die Werke von Richard Strauß sehr und lasse nur sehr ungern Kritik auf ihn kommen. Trotzdem kann man deutlich merken, daß seine Musik eben nicht an die von Mozart oder Bach heranreicht. Das ändert allerdings nichts daran, daß sie mich, im Gegensatz zur Musik von Mozart, innerlich mehr berührt.
Musik kann daher nach meiner Meinung immer sowohl Subjektiv als auch Objektiv beurteilt werden, obwohl der objektive Eindruck schnell durch einen emotionalen überlagert wird.
Gruß, Ru